AC / DC

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tm7
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Hi,

es gibt immer mal wieder Diskussionen und Meinungen zu AC und DC-Säulen, die meiner Meinung nach keine richtige Grundlage haben.


- Destinationcharger bieten das an, was der Name aussagt: Laden am Fahrtziel. Da es exakt genausoviel mögliche Fahrtziele gibt wie Möglichkeiten, ein Auto zu parken, ist es unrealistisch, alle Fahrtziele mit einem Lader auszustatten. Sprich: Destinationcharger können nur eine Ergänzung einer Ladeinfrastruktur sein.

- Schnelllader entsprechen den heutigen Tankstellen: man lädt / tankt, sobald Bedarf da ist. Da die aktuell auf den Markt kommenden BEVs in der Regel einen großen Teil ihrer Akkukapazität innerhalb einer halben Stunde aufladen können, kann man es tatsächlich analog zum Tankvorgang sehen, auch wenn 30 Minuten dafür schon etwas arg lang sind. Aber auch in 15 Minuten sollten mindestens 100 km nachgeladen sein.

Damit sind Schnelllader mitnichten nur etwas für Langstrecke, sondern für alle Ladevorgänge, die nötig werden, wenn die Destinationcharger nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung standen oder halt für die Langstrecke.

Die Schnelllader sollten demnach nicht nur an Autobahnen / Fernstrecken vorzufinden sein, sondern auch in Städten oder ländlichen Gebieten etc., wie dies z.B. bereits seit vielen Jahren in Braunschweig der Fall ist. Es gibt einem die Möglichkeit, kurz nachzuladen, wenn kein Destinationcharger in der Nähe war oder alle Destinationcharger besetzt waren. Dann "tankt" man halt z.B. auf dem Nachhauseweg kurz nach.

Die DC-Lader müssen unbedingt in die Fläche kommen, sonst wird oder bleibt es schwierig in dem Sinne, dass man planen muss und möglicherweise seine Aktivitäten an den Lademöglichkeiten ausrichten muss, wenn es um mehr geht als nur das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz oder zum Einkaufen o.ä..
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Re: AC / DC

Misterdublex
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In der Fläche bedarf es in Städten insbesondere DC-Lader mit 20-50 kW. Dann wenn Fahrzeuge längere Zeit eh stehen, man den Akku aber nicht mit übermäßig „C“ belasten möchte.

Erübrigen würde sich das, wenn die Fahrzeughersteller standardmäßig 22 kW AC-Lader verbauen würden.

Alternativ in den Städten eigentlich an jedem Straßenschild 3,6-11 kW AC, um über Nacht laden zu können. Der Essener oder Dortmunder Ansatz gehen da in die Richtige Richtung:

Hohe Dichte an AC-Ladeinfrastruktur und in Dortmund insbesondere eine extrem hohe Ladeinfrastruktur mit zukünftig 4,6 kW AC an jeder Ecke (Ubitricity rollt dort sehr viele Laternenladepunkte aus).

Den Tankstellen-Ansatz finde ich beim E-Auto nicht so sinnvoll. Besser laden wenn eh gestanden wird.
E-Golf300-Fahrer als Familienerstwagen
smart Ed (451) als Pendelauto. Nachfolger für den Smart am 20.08.2020 bestellt: VW e-Up UNITED, unverbindliche Lieferung Q2/2021 - April

6,875 kWp PV-Anlage mit Bilanzpunktregler zur PV-Überschussladung.

Re: AC / DC

tm7
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Na gut - ich wollte sagen, dass man nicht notwendigerweise immer dann laden kann, wenn der Wagen länger steht.

Und für genau diesen Fall (und natürlich für Langstrecke) benötigt man Schnelllader, an denen man innerhalb von 15 oder 30 Minuten den Wagen aufladen kann. Also in einer Zeit, die man noch abwarten kann, ohne dass es nervig wird.

20-50 kW-Lader sind da nicht hilfreich, auch wenn die 50 kW für viele noch ausreichend sein könnten. Das gleiche gilt für die 22 kW-Lader - auch sie zählen im Endeffekt "nur" zu den Destinationladern.
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Re: AC / DC

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Nicht immer, aber oft genug eben. Wenn die Akkus ausreichend groß sind, muss es ja nicht jedes Mal klappen.

Ich lade zur Zeit eigentlich nur öffentlich, da es wegen einer Baustelle mühsam ist, an unser Haus zu kommen. Und es geht momentan gut. 75 Minuten am Montag Musikschule Sohn, 45 Minuten am Freitag Flötenunterricht Tochter, 75 Minuten am Donnerstag für den Ballettunterricht der Tochter, jeweils an 22 kW reicht schon für viele Kilometer aus. [Beim Ballett gäbe es sogar einen HPC, und ich könnte beim Kaufland oder Aldi mit Triple einkaufen.] Mit meinen näheren 7 kW lade ich so schon nebenbei 180 km Reichweite pro Woche. Für Nicht-Corona-Zeiten nicht ganz genug, aber ich muss hier nicht einmal suchen.
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Re: AC / DC

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Dort wo die Fahrzeuge länger als 60 Minuten stehen braucht es AC-Lader.
Dort wo die Fahrzeuge bis 20 bis 60 Minuten stehen DC-Lader.
Es gibt Orte wie Shopping Center wo dann gleich beides Sinn macht.

Unter 20 Minuten macht es kaum sinn einen DC Lader anzufahren resp. einen AC anzuhängen.

Wie Köln Bonner geschrieben: Es reicht meist aus, sich ausschliesslich mit AC-Lader zu vertun und braucht gar keinen DC Lader wenn man nicht Langstrecke fährt.
Mit meinem 30kWh Akku komme ich bestens zurecht mit AC und lade in 30 Minuten 30 Kilometer nach.

Ich finde AC sollte immer mind. 11kW zu verfügung stellen. 22kW halte ich für unnötig.
Aus meiner sicht macht es wenig Sinn wenn ein Polstar 2 sich an eine 50kW Säule stellt und genau so wenig wenn ein KIA eSoul sich an den 300kW Lader hängt. Beide blockieren eine nicht bedarfsgerechte Ladekapazität.
warten auf den nächsten i3?

Juli 2018-, BMW i3 94Ah-REx LCI, >47000km
REx Anteil: ~ 2210km

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1.5kWp PV > 4'700kWh

Juli 15 - August 18 KIA Soul EV, 42000km
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Re: AC / DC

tm7
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Das ist interessant - entgegen meiner Erfahrungen werden Destinationcharger als ausreichend angesehen (abgesehen von Langstrecke).

Wenn ich zur Arbeit fahre, stelle ich mich für 20 bis 30 Minuten an einen 50 kW Schnelllader oder an eine AC-Säule, je nachdem, was gerade frei ist.

Manchmal ist beides belegt, manchmal habe ich keine Zeit, um mich noch ums Laden zu kümmern. Und dann lade ich nach der Arbeit, 15 bis 20 Minuten an einer der 50 kW-Säulen, die im Braunschweiger Stadtgebiet verteilt sind, reichen aus.

Dass ich jenseits von der Arbeit (und zu Hause natürlich) das Auto länger stehen habe, kommt praktisch nicht vor. Deshalb bin ich zum externen Laden praktisch ausschließlich auf DC angewiesen. Und das dürfte auf alle zutreffen, die das Auto nicht nur zum Pendeln nutzen. Die Beschränkung auf DC-Ladern an Autobahnen reicht dafür einfach nicht aus.
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Re: AC / DC

kutscher_tom
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Misterdublex hat geschrieben:
Erübrigen würde sich das, wenn die Fahrzeughersteller standardmäßig 22 kW AC-Lader verbauen würden.

Genau das ist der Punkt. Für mich disqualifiziert sich jedes Fahrzeug automatisch, dass keine 22kW AC kann. CCS ist gut und schön aber halt auf die Dauer auch teuer, weil DC die kWh deutlich mehr kostet.
Meine ZOE und ich sind jetzt mit 22kW AC "laden wo es geht" schon 35.000 km weit gekommen. Die DC Lademöglichkeit hab ich nie vermisst. Und das sogar als Laternenparker ohne über Nacht Lademöglichkeit.

Re: AC / DC

TorstenW
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Moin,
kutscher_tom hat geschrieben:Für mich disqualifiziert sich jedes Fahrzeug automatisch, dass keine 22kW AC kann.
Na, dann hast Du ja jede Menge Auswahl....... ;)

CCS ist absolut nicht überflüssig, auch nicht, wenn man einen 22kW AC-Lader hat.
Mein Ioniq vFL lädt an DC mit maximal 70kW.
Also von 20 auf 80% in 15 Minuten. Bis 94% dauert es zwar nochmal 15 Minuten, aber auch das ist ein überschaubarer Zeitraum auf der Langstrecke.

Grüße
Torsten

Re: AC / DC

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Wie sehr hier Fahrer sich auf das eigene Fahrzeug und den damit verbunden Fahrprofil abstützen.
22kW maximale Ladeleistung kauft wohl keiner mehr der mehr als um das eigene Haus fahren will.
Auch ist die Ladeleistung selbst nicht ausschlaggebend, sondern die km/h die geladen werden kann. Da sollte es richtung =>400km/h sein. Wenn also der ZOE (oder die ZOE) dies mit 22kW schafft ist alles super gut.
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Re: AC / DC

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Für mich machen DC-Schnelllader in einer Stadt nur Sinn, wenn sie z. B. an einer Ausfallstraße stehen und leicht erreichbar sind. Die Braunschweiger Lösung ist m. E. völlig daneben, da die Triple in Wohngebieten, neben einem Hotel, am Bahnhof (!), in Tiefgaragen oder ähnlichen Destinationen stehen. Speziell die in Wohngebieten haben völlig verständlich zum Unmut der dortigen Bevölkerung geführt.

Ich bin Verfechter des breit gestreuten Destination Chargings mit AC. Am besten an jedem Parkplatz eine Steckdose mit Typ 2. Ob die dann 3, 11 oder 22 kW hat, ist mir erstmal egal. Wichtig ist mir die breite Streuung, auch um die Netze nicht punktuell so stark zu belasten. Solange es zu wenig Lastmanagement gibt, wären mir auch überall nur 3 kW recht. DC ist als Destination Charger viel zu teuer und unnötig.
Zoé Zen, 07/2013 bis 08/2020. 3/18: Akku-Upgrade auf 41 kWh bei km-Stand 99.500. Verkauft mit km-Stand 163.000.
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