2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

zoppotrump
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ubit hat geschrieben:
zoppotrump hat geschrieben: Also meinen Stromanbieter und auch meinen Mobilfunkanbieter zwingt niemand mir unrentabel Angebote zu machen. Das ist ein offener, privater Markt.
FALSCH!!!

Deinen Stromanbieter zwingt man zur Grundversorgung: Stromgrundversorgungsverordnung

Deinen Netzbetreiber zwingt man dazu jeden Haushalt anzuschließen:
Energiewirtschaftsgesetz § 18 Allgemeine Anschlusspflicht

Mit der Vergabe der 5G Netze geht eine Ausbauverpflichtung für 4G einher

Ciao, Udo
Häh? Das ist doch kein unrentables Angebot.
Im Gegenteil: Der Tarif zur Grundversorgung bei meinem Anbieter ist teurer als mein "freiwilliger" Tarif. D.h. der freie Markt ist für mich als Kunden billiger als der regulierte Tarif.
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

zoppotrump
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ubit hat geschrieben:
Deshalb ja wie im Stromnetz gedeckelte Gebühren für die Infrastruktur. Hätten ich doch schon gefühlt 100 Mal geschrieben. Diese Durchleitungsgebühr ist dann das Geschäftsmodell der Säulenbetreiber. Mit der Stromlieferung haben sie nichts mehr zu tun.
Halt analog zu den Netzentgelten für den Haushaltsstrom.

Ciao, Udo
Das ist aber nicht das heutige Geschäftsmodell. Heute verdienen sie am Stromverkauf. Das was Du forderst, wäre was völlig anderes zu heute. Das zu etablieren und umzudrehen, halt ich für unmöglich. Aber Du kannst es ja gerne probieren. Falls es klappt, gebe ich Dir einen Sekt aus. Versprochen!

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

ubit
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Der Grundversorger darf keine Kunden ablehnen z.B. wegen schlechter Schufa. Das kann durchaus extrem unrentabel sein...

Der Netzbetreiber muss Dir einen Anschluss bereitstellen und darf Dich nur für die letzten paar Meter zur Kasse bitten, auch wenn er selbst erstmal 10 km Tiefbau leisten muss.

Ciao, Udo
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

ubit
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zoppotrump hat geschrieben: Das ist aber nicht das heutige Geschäftsmodell. Heute verdienen sie am Stromverkauf. Das was Du forderst, wäre was völlig anderes zu heute. Das zu etablieren und umzudrehen, halt ich für unmöglich.
Das ist doch genau das was bei der Liberalisierung des Strommarktes auch passiert ist. Vorher betrieben die lokalen Versorger die Infrastruktur und lieferten den Strom. Ergebnis: Kein funktionierender Wettbewerb. Lösung: Trennung von Infrastruktur und Stromlieferung. Die Stadtwerke mussten ihre Netze verkaufen oder verpachten. Waren die Stadtwerke damals auch nicht glücklich drüber...

Das selbe bitte jetzt für die Ladesäulen. Geht natürlich nur mit "Zwang", also gesetzlicher Regelung. Das ist die Kernidee... Die technische Umsetzung ist dann das zweite Kapitel...

Ciao, Udo
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

zoppotrump
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ubit hat geschrieben: Der Grundversorger darf keine Kunden ablehnen z.B. wegen schlechter Schufa. Das kann durchaus extrem unrentabel sein...
Ein schlechter Schufa Eintrag ist nicht unrentabel. Der Preis ist so gestaltet ist, dass er nicht unrentabel ist.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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ubit hat geschrieben: Das ist doch genau das was bei der Liberalisierung des Strommarktes auch passiert ist. Vorher betrieben die lokalen Versorger die Infrastruktur und lieferten den Strom. Ergebnis: Kein funktionierender Wettbewerb. Lösung: Trennung von Infrastruktur und Stromlieferung. Die Stadtwerke mussten ihre Netze verkaufen oder verpachten. Waren die Stadtwerke damals auch nicht glücklich drüber...

Das selbe bitte jetzt für die Ladesäulen. Geht natürlich nur mit "Zwang", also gesetzlicher Regelung. Das ist die Kernidee... Die technische Umsetzung ist dann das zweite Kapitel...
Unterschied: Stromnetze sind ein natürliches Monopol. Ladesäulen nicht.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

ubit
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zoppotrump hat geschrieben: Ein schlechter Schufa Eintrag ist nicht unrentabel. Der Preis ist so gestaltet ist, dass er nicht unrentabel ist.
War ja auch nur ein Beispiel... Aber kein Geld vom Kunden bekommen ist unrentabel...

Ist aber auch egal, ging ja nur ums Prinzip.

Und natürlich sind Ladesäulen kein natürliches Monopol, aber wenn Stromlieferanten als Betreiber fungieren dürfen, dann haben sie einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Betreibern die den Strom nicht selbst erzeugen. Und alleine durch die historische Gebietsaufteilung der Stromversorger geschieht der Ausbau zumindest durch die Stromversorger meistens ziemlich regional begrenzt u.a weil die Versorger hier lokal ihre Techniker und Servicekräfte haben und das Netz kennen und wissen wo Ausbaureserven vorhanden sind. Das führt dann halt doch zu monopolähnlichen Situationen. Schaut Mal ins amtliche Ladesäulenverzeichnis. Die allermeisten Säulen dort haben als Betreiber den jeweiligen Grundversorger. Dresden die DREWAG. Leipzig die Stadtwerke Leipzig. Halle die lokale EVH. Usw. Die lokalen Stromversorger machen sich nicht in fremden Gefilden breit. Überregionale Säulenbetreiber sind fast ausschließlich "Freie" die den Strom teuer einkaufen müssen wie Tank&Rast etc.

Bisher hat offenbar der möglichst zügige Ausbau Vorrang vor dem Wettbewerbsrecht. Zumindest kann man teilweise diesen Eindruck gewinnen.

Ciao, Udo
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

enabler
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Mann-o-Mann, das ist ja wieder mal eine Diskussion hier.

Hier wird fleissig "schlechtes Konzept" mit "schlechter Umsetzung" vermischt.

* Eine Ladekarte (oder ein Ladevertrag) an sich ist nichts schlechtes. Die Apps, die Preisdarstellung oder -gestaltung sind hingegen zum Teil übel.
* Eine Direktbezahlmöglichkeit an sich ist nichts schlechtes. Schlechte mobile Webseiten mit Registrierungs"pflicht" sind übel und limitierten Zahlungsanbietern sind Mist.
* Typ 2 ist für AC perfekt. Aber die Verriegelungs- und Entriegelungsreihenfolge sind nicht intuituv.

Alle gemein: gutes Konzept, schlechte Umsetzung.

Aber (damit es noch ein wenig kontroversiell wird) stellt Euch nicht so an:
* Verschiedene Ladekarten-Tarife sind für verschiedene Kundensegmente. Wenn ich mich dafür entscheide, zwanzig Karten zu besitzen, um auch wirklich bei der hinterletzten AC11-Station laden zu können, dann nur zu. Aber bitte nicht wegen Unübersichtlichkeit beschweren - das wäre auch bei zwanzig SIM-Karten und überall anders der Fall
* Es wird keine EC- und KK-Terminals mehr geben. Punkt. Bei AC rentiert es sich einfach nicht und es gibt mehr und mehr moderne Alternativen (Apple Pay, Bluecode, etc.). Und wenn die Gemeinde-DC-Station von Bad Hubeldubel auf Anraten des lokalen Energieberaters und Besitzers des einzigen E-Autos in der Region das errichtet, dann nur zu. Aber nicht über absurde Beträge beschweren. Diese Bezahlmöglichkeiten fressen die letzten Reste der Marge weg.
* Ja, Typ 2-Stationen bedienen sich unterschiedlich (und abhängig der Vor-Ort-Situation) - in zentralen Lagen sind die Mennekes-Shutter super gegen Vandalismus. Aber setzen halt eine andere Bedienreihenfolge voraus wie einfache Wallboxen mit Klappe. Aber bitte: Wie bedient man ein Auto? Da sind die Knöpfe auch an verschiedenen Positionen angebracht und ich kenne dennoch keine Fahrschulen, die Opel-zu-Volkswagen-Umschulungen anbieten.

Entspannt Euch, die Situationen bessern sich, die Erfahrungen nehmen zu und die Software und die Geschäftsmodelle werden robuster.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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Apple Pay funktioniert über ein ganz normales kontaktloses Kreditkartenterminal. Und genau das sehe ich als die Lösung. Mit Schlitz wird sicher nicht mehr kommen, da in Kürze alle Zahlungskarten kontaktlos funktionieren.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

zoppotrump
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ubit hat geschrieben:
War ja auch nur ein Beispiel... Aber kein Geld vom Kunden bekommen ist unrentabel...

Ist aber auch egal, ging ja nur ums Prinzip.
Welches Prinzip soll das denn sein? Wenn Du Ladesäulenbetreiber dazu verdonnern willst an unrentablen Standorten oder unrentable Tarife anzubieten ist das per se unrentabel. Wenn Ladesäulenbetreiber oder Stromanbieter einen per se rentablen Tarif verkaufen und dann der Kunde seine Abonnement nicht bezahlt, ist das doch was völlig anderes. Das ist dann ein Zahlungsausfall. Das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun und kann immer passieren, hier wie dort.

Übrigens noch ein klarer Pluspunkt für die KK oder Apple Pay oder Paypal: Es kann keinen Zahlungsausfall beim Ladesäulenanbieter geben, weil das Clearing sofort gemacht wird über den Zahlungsdienstleister.
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