2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

150kW
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gekfsns hat geschrieben: Sollte sich der e-tron und der EQC wirklich verkaufen, wir werden garantiert in der nächsten Zeit viele ratlose Gesichter an den Ladesäulen sehen und dann auch günstige junge Gebrauchte, weil sie gefrustet die Kiste einfach nur noch los werden wollen.
Gerade Audi und Mercedes haben doch ihre eigenen Lade-Dienste. Also eine Karte für x-tausend Säulen in Europa. Im Falle von Mercedes auch ins Auto eingebaut (freischaltung über das Auto Menü System).
Also zumindest das Thema x-RFID Karten hat man da nicht, wenn man will.
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

zoppotrump
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Nachbars Lumpi hat geschrieben:
Und welcher Preis soll an der Säule stehen? Der für Spontanzugang?
Ja, natürlich. Geht an Tankstellen ja auch.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

ubit
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Nachbars Lumpi hat geschrieben: Es zwingt euch keiner mit dem Elektroauto zu fahren. Wechselt zurück auf den Verbrenner, wenn euch 2 Minuten Recherche zu viel ist.
Mal zu den 2 Minuten:

Preistransparenz bedeutet das man schnell und einfach alle verfügbaren Tarife ermitteln und sie einfach vergleichen kann.

Ich habe bisher keine Möglichkeit gefunden mir einen Überblick über ALLE Tarife zu verschaffen. Es ist daher praktisch kaum möglich sich einen wirklichen Marktüberblick zu verschaffen. Praktisch jeder lokale Stromversorger hat eigene Angebote, dazu kommen die überregionalen Angebote. Das ist unübersichtlich.

Auf https://www.chargeprice.app/ sind immerhin viele Anbieter/Tarife erfasst. Die kann man dann ja mal durchgehen. Eine "bessere" Liste habe ich bisher nicht gefunden. Auf chargeprice muss man aber erstmal kommen...

Also geht man die dort gelisteten Tarife durch. Das dauert mehrere Stunden!. Und bei jedem Anbieter muss man prüfen:

1. Ist der Anbieter für mich überhaupt interessant? Gibt es Ladesäulen die für mich in Frage kommen die ich mit diesem Tarif nutzen kann?
Am "Namen" kann ich ja vorher nicht erkennen das es sich z.B. einen Tarif handelt der nur in Österreich sinnvoll ist. Also erstmal lesen...

2. Teilweise bieten die Anbieter unterschiedliche Tarife an. Mit Grundgebühr, ohne Grundgebühr, Sonderkonditionen wenn man den Haushaltsstrom auch dort bucht. Also wieder erstmal lesen, Fußnoten beachten, ggf. AGB lesen und verstehen....

3. Aktuell "dürfen" Tarife in Deutschland noch 4 Komponenten enthalten: Grundgebühr, Preis/kWh, Zeittakt und Transaktionsgebühr. Es gibt aber auch noch andere Tarife. Reinen Zeittakt gibt es immer noch. Oder so "lustige" Sachen wie "BEW Lokalstrom mobil" mit einer "Flatrate bis 15 kWh" für 4,99 €, 29,99 ct/kW für 16-50 kWh, 27,99 ct/kWh für 51-250 kWh, 24,99 ct/kWh für mehr als 250 kWh pro Quartal. Und 5% Rabatt wenn man dort Haushaltsstromkunde ist.

Etliche der Tarife machen es unmöglich vorab Preise zu ermitteln ohne eine App installieren zu müssen und sich dort zu registrieren: TankeE, Plugsurfing.

Auf meinem aktuellen Handy funktionieren immerhin alle Apps die ich bisher getestet habe - das ist aber keine Selbstverständlichkeit. Ich kaufe nicht jedes Jahr ein neues Handy und insbesondere bei Android kann es schon bei einem 3-4 Jahre alten Handy sein das aktuelle Apps nicht mehr laufen weil das Betriebssystem des Handys zu alt ist.

Einige Ladekarten bieten gar keinen "konstanten" Preis weil der Preis von der gewählten Ladesäule abhängt. Man muss sich in diesen Tarifen also immer informieren: Geht die geplante Ladesäule überhaupt mit dem Tarif? Von welchem Partner wird sie betrieben und zu welchen Kosten?

Wenn man dann tatsächlich eine passende Ladesäulen/Kartenkombination gefunden hat, dann erhält man häufig nicht mal sofort eine vernünftige Rechnung... Die kommt dann irgendwann später. Sofortige Prüfung ob alles korrekt abgerechnet wurde: Fehlanzeige.

Durch die vielen Preismodelle ist eine faire Vergleichbarkeit der Preise nicht gegeben. Im Prinzip muss man für jeden Ladevorgang abschätzen wie lange man laden möchte, wieviel Strom das Auto wohl tatsächlich zieht (teilweise ja abhängig von z.B. der Akkutemperatur), wie der SOC des Akkus ist usw.

Natürlich KANN man sich auf die einfachen Tarife beschränken. Wenn man sich aber heute "einfach so" ein e-Auto kauft, dann weiß man nicht welche Tarife "einfach" sind. Man muss sich wieder erst informieren und stößt dann immerhin relativ schnell auf eine handvoll "einfacher" Ladekarten, kann sich aber nicht sicher sein ob das wirklich die beste/kostengünstigste Lösung für den eigenen Bedarf ist.

ESL ist ja wohl gerade deshalb so beliebt weil es wirklich einfach funktioniert und günstig ist. Allerdings gehe ich davon aus das Maingau damit dicke rote Zahlen schreibt - das ist kein Tarifmodell welches dauerhaft Bestand haben kann. Wenn ich Pech habe ändern die nächsten Monat die Preise und ich darf mit der Suche nach "meiner Ladekarte" wieder von vorne anfangen... Wobei ich aktuell keine wirkliche Alternative zum Maingau Preismodell mit ähnlich großer Abdeckung und vergleichbaren Preisen finde - insbesondere wenn man sonst nur zu Hause lädt, womit sich alle Tarife mit Grundgebühr schon mal als unwirtschaftlich ausschließen.

Also zu den 2 Minuten: Das ist eine völlig unrealistische Abschätzung des Aufwands. Die Wahl einer oder mehrerer Ladekarten die zum eigenen Ladeprofil passen und dazu noch den für mich günstigsten Preis bieten dauert STUNDEN. Und leider ist es auch kein einmaliger Aufwand, denn die Tarife ändern sich relativ häufig und dann darf man erneut suchen/bewerten/auswählen.

Ciao, Udo
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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Zusätzlich:
- Hat die Ladesäule überhaupt einen RFID Lesegerät?
- Akzeptiert der Anbieter überhaupt meine Karte?
- Läuft die App bei mir denn? Bei mir im Übrigen schon nicht mehr alle!

Also einfach geht anders, mit mal "nur" schnell 2 Minuten Recherche ist es oft leider nicht getan.
Geht alles, aber für viele ist dieses Durcheinander nicht vermittelbar und bleiben lieber bei ihrem Diesel...falls sie morgen ganz plötzlich und überraschend quer durch die Republik fahren müssen.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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Eigentlich könnte alles so einfach sein. Das einzige was wir bräuchten wäre eine europaweite Roaming- bzw. Durchleitungsverpflichtung für alle (öffentlichen) Ladesäulenbetreiber. Dann könntest du mit einem einzigen Anbieter überall laden. Ohne recherchieren zu müssen, ob und zu welchem Tarif du an dieser Station mit welchem Anbieter arbeiten kannst.

Was das dann für ein Anbieter wäre und welche Tarife er anbietet, kann ja weiterhin individuell bleiben. Der eine rechnet vielleicht gerne über seinen Hausstromversorger per kWh ab, der andere über die Flatrate des Firmenflotten-Dienstleisters, wieder ein anderer über die Session-Fee seines Fahrzeugherstellers. Aber halt immer und überall gleich.
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

Ungard
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Gibt es bei Benzin ja schon nicht...
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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Beim Haushaltsstrom dafür schon - zumindest bundesweit.
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

Ungard
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Ist ja nicht schwer, mein Haus steht ja nicht heute in München und morgen in Hamburg und am Wochenende in Mailand...
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

solardaddy
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Naturfreund68 hat geschrieben: Verstehst Du es nicht? Der mit dem Haus oder der Eigentumswohnung kann daheim laden für kleines Geld und der mit dem chinesischen Billig E-Auto im Wohnblock muss den teueren Strom an der öfftl. Station tanken. Kommt das jetzt an?
Nö, nicht ganz angekommen.... Dann man muss nicht, man kann. Man kann auch bei Aldi, Kaufmarkt, Lidl, Globus und Co. kostenlos Strom bekommen. Noch. Hoffentlich noch lange. Nach meiner Erfahrung wird dieses Angebot stark genutzt. "Bezahlsäulen" sind dagegen meist ziemlich wenig genutzt. Nicht ganz: denn mit der maingau Karte bekomme ich selbst dort den Strom etwas billiger als zu Hause. Wer schrieb da was von "teurem Strom an der öffentlichen Station"? Ich halte das für ein Gerücht, das von Leuten in die Welt gesetzt wird, die es nicht drauf haben mit dem Strom tanken. Nu bloss keinen shitstorm: die meisten können das und beklagen sich gar nicht.
Ist aber nur meine unmaßgebliche Beobachtung. Kostenlosen Diesel oder Benzinsprit habe ich dagegen noch nirgends gefunden.

Die Elektroautofahrer sind nicht so dumm, wie hier manchmal dargestellt. Oder anders ausgedrückt: Mit Ladesäulenchaos, kaputten und zugeparkten Ladesäulen, Ladekartenvielfalt und undurchsichtigen Preisen kommen die schon zurecht. Nach relativ kurzer Eingewöhnungszeit. Was wirklich nervt, sind die langen Lieferzeiten der E-Autos. Gut, dass da der Konkurrenzkampf bzw. der Wettbewerb jetzt endlich in Gang kommt. Wir haben über 30 Jahre darauf gehofft.

Und wer es immer noch nicht begriffen hat: Um schnell und unkompliziert die Preise und Zugangsmöglichkeiten für Ladesäulen per Internet abzufragen, geht man in die browser-Seite "plugchecker.com" bzw. chargeprice. Da jat man alle Infos: also welche Karte und welcher Preis. Besser gehts doch nicht.

Ach und nochwas: Ich fahr elektrisch, weil ich vom Diesel die Nase voll habe. Und ich tanke lieber Strom, weil mich die Preispolitik der Spritsäulen ärgert. Immer muss ich per App die günstigsten Preise suchen, und dann ändern die sich noch im 10 Minuten Takt. Wer blickt da noch durch. Nie wieder Sprit tanken. Ist mir sowieso zu teuer. Dann lieber Strom, vorzugsweise den artgerechten Solarstrom zu Hause. Ziemlich direkt vom Panel ins Auto. Besser gehts nicht. Wenn ich könnte, würd ich noch Solarpanels aufs neue E-Auto montieren. Habe mit sowas ja schon 1985 angefangen und etwas Erfahrung. Komme aber nicht ins Hochvoltsystem rein ohne Garantieverlust, und das ärgert mich.

Gruss, Roland (eigene 5 kW Photovoltaikanlage seit August 2000)
Alle wollen, dass sich was ändert. Aber ändern will sich keiner.
City-EL 1990, Hotzenblitz 1995, Daum-Pedelec, Peugeot-Partner 2018

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

ubit
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Und schon ist es passiert: ESL hat neue Preise. Jetzt 0,35€/kWh bzw. für Maingau Kunden 0,25€/kWh. Ab 1.August, also mit nur 1,5 Wochen Vorlauf.
Und plötzlich werden andere Tarife möglicherweise wieder interessanter - man "darf" also neu Recherchieren....

Ciao, Udo
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