Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

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rsiemens
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hallo in die virtuelle Runde,

hatte heute ein intensives Gespräch mit unseren lokalen Stadtwerken gehabt.
Da ist großes Interesse, die E-Mobilität zu unterstützen und im Stadtgebiet mehrere Ladesäulen aufzubauen.
Es sollen mehrere 22kW AC Säulen, und einige 50kW Tripple Charger kommen.
Die Authentifizierung soll per App und per Karte möglich sein, wobei in der Anfangszeit die Nutzung wohl kostenlos sein dürfte.
Dabei ist die Frage nach empfehlenswerter Hardware gefallen und optimalen dem Ladeverbund gekommen.
Wichtig dabei ist:
die Stadtwerke werden die Ladestationen selbst betreiben und - falls nötig - entstören.
Der Hardware-Lieferant soll vor allem die Software up to date halten.

1. Für 50kW Tripple habe ich ABB empfohlen. Diese sind weit verbreitet und scheinen relativ zuverlässig zu sein
2. Für die 22kW konnte ich keine Hersteller-Empfehlung abgeben da ich die nicht kenne.
3. Als Ladeverbund habe ich Ladenetz empfohlen

Was würden die Experten empfehlen?
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Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

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Vor allem darauf achten das die Säulen dem Eichrecht entsprechen, jetzt noch neue Säulen aufstellen die nicht eichrechtskonform sind wäre grob fahrlässig.
Von Privat abzugeben: Peugeot iOn 2012, 42000 km, Ganzjahresreifen, 6000€, Kontakt bitte per PN

Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

rsiemens
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drilling hat geschrieben: Vor allem darauf achten das die Säulen dem Eichrecht entsprechen, jetzt noch neue Säulen aufstellen die nicht eichrechtskonform sind wäre grob fahrlässig.
Ja, stimmt!
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Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

geko
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50 kW halte ich nicht mehr für empfehlenswert, besser auf HPC setzen. Bei AC gibt es zig sehr gute Anbieter. Ich gehe davon aus, dass die Stadtwerke das doch ohnehin ausschreiben werden (wenn nicht gar müssen). Am besten sie binden professionelle Hilfe ein, um korrekt zu investieren. Gerade die Wahl des Backendes (inkl. Roamingoptionen) sollte gut überlegt werden.

Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

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DC 50 kW + AC 2x 22 kW von einem Hersteller, mit Baumusterzertifikat für das Eichrecht, da bleibt aktuell eigentlich nur einer: EBG compleo in Dortmund (früher Lünen).

Die sind auch öfter im Ladenetz angebunden, das ja schon angesprochen war für ein Stadtwerk als Vorschlag. Und zusätzlich kann mit dieser Lösung auch Giro-e unterstützt werden, das Laden per kontaktloser Girokarte.

Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

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geko hat geschrieben: 50 kW halte ich nicht mehr für empfehlenswert, besser auf HPC setzen.
Das so zu empfehlen ohne zu wissen wo sie hinkommen halte ich für falsch.
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, 2021 EQC, ID.4x, iX3...
Mitglied bei Electrify-BW e.V. https://electrify-bw.de/

Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

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Moin!

Bei AC würde ich mal Mennekes als führenden Anbieter sehen. Deren Säulen dürften vielleicht nicht zu den billigsten zählen, sind dafür aber langlebig.

Bei DC sollte man den Standort und die mögliche Anschlussleistung abwägen. Preislich scheinen die VeeFil ganz gut zu sein. Stehen nicht umsonst in HH an jeder Ecke. Sonst hört man viel gutes von Hypercharger.
Ich meine das der eWald beide Marken vertreibt. Vielleicht in diese Richtung mal Kontakt herstellen mit dem Stadtwerk.
Gruß Ingo

Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

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Als erstes sollten sie Standorte so gewählt sein, dass sie dort sind, wo Fahrer regelmäßig parken. Rathaus also eher weniger, sondern eher am Supermarkt oder auf dem Parkplatz am Rand der Fußgängerzone.

Die Ladeleistung sollte auf die voraussichtliche Standzeit abgestimmt sein. Wo die Fahrer vor allem über Nacht parken, lieber mehr Ladepunkte mit niedriger Leistung anbieten (3,6 kW). Für eine Parkzeit von einer halben bis ganzen Stunde passen 50-kW-Triple-Charger. Falls DC-Lader mit 20 kW günstig zu bekommen sind, haben diese eine Berechtigung an Standorten, an denen 2-3 Stunden geparkt wird, da die meisten Elektroautos AC nicht mit 22 kW verarbeiten können.

Einen HPC-Charger würde ich momentan nur neben einer Autobahnabfahrt platzieren, und nur, wenn es dort viel Fernverkehr gibt. Ansonsten sollte man die Investitionssumme besser verteilen. Im einigen Jahren ergeben solche Ladepunkte eventuell auch in der Stadt als "Tankstelle" Sinn.

Ansonsten lieber mehrere Ladepunkte nebeneinander an etwas weniger Standorten, sobald so viele Standorte vorhanden sind, dass die wichtigsten Destinationen abgedeckt sind.

Und die Ladepunkte möglichst gut gegen Zuparken durch Verbrenner sichern. Das heißt, dass die Ladesäule nicht neben die attraktivsten Stellplätze eines Parkplatz gestellt werden sollten, sondern etwas weiter weg bin Eingang. Außerdem deutlich markiert und rechtssicher beschildert. Mit dem Ordnungsamt zusammen arbeiten und Knöllchen verteilen an Verbrenner und nicht-ladende Elektroautos. Mit der Polizei zusammenarbeiten, so dass bei Bedarf schnell abgeschleppt wird.

Zum Tarif würde ich eine Kombination aus kWh und Minuten vorschlagen. Pro kWh knapp über Einkaufspreis (vielleicht 20 Cent). Dazu dann je nach Ladegeschwindigkeit ein Minutenpreis, um die Investitionskosten zu decken (bei 50 kW vielleicht 15 Cent, bei 22 kW AC vielleicht 3 Cent). Das ist meiner Meinung nach ein guter Kompromiss für schnell und langsam ladende Fahrzeuge.

Zum Verbund finde ich Ladenetz als Nutzer persönlich nicht so optimal, aber Stadtwerke scheinen das zu lieben.

Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

Misterdublex
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Für AC empfehle ich die Ladesäulen von Innogy. Eichrechtskonform und sehr robust.
DC würde ich ABB empfehlen, ebenso robust. Ladeleistung sollte innerorts so 20 kW sein.

Insgesamt Einbindung in Innogy-e-Roaming oder Ladenetz, da breite Tarifauswahl für die Nutzer möglich.
E-Golf300-Fahrer als Familienerstwagen
smart Ed (451) als Pendelauto

6,875 kWp PV-Anlage mit Bilanzpunktregler zur PV-Überschussladung.

Re: Welche Ladestationen-Hersteller sind für Kommunen empfehlenswert?

geko
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Noch ein paar Hinweise:
0. Projektverantwortliche Mitarbeiterin (gern auch männlich oder divers) benennen, die das Thema strategisch und kommerziell treibt.
1. AC ist „Destination Charging“ - daher an Destinationen wie Parkplätzen (P&R), Einkaufszentren, Kinos, Rathaus, SW-Kundencenter usw. platzieren. - Einschränkung der Ladedauer auf 4-5h werktags kann Sinn machen, nachts nicht praktikabel.
2. Für AC gibt es zig zuverlässige und erprobte Hardware-Anbieter. Welcher konkret Sinn macht, hängt von konkreten Anforderungen der Stadtwerke bzw. Kommune ab. Anforderungen sammeln, dann priorisieren, dann ausschreiben bzw. freie Angebote einholen.
3. B2B-Tarife für Wiederverkäufer früh rechnen für das Roaming-Geschäft. Anbindung an Backend-/Roamingplattform gut überlegen und Kriterienkatalog erstellen (sate of the art!). Ladenetz kommt aufgrund der schlechten Software-Plattform und in die Jahre gekommener Architektur (und einiger anderer Gründe) eigentlich nicht mehr in Frage. Chargecloud, Hubject, Stromnetz Hamburg, has.to.be sollten evaluiert werden.
4. DC: Usecase klar machen (Analoge mehr beim „Tanken“ als beim AC-Laden). Ist-Verbreitung von BEV sollte nicht Hauptkriterium sein, sondern künftige Verbreitung. Hier werden Kfz mit hohen Ladeleistungen in den Markt kommen, siehe Model 3 von Tesla. Die 50 kW-Generation ist tot und nur für Abwärtskompatibilität interessant. Zu HPC: Prüfen, ob eine - auffällige! - HPC-Lade Plaza Sinn macht. Das kann zeitgleich auch eine Art Showroom für interessierte Bürger werden. Lieber 2 HPC-Charger inkl. guter Inszenierung als 4 50 kW-Lader verstreut über Hinterhöfe von städt. Liegenschaften.
5. Eigener Betrieb vs. Pachtmodell: Wollen die SW sicher selbst DC-Betreiber sein oder nicht doch einem Anbieter ein Pachtmodell vorschlagen? Bei verkehrsgünstiger Lage sind Allego, Fastned und Ionity gute Ansprechpartner für ein Pachtmodell - ggf. Tesla in Ergänzung.
6. Emotionalität aus dem Thema nehmen und objektiv entscheiden. Meinung von first movern einholen, sie jedoch nicht zur Entscheidungsgrundlage machen.
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