Wo werden die Ladepreise hin gehen?

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Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

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Jake1865 hat geschrieben:Mal umgekehrt gedacht.
Wenn mal alle 45.000.000 PKW in D elektrifiziert sind werden ca. 115 TWh Energie benötigt.
Wenn nur 5% dieser Energie öffentlich geladen wird, dann sind das bei 0,10€ /kWh Gewinn = 575 Milliarden Euro jährlich.

Gruß Jake
Ich glaube es wird deutlich mehr als 5% werden. Ich denke da nur an die ganzen Laternenparker, die keinen eigenen Stellplatz mit Stromanschluss haben. Und auf Langstrecke, wird auch zu 99% öffentlich geladen werden.

Wenn der Schnitt von 10 Fahrzeugen je öffentlicher Säule beibehalten wird, brauchen wir dann 4,5 Millionen Säulen :shock: Da haben die Betreiber aber noch so einiges zu tun. Aber ich denke das wird nicht vor 2040 nötig sein.
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Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

hgerhauser
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Priusfahrer hat geschrieben: Ich denke da nur an die ganzen Laternenparker, die keinen eigenen Stellplatz mit Stromanschluss haben.
Wenn jeder ein Elektroauto hat, kann auch an jeden Parkplatz eine bessere Steckdose, das kostet fast nichts, der Stellplatz selber ist deutlich teurer, ganz besonders in der Stadt.

Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

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hgerhauser hat geschrieben:Wenn jeder ein Elektroauto hat, kann auch an jeden Parkplatz eine bessere Steckdose, das kostet fast nichts, der Stellplatz selber ist deutlich teurer, ganz besonders in der Stadt.
Ich parke jeden Tag wo anders. Je nach dem wo gerade eine Lücke frei ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass an allen Straßen in Wohngebieten aller 10m eine Ladesäule stehen wird. Und selbst wenn, dann wären das auch öffentliche Ladesäulen.
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Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

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Und gerade für die Laternenparker ist der Tarif gar nicht so uninteressant.

Das KBA sagt: 13.257km im Schnitt pro Jahr. Sagen wir 18kWh/100km, macht 2386kWh, also 200kWh pro Monat.

Da lohnt sich also der Vielfahrer-Tarif, also 200*0,29+4,95 EUR, das sind 0,31ct pro kWh. Ohne Zeitkomponente. Ein TRAUM für Laternenparker, die sich auch die Anschaffung einer Wallbox sparen.
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Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

ubit
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acurus hat geschrieben:Und gerade für die Laternenparker ist der Tarif gar nicht so uninteressant.
Jo - aber für alle Anderen ist der Tarif halt Mist ;-) Und der Preis gilt ja auch nur dann wenn man "langsam" mit AC lädt - also typischerweise dann wenn die Ladesäule in direkter Nähe zur Wohnung liegt und man z.B. über Nacht lädt.

Grundgebühren sind generell schlecht. Ich zahle ja auch keine Grundgebühr damit ich an der Tankstelle um die Ecke tanken darf. Außerdem ist so eine Grundgebühr im Hinblick auf den Energieverbrauch negativ zu bewerten: Je mehr man verbraucht, desto billiger wird die kWh.

Zeitabhängige "Standgebühren" (also Zusatz zum kWh-Preis) sind ok wenn sie den ortsüblichen Parkgebühren entsprechen. Wenn ich in ein Parkhaus fahre zahle ich halt den normalen Tarif und finde dann dort eine Ladesäule an der rein nach kWh abgerechnet wird. Bei städtischen Parkplätzen die am WE oder nachts kostenfrei sind müssen Ladesäulen "draußen" das auch berücksichtigen.

Aktuelle Sonderangebote und kostenlose Ladesäulen sind auch schlecht für die e-Mobilität insgesamt. Natürlich werden die Leute bevorzugt solche Säulen nutzen - schlecht für die Auslastung kostenpflichtiger Säulen.

Langfristig müssen die Preise an "langsamen" Ladepunkten gleichauf mit dem Haushaltsstrom liegen. Im Idealfall auch abgerechnet über den privaten Stromanbieter bei dem man eh einen Vertrag hat. Ganz ideal identifiziert sich das Auto an der Säule. Zugang zum Ladestrom und Abrechnung erfolgen ganz automatisch. Start und Ende der Ladung steuert man vom Auto aus (oder vom mit dem Fahrzeug verbundenen Smartphone). Das würde auch die Säulen billiger machen: Man bräuchte keine Displays und keine Bedienelemente. Dafür bräuchten wir dringend einen verpflichtenden Standard an den sich alle Autohersteller zu halten haben. Technisch wäre das ja mit CCS schon möglich wenn ich das richtig verstanden habe. Vorteil bei dieser Vorgehensweise: Für den Nutzer funktionieren alle Ladesäulen "gleich" - da das Benutzerinterface halt im Auto ist und nicht an der Säule.

Schnellladesäulen an den Langstrecken - also bevorzugt auf Autobahnparkplätzen - können wie vom Verbrenner gewohnt etwas teurer sein. Mehr als 25% Aufpreis sollte das aber nicht kosten.

Ciao, Udo
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Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

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ubit hat geschrieben:Langfristig müssen die Preise an "langsamen" Ladepunkten gleichauf mit dem Haushaltsstrom liegen.

[...]

Schnellladesäulen an den Langstrecken - also bevorzugt auf Autobahnparkplätzen - können wie vom Verbrenner gewohnt etwas teurer sein. Mehr als 25% Aufpreis sollte das aber nicht kosten.
Und genau in der Preis-Range liegt der Tarif.

an AC: mit der Grundgebühr und 2 mal Laden im Monat eh, und auch in der Variante ohne Grundgebühr. Die Kosten der eigenen Infrastruktur eingerechnet liegt man zwischen 35-40 ct/kWh.

an DC: 29 ct bzw 39 ct + 25% sind 36 bzw. 49 ct.

Passt doch.

Und dazu nochmals: es gibt ja auch durchaus noch Alternativen. Aber für "ich weiss genau was mich erwartet, und es wird pro kWh abgerechnet" find ich das echt jetzt nicht "wucher".
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Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

ubit
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acurus hat geschrieben:an AC: mit der Grundgebühr und 2 mal Laden im Monat eh, und auch in der Variante ohne Grundgebühr. Die Kosten der eigenen Infrastruktur eingerechnet liegt man zwischen 35-40 ct/kWh.
AC Wallbox ab 500-600 €. Das Ding sollte privat ziemlich lange halten. 10 Jahre mindestens - eher länger. 2500 kWh im Jahr. Macht pro kWh ein Aufpreis von gut 2 Cent. Also bei 26 Cent Stromkosten eher 28 Cent pro kWh.
Dazu kommen ggf. noch Installationskosten - die reichen aber für einen noch längeren Zeitraum - da wird man in den nächsten 30 Jahren nicht ran müssen. Kommt dann vielleicht nochmal 1 Cent drauf wenn man das umlegt.

Zu Hause muss man in der Regel nicht schnell laden. Also braucht man auch keine teure Infrastruktur.

Ciao, Udo
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Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

Schüddi
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Ziemlich viele Meinungen, danke.
Ich kann mich im Moment einfach nicht zu einem BEV durch ringen weil die Preisentwicklung recht stramm noch oben geht. Selbst ein Hybrid rechnet sich bald nicht mehr. Und ja ich versuche eine Lösung zu finden die sowohl ideologisch (ökologisch) gedacht ist als auch wirtschaftlich da ich als Außendienstler viel fahre.
Ich habe die Möglichkeit viel ausserhalb zu laden aber wenn es sich nicht rechnet bringt mir das auch nichts.
Jake1865 hat geschrieben: Wenn es mal viele E-Autos gibt, kann der Verkaufspreis deutlich unter 30 Cent/kWh liegen.
Es kommt auch auf den EK an und da hat derjenige Vorteile, der viel Strom kauft und verkauft.
tstr hat geschrieben:Genau in dem Bereich zwischen 15-25ct/kWh erwarte auch ich langfristig die Preise.
Richtig. KANN!. Aktuell bewegen wir uns aber auf das doppelte zu bzw. Sind schon dort. Und ich glaube einfach nicht daran das die Preise wieder halbiert werden wenn sich die deutschen erst mal daran gewöhnt haben. Das ist noch nie irgendwo passiert. Nicht beim Benzin, nicht beim Strom, nicht bei Lebensmitteln oder gar Fahrzeugen. Warum also ausgerechnet erstmalig in der Geschichte beim Ladestrom?
ubit hat geschrieben: Ich denke wenn sich die e-Mobilität langfristig durchsetzen soll MÜSSEN die Preise an öffentlichen Ladesäulen gleichauf mit dem heimischen Laden sein. Ansonsten hätten "Laternenparker" einen deutlichen Kostennachteil - und das wird man "dem Volk" kaum vermitteln können.
Ganz genau meine Meinung. Da würde auch mir die Entscheidung PRO BEV sehr viel leichter fallen trotz Mehrkosten fürs Fahrzeug.
Kurzschluss hat geschrieben:Ich denke, es wird mit immer größer werdendem Markt und bei einer Unzahl von Stadtwerken / Anbietern in Dautschland immer wieder neue Angebote geben, mit denen man eine begrenzte Zeit im Roaming sehr günstig laden kann. Siehe Maingau, EnBW, Telekom. Auf die Dauer aber auch anstrengend, alle paar Monate neue Verträge einzugehen. Das möchte ich auf Dauer nicht. Zudem hat Deutschland in Europa die (zweit?) höchsten Strompreise, das macht es nicht einfacher!
Ja besonders für den 08/15 Bürger, der einfach nur fahren will und sich nicht täglich mit seinem Autowagen auseinander setzen will ist das ein Problem.
Kurzschluss hat geschrieben: Wenn unser Staat erst unter den Mindereinnahmen durch die Mineralölsteuer "leidet", kommt garantiert eine Stromladesteuer. Vielleicht werden die Elektronen rot gefärbt wie beim Heizöl gegenüber Diesel. Langfristig garantiert teurer!
Auch das habe ich tief im Hinterkopf. Der Staat wird sich keine mögliche Einnahme entgehen lassen.

Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

Helfried
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Schüddi hat geschrieben:Und ich glaube einfach nicht daran das die Preise wieder halbiert werden wenn sich die deutschen erst mal daran gewöhnt haben. Das ist noch nie irgendwo passiert. Nicht beim Benzin, nicht beim Strom, nicht bei Lebensmitteln oder gar Fahrzeugen. Warum also ausgerechnet erstmalig in der Geschichte beim Ladestrom?
Strom tanken gleicht eher der Telefonie. Als das Telefonnetz, die Sendemasten, endlich flächendeckend fertig fertig verteilt waren, gingen die Kosten für die Gespräche, das Internet und die Geräte selber auf nahezu Null.

Re: Wo werden die Ladepreise hin gehen?

Schüddi
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Helfried hat geschrieben:
Schüddi hat geschrieben:Und ich glaube einfach nicht daran das die Preise wieder halbiert werden wenn sich die deutschen erst mal daran gewöhnt haben. Das ist noch nie irgendwo passiert. Nicht beim Benzin, nicht beim Strom, nicht bei Lebensmitteln oder gar Fahrzeugen. Warum also ausgerechnet erstmalig in der Geschichte beim Ladestrom?
Strom tanken gleicht eher der Telefonie. Als das Telefonnetz, die Sendemasten, endlich flächendeckend fertig fertig verteilt waren, gingen die Kosten für die Gespräche, das Internet und die Geräte selber auf nahezu Null.
Also antizyklisch. Die Strompreise steigen und die Ladepreise wo man schön Gewinne einfahren kann oder eine Steuer aufsetzen sinkt? Gefällt mir, der Gedanke! Aber ist er auch realistisch? Schließlich haben wir bereits ein ausgebautes Stromnetz.
Und warum ist Strom tanken eher wie Telefonie und nicht eher wie Kraftstoff tanken oder eben Strom nutzen?
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