Ionity - Allgemeine Diskussion

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Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

ubit
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150kW hat geschrieben: Ladesäulen sind nun mal viel unterschiedlicher als Tankstellen. Ich wüsste daher nicht warum der Preis überall annähernd gleich sein sollte. Eine Ladestation mit 6 350kW Säulen und Mittelspannungstrafo MUSS teuer sein als eine einzelne 50kW Säule direkt an der Niederspannung. Klar kann sich das per Quersubventionierung wieder etwas angleichen, aber ich denke größere Preisunterschiede beim Ad hoc laden werden Normalität.
Für den Kunden sind die Dinger alle gleich - nur unterschieden nach der Ladeleistung bzw. dem Anschluss AC/DC. Die Komplexität dahinter ist den Nutzern sicherlich egal. Und 6x350 kW haben halt auch das Potential für deutlich höhere Umsätze als eine einzelne 50 kW-Säule - spätestens wenn es endlich Autos gibt die auch wirklich so schnell laden können. Auch hier hängt es halt wieder an der geringen Auslastung. Momentan sind 6x350 kW völlig überflüssig. Niemand kann das wirklich ausnutzen - und es laden eh weniger als eine handvoll Autos pro Tag dort.

Natürlich ist das - wie eigentlich die gesamte Infrastruktur - eine Investition in die e-mobile Zukunft. Daraus folgt aber eben auch das es aktuell überhaupt nicht sinnvoll ist damit Geld verdienen zu wollen. Wenn es endlich genug e-Autos auf der Straße gibt um eine sinnvolle Auslastung zu erreichen sind die aktuell aufgestellten 350kW-Säulen eh technisch veraltet oder müssen mindestens mit Plug&Charge nachgerüstet werden (was aktuell die wenigsten Säulen können dürften) oder die Autos brauchen dann 1200 Volt oder... oder... oder...

Und es gibt auch Möglichkeiten "schnelle Ladesäulen" mit geringer Netzlast zu betreiben und damit z.B. die Kosten für die Netzertüchtigung etc. zu minimieren. Es gibt da reichlich Experimente und VW hat z.B. in Wolfsburg viele "Akku-Ladesäulen" aufgestellt die den Strom langsam aus dem Netz ziehen, damit einen Akku laden und daraus dann die Leistung für CCS zur Verfügung stellen. Wenn der Akku leer ist kann man halt nicht mehr "schnell" laden - dann zeigt das Lichtband an der Station auch "rot". Andere Ansätze setzen auf andere Speicherkonzepte oder z.B. auf direkte Anbindung von PV oder Windkraft - da braucht man im Idealfall gar keinen Netzbetreiber wenn man das noch mit einem Speicher kombiniert oder halt bei Flaute drosseln würde (was in D durch die gesetzlichen Auflagen kaum sinnvoll/wirtschaftlich machbar ist).

Was Ionity momentan macht ist: Eine Infrastruktur zu bauen die teuer ist und die noch Niemand wirklich sinnvoll nutzen kann. Damit treiben sie die Kosten hoch und holen sich das dann vom Nutzer wieder (oder versuchen es zumindest). Dabei war doch Jedem klar das sich bei den momentanen Zulassungszahlen eine solche Infrastruktur niemals rechnen kann. Aber die (Auto-)Hersteller brauchen das halt um mit der schnellen Lademöglichkeit und der "dichten Infrastruktur" werben zu können - also haben sie den Verein aus der Taufe gehoben. Entsprechend müssten VW und Co auch die (Mehr-)Kosten selbst tragen, den die Besitzer von Ionity sind die Hauptprofiteure der Infrastruktur. Und die entsprechenden "Verluste" müsste man halt zähneknirschen akzeptieren bis e-Mobilität wirklich in der Masse angekommen ist. Spätestens dann kann man auch bei moderaten Preisen Ladesäulen kostendeckend bzw. mit Gewinn betreiben. Jetzt halt (noch) nicht.

Ciao, Udo
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Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

LeakMunde
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ubit hat geschrieben: Daraus folgt aber eben auch das es aktuell überhaupt nicht sinnvoll ist damit Geld verdienen zu wollen.
Mir ist nicht bekannt, dass jemand mit seiner Ladeinfrastruktur Geld verdient. Selbst nach den jüngsten Preisrunden wird das wohl eher nicht der Fall sein.
ubit hat geschrieben: Momentan sind 6x350 kW völlig überflüssig.
Der Taycan kann knapp 80% der Leistung nutzen. So lange wird es nicht mehr dauern, bis es Fahrzeuge gibt, die auch die restlichen 20% nutzen werden.
ubit hat geschrieben: Wenn es endlich genug e-Autos auf der Straße gibt um eine sinnvolle Auslastung zu erreichen [...]
Hier gibt es halt unterschiedliche Ansichten, was eine sinnvolle Auslastung sein soll. Privatkunden sind an niedrigen Preisen interessiert und könnten es auch verkraften, wenn sie vor dem Laden auch mal anstehen müssten.
Für Geschäftskunden ist es aber viel wichtiger, dass immer eine Ladesäule frei ist. Mit dem Premiumanspruch hat ionity diese Kunden im Blick. Entsprechend müssen sie darauf achten, dass die Auslastung nicht zu hoch wird.
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Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

ubit
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Die Auslastung könnte man auch anders steuern. Es ist erstaunlich was Computer heute so können wenn man sie lässt. Denkbar wäre es zum Beispiel vom Auto aus einen Ladepunkt anzusteuern den man vorher verbindlich reservieren kann. Das wäre sicherlich günstiger als einfach pauschal ein paar mehr (teure) Säulen irgendwo hinzustellen damit die Geschäftskunden immer einen freien Ladepunkt finden. Und das könnte man anbieterübergreifend implementieren. Reservierung gegen Gebühr - das Navi weiß ja wann man an der Ladesäule ankommt - in anderen Fahrzeugen wird die Säule dann in einem entsprechenden Zeitfenster als "blockiert" angezeigt.

Derzeit gibt es halt für die Anbieter auch keinen wirklichen Druck sich um eine preisgünstige Infrastruktur und niedrige Kosten zu bemühen da sie ja die Kosten fast nach Belieben auf die Ladetarife umlegen können. Und gerade die Geschäftskunden mit den Flottenkarten laden dann vermutlich trotzdem noch dort. Man hat doch in der Vergangenheit immer wieder gesehen wie schwachsinnig da manche Standorte sind die eher aus Imagegründen aufgebaut werden (von der klassischen Bürgermeistersäule bis zur CCS-Säule irgendwo in der Pampa ohne irgendeine Möglichkeit die Ladezeit sinnvoll zu verbringen) als aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus. Hauptsache man hat 350 kW auf dem Dorf (leicht übertrieben....) und kommt in die Zeitung.

Ciao, Udo

P.S.: In welchem Bereich schafft der Taycan die 80%? Und wie lange dauert es wirklich noch bis es Fahrzeuge "für die Massen" gibt (also Golfklasse und Co) mit denen diese Leistung nutzbar ist? Und welche Konsequenzen haben diese Ladeleistungen langfristig für die Akkulebensdauer (und damit die Nachhaltigkeit)?
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Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

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ubit hat geschrieben: Und genau das funktioniert an den Ladesäulen nicht, sonst gäbe es keine Preisunterschiede von mehreren hundert Prozent. Da ist kein "Markt" der irgendwas regeln könnte. Was einerseits an der viel zu geringen Auslastung (mithin viel zu geringen Umsätzen) liegt und andererseits an der völlig undurchsichtigen Tarifgestaltung der Anbieter und den - mittlerweile - viel zu häufigen Preisanpassungen. Wie man beim Haushaltsstrom sieht sind viele Menschen träge - zu träge um bei jeder Preisänderung sich neu auf die Suche nach dem günstigsten Anbieter zu machen. Selbst an den fossilen Tankstellen gibt es immer noch Menschen die immer bei "ihrer Aral" tanken - egal wie dort der Preis ist.
Also das es keine Markt gibt würde ich verneinen. Nur mal zum beispiel ENBW
Bild
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, 2021 EQC, ID.4x, iX3...
Mitglied bei Electrify-BW e.V. https://electrify-bw.de/

Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

ubit
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Ein Markt besteht nicht nur aus einem Angebot. Es braucht auch eine Nachfrage. Erst dann "funktioniert" ein Markt und erst dann hat man eine Chance darauf das sich Preise im Wettbewerb verschiedener Anbieter sinnvoll gemäß Angebot und Nachfrage entwickeln. Und genau da hapert es halt noch. Schau' mal in die entsprechenden Apps. Bei einigen kann man sehen wann der letzte Ladevorgang stattgefunden hat. Da steht noch viel zu oft "vor 3 Tagen" oder "vor 12 Stunden" bei 6-8 installierten Anschlüssen. Da kann man noch nicht wirklich von echter Nachfrage reden.

Und das ist halt das Kernproblem: Einerseits brauchen wir eine flächendeckende Infrastruktur damit e-Mobilität überhaupt sinnvoll möglich ist - andererseits gibt es aber noch immer zu wenig "Kunden" um diese Infrastruktur finanzieren zu können. Klassisches Henne-Ei Problem (wobei das mit der Henne und dem Ei mittlerweile als wissenschaftlich gelöst betrachtet werden kann - das Ei war zuerst da). Und das halt leider auch nach Jahren des kontinuierlichen Ausbaus immer noch weil die Verkaufszahlen für e-Autos absolut gesehen immer noch Peanuts sind.

Ciao, Udo
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Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

Jupp78
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LeakMunde hat geschrieben: Für Geschäftskunden ist es aber viel wichtiger, dass immer eine Ladesäule frei ist. Mit dem Premiumanspruch hat ionity diese Kunden im Blick. Entsprechend müssen sie darauf achten, dass die Auslastung nicht zu hoch wird.
Auch für Privatkunden wird das wichtig sein.
Bei Ionity bin ich inzwischen davon überzeugt, dass die Strategie eine andere ist. Auf den ersten Blick soll es so aussehen, als ob das Ladesystem für alle da ist. Aber im Endeffekt soll es meiner Meinung nach ein zweites Teslasystem werden. Also nur für die Kunden der hinter Ionity stehenden Autokonzerne. Für die wird man entsprechende Pakete auflegen. So verkauft man nicht nur Autos, sondern eben auch den Strom direkt aus einer Hand und bietet exklusiv für seine Kunden ein Ladenetz an. Für alle anderen macht man es einfach unattraktiv teuer.

Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

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Da der Staat bei Tesla nicht durchgreift, kann man den Ionity Eignern nicht übel nehmen, selbiges anzustreben.

Gruß SRAM
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Schwarzwald gegen Wind: https://www.youtube.com/watch?v=7jEQii_9yWw
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Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

jhg
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Warum sollte der Staat bei Tesla durchgreifen?
Die Säulen sind ohne Subventionen aufgebaut, somit gibt es keinerlei Handhabe für eine Regierung.
A3 e-tron seit März 2017
ID.3 Max in Mangangrau bestellt. 1st Mover.

Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

LeakMunde
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ubit hat geschrieben: Die Auslastung könnte man auch anders steuern. Es ist erstaunlich was Computer heute so können wenn man sie lässt.
Klar könnte man vieles anders Regeln. Eine Ladesäule per App zu reservierbar zu machen wäre sogar kurzfristig wohl recht leicht umsetzbar. Den Shitstorm der Leute, für die es zu viel verlangt ist eine App zum Entsperren der Säule zu nutzen, kann ich mir schon gut vorstellen :D
Jupp78 hat geschrieben: Auf den ersten Blick soll es so aussehen, als ob das Ladesystem für alle da ist. Aber im Endeffekt soll es meiner Meinung nach ein zweites Teslasystem werden.
Es ist für alle da. Jeder kann es Nutzen. Das es für die eigenen Kunden attraktiver gestaltet wird, ist naheliegend.
jhg hat geschrieben: Warum sollte der Staat bei Tesla durchgreifen?
Es gibt in Deutschland Gesetze, an die sich alle halten müssen. Das hat nichts mit Subventionen zu tun.
ubit hat geschrieben: In welchem Bereich schafft der Taycan die 80%?
Einfach "Taycan Ladekurve" googeln.
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Re: Ionity - Allgemeine Diskussion

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Teslas Abschottung verhindert ja zum Teil auch Wettbewerb. Sie könnten Ionity richtig wehtun, wenn sie sich öffnen würden.

Bin mal gespannt wann Psa einen Ladenetzpartner anbietet...Fastned und Allego?

Das Eichrecht würde genug Hebelkraft gegen Tesla bieten...
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