Die Eichämter sind erwacht...

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Re: Die Eichämter sind erwacht...

Helfried
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Alter Artikel, ja, doch dieser Absatz hat Gültigkeit:

"Claas Bracklo zweifelt, ob die kilowattstundengenaue Abrechnung für die Kunden tatsächlich der beste Weg ist. Für den Mobilfunk habe sich auch ein Mix aus flexiblen Tarifen und Flatrates bewährt, sagte der BMW-Manager, beim Autoindustrieverband VDA zuständig für Elektromobilität"

Die kWh-Tarife führen zu desaströs hohen Preisen wie beim Benzin oder wie früher die teils horrenden Minutenpreise beim Telefon. Wem so etwas im Jahr 2019 einfällt, der muss wirklich zu viel Donald Duck (eine sehr reiche Comic-Figur) gelesen haben. Etwas nicht wirklich Abzählbares in Mengeneinheiten zu fassen, ist schon ein wenig deutsche Genauigkeit.
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Re: Die Eichämter sind erwacht...

Beau Riese
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Eine Flatrate ist für den einzelnen Kunden eher selten wirklich vorteilhaft. Im Regelfall ist eine Flatrate vor allem eine Einnahmegarantie für den Anbieter. Hinzu kommt, dass bei der Energielieferung gänzlich andere Bedingungen greifen als bei der Kommunikation; letztere wird immer betrieben, und es ist mehr oder weniger Zufall, wann und wieviel davon der Nutzer für seine tatsächliche Informationsübertragung nutzt. Energie hingegen wird nur übertragen, wenn sie auch tatsächlich abgenommen wird. Wird auch die nicht genutzte (=abgenommene) Energie kostenpflichtig, so läuft das u.a. auch dem Umweltgedanken zuwider. Insofern ist es höchste Zeit für eine leistungsgerechte Berechnung, und mir ist nicht klar, wie jemals solche Abrechnungsmodelle wie Pauschalen für 1x Ladevorgang o.ä. Anwendung finden durften.

Re: Die Eichämter sind erwacht...

Oberfranke
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Major Tom hat geschrieben:Nach meinen Informationen gibt es noch keine vollständig zertifiziertes System. Mennekes und ein paar weitere Hersteller haben zwar die Hardware zertifiziert bekommen, aber nicht die gesamte Kette bis zur Abrechnung.
Auch die sog. Transparenzsoftware ist noch nicht fertig.

Von daher ist es wieder einfach so einen Artikel zu schreiben.
EBG Compleo hat eine Lösung die ohne Transparenzsoftware auskommt. Ist zwar im echten Zweifelsfall nicht sonderlich komfortabel, hat aber eine Zulassung.
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Re: Die Eichämter sind erwacht...

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Helfried hat geschrieben: Alter Artikel, ja, doch dieser Absatz hat Gültigkeit:
"Für den Mobilfunk habe sich auch ein Mix aus flexiblen Tarifen und Flatrates bewährt, sagte der BMW-Manager, beim Autoindustrieverband VDA zuständig für Elektromobilität"
Man merkt schon: keinen blassen, der gute "Manager". Mobilfunk-BWL kann man nicht 1:1 auf Stromerzeugung übertragen.

Beim Mobilfunk entstehen keine Kosten, wenn 1 Kilobyte über das bestehende Netz zusätzlich übertragen wird.

Wenn aber eine zusätzliche Kilowattstunde über das bestehende Stromnetz übertragen wird, muss die erstmal erzeugt werden! Und solange wir bei der regenerativen Stromerzeugung unter 110% liegen, kostet das zusätzliches Geld und das klappt nicht mit Flatrate.
Schon 12 Jahre lang Kfz-Steuer für meine E-Autos gezahlt - seit 28 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3). Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.

Re: Die Eichämter sind erwacht...

Oberfranke
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mweisEl hat geschrieben:
Helfried hat geschrieben: Alter Artikel, ja, doch dieser Absatz hat Gültigkeit:
"Für den Mobilfunk habe sich auch ein Mix aus flexiblen Tarifen und Flatrates bewährt, sagte der BMW-Manager, beim Autoindustrieverband VDA zuständig für Elektromobilität"
Man merkt schon: keinen blassen, der gute "Manager". Mobilfunk-BWL kann man nicht 1:1 auf Stromerzeugung übertragen.

Beim Mobilfunk entstehen keine Kosten, wenn 1 Kilobyte über das bestehende Netz zusätzlich übertragen wird.

Wenn aber eine zusätzliche Kilowattstunde über das bestehende Stromnetz übertragen wird, muss die erstmal erzeugt werden! Und solange wir bei der regenerativen Stromerzeugung unter 110% liegen, kostet das zusätzliches Geld und das klappt nicht mit Flatrate.
Die wichtigen Worte in deinem Statement sind aber „über das bestehende Netz“. Die inkrementellen Kosten im Mobilfunkbereich bestehen in der Vorhaltung eines ausreichend dimensionierten Netzes. Flatrates erhöhen den Trafic im Netz ohne zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Damit sind die Unterschiede zum Mobilfunk nicht so groß wie man meinen könnte.

Die Mobilfunkbranche hat einfach Glück gehabt, dass die Regulierer bei der Preisgestaltung nicht so engstirnig waren.

Im übrigen haben auch die Flatrates nicht dazu geführt, dass das deutsche Mobilfunknetz besonders gut wäre. Wen erinnert das an die Ladewüste?!?

Und eine weitere Analogie:
Auch im Mobilfunkbereich haben Unternehmen jahrelang in ein Netz investiert ohne aus diesem Netz entsprechende Umsätze zu generieren. In der Hoffnung auf Umsätze in der Zukunft. Und jetzt beginnen große Unternehmen in Ladeinfrastruktur zu investieren...
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Re: Die Eichämter sind erwacht...

Jake1865
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Insofern ist es höchste Zeit für eine leistungsgerechte Berechnung, und mir ist nicht klar, wie jemals solche Abrechnungsmodelle wie Pauschalen für 1x Ladevorgang o.ä. Anwendung finden durften.
So sehen Gegner der E-Mobilität aus.
Die kWh-Tarife führen zu desaströs hohen Preisen wie beim Benzin oder wie früher die teils horrenden Minutenpreise beim Telefon. Wem so etwas im Jahr 2019 einfällt, der muss wirklich zu viel Donald Duck (eine sehr reiche Comic-Figur) gelesen haben.
Kann man gerade schön in München sehen.


Lieber ein preiswerter Pauschaltraif, als unbezahlbar teure kWh-Preise.
Die Verbrennerlobby lacht sich jetzt schon ins Fäustchen: Ziel erreicht. E-Mobilität wird gleich, oder sogar teurer als Verbrennermobilität.
Gratuliere.
Ich lasse mich überraschen wie es weitergeht. Ach nee das weiß ich im Grunde schon:
Doch das Bundeswirtschaftsministerium hat bis heute keine Rechtssicherheit für die Betreiber hergestellt“, kritisiert Schäfer-Stradowsky. „Es gleicht einem Staatsversagen, ähnlich wie bei der Dieselkrise.“
Ich vermute da steckt eine Lobby hinter. Wie beim Diesel.

Gruß Jake
Die Amis haben die bessere Show. Die Deutschen bauen die besseren Autos.

Re: Die Eichämter sind erwacht...

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  • Alex1
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Helfried hat geschrieben:
Die kWh-Tarife führen zu desaströs hohen Preisen wie beim Benzin oder wie früher die teils horrenden Minutenpreise beim Telefon. Wem so etwas im Jahr 2019 einfällt, der muss wirklich zu viel Donald Duck (eine sehr reiche Comic-Figur) gelesen haben. Etwas nicht wirklich Abzählbares in Mengeneinheiten zu fassen, ist schon ein wenig deutsche Genauigkeit.
Falsch. Zu Hause, wo Du eine ähnliche Menge Strom verbrauchst, hast Du auch keine Flatrate. Und Industriebetriebe, die nach kW (eher MW...) zahlen und nicht nach kWh/MWh, reizen diese Grenze nach allen Möglichkeiten aus (Lastabwurf, Energiespeicher, Spitzenlastaggregate). Sobald eAutos bidirektional laden können, sind Flatrates sowieso mausetot. Wir kennen doch all die Spezialisten, die den kostenfrei für ihr Firmenauto getankten Sprit in ihr Eigenes umfüllen.

Und kWh sind wirklich abzählbar. Genauso wie Milch oder Sprit. Für die Du ja auch keine Flatrate bekommst. Aber eben flexible Tarife. Und gerade in den flexiblen Tarifen liegt die Zukunft. Durch nichts anderes kann regenerative Energie besser verteilt werden, während gleichzeitig das Netz beispiellos stabilisiert wird.

Hast Du irgendwelche Hinweise, dass außerhalb Deutschlands Flatrates angeboten werden? Mal abgesehen von Tesla...

Außerdem ist Dagobert Duck der Reiche. Donald scheitert immer. Wie Wasserstoff für Pkws oder Flatrates für Strom...
Not-wendig: www.bzfe.de/inhalt/planetary-health-diet-33656.html

Freitag treffen wir uns: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

Herzliche Grüße
Alex

Rest-CO2 kompensieren: atmosfair.de Goldstandard

Re: Die Eichämter sind erwacht...

winwou
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Das einzigste was Eichrechtskonform und den EU-Zahlungsverkehrsrichtinien entspricht ist ein Münzautomat oder man hat eine Kasse mit Personal wie an der Tankstelle.

Die ganze Geschichte mit den Ladesäulen im Feld wird über kurz oder lang wieder verschwinden. An den Rastplätze, Restaurants usw. werden Ladesäulen. die an der Kasse bezahlt werden können, haben. Dann werden in Parkhäuser die Parkplätze mit Lademöglichkeiten ausgerüstet werden und der Strom wird über den Parktarif mit abgerechnet.

Ich kann mir auch noch ganz andere Abrechnungsmodelle vorstellen. z.B. der Strom ist in der Batteriemiete oder im Leasing enthalten.

Re: Die Eichämter sind erwacht...

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mweisEl hat geschrieben:
Beim Mobilfunk entstehen keine Kosten, wenn 1 Kilobyte über das bestehende Netz zusätzlich übertragen wird.

Wenn aber eine zusätzliche Kilowattstunde über das bestehende Stromnetz übertragen wird, muss die erstmal erzeugt werden! Und solange wir bei der regenerativen Stromerzeugung unter 110% liegen, kostet das zusätzliches Geld und das klappt nicht mit Flatrate.
Das ist so nicht richtig. Daten verursachen schon Kosten, wenn sie das Mobilfunknetz verlassen und über den Backbone des Internets übertragen werden. Der Betreiber entscheidet, über welche Route der Traffic geführt wird. Es gibt entsprechend teurere Leitungen und günstigere. Die Leitungen werden typischer Weise nach Datenvolumen bezahlt, so daß es sehr wohl etwas ausmacht, wieviel Daten übertragen werden ...
VW e-Golf 2020Bild Der e-Wolf auf YouTube

Re: Die Eichämter sind erwacht...

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Man soll zwar niemals nie sagen, aber in den nächsten Jahren wird Strom sicherlich nicht über Flatrates verkauft - zumindest nicht für die Masse an E-Fahrzeugen.

Es sei denn, die Flatrate hätte einen saftigen Preis bzw. wäre verpflichtend für alle Systemteilnehmer. Aber selbst dann gäbe es einen Aufschrei bezüglich der Ungerechtigkeit des Nutzerverhaltens. Außerdem würde es keinen Sinn mehr machen, Strom zu sparen - nicht bei der Auswahl des Fahrzeuges, nicht beim Fahren selbst und nicht bei der Vermeidung unnötiger Fahrten.

Nein, keine Chance - der Strom muss über die Menge berechnet werden und nichts anderes!
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