Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

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Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

Huckeduster
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Ihr lieben eFahrer/innen,

ich war nun viele Jahre mit Maingau verbandelt, sowohl im privaten Haushalt mit Strom und Gas, als auch gewerblich mit dem Bezug von Strom. Im Grunde war ich immer zufrieden, in meinen Betrieben hatte Maingau sogar Entwürfe mit meinen Logos für Aufkleber erstellt, um den Bezug von ÖkoStrom nach außen sichtbar zu machen - eine wirklich nette Geste, die man von den wenigsten Anbietern so bekommen würde.

Meine Frau fährt seit vielen Jahren den BMW i3, ich selber wurschtele gerade noch mit nem Mercedes Plug-in Hybrid rum, werde aber demnächst auf ein Tesla Model X umsteigen. Wir haben Zuhause eine große PV-Anlage nebst Batteriespeicher und nutzen dies freilich zur Ladung unserer Fahrzeuge.
Der Weg zur Arbeit beträgt rund sieben Kilometer und da mein Mercedes nur rund 28 Kilometer(angepriesen wird das Modell mit ca. 50 Kilometern Reichweite) rein elektrische Reichweite hat, nutze ich eine Ladestation fast direkt vor der Arbeitsstelle von Allego. Das funktioniert mit der Maingau Ladekarte.

Nun habe ich während der ca. dreimonatigen Nutzung der Karte von Maingau zwei Rechnungen bekommen, welche sich auf insgesamt rund € 800,-- beliefen. Die Rechnungen habe ich selbstredend geprüft und auf den ersten Blick viel mir auf, dass Maingau nach Ablauf einer Stunde eine "Standgebühr" berechnete. Damit war und bin ich nicht einverstanden.
Ich füge hier mal einen Teil der getätogten Korrespondenz per eMail mit Maingau ein, damit Ihr einen besseren Überblick über die Geschehnisse bekommt.
"Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit widerspreche ich den in Ihrer Rechnung xxxxx vom 28.01.2020
angegebenen Berechnungen in allen Punkten bezüglich der Standzeiten. Die
Rechnung yyyyy liegt mir nicht vor - bitte lassen Sie mir diese Rechnung
unverzüglich zukommen. Vorsorglich widerspreche ich der Rechnung yyyyy
ebenso in o.g. Tenor.
Zur Erklärung:
Sie weisen an keiner Stelle, weder im Angebot, noch in Ihren AGB darauf hin,
dass über den eigentlichen Ladevorgang hinaus eine Standgebühr zu
entrichten sei. Ihr Angebot lautet, dass bei einer AC-Ladung die ersten 60
Minuten auf Grundlage des vereinbarten Preises je kWh abgerechnet wird,
nach Ablauf der ersten 60 Minuten je Minute Ladezeit € 0,10 für den
Ladevorgang berechnet würden. Das ist soweit nachvollziehbar. Eine Standzeit
nach erfolgter Stromabnahme ist nicht vereinbart.
Ich möchte Sie höflichst bitten die o.g. Rechnungen zu prüfen, mir nur die
den tatsächlichen Stromladebezugszeitraum zu berechnen und mir das Guthaben auf mein Ihnen bekanntes Konto bis zum 23. März 2020 zu
überweisen.
Vielen Dank und freundliche Grüße
"

Das ist im Grunde das Entscheidende! Es gab einiges an Schriftwechsel wie Ihr Euch vorstellen könnt u.a. ein Angebot, in welchem mir € 400,-- als Gutschrift auf meinem Kundenkonto angeboten wurden - dies habe ich selbstverständlich abgelehnt.
Ich habe zuguterletzt die Universalschlichtungsstelle eingeschaltet und habe mir einen Fachanwalt gesucht. Den Anwalt habe ich erstmal nur informiert und mir seine Meinung eingeholt, während parallel das Verfahren mit der Schlichtungsstelle lief. Während der Zeit des Schriftwechsels und meinem Hinweis, dass ich, wenn die gestzte Frist zur Erstattung verstrichen sei, einen Anwalt einschalten und die zuviel berechnete Summe einklagen würde, ebenso habe ich darauf hingewiesen, dass ich ggf. Strafanzeige stellen und die Verbraucherschutzzentrale involvieren würde. Maingau hat dann so ganz nebenbei die Homepage geändert. Hier wurde dann kurzerhand der Begriff "Standzeitzuschlag" innerhalb des Preismodells eingefügt - wohlgemerkt KEINE Anpassung in den AGB!!!!! Screenshots habe ich gemacht - wenn die hier benötigt werden, schreibt mich an. Die Korrespondenz stelle ich auch gerne zur Verfügung - geschwärzt natürlich. Anm.: Ich versuche das alles hier sachlich wiederzugeben, aber hier muss ich anmerken, dass ich dieses Verhalten kriminell finde!

Letztlich hat Maingau mir den Gesamtbetrag erstattet - die VOLLE Rechnungssumme(~€800,--). Ich hatte in der Korrespondenz darum gebeten den Strombezug korrekt abzurechnen. Ich könnte jetzt anfangen darüber zu philosophieren, ob Maingau sich jetzt sagte, dass der Einfachheit halber alles überwiesen wird, oder ob eine korrekte Abrechnung mit den gemeldeten Zeiten der Ladesäulenbetreiber für Maingau gar nicht möglich ist, oder, oder....lass ich mal. Ich bin und war nicht darauf angewiesen und habe die Gesamtrechnungssumme auch nicht eingefordert. Ich muss ganz offen gestehen, dass ich mich dabei auch nicht so richtig wohl fühle. Wahrscheinlich werde ich, wenn ich genug Zeit dafür habe, die Rechnungen für Maingau in Eigenregie berechnen und das zuviel erstatte Geld an Maingau erstatten - vielleicht...

Ich habe selbstverständlich alle Verträge mit Maingau beendet. Ich habe die Verbraucherschutzzentrale bisher noch nicht involviert - mache ich vielleicht noch.

Ich wünsche Euch allen allzeit gute Ladungen und gute Fahrt.

Bleibt gesund!
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Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

Helfried
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Du hast also wochenlang 7(sic!) Kilometer von zu Hause weg eine voll öffentliche Ladestelle mit einem Hybrid blockiert, oder wie war das genau zu verstehen?

Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

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Ich verstehe es auch so.

Da das laut Aussage des TE eine Allego-Säule war, ist davon auszugehen, dass mit dem Plugin-Hybrid 43 kW AC am Triple über Stunden blockiert wurde.

43 kW AC wird gemeinhin (nicht nur bei Maingau) wie DC verrechnet. Daher sind laut Preismodell von Maingau die Zuschläge nach 60 Minuten im Sinne des Erfinders.

Sollte es sich tatsächlich so zugetragen haben, dann finde ich es schade, dass Maingau klein beigegeben habt. Immerhin lädt er nun nicht mehr mit Maingau. Solche Kunden brauchst du als Unternehmen nicht, und wer derartig egoistisch in Sachen Ladeinfrastruktur unterwegs ist, der sollte besser wieder Dinosaft verbrennen.

Und sich deswegen hier noch aufregen... irre.
Hyundai IONIQ Elektro Premium seit Juni 2018
Renault ZOE Z.E. 50 INTENS R135 seit Juni 2020

bin "Heimlader" an 11 kW AC mit 9,92 kWp PV auf dem Süd-Dach

Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

0cool1
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Ich sehe das Problem des TE auch nicht. Der Tarif ist klar und wenn man mit dem "Tarif nicht einverstanden ist", dann schließt man diesen Vertrag doch nicht ab.
Nachdem was ich hier gelesen habe, hat Maingau alles richtig berechnet und ich finde es wirklich schade, dass Maingau hier zurückgerudert ist.
Wenn man mehrere Stunden an einer Säule lädt oder eingesteckt steht, ist nach einer gewissen Standzeit eben eine Zeitgebühr fällig. So wurde es seit je her kommuniziert. Die Preise müssen auch nicht ausführlich in den AGB stehen, dafür gibt es das Preisblatt. Maingau weist auf der Homepage und in zig E-Mails auf die Tarife hin. Für mich daher noch unverständlicher, warum man hier überrascht über hohe Rechnungen ist. Egoistisches Verhalten wie z.B. das blockieren einer Ladesäule wird von Maingau bestraft - das ist im Prinzip auch gut und richtig so.
Gekauft! Ab 08/2017 unterwegs mit einem e-Golf (190)

Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

Sedna
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Vielleicht sollte man den Titel noch korrigieren... Ist etwas "BILD"-mäßig.

EDIT:
Haben den Titel angepasst
- MineCooky

Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

ich55
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Ich habe meine mails durchgeschaut.
Am 02.05.2019 hatte ich eine mail bekommen.
Hier ein auszug der mail
20200524_113103.jpg
Outlander PHEV Top MJ2019 (KW18/2019)
-------------->Bestellt am 28.11.2018<--------------
-------------->Abgeholt am 08.05.2019<--------------

Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

Ecano
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Ich verstehe das so, dass Maingau zuerst den Zeittarif als "Ladezeit" benannt hat, und der TE geht davon aus, da ja sein Plugin nicht mehr lädt, sondern nur noch blockiert, damit keine Kosten mehr anfallen. Ganz schön dreist.

Jetzt ist der zeitabhängige Tarif eindeutig als "Standzeitzuschlag" benannt, was ja alle Zweifel beseitigen sollte. Jeder, der ein wenig verantwortungsvoll handelt, hätte das aber auch so verstanden, wie es gemeint sein sollte. Rechtlich wird das aber anfechtbar gewesen sein.
Smart ED 44, bestellt am 18.1.2018, erhalten 19.10.2018

Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

ich55
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Die rechnung von huckeduster ist von Januar 2020. Die mail (siehe oben beitrag von mir) ist von mai 2019. Also war schon vorher der Vermerk standzeitzuschlag enthalten.
Outlander PHEV Top MJ2019 (KW18/2019)
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-------------->Abgeholt am 08.05.2019<--------------

Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

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Moin ;)
ich kann das Problem des TEs ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. In den AGBs wird unter Punkt "5 Preise und Preisanpassung" ziemlich deutlich beschrieben, dass die Preise zum einen einseitig festgelegt werden, zum anderen jederzeit geändert werden können, zum anderen erhält der Kunde "einen Hinweis in textlicher Form", wie in Punkt "2.3 Vertragslaufzeit, Kündigung" beschrieben steht und offensichtlich in der von @ich55 gezeigten Weise kommuniziert wird.
Die eigentlichen Preise kann man eigentlich kaum noch transparenter und zugänglicher anzeigen, nämlich auf der Webseite und an ziemlich prominenter Position, würd ich sagen...
Bildschirmfoto 2020-05-24 um 11.36.58.png
Bildschirmfoto 2020-05-24 um 11.38.41.png
worauf ich mich einlassen würde: zu klären, ob es rechtlich ok ist, die 43kW Ladeleistungen bei den Standgebühren als DC abzurechnen... denn AC ≠ DC, egal welche Leistung da zur Verfügung gestellt wird ;)
Zuletzt geändert von SamEye am So 24. Mai 2020, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße, Stephan

seit dem 24.01.2020 rein elektrisch im BMW i3 - 120Ah unterwegs: die rote Zora

Re: Maingau - Undurchsichtiger Vertrag, 2x 400€-Rechnung

Jschirmchen
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Für mich ist das Ladekartendurcheinander auch noch recht neu. Die Maingau Karte habe ich bisher als einzige abgeschlossen, eben weil sie ein Tarifmodell hat, das mit einem Satz beschrieben werden kann.

Ich kann den Kritikpunkt aber auch überhaupt nicht verstehen. Du stehst einen Arbeitstag an der Ladesäule und verstehst nicht, dass du dann die Standgebühr bezahlen musst, oder worum geht es?

Einzig dass 43kW AC wie DC behandelt wird, da würde ich auch den Kopf drüber schütteln.
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