Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

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hghildeb hat geschrieben:
IO43 hat geschrieben: Wenn Ihr Euch nur noch persönlich angeht, dann ist wohl zum Thema Ionity nun alles gesagt.
Ich fühle mich angesprochen und möchte nochmal ausdrücklich klarstellen, dass es mir nur um die sachliche Argumentation geht. Andere User persönlich anzugreifen liegt mir fern und falls das aufgrund meines leicht entnervten Tonfalls so empfunden wurde, entschuldige ich mich aufrichtig.
Ich hab Dich nicht gemeint, Du hattest einfach zufällig kurz vor mir gepostet, schätze Deine Worte trotzdem sehr :thumb:

Jetzt warten wir doch alle mal ab, wie sich das Ganze entwickelt. Es gibt inzwischen in vielen Fällen so viele Lademöglichkeiten, da müsste für beide Lager etwas dabei sein.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!
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Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

ubit
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Der Fehler von Ionity - und Anderen hier im Thread - ist halt Folgender:

Die gesamte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung macht aktuell schlicht keinen Sinn. Aktuell ist mit solchen Ladesäulen schlicht kein wirtschaftliches Geschäftsmodell möglich. Das sollte (und wird) allen Beteiligten klar sein. Man agiert hier in einem Markt der de facto noch gar nicht richtig existiert.

Wenn man nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten entscheiden würde, dann hätte man Ionity gar nicht erst gründen müssen. Jedenfalls nicht wenn man erwartet innerhalb von wenige Jahren einigermaßen wirtschaftlich zu agieren.

Daher kann das "Unternehmensziel" aktuell nur sein gute Standorte zu "besetzen" und damit zu beginnen eine Kundenbasis aufzubauen. Ansonsten müsste es im Interesse von Ionity sein e-Mobilität möglichst attraktiv zu machen damit möglichst viele Menschen sich e-Autos kaufen. Mit steigenden Verkäufen bildet sich dann - ganz automatisch - der Markt. Die Auslastung der Säulen wird steigen. Es wird "einfacher" kostendeckend oder - später dann - mit Gewinn zu agieren.

Stattdessen wird die Reißleine gezogen und man macht über die hohen Preise e-Mobilität unattraktiv. Tolle Idee... Man würgt also den Markt der sich im Entstehen befindet durch "Abschreckungspreise" ab und arbeitet damit gegen die eigene Zukunft.

Insofern sind aber alle Diskussionen darüber ob die Preise aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll sind völlig fehl am Platz. JEDER weiß: Das kann aktuell dank zu geringer Auslastung noch nicht funktionieren. JEDER weiß: Wenn man jetzt solche Säulen aufstellt zahlt man drauf. Gewinnerwartung? Fehlanzeige? Kostendeckung erreichbar? Unwahrscheinlich.

Wenn man aber jetzt bereits in Richtung Kostendeckung marschieren möchte, dann sollte Ionity den Laden einfach dicht machen und die bereits vorhandenen Ladesäulen abbauen oder verkaufen. Wenn Ionity mit den hohen Preisen tatsächlich die eigenen Verluste minimieren möchte, dann sitzen da einfach die falschen Menschen am Hebel.

Ciao, Udo
VW e-Up! 2020 bestellt (Ende September 2019). Lieferprognose: KW25/2020. (Verlauf April 2020, KW16, KW19, KW 20, KW22, KW23, KW25, KW28)

Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

marcometer
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Genau so sehe ich das auch.
Man gräbt sich selbst und der gesamten E-Mobilität in Deutschland mit diesem Preis das Wasser ab.
Kaum einer mehr hier wird ernsthaft freiwillig und sehenden Auges zu diesem Preis laden.
Ja, ein paar, die es auch für 3€/kWh noch machen würden, finden sich immer, aber die allermeisten werden Ionity jetzt erstmal meiden und alle möglichen Alternativen nutzen und so für eine noch viel geringere Auslastung und noch viel geringere Chancen auf Kostendeckung sorgen.
Noch geht's via Maingau, das wird sicher jetzt extrem genutzt werden, und sobald das noch wegfallen sollte kann Ionity gleich einpacken.
Der Preis, zu einem so frühen Zeitpunkt, ist einfach purer Unsinn. Da muss und wird mit den Füßen abgestimmt werden.

Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

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Mein Gott, wie oft noch: Wer nicht sehenden Auges 0,79€/kWh bezahlen will, der tut es nicht, sondern lädt woanders. Es gab auch eine Zeit vor Ionity und da funktionierte es auch. Seitdem kamen tausende neue Schnelllader dazu und ein paar von Ionity. Die meisten HPC-ladefähigen Autos kommen eh von Ionity-Gesellschaftern und profitieren daher von den Sonderkonditionen, die die Ionity-Gesellschafter ihren Kunden einräumen. Wer mit dem Opel, Tesla oder Jaguar bei Ionity laden will, hat halt Pech. Übt doch Druck auf Opel, Tesala und Jaguar aus, damit die eure Ladungen bei Ionity subventionieren, so wie es die anderen Hersteller für ihre Kunden auch tun.

Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

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Motivationen sind immer vielschichtig.

Ich würde mich in so einem Fall auf den von mir langfristig erwarteten Preis bei voll ausgebildetem Geschäft legen, weil ich mich dann asymptotisch da ran robbe. Alle, die geringere Preise fordern, müssen dann ggf. Preiserhöhungen bei voll laufendem Geschäft durchdrücken, was viel schwieriger ist als jetzt, wo man rein zahlenmäßig nur wenige verärgern kann. Außerdem hat man den Vorteil wenn der Gleichgewichtspreis tiefer liegen sollte als vermutet, daß man den Preis ggf. senken kann, was dann bei sehr vielen Markteilnehmern, die es dann gibt, gut ankommt.

Wenn Ionity diesen Gleichgewichtspreis zu 79 ct/kWh errechnet hat, dann sind alle Aussagen stimmig und die Infrastruktur jetzt noch nicht wirtschaftlich.

Andere Anbieter mögen andere Gleichgewichtspreise errechnet haben und auch anders diese Preise zu erreichen suchen. So resultieren halt auch andere Preise.

Und dann kommen natürlich auch Motivationen außerhalb der reinen Wirtschaftlichkeit / Preisbildung hinzu.
Bei Ionity ist das sicher auch die Überlegung, daß die Säulen vorallem für die Mitglieder des Konsortiums und deren Kunden zugänglich sein sollen und man andere e-Auto Fahrer nicht subventionieren will. Vorallem solche nicht, die ihre eigene Infrastruktur sich selber zu 100% exclusiv reservieren.


Gruß SRAM
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Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

ubit
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Shortseller hat geschrieben: Die meisten HPC-ladefähigen Autos kommen eh von Ionity-Gesellschaftern und profitieren daher von den Sonderkonditionen, die die Ionity-Gesellschafter ihren Kunden einräumen.
Und diese Sonderkonditionen taugen halt nur für eine sehr begrenzte Zielgruppe. Gelegenheitsnutzer z.B. profitieren nicht von Tarifen mit Grundgebühr sondern zahlen bei diesen "Sonderkonditionen" unterm Strich insgesamt eher noch mehr.

Der Rest kann sich im Moment noch mit Maingau behelfen - aber es ist absehbar dass das nicht ewig funktionieren wird.

Abgesehen davon sind solche Preise einfach insgesamt schädlich. Dieses ganze Tarifchaos inklusive Preisdifferenzen von mehreren hundert Prozent ist nicht wirklich transparent. Klar: Man kann in den Apps nachschauen. Bzw. MUSS man. Und zwar nicht in EINER App sondern in mehreren. Teilweise werden in den Apps auch gar keine Preise angezeigt. Meist erst nach Registrierung (= Datenherausgabe). All das ist eigentlich in Sachen Verbraucherschutz mehr als fragwürdig. Warum muss ich meine Daten abgeben bevor ich Preise sehen kann? Warum eine App installieren die ggf. Nutzungsdaten protokolliert und an irgendwelche Server schickt nur um den Preis an einer Ladesäule zu ermitteln?

Das Alles ist schon Hemmschuh genug für die e-Mobilität. (Aus Verbrauchersicht) überhöhte Preise sind halt ein weiterer Mosaikstein um der breiten Masse zu erklären: e-Mobilität taugt nix. Nicht nur begrenzte Reichweite sondern auch noch höhere Kosten. Sowas hat ganz klar Signalwirkung und ist ja auch relativ breit durch die Medien gegangen. Wie gesagt: Damit behindert Ionity die Verbreitung der e-Mobilität und verhindert damit auch die eigene Wirtschaftlichkeit. Aber wer weiß - vielleicht ist das ja auch das eigentliche Ziel. Schließlich verdienen die "großen Partnerfirmen" von Ionity ihr Geld immer noch vorrangig mit Verbrennern.

Ciao, Udo
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Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

chipwoman
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Ich kann das ganze Rumgeheule hier nicht verstehen. Keiner muss bei Ionity für 79 cent / KWh laden. Die Ionity Alternative werden monatlich mehr, da auch Aral und Shell ihre autobahnnahe Tankstellen schon mit HPCs ausrüsten.

Am Ende muss einfach jeder für sich selbst entscheiden, was ihm wichtiger ist, die Zeitersparnis beim Laden bei Ionity oder die Kostenersparnis bei der (Schnarch-) Alternativladepunkten. Zeit ist Geld und Elektromobilität kostet viel Zeit. ;)

Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

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ubit hat geschrieben: Und diese Sonderkonditionen taugen halt nur für eine sehr begrenzte Zielgruppe. Gelegenheitsnutzer z.B. profitieren nicht von Tarifen mit Grundgebühr sondern zahlen bei diesen "Sonderkonditionen" unterm Strich insgesamt eher noch mehr.
Ja Pech, so ist das Leben. Wenn ich nicht 79 Euro für Amazon Prime bezahle, krieg ich auch keine Sonderkonditionen für 2x im Jahr Express-Versand und muss auch noch für meine eine Lieblings-Serie was bezahlen, die Prime-Kunden gratis kriegen.

Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

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ubit hat geschrieben: Der Rest kann sich im Moment noch mit Maingau behelfen - aber es ist absehbar dass das nicht ewig funktionieren wird.

Abgesehen davon sind solche Preise einfach insgesamt schädlich.
Zumal man auch schon mal anfangen sollte darüber nachzudenken, wo da noch der Staatsanteil für die Straßeninfrastruktur etc. draufgesattelt werden soll, wenn die Mineralölsteuer u.a. substituiert werden muss.
Mit M3 - und bald auch e-Up! - elektrisch unterwegs

Re: Ionity - Es war Zeit, den nächsten Preisschritt zu gehen

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Obendrauf. Wo sonst ?

Bezahlt werden muß, was koscht !


Gruß SRAM
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