Nenndauerleistung vs. Peak-Leistung

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Nenndauerleistung vs. Peak-Leistung

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    zottel
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folder Mo 13. Nov 2017, 08:27
Dass es diesen Unterschied gibt, ist mir klar. Aber wie wird das gemessen? Wer legt im Zusammenhang mit der Homologierung/Zulassung eines Autos fest, welche Werte so ein E-Motor hat? Überprüft das jemand?

Hintergrund:

Das Start-Up Uniti aus Schweden will 2019 ein Auto der Klasse L7e herausbringen. Somit ist die Nenndauerleistung auf 15 kW beschränkt. Das Unternehmen gibt aber eine Peak-Leistung von 75 kW an. Kann man sowas bauen? Ist das vielleicht sogar im „normalen“ Rahmen?

Dass die Peak-Leistung mehr als das Doppelte der Nenndauerleistung betragen kann, weiß ich. Aber das Fünffache?
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Re: Nenndauerleistung vs. Peak-Leistung

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    E-lmo
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folder Mo 13. Nov 2017, 09:43
Vielleicht ist der eingebaute Motor lediglich softwaremäßig auf 15kW gedrosselt, um der Zulassung auf dem deutschen Markt zu entsprechen?
Wenn dieser von der Bauform auf 35kW ausgelegt wäre, würde der Faktor2 wieder passen.
Die Dauerleistung ist aber auch von der Art der Kühlung abhängig, und auf deren Dimensionierung.
Und je nachdem, für wie lange man die Peak-Leistung definiert kann man diese auch recht hoch ansetzen.

Bei Tesla gibt es auch einen Faktor>2
tesla-model-s/model-s-eingetragene-leistung-t11249.html
Vor kurzen hat Elon scheinbar auch die Peak-Leistung per Software erhöht, sonst wären die 0-100km/h -Zeiten nicht so signifikant verbessert werden können.

Ich habe einen Modellbaumotor im Einsatz, welcher mit 7kW angegeben wird. Dieser ist für Flugmodelle ausgelegt, bei denen die Luft mit vermutlich 100km/h am Motor vorbeiströmt und somit eine gute Kühlung gewährleistet
Ich setze diesen Motor eher stationär ein, ohne forcierte Lufkühlung. Selbst bei Belastung von im Mittel 700W wird der Motor deutlich warm.
Zuletzt geändert von E-lmo am Mo 13. Nov 2017, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nenndauerleistung vs. Peak-Leistung

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folder Mo 13. Nov 2017, 09:45
Ja das kommt hin. Elektrische Komponenten lassen sich meist um das 3-5 Fache überlasten.

Normalerweise wird das elektronisch begrenzt. Aber kurzzeitig kann man auch programmieren, dass mehr Leistung freigegeben wird. Zum Beispiel im "Wahnsinnsmodus" beim Tesla. Hier leistet der Motor weit mehr als die angegebenen 500PS oder so.

In den Papieren wird aber die Dauerleistung über 1h angegeben. Bei Verbrennern ist die Spitzenleistung oft kaum höher, da hier die Drehzahl der begrenzende Faktor ist und der Drehmoment eben technisch bedingt nicht deutlich höher werden kann.

Bei elektrischen Komponenten ist die thermische Belastung der begrenzende Faktor bei der Dauerleistung. Insbesondere des Akkus. Kurzzeitig geht da wie gesagt deutlich mehr.
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Re: Nenndauerleistung vs. Peak-Leistung

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    Spüli
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folder Mo 13. Nov 2017, 09:51
Moin!
Ich denke auch das die Kühlung der limitierende Faktor sein wird.
Die Motoren mit Permanentmagneten sind sehr empfindlich bei den Temperaturen. Die Drehstrom-Asynchonantriebe bei Tesla kann man theoretisch bis zum Glühen belasten. Auf diese Art lassen sich dann sicherlich auch 15kW-Motore mit sehr hohen Spitzenleistung definieren und vertreiben.
Gruß Ingo

Re: Nenndauerleistung vs. Peak-Leistung

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folder Mo 13. Nov 2017, 10:01
Spüli hat geschrieben:Die Drehstrom-Asynchonantriebe bei Tesla kann man theoretisch bis zum Glühen belasten.
Naja wenn die Isolierung der Wicklung schmilzt wird es unlustig. Also auch hier sollten Temperaturen über 100 Grad in der Wicklung vermieden werden.
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