*Nicht* reserviert

Re: *Nicht* reserviert

Beitragvon TeeKay » So 11. Feb 2018, 13:34

kriton hat geschrieben:
Eher mache ich mir Sorgen um das Unternehmen. Woher genau kommen diese hohen Verluste? Das ist von außen kaum zu beurteilen.

Das ist von außen ziemlich gut zu beurteilen. Die hohen Verluste kommen von:
- Zinsen (zuletzt knapp 170 Mio pro Quartal)
- Abschreibung auf kaum ausgelastete Anlagen (Anlagevermögen beträgt inzwischen 10 Mrd US-Dollar, was zu Abschreibungen von 500 Mio US-Dollar pro Quartal führt)
- Kosten für Mitarbeiter, die an kaum ausgelasteten Anlagen stehen und drauf warten, dass mal ein halbwegs fehlerfreies Auto vorbeikommt

Wenn Tesla sowohl Gigafactory als auch Autofabrik auf 5.000 Einheiten Model 3 pro Woche für Ende 2017 vorbereitete, aber nur 5.000 im ganzen Quartal baute, dann fallen hohe Fixkosten für Fabrik und Mitarbeiter an, denen keine Umsätze entgegenstehen. Jeder Tag, an dem eine voll ausgerüstete Produktionsstraße herumsteht und nicht mit voller Last produziert, ist ein schlechter Tag für Tesla. Dazu kommt, dass sie sogar 2 Produktionsstraßen vorhalten müssen - die Gigafactory läuft ja auch nicht auf vollen Touren.

Dazu kommen Entwicklungskosten in Höhe von inzwischen 350 Mio US-Dollar pro Quartal und ein riesiger Mitarbeiterapparat, der hauptsächlich mit Garantiereparaturen beschäftigt ist. 680 Mio pro Quartal fallen für Verkauf und Konzernbürokratie an.

Bei einer aktuellen Marge von 13,8% ohne CO2-Zertifikate bzw, 18,9% mit CO2-Zertifikaten müsste Tesla mindestens 3,6 Mrd. US-Dollar zusätzlichen Umsatz pro Quartal machen, um auf +-0 zu kommen. Dabei dürften dann aber die Kosten für Abschreibungen, Entwicklung, Vertrieb und Bürokratie nicht weiter ansteigen und die zusätzlichen Umsätze dürften maximal zu den Produktionskosten produziert werden, wie sie derzeit anfallen.

Das wären also 60.000 Autos zusätzlich im Quartal zu je 60.000 US-Dollar Nettopreis. Bei 120.000 zusätzlich pro Quartal und gleichbleibenden Kosten wären wir bei 680 Mio US-Dollar Vorsteuergewinn.

Da sich 60.000 Fahrzeuge zusätzlich pro Quartal mit dem aktuellen Service Center Netz aber nicht bewältigen lassen, würden ich konservativ mindestens 80.000 zusätzliche Verkäufe pro Quartal als notwendig ansehen. Alles steht und fällt mit dem Ramp Up der Model 3 Produktion. Beim aktuellen Cashverbrauch unter der Annahme, dass kein weiterer Kredit aufgenommen werden könnte, hält Tesla noch 7,5 Quartale durch.
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Beitragvon Vanellus » So 11. Feb 2018, 14:33

BernhardLeopold hat geschrieben:
Aber immer noch besser als Linkslenker :D .


:?: Ich weiß ja nicht was du fährst, aber ich fahre immer Linkslenker in Deutschland.
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Re: *Nicht* reserviert

Beitragvon flechtlicht » So 11. Feb 2018, 14:56

Berndte hat geschrieben:

Sion schon in Produktion? Verfolge das Thema nicht wirklich, aber meint ihr, der steht wirklich nächstes Jahr vor der Haustür?
Mit welchem Ladenetz?


Die Produktion wird gerade vorbereitet, aber klar, da kann noch einiges drunter und drüber passieren.

Er lädt mit 50 kW CCS und mindestens 11 kW Typ 2, 22 kW werden angestrebt, sind aber vielleicht doch zu teuer um sie umzusetzen.
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Re: *Nicht* reserviert

Beitragvon kriton » So 11. Feb 2018, 15:26

TeeKay hat geschrieben:
Das ist von außen ziemlich gut zu beurteilen. Die hohen Verluste kommen von:
- Zinsen (zuletzt knapp 170 Mio pro Quartal)
- Abschreibung auf kaum ausgelastete Anlagen (Anlagevermögen beträgt inzwischen 10 Mrd US-Dollar, was zu Abschreibungen von 500 Mio US-Dollar pro Quartal führt)
- Kosten für Mitarbeiter, die an kaum ausgelasteten Anlagen stehen und drauf warten, dass mal ein halbwegs fehlerfreies Auto vorbeikommt

Wenn Tesla sowohl Gigafactory als auch Autofabrik auf 5.000 Einheiten Model 3 pro Woche für Ende 2017 vorbereitete, aber nur 5.000 im ganzen Quartal baute, dann fallen hohe Fixkosten für Fabrik und Mitarbeiter an, denen keine Umsätze entgegenstehen. Jeder Tag, an dem eine voll ausgerüstete Produktionsstraße herumsteht und nicht mit voller Last produziert, ist ein schlechter Tag für Tesla. Dazu kommt, dass sie sogar 2 Produktionsstraßen vorhalten müssen - die Gigafactory läuft ja auch nicht auf vollen Touren.

Dazu kommen Entwicklungskosten in Höhe von inzwischen 350 Mio US-Dollar pro Quartal und ein riesiger Mitarbeiterapparat, der hauptsächlich mit Garantiereparaturen beschäftigt ist. 680 Mio pro Quartal fallen für Verkauf und Konzernbürokratie an.

Bei einer aktuellen Marge von 13,8% ohne CO2-Zertifikate bzw, 18,9% mit CO2-Zertifikaten müsste Tesla mindestens 3,6 Mrd. US-Dollar zusätzlichen Umsatz pro Quartal machen, um auf +-0 zu kommen. Dabei dürften dann aber die Kosten für Abschreibungen, Entwicklung, Vertrieb und Bürokratie nicht weiter ansteigen und die zusätzlichen Umsätze dürften maximal zu den Produktionskosten produziert werden, wie sie derzeit anfallen.

Das wären also 60.000 Autos zusätzlich im Quartal zu je 60.000 US-Dollar Nettopreis. Bei 120.000 zusätzlich pro Quartal und gleichbleibenden Kosten wären wir bei 680 Mio US-Dollar Vorsteuergewinn.

Da sich 60.000 Fahrzeuge zusätzlich pro Quartal mit dem aktuellen Service Center Netz aber nicht bewältigen lassen, würden ich konservativ mindestens 80.000 zusätzliche Verkäufe pro Quartal als notwendig ansehen. Alles steht und fällt mit dem Ramp Up der Model 3 Produktion. Beim aktuellen Cashverbrauch unter der Annahme, dass kein weiterer Kredit aufgenommen werden könnte, hält Tesla noch 7,5 Quartale durch.
TeeKay, das Ausmaß der Überkapazitäten und die Folgen kennen wir nicht. Evt steigen die Kosten in Verwaltung und Vertrieb auch noch deutlich, wenn erst einmal richtig produziert wird. Es ist nicht möglich einen break even zu berechnen, wenn man die Kostenstruktur nur so hoch aggregiert sieht.
warte auf den Sion
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Re: *Nicht* reserviert

Beitragvon Twizyflu » So 11. Feb 2018, 16:15

kriton hat geschrieben:
Das M3 hat sicher seine Käufer und zur Zeit vielleicht bis 2020 keine echte Konkurrenz. Aber was ist das für ein Vorsprung, wenn er in Europa selbst erst 2019 zögerlich auf den Markt kommt?

Eher mache ich mir Sorgen um das Unternehmen. Woher genau kommen diese hohen Verluste? Das ist von außen kaum zu beurteilen. Wieviel Verlust werden sie 2018 noch produzieren? Wenn sie dann endlich mal schwarze Zahlen schreiben, wie hoch ist dann der Berg an aufgelaufenem Gesamtverlust?


Naja was ist Verlust und was ist Investition.
Die Frage ist immer, wohin das Geld geht und ob das Produkt defizitär ist oder ob einfach große Expansionen bzw. Investitionen gemacht werden müssen (Store, Service, Supercharger, Fertigung) damit die Nachfrage bedient werden kann.
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Re: *Nicht* reserviert

Beitragvon TeeKay » So 11. Feb 2018, 17:13

kriton hat geschrieben:
TeeKay, das Ausmaß der Überkapazitäten und die Folgen kennen wir nicht. Evt steigen die Kosten in Verwaltung und Vertrieb auch noch deutlich, wenn erst einmal richtig produziert wird. Es ist nicht möglich einen break even zu berechnen, wenn man die Kostenstruktur nur so hoch aggregiert sieht.

Doch, das kennen wir sehr genau. Denn Tesla gab Produktionsziele aus, die verfehlt wurden. Hätten sie die Produktionskapazitäten von vornherein nicht auf die Ziele ausgerichtet, wären Investoren belogen worden. Das kann für einen Vorstand, einen Aufsichtsrat und ein Unternehmen böse enden. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass Tesla Produktionskapazitäten für mindestens 5.000 Model 3 pro Woche vorhält.
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Re: *Nicht* reserviert

Beitragvon mitleser » So 11. Feb 2018, 22:22

Eben. Und der buchstäbliche Cashflow geht jetzt erst richtig los. Als Ove (hotrodove) vor wenigen Tagen zur Auslieferung eines Model3 vor Ort in Fremont war sprach er davon, dass augenscheinlich alle 15min ein TM3 über die Ladentheke geht. Das mal hochgerechnet auf die gesamte US bei hochgefahrenem ramp up und schließlich übertragen auf Kanada und die EU...dann kann man die Zahlen von gestern getrost vergessen. Ashlee Vance hat in seinem Buch sehr schön beschrieben wie Musk als Geschäftsführer tickt. Don't worry - it's a feature. ;)
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Re: *Nicht* reserviert

Beitragvon Man-i3 » So 11. Feb 2018, 22:30

ich würde gerne EUR 50.000 gegen Rückversicherung (z.b AIG) an Tesla überweisen wenn ich dafür einen sicheren Liefertermin zum 01.Mai 2019 bekäme.....
i3 REx 60Ah seit 04/16, und noch'n paar Verbrenner
Fahrzeughersteller sind wie Heiratsschwindler :cry:
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