The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon The Mobility House » Mo 16. Nov 2015, 15:40

Hallo liebe Community,

Schön, dass so angeregt über dieses Projekt diskutiert wird.
Wir haben eure Beiträge mit Interesse gelesen und versuchen nun im Einzelnen dazu Stellung zu nehmen.

Generell gilt es einmal festzuhalten, dass wir in diesem Projekt vorrangig einen sogenannten "proof of concept" anstreben, also die technische und konzeptionelle Machbarkeit beweisen. Dazu haben wir zum einen eine direkte Anbindung an den Energiemarkt realisiert und auf anderer Seite eine Anbindung an das "Global data center" von Renault, um den Ladezustand des Fahrzeugs übermittelt zu bekommen. Welche Produkte daraus in Zukunft entstehen können ist momentan noch völlig offen. Wir haben natürlich ein paar Ideen, greifen aber auch eure Vorschläge und Anregungen gerne auf.

Nun zu euren Fragen/Anmerkungen:

Geht das nur zuhause?
Dieses Konzept geht theoretisch überall, sofern eine klare Zuweisung von EV und EVSE besteht und eine ausreichend lange Standzeit sichergestellt ist. Im öffentlichen Bereich haben wir hier sicherlich den Zielkonflikt, dass in kurzer Zeit möglichst viel Energie geladen werden kann. Aber ansonsten sehen wir eigentlich keine Einsatzgrenzen.

Wie stark kann der Strompreis sinken?
Reine Stromerzeugungskosten machen nur einen kleinen Anteil des Strompreises aus (ca. 4ct von 27ct), diese können reduziert werden. Größere Einsparungen sind dann möglich, wenn beispielsweise Netzentgelte oder EEG-Umlagen für gesteuertes Laden wegfallen. Was durchaus Sinn machen würde, da man durch kontrolliertes Laden das Netz schonen und bevorzugt regenerative Energien aufnehmen kann.

Ist der Strom 100% regenerativ?
An der Börse wird jeder Strom gehandelt. Aber wie bereits erwähnt sinkt der Preis besonders stark durch hohe Einspeisung von Erneuerbaren Energien, da diese immer Vorrang haben vor Energie aus konventioneller Erzeugung.

Ist das nur eine Ankündigung oder gibt es das Produkt schon?
Es handelt sich um ein Projekt mit Renault-Mitarbeitern in realem Einsatzbedingungen. Ein kommerzielles Produkt und wie dieses ausgestaltet sein wird gehen wir nach Projektende an.

Wie wird das Einschlafen verhindert?
Das hat uns zu Anfangs leichte Probleme bereitet, die Lösung ist allerdings relativ simpel. Wir setzen das PWM-Signal kurz vor dem Wiedereinschalten für wenige Sekunden auf 0V. Dadurch wird dem Fahrzeug suggeriert, dass es neu mit der Ladestation verbunden wurde und beginnt wieder zu laden.

Wenn das mit dem Übertragen der Daten an den Renault-Server so gut klappt wie bisher, kann es durchaus passieren, dass das Auto irgendwann mal in einigen Wochen geladen wird.
Auch wir haben Probleme bei der Datenübertragung des Zoe festgestellt. Das Fahrzeug ist davon unabhängig zum gewünschten Zeitpunkt geladen. Sollte es nicht möglich sein nach dem Einstecken des Fahrzeugs aktuelle SoC-Werte abzurufen, beginnt der Ladevorgang unverzüglich. Es kann für diesen Ladevorgang dann entsprechend kein günstiger Strom geladen werden.

Ich hoffe wir konnten die ein oder andere Frage klären und freuen uns auf weiteres Feedback.

Viele Grüße
Euer TMH Team
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Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon Volker.Berlin » Mo 16. Nov 2015, 15:44

Super Projekt! Wenn Ihr dasselbe mal mit Tesla machen solltet, und sei es auch nur Beta-Test-Proof-of-Concept-mäßig, ich wäre gern dabei!
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Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon Tho » Mo 16. Nov 2015, 15:47

Wird dazu ein gesonderert Stromzähler benötigt?
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Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon old.mipu » Mo 16. Nov 2015, 16:56

Klingt interessant, vorallem auch für Pendler, deren Fahrzeug eh etliche Stunden an einer Stelle steht. Die Frage wäre, welche Ladeinfrastruktur (wie viel kW-Ladeleistung?) man dafür bräuchte. Wenn man 8h steht, wäre die Ladeleistung zwar nicht sooo wichtig, außer der Strompreis würde während der Zeit sehr schwanken und damit das Aufladen unkalkulierbar machen.
Anderes Problem: man bräuchte wohl bei Pendler-Stationen mehrere Ladeanschlüsse, einmal für die "Dauerparker" und einmal für die, die nur schnell etwas aufladen möchten/müssen und sonst von den Dauerparkern blockiert werden würden.

Gut, dass ich in einer Ecke wohne, in der es zwar sehr viele Pendler gibt, aber keinerlei offizielle Parkmöglichkeiten in Bahnhofsnähe, wo man so etwas aufbauen könnte .... :?
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Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon bash_m » Mo 16. Nov 2015, 17:08

Der Strompreis steht doch am tag davor für jede Stunde des kommenden Tages fest. Richtig?
Es wäre also denkbar dass es eine TheMobilityHouse Ladestation mit smartgrid Zähler gibt die unabhängig vom eigentlichen Versorger den Strom verbucht und man könnte dann einfach in einer app einstellen zu welcher Tagesstunde man laden möchte. Dann sollte das zoe unabhängig funktionieren. Ähnlich economic grid von sennec.
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Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon Tho » Mo 16. Nov 2015, 18:36

Economic Grid braucht einen extra Zähler und Vertrag mit dem Netzbetreiber.
Das darf ja nicht über deinen normalen Zähler gehen, sonst wird es doppelt verrechnet.
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Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon tango » Mo 16. Nov 2015, 19:41

Also ich sehe das Projekt auch als sehr relevant und interessant an und hoffe, dass die Produktentwicklung nicht ewig dauert.

Vielen Dank für den Hinweis mit "PWM = 0V", werde ich in meinem eigenen Projekt gleich einsetzen.

Grundsätzlich wär es sehr freundlich, wenn nicht nur solche Projekte den SOC von Renault übermittelt bekämen, sondern "jeder". Bisher betreibt Renault ja einen wahren Datentresor. Vor allem wäre es aber wichtig, wenn diese Daten nicht pro Hersteller oder Automodell proprietär zur Verfügung stehen würden, sondern standardisiert.

Aus meiner Sicht braucht es keine "zwei Ladesäulen", also "netzverträgliche" und "schnelle", sondern es braucht nur einen "ASAP-Taster", also eine Auswahlmöglichkeit, dass ich mein Auto so schnell wie möglich geladen haben möchte anstelle von so netzverträglich (kostengünstig) wie möglich.

Längerfristig dürfte der Nutzen auch weniger bei den paar Zehntel-Cent liegen, die der Arbeitspreis rauf oder runter geht, sondern er liegt in der Netzverträglichkeit. Solange wir E-Mobilisten noch Exoten sind, ist alles wunderschön. Aber wenn mal in einem (Trafo-) Quartier 20 E-Autos abends um 18.00 Uhr heimkommen und dann alle mit 22 kW geladen werden, gehen reihenweise die Ortsnetztrafos in die Knie. Oder bei einem Unternehmen, dass mal 20 E-Autos auf dem Mitarbeiterparkplatz stehen hat, wird sich morgens um 9:00 Uhr über die Lastspitze von 400 kW herzlich bedanken. Da ist der Arbeitspreis nur noch die Rundungsstelle, da schlägt dann der Leistungspreis zu.

Das Problem ist relevant und wichtig, aber (noch) nicht dringend. Freu mich über weitere Infos dazu!
Gruß

tango

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Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon umberto » Mo 16. Nov 2015, 19:59

Danke für die Stellungnahme. Dann macht mal weiter. Die Idee ist grundsätzlich gut, aber auch ich würde einen "Open Data"-Ansatz begrüßen.

Gruss
Umbi
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Re: The Mobility House lädt Zoe strombörsenpreisabhängig

Beitragvon HubertB » Di 17. Nov 2015, 10:27

The Mobility House hat geschrieben:
Ist das nur eine Ankündigung oder gibt es das Produkt schon?
Es handelt sich um ein Projekt mit Renault-Mitarbeitern in realem Einsatzbedingungen. Ein kommerzielles Produkt und wie dieses ausgestaltet sein wird gehen wir nach Projektende an.


Schade dass das auf Renault Mitarbeiter begrenzt ist. Das hätte ich gerne mit getestet.
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Re: TMH RENAULT vs. der Fahrzeugbesitzer

Beitragvon eDiver » Di 17. Nov 2015, 12:18

Noch eine Frage an TMH/Renault:


WIE SIEHT ES MIT DEM VERSCHLEISS AUS WENN DAS EV DEN GANZEN TAG AM LADEKABEL HAENGT ?
DIE ELEKTRONIK (BEI KAELTE/HITZE) 8Stunden vor sich hin orgelt ...

Statt nur alle 2-3 Tage mal fuer ca 1-2Stunden zu laden nun beim Arbeitgeber (oder DAHEIM) taeglich
~8 Stunden die Elektronik "belasten" (bis hin zum Verschleiss am sauteuren Ladeequipment) ...
Nur mal als Beispiel ein Luefter vom Lader - was kostet der als Ersaztteil (bekommt man den von den
ersparten Stromkosten
?!) ;)


Die Idee des V2G definitiv zu unterstuetzen ... aber bei den Begleitumstaenden bleiben halt Fragen ...
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