Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon meta96 » Do 18. Apr 2013, 18:42

Guy hat geschrieben:
meta96 hat geschrieben:
mein Vater würde noch sagen, tue dort sicherheitshalber einen "Vorspann" rein

Hast du schon mal ein solches Kabel über diese Strecke nachträglich durchgezogen? Bei uns hat es drei Mann benötigt, ging allerdings nur noch um zwei Meter. Ein mal runter auf einen Meter Tiefe, 25 Meter gerade aus und wieder hoch, das ist fast nicht mehr zu machen.


Mein Vater ist halt noch alte Schule. Nein, also gedacht war eher für die Steuerleitung (eigens Rohr!), da sollte es mit einem Vorspann und nachträglichen einziehen schon möglich sein, ok 25m, dann vielleicht gleich mitverkabeln ...

Eigentlich sollte man mit 16mm2 für 2 x 11kW (Hausanschluss einmal weggedacht) auskommen (würde dann auch für 1 x 22kW reichen, oder?). Ist sicher nicht blöd, wenn man eh neu baut, gleich 16mm2 zu verlegen (beim Zähler aber schauen, dass man auch 16mm2 anschließen kann!). Wichtig ist es, dem Elektriker sagen, was da rein kommt, weil es doch noch manchmal unterschätzt wird ... bin aber hier eher der Ingenieur ("viel g'lernt, aber nix verstanden") und nicht der Polier ("wenig g'lernt, dafür kennt er sich aus") ;)
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Beitragvon shark1 » Fr 3. Mai 2013, 16:20

Also bei 30m und einem ZOE würde ich nicht man Querschnitt sparen, denn jedes 1V Spannungsfall must du bezahlen. Dann lieber einen ausreichenden Querschnitt in Aluminium legen. Alu-Kabel (NAYY oder besser NA2X2Y) kostet pro Meter fast nichts.
Zusätzlich würde ich das Kabel in ein Kabelschutzrohr DN125 oder DN160 (KG-Rohr aus dem Baumarkt geht auch und kostet ja fast nichts) und noch zusätzlich ein DN110-Leerrohr verlegen. Der graben ist ja nur einmal offen und die Kosten sind der Bagger, Sand etc. Bei nicht allzusteinigem Boden kann man aich mit einem Kabelschutzrohr ggf. das einsanden sparen.

Ein und nachziehen ist bei korrekter Verlegung der Rohre kein Problem. Diese sind auch Wasserdicht und daher bei richtiger Abdichtung an den Enden vollkommen problemlos.
Ohne jetzt gerechnet zu haben würde ich ein NAYY-O 4x50 + NAYY-J 1x25 vorschalgen als Stromleitung.

Zusätzlich würde ich einen Erder in der Nähe der Ladestaion aus sicherheitsgrüden verlegen. Bei der Ladestation dann einen Rittal-Schrank hin, in den ein Al/Cu-Klemmkasten kommt und die Ladestation selbst.

MfG.
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Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon shark1 » Fr 3. Mai 2013, 16:36

Richtige Vorbehandlung der Alukabel beim Klemmen ist zu beachten.
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Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon meta96 » So 5. Mai 2013, 21:10

shark1 hat geschrieben:
Also bei 30m und einem ZOE würde ich nicht man Querschnitt sparen, denn jedes 1V Spannungsfall must du bezahlen. Dann lieber einen ausreichenden Querschnitt in Aluminium legen. Alu-Kabel (NAYY oder besser NA2X2Y) kostet pro Meter fast nichts.
Zusätzlich würde ich das Kabel in ein Kabelschutzrohr DN125 oder DN160 (KG-Rohr aus dem Baumarkt geht auch und kostet ja fast nichts) und noch zusätzlich ein DN110-Leerrohr verlegen. Der graben ist ja nur einmal offen und die Kosten sind der Bagger, Sand etc. Bei nicht allzusteinigem Boden kann man aich mit einem Kabelschutzrohr ggf. das einsanden sparen.

Ein und nachziehen ist bei korrekter Verlegung der Rohre kein Problem. Diese sind auch Wasserdicht und daher bei richtiger Abdichtung an den Enden vollkommen problemlos.
Ohne jetzt gerechnet zu haben würde ich ein NAYY-O 4x50 + NAYY-J 1x25 vorschalgen als Stromleitung.

Zusätzlich würde ich einen Erder in der Nähe der Ladestaion aus sicherheitsgrüden verlegen. Bei der Ladestation dann einen Rittal-Schrank hin, in den ein Al/Cu-Klemmkasten kommt und die Ladestation selbst.

MfG.
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Hi, danke.

... wieviel mm2 würdest Du pro Phase in Kupfer und als Alternative in Alu für eine Länge von 10m vorsehen?
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Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon evolk » So 5. Mai 2013, 21:29

Alu als Alternative zu Kupfer - da habe ich mit dem Berater von der Energie AG auch gesprochen. Er hat aber auch gesagt, Alu müsste um einiges dicker sein u. so groß ist der Preisunterschied dann auch nicht.

Das Kabel kostet € 246,- mit 5x10mm2, 30 m Länge (exkl. MwSt.). 5x6mm2 hätte grad 40 Euronen weniger gekostet. Schlimmer ist da schon, dass mein ganzer Verteilerschrank neu gemacht werden muss. :(
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Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon Jogi » So 5. Mai 2013, 21:43

Wegen ein paar Euronen Ersparnis beim Material würde ich auch nicht auf Alu gehen.

Für dauerhaft zuverlässige Kontakte muß man bei Alu zusätzlichen Aufwand betreiben, der bei so 'n paar Metern Kabel schnell teuerer wird als das Kabel selbst.

...und nachträgliches Ändern/Umklemmen wird erst recht problematisch...
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon shark1 » Mo 6. Mai 2013, 21:42

Also alle VNBs (frühr EVUs) legen schon seit Jahren alles in Alu und da gibt es nie Probleme. Wenn Alu mit den richtigen Klemmen und Vorgehensweise verarbeitet ist das problemlos. Wir haben im Sommer in einer Gewerbehalle Kabel gezogen 56m 4x25 Cu 700€uro, 4x35 Alu 200€uro.

Was beim Laden von E-Autos recht viel ausmacht ist der Spannungsfall im Betrieb, da recht häufig und längere Zeit "Volllast" gefahren wird. Deswegen würde ich bei 22kW und 30m lieber richtig Reserve legen. Das ist mit Alu halt viel günstiger (30m NAYY-J 4x50 (entspricht 4x35 Cu) kostet 110€ +USt inkl. Alu).

Wenn man ein Leitwertgleiches Kupfer und Alukabel haben will, muss man den Kupferquerschnitt mit ca. 1,6 multiplizieren. Da ergeben sich nicht wahnsinnige Querschitte. Also anstatt 10mm² Cu halt 16mm² Al.

Wir legen hier fast alles >10mm² in Alu.


@meta96
Kommt natürlich auf die Leistung an. Wenn du zB 22kW Drehstrom benötigst (ZOE). Dann berechnet sich das wie folgt:

P = sqrt(3)*I*U*Cos(phi) --- Cos(phi) nehme ich jetzt mal mit 0,9 an

I = 22000W/(sqrt(3)*400V*0,9) = 35,28A

ro_Cu = 0,01786Ohm*mm²/m
ro_Al = 0.030Ohm*mm²/m
A = sqrt(3)*I*cos(phi)*l*ro/1V
A_Al = sqrt(3)*35,28A*0,9*10m*0,03Ohm*mm²/m/1V = 16.49mm²
A_Cu = sqrt(3)*35,28A*0,9*10m*0,01786Ohm*mm²/m/1V = 9.81mm²

Schon dieses 1V heizt im Kabel bei 22kW mit 61,10W


Also kann man NAYY 5x16 Al oder NYY 5x10 Cu legen.
Auch ein 5x6 Cu ist noch vertretbar, kleiner geht aber nicht mehr, denn dann kommt die thermische Belastberkeit ins Spiel. Es kann auch bei 35A schon sowieso 5x10 nöig sein (Bündelung, Umgebungstemperatur, etc...).

Für die 30m um die es eigentlich geht seht das etwas anders aus.

A = sqrt(3)*I*cos(phi)*l*ro/deltau
deltau = sqrt(3)*I*cos(phi)*l*ro/A
deltau_Cu = sqrt(3)*35,28A*0,9*30m*0,01786Ohm*mm²/m/10mm² = 2.93V
deltau_Al = sqrt(3)*35,28A*0,9*30m*0,03Ohm*mm²/m/50mm² = 1V

Also heizen wir entweder mit sqrt(3)*2,93V*35,28A=179W oder mit sqrt(3)*1V*35,28A=61,1W

Bei 6mm² und 30m heizt man sogar mit 300W.

Das genze mal Stunden und Tage und dann lohnt sich vielleicht auch noch ein NAYY 4x150 ;)

Einzig wichtge ist richtige Al/Cu-Kemmen und vernüpftige Arbeit.
http://forum.electronicwerkstatt.de/php ... _bs45.html

PS: Ja ich weiß, dass die VDE 3% Spannungsabfall zulässt. Ausnutzen würde ich das aber beim Autoladen nicht, außer ich habe eine Ladestation an der normalerweise nur ein MieV, Leaf, etc. mit 3,6kW lädt und nur 10 mal im Jahr ein ZOE, Smat,.. mit 22kW. Sollte man die 12V Spannungsfall ausnutzen, dann würde man mit 0,733kW nur die Leitung heizen.

Bei Kupfer sind aber allzugroße Querschnitte wieder Kontraproduktiv, da die Herstellung von Cu im Verhältins zu Alu viel energieintensiver ist (Stichwort: Grauenergie)
Zuletzt geändert von shark1 am Di 7. Mai 2013, 01:22, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon Robert » Mo 6. Mai 2013, 22:01

Shark1, Danke für die Top Info ! Der Verlustunterschied ist ja irr ! :shock:
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon shark1 » Mo 6. Mai 2013, 22:44

Ja, das ist der Grund warum die VNBs (Verteilungsntzbetreiber) nicht mit Querschnitten geizen und zu jedem Haus 4x35Al oder 4x50Al verlegen. Denn jede kWh, die in deren Leitungsnetz in Wärme umgesetzt wird können sie nicht verkaufen.
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Re: Planung für ZOE Garten-E-Tankstelle

Beitragvon Turbothomas » Di 7. Mai 2013, 07:18

Da empfiehlt sich die Verlegung unter dem Gehweg vor dem Grundstück, dann spart man sich im Winter das Schneeschippen.
:lol:
Ciao
Thomas
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- Wer DC-Lader (CCS) kauft unterstützt die Abzocke zukünftiger E-Mobilisten (wie bei Benzin und Diesel)

SMART... = Spionage => zurück zu "Finger weg von meinen Daten!"
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