Ladezeit im Winter

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

Ladezeit im Winter

Beitragvon Hartmut » Mi 22. Apr 2015, 22:24

Hallo Ihr Ladespezialisten zusammen,

bin hier neu und habe ein paar Fragen zum Thema, da ziemlich verzweifelt.
Fahre und lade seit Sept 2014 die Zoe meist an 22 KW.
Die Ladezeiten stiegen (wie ich jetzt hier lese auch bei anderen) bei kalten Temp. drastisch an.
Bei mir bis zum dreifachen, bezogen auf vergleichbare Kapazitätsstände.
Ahnungslos, wie ich war, suchte ich drei mal die Werkstatt auf,
die waren auch ahnungslos und erfuhren von der Techline: alles normal.
Wird die Temp. im Akku gemessen und wird je nach Temp. die Ladeleistung
von der Elektronik runtergeregelt?
Warum wird überhaupt runtergeregelt und warum kann ich die Regelung in Richtung "schneller" beeinflussen,
indem ich kurz vor dem Laden 5 km Vollgas fahre? Heizt der Akku um den Fühler auf?
Kann ich anderweitig die Ladezeit im Winter verkürzen ?
Gibt es Unterschiede je nach Baujahr?

Meinen Händler konfrontierte ich mit der überall zugesagten 1 Std. 80% bei 22 KW,
diese zugesagte Eigenschaft muß für das ganze Jahr gelten, kein Wort und kein Satz dazu,
dass eine Reiseplanung für Langstrecken im Winter illusorisch ist und ich trotz 22 KW Ladung
mit Ladezeiten bis zu drei Std. (ohne die zwei Std Balancing am Ende) rechnen muss.
(die Reichweitenreduzierung bei Kälte ist dagegen beschrieben und erklärt)
An RWE Ladestellen wird nach Ladezeit abgerechnet, also steigen die Ladepreise auf das zwei-bis dreifache.

Das Thema scheint für Renault ziemlich heikel, weder der Händler noch ich erhalten Antwort
von höheren Stellen dazu, ausser "alles ganz normal". Ich finde diese erhebliche Nutzungseinschränkung
nicht normal.

Würde mich über Euer Feedback freuen, auch wenn jetzt die Temperaturen steigen.
Gruss Hartmut aus Ehlscheid
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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon Twizyflu » Mi 22. Apr 2015, 23:06

Also zum Abrechnen: da hast du recht.
Das checken die wohl nicht.

Zum Laden. Das ist so. Ja.
Je kälter desto höher der innere Widerstand in den Zellen.
Warmfahren hilft aber eher normal fahren und das dafür fa 40 km.
Denn wenn du den treibst ist das net gut für die Zellen.
ist so wie einen kalten Verbrennungsmotor heizen lassen.

Wenn die Zellen warm gefahren sind lädt er auch schneller. Eine Heizung hat er nicht. Nur eine Kühlung.
Ja das ist leider so. Auch die Rekuperation ist dann gedrosselt und das hat seinen Grund...
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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon joa » Do 23. Apr 2015, 08:09

Hallo Hartmut,

nicht verzweifeln. Du musst Dich nur darauf einstellen, d.h. keinen kalten Akku laden.

Wenn Du z.B. pendelst, lädst Du im Winter den Akku abends nach dem Heimkommen auf. Wenn Du längere Strecken fahren willst, ist es eigentlich auch kein Problem, denn nach ca. 60 km (+/-) ist der Akku auch im Winter so warm, dass er ANNÄHERND so schnell lädt wie versprochen (Balancing ist immer außen vor). D.h. Du startest vollgeladen und wenn Du das nächste mal laden musst, ist der Akku schon warm (zumindest wärmer).

Du wirst im Winter auch die Erfahrung machen, dass, wenn Du abends auf 100% lädst, am nächsten Morgen meist nur noch 97 oder 98% übrig sind, dann einfach nochmal kurz nachladen, wenn Du wirklich einen vollen Akku brauchst. Ich nehme an, dass die SoC über die Zellenspannungen ermittelt werden (ob auch die Zellentemperatur mit eingeht, weiß ich nicht) und wahrscheinlich (ich bin kein Elektriker) nimmt die Zellenspannung leicht ab, wenn die Zellen nach dem Laden wieder kalt werden (sie heizen sich durch das Laden anscheinend ein wenig, aber nicht sehr viel auf, hierzu habe ich im Forum schon uneinheitliche Informationen gelesen).

Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

Grüße, Joachim
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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon eDEVIL » Do 23. Apr 2015, 09:06

Dieses "Topping" würde ich nicht empfehlen. Besser Abends auf 50% Aufladen und dann per Time morgen rechtzeitig starten lassen. Vorteil: der akku ist durch das LAden angewärmt

Wie gut verbaut ist der Akku bei Zoe. Köntne man da Heizmatten nachrüsten? Bei mir steht der halt immer draußen.
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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon joa » Do 23. Apr 2015, 09:19

eDEVIL hat geschrieben:
Besser Abends auf 50% Aufladen und dann per Time morgen rechtzeitig starten lassen. Vorteil: der akku ist durch das LAden angewärmt


Kann man natürlich auch machen. Aber, wie gesagt, das "Topping" genügt ja für die Fälle, in denen man wirklich jeden Kilometer braucht, normalerweise ist es ja unproblematisch, mit angezeigten 97% oder so loszufahren (was dann wirklich im Akku ist, ist wieder eine andere Sache). Deine Methode erfordert ein klein wenig Planung (man muss zumindest daran denken, die Ladung wieder zu unterbrechen, das geht halt nicht automatisch, und dann den Ladetimer einstellen). Für das "Topping" genügt Tür auf - Tür zu und schon wird nachgeladen.

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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon eDEVIL » Do 23. Apr 2015, 09:34

Muß mir mal den ALdetimer anschauen. Kann amn da nicht zwei Timer einstellen? Also einen für Abends und einen für morgens?
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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon smartadvisor_1 » Do 23. Apr 2015, 10:48

Ich stelle im Winter für morgens die Klimatisierung/Standheizung ein, die beginnt etwa 30 Minuten vor dem Abfahrtermin und dann wird auch die Akkuladung neu gestartet, z.B. von 97 auf 100%. Das ist gut in den Ladeprotokollen zu sehen. Am Anfang habe ich mich gewundert, warum die letzte Ladung am morgen war, aber es war jedesmal die Zeit mit Klimatisierung.
Damit hast Du also zwei "Ladetimer" einmal Ladetimer, z. B. ab 23 Uhr, dann Timer für Vorklimatisierung z.B. 6.30 Uhr (Innenraum warm und Akku 100%).
In den letzten drei Wochen ist die morgentliche Reichweite bei uns kontinuierlich von rund 100 auf 120 km gestiegen. Im Winter war es oft unter -10°C und das Auto steht nur im Carport.

Gruß, Stefan
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Elektromobilität ist keine Frage der Kosten, der Ladung oder der Reichweite - sie ist eine Frage der WERTE !
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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon jo911 » Do 23. Apr 2015, 14:29

Es gibt eine kleine Einschränkung: Ich habe an einem Wochenende wegen der PV nur mit einer Phase(3,7kW) geladen, den Wagen dann nicht gebraucht und für den nächsten Morgen dann Vorklimatisierung programmiert.
Die Vorklimatisierung hat dann zum Verbrauch beim Akku geführt, es waren dann also unter 90% im Akku!

Anscheinend holt sich die Heizung bei Minusgraden ca. 1kW pro Phase und mußte darum aus dem Akku ergänzen(nur meine Vermutung). Weiß das jemand genauer?

VG Günter
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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon joa » Do 23. Apr 2015, 14:36

Ja, so hab' ich's auch im Winter oft gemacht, Vorheizung mit Nachladen verbunden.

@eDEVIL: jetzt habe ich doch gerade nochmal nachgesehen und eine mir bislang unbekannte Funktion entdeckt: im Ladetimer gibt es den Kalender und hier kann man tatsächlich außer einer Startzeit auch eine Stoppzeit eingeben. Ich habe bisher immer nur den "Einmal-Ladetimer" benutzt und der frisst nur die Startzeit.

Also könnte man tatsächlich einstellen, dass die Zoe abends z.B. nur eine Stunde lädt (geht leider nicht SoC-gesteuert). Und für den nächsten Morgen dann eine entsprechende neue Startzeit einstellen. Was ich jetzt auf die Schnelle nicht gesehen habe, ist, ob es die Möglichkeit gibt, zwei Ladezeiten pro Tag im Kalender einzugeben. Hier könnte der Teufel im Detail stecken, wahrscheinlich geht das nicht.

Und ich weiß auch nicht, wie sich der Kalender mit dem Einmal-Timer verträgt. Ob man z.B. im Kalender immer die Abendladung und im Einmal-Timer die Morgenstartzeit einstellen könnte und beide beachtet werden????

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Re: Ladeleistung kalter Akku bei Minusgraden - Grafiken

Beitragvon Hartmut » Do 23. Apr 2015, 20:23

Hallo liebe Zoe-Fans,

es gibt durchaus auch ein anderes Nutzungsverhalten als Ihr es kennt.
1. eure Vorheizgeschichten bringen rein gar nichts, sie heizen den Akku nicht auf.
2. ich fahre morgens bergab (wenig Leistungsabfrage) 16 km zur Arbeit (Akku nicht warm genug)
einen km vorher hänge ich den Wagen an die 22 KW Dose, steige um aufs Klappfahrrad
mit dem ich nach Ablauf der Restzeit zurückkomme, packe mein Fahrrad ein und düse
1 km zur Arbeit. In der Ladezeit arbeite ich, belege aber für andere Zoes der Stadtwerke
stundenlang den Ladeplatz. Verlorene Zeit = 2 x 1 km Fahrrad = sportliche Betätigung.

Gleiches am Wochenende, 16 km in die Stadt, dort zwei 22 KW Dosen,
die Besorgungen in der Stadt dauern aber keine drei Std. Das Laden zuhause ist zwar möglich,
ich will aber die öffentliche Ladeinfrastruktur nutzen (übrigens kostenlos).

Die zugsicherte Beschaffenheit des Fahrzeuges ist nur halbjährig erfüllt,
das interessiert bei Renault scheinbar gar keinen, weil alle still halten und die nicht
kommunizierten erheblichen Nutzungseinschränkungen hinnehmen.
Ich will für mein Geld doch die zugesicherten Leistungen und nicht stundenlang rumstehen.
Ist Euch das allen egal?
Der Schutz des Akkus ist doch nur einprogrammiert, weil die Batterie Renault gehört
und die möglichst lange verdienen wollen.
Wenn ich kurzzeitig Vollgas fahre, heize ich an der Stelle wo der Temp.fühler sitzt auf,
bescheisse das Programm, es läd, trotzdem der Akku noch kalt ist,
schnell und der Akku geht auch nicht kaputt, ist doch alles kukulores.

Gruss Hartmut

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