Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon tango » So 14. Mai 2017, 19:18

Leider kann man bei der ZOE ja die Ladeleistung nicht im Fahrzeug einstellen. Bei den meisten Heim-Wallboxen kann man das mehr oder weniger einfach außerhalb des Fahrzeugs einstellen, oft nicht komfortabel, aber immerhin. Daheim ist eine Begrenzung der Ladeleistung dann sinnvoll, wenn man z.B. möglichst viel Solarstrom in der Batterie einspeichern möchte.

Unterwegs ist eine Begrenzung der Ladeleistung meist nicht erwünscht, da will man so schnell wie möglich laden.

Nun gibt es aber für Besitzer der ZOE 210 mit 43 kW-Lader mitunter Schwierigkeiten bei der Ladung an 43 kW-Ladesäulen, legendär sind die "Schnelllader" der EnBW in Baden-Württemberg, die laden bekanntlich selten oder nie.

Nun wäre es ggf. interessant, die angeforderte Ladeleistung IM Fahrzeug so zu manipulieren, dass das Fahrzeug zunächst mal z.B. mit 22 kW beginnt. Wenn das klappt, könnte man die Ladeleistung "hochdrehen" und schauen, ab wann die ZOE aussteigt.

Aber auch daheim könnte das angenehm sein, wenn man z.B. eine Zielzeit hat, zu der das Auto aufgeladen sein soll, könnte man die Leistung hoch- oder runterdrehen, bis es passt.

Wie also könnte man das anstellen?

Mein Gedanke ist im Moment der serielle Einbau eines Trimm-Potis (ca. 1k) in die PP-Leitung direkt hinter der Ladebuchse:

Ladestation-Kabel-Fahrzeug.png
Ladebox - Ladekabel - E-Auto

Bei höherem Widerstand auf der PP-Leitung sinkt die Ladeleistung des Fahrzeugs.

Fragen:
  • Hat schon jemand Erfahrungen mit einer solchen Schaltung gemacht?
  • Wird das Fahrzeug die Ladeleistung auch zur Laufzeit ändern?
  • gibt es bekannte Nebenwirkungen, die nicht bedacht sind?
Gruß

tango

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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon BernhardLeopold » So 14. Mai 2017, 20:08

tango hat geschrieben:
Mein Gedanke ist im Moment der serielle Einbau eines Trimm-Potis (ca. 1k) in die PP-Leitung direkt hinter der Ladebuchse:
Bei höherem Widerstand auf der PP-Leitung sinkt die Ladeleistung des Fahrzeugs.

Fragen:
  • Hat schon jemand Erfahrungen mit einer solchen Schaltung gemacht?
  • Wird das Fahrzeug die Ladeleistung auch zur Laufzeit ändern?
  • gibt es bekannte Nebenwirkungen, die nicht bedacht sind?


=> Ich habe das BMW-Schnarchladekabel so (http://www.thomasknauf.de/i3_16A_Laden.html) manipuliert, dass der Widerstand im fahrzeugseitigem Typ2-Stecker des Kabels über einen Kippschalter zwischen 13 A (1500 Ohm) und 20 A (680 Ohm) umgeschaltet werden kann. Die ZOÉ (Q210) ändert sofort nach Umschalten den Ladestrom.

=> Die Begrenzung des Ladestroms über den PP Kontakt ist nur in den Stufen der https://de.wikipedia.org/wiki/IEC_62196 möglich, also 13 A, 20 A, 32 A etc.

=> Solange man nur einen Widerstand parallel zum PP des Kabel schaltet, ist man auf der sicheren Seite, da kein höherer Strom als laut Kabel zulässig fließen kann.
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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon ecopowerprofi » So 14. Mai 2017, 20:42

tango hat geschrieben:
Aber auch daheim könnte das angenehm sein, wenn man z.B. eine Zielzeit hat, zu der das Auto aufgeladen sein soll, könnte man die Leistung hoch- oder runterdrehen, bis es passt.

Für zu Hause kann man ja eine einstellbare Ladebox nehmen. Der ZOE ändert die Ladeleistung sofort aber die Änderung der Anzeige im Display kann schon mal bis zu eine Minute dauern.

tango hat geschrieben:
Nun gibt es aber für Besitzer der ZOE 210 mit 43 kW-Lader mitunter Schwierigkeiten bei der Ladung an 43 kW-Ladesäulen, legendär sind die "Schnelllader" der EnBW in Baden-Württemberg, die laden bekanntlich selten oder nie.
Nun wäre es ggf. interessant, die angeforderte Ladeleistung IM Fahrzeug so zu manipulieren, dass das Fahrzeug zunächst mal z.B. mit 22 kW beginnt. Wenn das klappt, könnte man die Ladeleistung "hochdrehen" und schauen, ab wann die ZOE aussteigt.

Eine einfache Lösung wäre den PP-Widerstand umschaltbar zu machen. Also mit 220 Ohm beginnen und dann auf 100 Ohm umzuschalten. Da aber an den 43 kW Lader ein Kabel fest angeschlossen ist, kann man höchstens ein Adapter Typ2 m -> Typ2 w nehmen und den dann auf das 43 kW Kabel stecken wobei der PP-Widerstand zur ZOE hin dann 220 oder 100 Ohm beträgt.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon Linoair » So 14. Mai 2017, 20:52

Dann kann man eine stufenlose Anpassung der Ladeleistung also nur über das pulsweitenmodulierte Signal erreichen!?

Ich bin auch immer noch auf der Suche nach einer Möglichkeit die Ladeleistung automatisch stufenlos während des Ladevorgangs anzupassen um beim Laden mit unserer Solaranlage den aktuell verfügbaren Überschuss ins Auto zu "füllen"...
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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon ecopowerprofi » So 14. Mai 2017, 21:33

Linoair hat geschrieben:
Dann kann man eine stufenlose Anpassung der Ladeleistung also nur über das pulsweitenmodulierte Signal erreichen!?

So ist es. Da hilft nur eine geregelte WB.

Linoair hat geschrieben:
Ich bin auch immer noch auf der Suche nach einer Möglichkeit die Ladeleistung automatisch stufenlos während des Ladevorgangs anzupassen um beim Laden mit unserer Solaranlage den aktuell verfügbaren Überschuss ins Auto zu "füllen"..

Hier die einfache und kostengünstige Lösung:
prinzip_s0_emobil.pdf
(52.89 KiB) 30-mal heruntergeladen
Die Ladeleistung folgt dem PV-Angebot

Die etwas teurere Lösung sieht so aus:
prinzip_bpr_emobil.pdf
(59.63 KiB) 25-mal heruntergeladen
Da wird die Ladeleistung exakt nach dem zur Verfügung stehenden Überschuss angepasst. Gleichzeitig kann man auch die Bezugsleistung bei fehlenden PV-Erzeugung begrenzen. An Stelle unseres BPR's kann man auch die Information aus vielen Solarüberwachungseinrichtungen bekommen.
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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon TobsCA! » Mo 15. Mai 2017, 05:59

Beim Twizy hat sich Dexter mit der Materie beschäftigt.
Das letzte große Feature war eben genau eine Ladegeschwindigkeitsanpassung.
Konnte man per App einfach umstellen.

MfG
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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon Linoair » Mo 15. Mai 2017, 08:09

Wow, sieht auch interessant aus, das wäre also eine fahrzeugseitige Anpassung der Ladeleistung, wahrscheinlich über den CAN Bus...

Danke auch an den Tip von ecopowerprofi, allerdings wollte ich nicht gleich meine gesamte Ladestation ersetzen... D0 Zähler und 11 kW Ladestation sind ja schon vorhanden...
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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon tango » Mo 15. Mai 2017, 11:09

Vielen Dank für Eure Gedanken und Anregungen. Ich halte mal fest:

  • Ein Eingriff über den Widerstand auf PP wird die Ladeleistung nur in den vorgesehenen Stufen 43 kW/22 kW/11 kW reduzieren, das ist ziemlich grob und entspricht nicht meinem Ziel
  • Ein Eingriff über den CAN-Bus wäre das Einfachste und Wirkungsvollste, es wäre nur etwas Software nötig. Allerdings hat es wohl noch niemand geschafft, Daten auf dem CAN-Bus zu schreiben (im Gegensatz zum Twizy)
  • Der Eingriff über die Wallbox ist relativ einfach, ein Lademanagement ist zwar wie beschrieben vergleichsweise einfach möglich, aber ohne Kenntnis des realen Ladestandes des Akkus und bei einem vergleichsweise kleinen Akku auch nicht wirklich sinnvoll, allenfalls Kosmetik. Außerdem hilft diese Lösung nicht bei den EnBW-"Schnell"-Ladesäulen.

Bliebe also noch eine Manipulation des PWM-Signals. Also an der Fahrzeugbuchse das PWM-Signal abgreifen, auswerten und ein neues PWM-Signal an das Fahrzeug weitergeben. Es müsste sichergestellt sein, dass eine Veränderung lediglich hin zu niedrigeren Ladeleistungen möglich ist. Ist etwas aufwendiger, als die Manipulation des PP-Widerstandes, aber nicht so unmöglich, wie Daten auf den CAN-Bus zu schreiben.

Bitte keine Hinweise auf Aspekte der Garantiebestimmungen. Das ist klar, das Renault hier nicht kooperieren wird. Es ist auch mehr eine theoretische Überlegung, die ggf. mal in einem Experiment münden könnte, nicht in einem marktgängigen Produkt!

Kennt jemand eine Schaltung für einen PWM-Manipulator? Ob man den dann in einem Adapterstecker Typ2-F auf Typ2-M oder direkt hinter der fahrzeugseitigen Dose einschleift, ist fürs erste mal ohne Bedeutung
Gruß

tango

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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon Berndte » Mo 15. Mai 2017, 11:54

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Re: Einstellbarkeit der ZOE-Ladeleistung

Beitragvon tango » Mo 15. Mai 2017, 15:01

Danke Berndte,
jetzt wäre die Frage, an welcher Stelle genau DU da Trimmpoti eingesetzt hast. Vermutlich auf Seiten der Wallbox. Wenn ich es richtig interpretiere, dann setzt der Ladecontroller in der Wallbox das dann in ein PWM-Signal um, das die ZOE dann in Ladeleistung umsetzt. Das wäre ein anderer Ansatz, als die Manipulation auf Seiten des Autos, die hätte nämlich leider keinen Einfluss auf das PWM-Signal.
Oder irre ich?
Gruß

tango

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