Anfängerfragen

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

Anfängerfragen

Beitragvon benjy1981 » Mi 6. Dez 2017, 00:25

Hallo zusammen,

ich möchte mir recht zeitnah eine ZOE Intens zulegen, eine gebrauchte R240 (BJ Ende 2015) soll es werden für ~15.000€. Ist das ein fairer Preis? Neu gibt es die ZOE Intens ja ab 18.800€... sind die knapp 4.000€ Wertverlust realistisch? Bei einem Benziner wäre das wohl ziemlich wenig...

Zu meinem Fahrprofil und den Fragen hinsichtlich des Ladens:
Mein zukünftiger Arbeitgeber ist ~25km entfernt, es handelt sich um einen Zweitwagen, den großen Akku brauche ich daher nicht. Gelanden werden soll beim Arbeitgeber (muss da aber erst noch für die MA freigegeben werden, kann also noch dauern), alternativ habe ich auch eine eigene Garage, wo ich eine Wallbox installieren lassen möchte. Und da geht es dann auch los mit den vielen Fragezeichen.

Die Garage ist ca. 50m weit von meinem Wohnhaus entfernt. Im Keller habe ich die "Dose" gefunden, die zur Garage führt. Da liegt ein 5-Adriges Kabel, wobei nur eine Phase verklemmt ist. Der Sicherungsschrank ist von da 3m entfernt. Leider kann ich nix zum Querschnitt des Kabels sagen. Wir haben mal versucht mit der Schieblehre den Durchmesser des Kupfers zu messen und kamen da auf ca. 2mm. Das würde dann 3mm-quadrat ergeben, was unüblich wäre. Ich gehe daher im Moment von 2,5mm-quadrat aus (Worst-Case).

  • Welche Ladeleistung wäre dann bei den Vorzeichen überhaupt denkbar? Was muss ich denn alles beachten? Sollte das Kabel doch 4mm-quadrat sein, was wäre dann machbar?
  • Welche Wallbox sollte ich nehmen? Ich möchte hier eine bequeme Lösung, also mit festem Kabel an der Box. Im Wiki blicke ich leider nicht durch, was ich da wie benötige..
  • Das ganze soll natürlich auch ein wenig zukunftssicher sein, also soll später auch mal ein Model 3 ggf. geladen werden können.

Ich habe echt versucht mich einzulesen, aber als Laie finde ich viele Dinge ziemlich verwirrend und teilweise gehen die Diskussionen so schnell in die Tiefe, dass ich nicht mehr folgen kann.
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Beitragvon cpeter » Mi 6. Dez 2017, 07:38

Ich fange einmal bei der Wallbox an. Sowohl die Zoe als auch das Tesla Model 3 laden am Wechselstrom 3-phasig mit Typ 2 Stecker. Die Zoe kann zu Hause bis zu 32 Ampere zapfen, also 22 kW, das Tesla Model 3 (nach meinem bisherigem Wissensstand) max 16 Ampere, also 11 kW.

Preislich gibt es aktuell wenig Unterschiede zwischen Wallboxen, die max. 11 kW anbieten und solchen, die bis zu 22 kW können. Auch 22 kW Wallboxen können so eingestellt werden, dass sie den Strom auf 16 Ampere begrenzen.

Ich empfehle also gleich eine 22 kW Typ 2 Wallbox auszusuchen. Wenn du keine weiteren Anforderungen (wie z.B. dynamische Regelung abhängig von der eigenen Photovoltaikanlage, etc.) hast, dann passt jede 22 kW Wallbox (oder intelligentes Ladekabel) mit fixem Typ 2 Ladekabel.

Ich bin sehr zufrieden mit einer Wallbox der Firma https://www.wallbox.com.
Für deine Anforderungen würde z.B. die „Pulsar Typ 2“ passen
https://www.wallbox.com/de-AT/produkt/pulsar/

Datenblatt: https://www.wallbox.com/content/productos/wbplsr02-pulsar-tipo-2_de.pdf

Was mir an den Produkten dieser Firma gefällt ist, dass sie regelmäßig Firmware Updates zur Verfügung stellen, die man selbst einspielen kann. Sehr gut gefallen mir auch die detaillierten Ladelogs, die man per App oder per Browser ansehen und auch exportieren kann (Demo kann man sich im Web ansehen). Ich finde es auch praktisch, dass man die Ladeleistung in Ampere-Schritten zwischen 10 A und 32 A dynamisch einstellen kann.

Es gibt natürlich noch zahlreiche andere Wallboxen. Auch die Wallbox von Tesla sollte sowohl für die Zoe als auch natürlich für das Model 3 passen.
Seit 01/2017 Nissan Leaf Tekna 30 kWh mit 6,6 kW AC Lader
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Re: Anfängerfragen

Beitragvon E-lmo » Mi 6. Dez 2017, 08:26

Bei einphasiger Belastung sollten 10A möglich sein. Bei 50m reiner Leitungslänge zwischen Zählerschrank und Wallbox sollte mit 2,5qmm der Spannungsverlusst unter 3% bleiben. Bei dreiphasiger Belastung gingen auch bis zu 20A!

Da bisher eine Phase genutzt wird, wird es schwierig, hier ein Ratschlag zu geben. Was wird darüber betrieben?
Auch kann ich den restlichen Zustand der Installation nicht beurteilen. Da sollte ein Elektriker mal nachmessen.

Wenn das Fahrzeug dreiphasig laden kann, wäre hier auch ein dreiphasiger Anschluss einer 11kW Wallbox sinnvoll.
Für Beleuchtung kann man hier sicherlich eine Phase mitbenutzen. Größere Verbraucher sollten dann aber während des Ladevorgang nicht betrieben werden. Hier könnte man über eine Verriegelung über das Ladeschütz in der Wallbox nachdenken. (Während der Ladung ist das Schütz angezogen und schaltet die Schukosteckdosen in der Garage stromlos)

PS: Ich habe gerade bei 2,5qmm Kabel 1,8mm Durchmesser der Kupferader (ohne Isolierung) gemessen. Die 2,5qmm sollten soweit passen. ;)
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Re: Anfängerfragen

Beitragvon benjy1981 » Di 19. Dez 2017, 09:42

Zunächst mal vielen Dank für die bisherigen Antworten.

Ich habe in der Zwischenzeit mal einen Elektriker dagehabt und heute das Angebot erhalten :shock:

Über 3.000€... so viel wollte ich nicht ausgeben. Der größte Posten an dem Angebot ist die Wallbox (Pulsar 11kw) mit über 2.000€ netto... die hat laut Angebot einen integrierten FI.
Da mir genau die Box hier im Thread empfohlen wurde, habe ich nochmal geschaut: Die kostet im Internet ~850€, allerdings gibt es die überall nur ohne integrierten FI. Jetzt bin ich natürlich vollständig verwirrt.

Das reine anklemmen der Wallbox schlägt mit knapp 400€ netto zu Buche, das war so ungefähr auch, was ich erwartet habe.

Im Angebot ist außerdem noch optional das Aufteilen der Hausversorgung auf einen dritten FI mit drin. Bisher war mein Haus nur über einen FI abgesichert, damit kam ich eigentlich die letzten 10 Jahre klar. Schon bei der Besichtigung sagte mir der Elektro-Meister, dass heute so ein Haus eigentlich mit 3 FI abgesichert wird. Bringt mir das irgendwelche Sicherheitsvorteile, außer dass bei einem Fehlerfall das ganze Haus lahmgelegt ist (kam jetzt vielleicht 10x vor in den letzten 10 Jahren, meist wenn wir beim Lampe aufhängen nicht vorsichtig waren.)

Edit:
So, habe den Elektro-Meister jetzt doch noch telefonisch erreicht. Der Preis für die Wallbox ist also mit zusätzlichem FI für 500€ und inkl. Installation/Messen. Das ist dennoch ziemlich teuer, oder?
Wenn ich hier schaue:
https://esl-shop.de/wallbox-elektroauto ... -typ2.html
dann kostet die Box mit FI 1088€ brutto. Da ist aber noch viel Luft für Installation/Messen.
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Re: Anfängerfragen

Beitragvon Dömu » Di 19. Dez 2017, 10:38

Ja das ist in der Tat ein wenig teuer. Ich habe auch verschiedene Angebote eingeholt und mich schlussendlich dafür entschieden, eine 16A Steckdose am Sicherungskasten legen zu lassen, hat ungefähr 300 Euro gekostet.

Dazu das NRGkick Ladekabel und gut ist. Verlängerungskabel verlegen so wie ich das haben will, passt.

Kosten total: 1300 Euro. Das ist weniger als die Hälfte als deine Wallbox Lösung. Zudem bist du mit dem NRGkick flexibel und kannst auch mal im Urlaub oder irgendwo sonst an ner Starkstromdose laden.
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Re: Anfängerfragen

Beitragvon HubertB » Di 19. Dez 2017, 10:43

benjy1981 hat geschrieben:
schnipp ... wenn wir beim Lampe aufhängen nicht vorsichtig waren.)


Unter den Bedingungen würde ich den Vorschlägen des Elektrikers unbedingt folgen 8-)
Separater FI für die Wallbox ist vorgeschrieben, brauchst Du also sowieso. Bei der Gelegenheit kann er die Installation auch auf Vordermann bringen, das halte ich persönlich für eine gute Investition.
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Re: Anfängerfragen

Beitragvon benjy1981 » Di 19. Dez 2017, 11:04

HubertB hat geschrieben:
benjy1981 hat geschrieben:
schnipp ... wenn wir beim Lampe aufhängen nicht vorsichtig waren.)


Unter den Bedingungen würde ich den Vorschlägen des Elektrikers unbedingt folgen 8-)
Separater FI für die Wallbox ist vorgeschrieben, brauchst Du also sowieso. Bei der Gelegenheit kann er die Installation auch auf Vordermann bringen, das halte ich persönlich für eine gute Investition.


Warum? Nur weil dann das ganze Haus stromlos ist, statt das halbe? Ich verstehe den Mehrwert nicht...
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Re: Anfängerfragen

Beitragvon HubertB » Di 19. Dez 2017, 12:22

Weil Du offensichtlich leichtsinnig bist und mit jeder Modernisierung Deine Überlebenschancen ein klein wenig steigen.
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Re: Anfängerfragen

Beitragvon benjy1981 » Di 19. Dez 2017, 14:39

So, jetzt nach ganz viel Einlesen und was ich bisher so verstanden habe, mal eine Zusammenfassung:

Ausgangslage
  • Ich möchte meine neue, gebrauchte R240 zu Hause laden können (mit max. 11KW)
  • Es liegt von meinem Haus zur knapp 50m entfernten Garage ein 5-adriges Kabel mit 2,5mm^2
  • Aktuell ist davon nur 1 Phase verklemmt, über eine "normale" Haussicherung und über den einen (einzigen) Haus-FI
Anschaffungungen/Anschluss
  • Wallbox Pulsar 11kw von Wallbox.com
  • FI Doepke DFS4 A EV | 40 - 4 / 0.03 | Fehlerstrom-Schutzschalter (RCCB)
  • Verkabelung vom Hausanschluss über den neuen FI sowie 3 neue Sicherungen an die Dose zur Garage
  • In der Garage Auftrennung der bisherigen Verbraucher (Garagentor und Licht) und Verkabelung der Wallbox direkt von der Verteilerdose aus

Fragen
  • Ist das so zulässig wie ich das vorhabe?
  • Der FI ist ein Typ A, aber extra für das Laden von Elektroautos gedacht (und daher wohl auch mit "Zusatzfunktion": Zusatzfunktion zur Erkennung glatter Gleichfehlerströme, Auslöseschwelle von 6 mA bei glatten Gleichfehlerströmen gemäß Anforderung nach DIN VDE 0100-722 Abschnitt 722.531.3.101)
  • Die Ladeleistung der Wallbox kann ich ja begrenzen. Ist das notwendig bei 50m Leitungslänge bzw. den weiteren Verbrauchern? Da eh nur über Nacht geladen wird, ist die Dauer in der Regel zweitrangig

Muss ich noch etwas beachten, was ich übersehen habe?

Mein Trauzeuge ist Elektrofachkraft bzw. hat eine Elektro-Ausbildung (ist aber nicht direkt in diesem Gebiet tätig). Der könnte die groben Verkabelungs-Arbeiten übernehmen. Empfiehlt es sich dann noch einen Fachbetrieb das prüfen/abnehmen zu lassen? Wahrscheinlich ist das sogar Pflicht bei VDE 0100-722, oder?
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Re: Anfängerfragen

Beitragvon ex-wrangler » Di 19. Dez 2017, 15:39

Hi benji,

ich mache das immer so: Wenn ich mir unsicher bin, lass ich die Fachkraft ran.

Mir erscheint das Angebot deines Elektikers auch ca 500-1.000 Euro brutto zu hoch (dein Elektriker kauft zu teuer ein), wobei er Leistungen anbietet, die wohl nicht zu 100% notwendig sind für dein Vorhaben. Leistungen, die aber im optimalen Fall sinnvoll sein können.

Hast du den Elektriker darauf angesprochen, wie das Angebot aussieht, wenn er nur das nötigste macht?
Konntest du von einem zweiten Elektriker ein Alternativangebot einholen?
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