Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Renault ZOE Themen, zu denen es kein eigenes Unterforum gibt

Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon BuzzingDanZei » Mi 13. Sep 2017, 11:10

Viele dürften mich noch kennen, die in der Anfangszeit von GoingElectric und dem ZOE schon hier aktiv waren. In den letzten 2 Jahren war ich allerdings immer weniger aktiv hier, weil das Auto und die Infrastruktur halt einfach lief und ich daher weniger Austauschbedürfnis hatte. Mein ZOE wird nun heute verkauft, daher hielt ich es angebracht, zumindest bzgl. ZOE einen Schlussstrich bei GE zu ziehen. Ich werde natürlich dennoch gerne hier vorbeischauen, da die GE Community schon sehr einzigartig ist! Da mein nächstes Auto jedoch ein Tesla wird, gibt es für mich eine noch besser geeignete bzw. spezialisiertere Elektroauto Conmunity, das TFF.

Vor einige Zeit habe ich in meinem Blog bereits ein Fazit geschrieben zu unserem ZOE, was ich zu diesem Anlass hier nochmal posten möchte. Weiter unten gibt es zudem noch ein brandaktuelles Video auf YouTube, wo meine Frau und ich berichten, wie wir zu dem Auto gekommen sind, was wir für besondere Anekdoten erlebt haben und wie es nun weiter geht. Ich hoffe der eine oder andere findet unsere Äusserungen erhellend. Wir sehen uns wieder, dennoch "thanks for the fish":

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Kaum zu glauben, aber ich fahre nun schon seit vier Jahren rein elektrisch. Im Mai 2013 holte ich voller Stolz meinen Renault ZOE beim Wuppertaler Renault Händler ab und bin seitdem rund 75.000km mit dem Auto gefahren. Es gab in diesen vier Jahren viele Höhen und einige Tiefen. Irgendwann in den nächsten 6-12 Monaten werde ich höchstwahrscheinlich mein nächstes Elektroauto abholen, nur dann nicht mehr bei einem Autohändler. Es wird ein „Service Center“ sein, in dem mir ein „Delivery Agent“ von Tesla das Model 3 übergeben wird. Die Zeiten ändern sich nun mal. Bevor das DanZei-Blog also nur noch von Tesla-Themen dominiert wird, allerhöchste Zeit für ein Fazit.

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Ich habe den Kauf des ZOE niemals bereut, nicht mal, als mich in den ersten 12 Monaten diverse Male die Lade-Infrastruktur im Stich gelassen hat, das Ladegerät des Autos zweimal auf Garantie getauscht werden musste oder ich mich unzählige Male mit nervigen Fehlermeldungen und Ladeabbrüchen arrangieren musste. Auch die großen Spaltmaße, das plastikorientierte Interieur oder die miese Verbindung per iPhone App könnten mich nicht davon abhalten, diese Entscheidung zu widerrufen.

Dafür sind die spannenden Erlebnisse, die positiven Reise-Erfahrungen, die netten Menschen die wir kennenlernen durften und der persönliche Beitrag zur Umwelt viel zu wertvoll für mich. Entstanden sind dabei 42 Blog-Artikel zum ZOE, deren Verhältnis von positiven und negativen Erfahrungsberichten bei weitem nicht die Realität widerspiegeln. Tendenziell schreibt man dann doch eher wenn man sich ärgert, als wenn alles glatt läuft. Und glatt gelaufen ist wirklich das meiste mit dem ZOE, wie vielleicht zumindest meine Artikelserie Experiment Alltag beweisen könnte, in der ich für 30 Tage täglich von meinem Alltag mit dem ZOE berichtet habe.

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Das verrückteste was ich mit dem ZOE gemacht habe war sicher nicht die erste Urlaubsfahrt ins Ausland, sondern das Befahren der Nürburgring Nordschleife. Dank meiner Erfahrung aus einem alten Leben war ich auch nicht der Langsamste auf der Strecke. Der ZOE hat somit so ziemlich jede Situation die ich ihm aufgebürdet habe gemeistert und mich immer von A nach B gebracht. Der Schlüssel zu diesem Erfolg ist nach wie vor der 43kW Schnelllader.

Leider hat Renault diesen im aktuellen Modell abgeschafft. Warum man den Akku verdoppelt und die Ladeleistung halbiert, ist mir unbegreiflich! (EDIT: Renault bietet neuerdings Schnellladung wieder an) Das ist komplett an der Lebenswirklichkeit von Elektroauto-Fahrern vorbei gedacht. Einer der Gründe warum ich heute keinen neuen ZOE mehr wählen würde. Abgesehen vom etwas teureren Model 3 ist aktuell definitiv der Hyundai Ioniq Electric „best money can buy“. Wer es günstig braucht und keinen Neuwagen möchte, ist mit dem ZOE aber bestens bedient. Preislich gibt es ihn ab ca. 9000€ in den einschlägigen Portalen. Investiert man dann noch etwa 3000€ für einen Austausch-Akku der neuen Generation, erhält man für 12.000€ ein Auto mit echten 300km Reichweite und 43kW Schnelllader. Dieser bleibt dem „alten“ ZOE beim Akku-Update nämlich erhalten!

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Elektroautos machen aber nicht nur ökologisch Sinn, sondern bieten deutlich mehr Fahrspaß als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Volles Drehmoment aus dem Stand, wodurch selbst die mickrig klingenden 68kW des ZOE richtig Laune machen im Stadtverkehr. An der Ampel und beim schnellen rangieren fühlt man sich schnell an die Autoscooter der Teenagerzeit erinnert. Kostete jede Fahrt auf der Kirmes, mit der man seine Freunde beeindrucken wollte, einen beträchtlichen Anteil des Taschengeldes, ist der ZOE nahezu ein Sparwunder. Inspektionskosten von 80€, KFZ-Steuerfreiheit und geringste Verschleisskosten paaren sich mit dem wichtigsten finanziellen Vorteil: Strom ist billiger als Sprit! Man kann davon ausgehen, dass man weniger als die Hälfte der Spritkosten zu tragen hat – wenn man den Strom denn auch immer bezahlen muss.

75.000km für ca. 500€


Meine Situation in Wuppertal ist glücklicherweise, dass die Stadtwerke die ersten drei Jahre gar kein Geld von mir haben wollte. Im letzten Jahr durfte ich zumindest eine Pauschale von 10€ pro Monat bezahlen. Auch die Supermärkte in unserer Gegend bieten als Mehrwert kostenloses Laden, genau so wie die im Bild oben zu sehenden Tank&Rast Stationen, die ich auf unseren Fahrten nach Hamburg als auch auf dem Arbeitsweg regelmäßig nutze. Das klappt natürlich nicht für jeden und überall, aber hier und da schon – Recherche lohnt!

Ihr merkt schon, dies ist kein klassisches Review des Autos, es ist eine Sammlung von Eindrücken, Erlebnissen und Empfehlungen. Das typische pro und contra gibt es auf vielen anderen Webseiten, wie zum Beispiel Janas ZOE Fazit. Ich freue mich sehr auf den Tesla, aber die Freude mit dem ZOE ist bis heute ungebrochen. Probiert es aus!

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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon Robert » Mi 13. Sep 2017, 11:52

Schön auf den Punkt gebracht. Würde ich unterschreiben.

Als ZOE 40 Q90 Bose Besitzer bin ich auch sprachlos, dass Renault das Erfolgsmodell kastriert hat.
Gut gebessert hat sich das R-link und die Iphone/Android Konnektivität.

Tesla und Ioniq habe ich bewusst ausgelassen. Ich hoffe noch auf VW mit dem Bus.
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon kalvanice » Mi 13. Sep 2017, 13:16

Hallo Nino,

danke für den ausführlichen Bericht und die Dokumentation all deiner Erfahrungsberichte.
Schlussendlich hast auch du mich überzeugt, eine (schwarze!) Zoe zu kaufen.

Danke und allzeit gute Fahrt!
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"Your mind is for having ideas, not holding them."

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2013 Renault Zoe Zen Q210 + JuiceBooster 2
2005 Citroën C4 Coupé VTS
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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon BuzzingDanZei » Mi 13. Sep 2017, 15:12

Robert hat geschrieben:
Schön auf den Punkt gebracht. Würde ich unterschreiben.

Als ZOE 40 Q90 Bose Besitzer bin ich auch sprachlos, dass Renault das Erfolgsmodell kastriert hat.
Gut gebessert hat sich das R-link und die Iphone/Android Konnektivität.

Tesla und Ioniq habe ich bewusst ausgelassen. Ich hoffe noch auf VW mit dem Bus.


Danke! Mittlerweile ist es ja (in)offiziell möglich, den neuen ZOE auch mit 43kW Lader zu bekommen wenn man danach fragt. Von daher hat Renault ja scheinbar mittlerweile auf die Kundenwünsche reagiert.
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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon BuzzingDanZei » Mi 13. Sep 2017, 15:18

kalvanice hat geschrieben:
danke für den ausführlichen Bericht und die Dokumentation all deiner Erfahrungsberichte.
Schlussendlich hast auch du mich überzeugt, eine (schwarze!) Zoe zu kaufen.

Danke und allzeit gute Fahrt!


Das freut mich sehr, danke und gern geschehen! :-)
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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon Shanau » Do 14. Sep 2017, 11:09

Mein Renault Händler sagte zum Akkuupgrade dass es nicht dasselbe sei ob man eine ZE40 kauft oder eine Zoe mit 22 kwh Batterie mit dickem Akku aufrüstet. Denn der Motor sei bei der ZE40 auch ein anderer und das wäre nicht vergleichbar?
Ansonsten: schöner Wechsel, Tesla wäre ja auch der nächste logische Schritt (wir haben mit Twizy angefangen und gerade eine Zoe gekauft und träumen auch schon von Tesla).
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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon panoptikum » Do 14. Sep 2017, 11:26

Shanau hat geschrieben:
Mein Renault Händler sagte zum Akkuupgrade dass es nicht dasselbe sei ob man eine ZE40 kauft oder eine Zoe mit 22 kwh Batterie mit dickem Akku aufrüstet. Denn der Motor sei bei der ZE40 auch ein anderer und das wäre nicht vergleichbar?
Da meint er wahrscheinlich eine R90 und eine Q210+Upgrade.
Der Motor im R90 und R240 sollte doch identisch sein.
Renault Zoe Intens (Q210, BJ 03/2013 F-Import)
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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon BuzzingDanZei » Do 14. Sep 2017, 15:26

Shanau hat geschrieben:
Ansonsten: schöner Wechsel, Tesla wäre ja auch der nächste logische Schritt (wir haben mit Twizy angefangen und gerade eine Zoe gekauft und träumen auch schon von Tesla).


Ich träume auch schon jede Nacht davon. :lol:
6-8 Wochen muss ich mich noch gedulden bis zum Model S 75D. :?
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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon Oeyn@ktiv » Fr 15. Sep 2017, 22:58

Hah, als ich deinen Avatar sah, da dachte ich doch zunächst an einen Uralt-Beitrag.
Aber nein, da isser wieder.
Schön, mal wieder von dir zu lesen. Da denke ich doch gleich wieder an die Anfangszeit meiner Elektrisierung, als ich mich vor beinahe fünf Jahren schon hier im Forum schlau gelesen habe.
Deine Beiträge waren für mich stets hilfreich.
So auch dieser, denn ich habe zwar insgesamt noch weniger Problemchen mit meiner Zoe gehabt und fahre diese seit mittlerweile 90.000 km durch die Gegend, aber dein Fazit teile ich gerne.
Viel Spaß mit eurem M3, so er denn zeitnah kommt. :thumb:
seit dem 31.07.2013: Zoe intens, Black-Pearl-Schwarz und seit dem 05.04.2014: Zoe intens, azurblau / Wallbox: ABL SURSUM eMH2 22 KW / drei PV-Anlagen: 1. aus 2004 = 7,6 kWp, 2. aus 2007 = 7,5 kWp und 3. aus 2012 = 4,4 kWp
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Re: Fazit Renault ZOE nach 4 Jahren / 75.000km

Beitragvon p.hase » Fr 15. Sep 2017, 23:48

nachdem ich den neuen leaf gesehen habe und die wichtigsten features, die man in 2017 in dieser preisklasse haben sollte, fehlen fahre ich nach 2x Zoe Q210 und 6x Leaf Tekna bald einen R90 ZEN mit smog sensor und stoffsitzen. wenn man in der mitte der beiden schmutzigsten städte deutschlands wohnt braucht man sowas.

die kröte zoe schlucke ich da gerne. aber dafür kostet die kiste ja nix. ende nächstes jahr wird es wieder ein Leaf, so er dann sitzlüftung hat und einen smogsensor. die hälfte davon hat der ioniq ja schon.

warum R90 und nicht Q? ganz einfach, weil der R motor erheblich! leiser ist als der Q motor und weil er sich ab 90kmh nicht gequält anhört.

unser 30er tekna ist immer noch benchmark aber er kommt nicht zuverlässig full power 145km weit und deswegen muss er gehen. ich behalte ihn aber noch einen monat um zu sehen ob der zoe zickt.

mit unseren beiden zoes hatten wir nur je 1x stress. inzwischen sollte renault gelernt haben und ich habe immer den 10er schlüssel dabei.
VERKAUFE WALLBOX original RENAULT 10/14A mit 6m TYP2 Kabel (Notladekabel), auch für Smart, etc.
VERKAUFE 11/12-2017 30kWh LEAF TEKNA 6,6kW anthrazith, 2/2017, 15900km
VERKAUFE ZOE ZE40 ZEN, 11/16, 4900km, 18500 VHB
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