Vorbereitung Ladestation

Vorbereitung Ladestation

Beitragvon Jokohama » Di 22. Mär 2016, 07:45

Hallo zusammen,

ich habe eine Wohnung mit Stellplatz gekauft. Im Moment habe ich kein E-Auto, möchte mir aber evtl. in Zukunft eines kaufen. Die Außenanlagen der Wohnung sind noch nicht angelegt und ich könnte vom Elektriker eine Leitung legen lassen. Er hat mir ein Angebot gemacht (Verlegen der Leitung 400€ und Anschluss der Leitung 400€ was ich erst mache, wenn ich ein Auto habe). Er benutzt ein nyy-j 5x6mm² für die Zuleitung (32 Meter) und ein nyy-j 5x16mm² für den Sicherungsabgang (3 Meter). Bin ich mit diesen Querschnitten "universell gerüstet" da ich im Moment noch nicht weiß, was für ein Fahrzeug es werden soll und damit auch noch nicht weiß, was für einen Ladestation es werden soll? Muss ich sonst noch was beachten?

Vielen Dank für die Hilfe!
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon Taxi-Stromer » Di 22. Mär 2016, 08:08

Also mein Elektriker hat mir bei 25 m Länge ein 5*10mm²-Kabel verlegt und meinte, daß ich damit für alle zukünftigen Fälle gerüstet sei!
Z.Zt. hängt da leider nur eine CEE 16 dran, da ohne gröbere Umbauten im Zählerkasten (stammt aus den 60-ern ;) ) eine 32A nicht möglich ist.... :cry:
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon Poolcrack » Di 22. Mär 2016, 10:03

Wenn Du 22 kW (3 Phasen x 230V x 32A) durchleiten willst, dann muss die Leitung ab einer Länge von 30m 5x10mm² dick sein. Das steht in einer VDE-Norm, die ich nicht aus dem Stehgreif zitieren kann. Es wäre aber auch besser wegen der Leitungsverluste. Für kürzere Leitungslängen oder wenn Du nur 11 kW durchleiten willst, kannst Du 5x6mm² verwenden.

Falls Du auch 3-phasig laden willst, muss die Leitung mit einem gleichtromsensitiven FI und einem dreipoligen Leitungsschutzschalter (LS) abgesichert sein (bei einphasigem laden reicht ein einfacher FI und ein einpoliger LS). Bei FI empfiehlt sich ein FI Typ B, den z.B. Renault für die Zoe fordert. Den würde ich allerdings nicht beim Elektriker, sondern im Internet bestellen/ersteigern würde, da Du dabei mehrere hundert Euro sparen kannst.

Du musst natürlich auch auf die Absicherung Deiner Wohnung und des Hauses achten. Falls die Wohnung nur mit 35A abgesichert ist, hast Du keine Luft während dem Fahrzeug laden mit 32A. Du musst Dir überlegen, welche Großverbraucher da dranhängen und welche gleichzeitig laufen können (z.B. Durchlauferhitzer, Herd, Waschmaschine, Wasserkocher, Staubsauger, etc.)

Achtung: Das sind nur meine Laien-Tipps. Es sind aber auch Elektriker unter uns, die sich mit der Materie genau auskennen.
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon Tho » Di 22. Mär 2016, 10:21

Am besten auch ein Datenkabel dazu legen, wenn man einmal dabei ist. ;) (z.B. für Lastmanagement)
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon Spüli » Di 22. Mär 2016, 11:18

Moin!
Wenn es jetzt erst einmal nur um das Kabel geht, würde ich auch 5x10mm² und ein Cat7 vorschlagen. Damit bist Du eigentlich bestmöglich gerüstet.

Später wirst Du dann entscheiden was im Zählerkasten genau passieren muß (FI) und wie die Steckdose (CEE/Typ2) auszusehen hat.
Gruß Ingo
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon Zoelibat » Di 22. Mär 2016, 19:24

Tho hat geschrieben:
Am besten auch ein Datenkabel dazu legen, wenn man einmal dabei ist. ;) (z.B. für Lastmanagement)

Unbedingt, schadet nie!
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Näheres hier: https://www.goingelectric.de/forum/renault-zoe-allgemeines/renault-aktion-bring-your-friends-t4960-160.html#p817052
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon ecopowerprofi » Di 22. Mär 2016, 19:28

Poolcrack hat geschrieben:
Wenn Du 22 kW (3 Phasen x 230V x 32A) durchleiten willst, dann muss die Leitung ab einer Länge von 30m 5x10mm² dick sein. Das steht in einer VDE-Norm, die ich nicht aus dem Stehgreif zitieren kann.

Gem. VDE 0102 Tabelle B7 kann man mit einem Leitungsschutzschalter nach DIN VDE 0641 mit 50A Nennstrom eine Leitungslänge bis zu 38m mit einem Kabel 5 x 6² realisieren. Der Elektriker hat also bei 30 m mit 5 x 6² für einen 22 kW Lader eine normgerechte Auslegung gemacht.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon Berndte » Di 22. Mär 2016, 20:11

Macht dann rund 10V Spannungsabfall und rund 1500W Verlust bei 50A und 38m 6mm².
Ob das so sinnvoll ist, gerade in Anbetracht, dass bei einem schwachen Ortsnetz mit noch 220V Nennspannung dann auch keine Ladung mehr vernünftig funktioniert.

Bei 22kW /32A sind es 600W mit denen du bei 6mm² die Umwelt mit heizt.
Mit 10mm² sind es 350W.

Da der Zoe diese Leistung ca. 1h zieht ergibt das pro Ladung rund 10 Cent "Verlust".
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon Spürmeise » Di 22. Mär 2016, 20:53

ecopowerprofi hat geschrieben:
Der Elektriker hat also bei 30 m mit 5 x 6² für einen 22 kW Lader eine normgerechte Auslegung gemacht.

Sogar deutlich überfüllt. Bei 30m und symmetrischer Last hat man gerade mal 30 * 32 A * 0.0178 / 6 Ohm = 2,85V Leitungsverluste, das sind nur 1,2% Leitungsverluste und damit weniger als die Hälfte der üblichen 3% von 230V.

Es ist klar, dass die hier plärrenden Forumselektriker mit ihren fetten Kabeln gerne einen mächtigen Aufschlag auf die Rechnung realisieren wollen.

Aber es macht doch überhaupt keinen Sinn, einerseits immens viel des wahrlich umweltschädlich abzubauenden Kupfers zu verbuddeln, um das letzte Zehntel Prozent an Leitungsverlusten zu drücken, und dann einen der billigsten Lader der Welt zu verwenden, der zigfach höhere Verluste macht.
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Re: Vorbereitung Ladestation

Beitragvon ecopowerprofi » Di 22. Mär 2016, 21:58

Berndte hat geschrieben:
Macht dann rund 10V Spannungsabfall und rund 1500W Verlust bei 50A und 38m 6mm².

Ich habe aus der Tabelle zitiert und die höchstmögliche Belastung eines 6² zu Grunde gelegt. Da es sich hier um eine Ladevorrichtung an einem Autoabstellplatz des Eigentümers handelt, müsste man schon mit Blödheit gepudert sein um immer mit 22 kW zu laden. Das Auto steht z.B. über die ganze Nacht dort. Da reicht eine Ladung mit 2 bis 3 kW vollkommen aus. Die 22 kW wären nur für Ausnahmen von Nöten um z.B., wenn man Abends von der Arbeit kommt, das Auto schnell zu laden um dann zu einer Abendveranstaltung zu fahren. Da 99% der Ladevorgänge nur mit geringer Leistung erfolgen, kann man die Verluste bei einer ausnahmsweise Schnellladung vergessen, die wie von Spürmeise vorgerechnet nur 275W bei 22 kW betragen und keine 1500W. Das ist aber eine deutsche Krankheit alles immer für die Ausnahme zu dimensionieren.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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