Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon SL4E » Di 12. Dez 2017, 13:53

Die Netzentgelte fallen pro gelieferter kWh an. Der Marktpreis ist irrelevant. Ich spreche ja von Endkundensituation und nicht von regelenergie.
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon zoernert » Di 12. Dez 2017, 14:10

sebas hat geschrieben:
Netzentgelte und EEG Umlage zahlen muss?.


Ja... weil heilige Kuh...

Im Ernst:
Die 8 Posten, die so den Strompreis beim Letztverbraucher teurer machen als der Marktpreis, enthalten Steuern und Konzessionsabgabe. Diese dienen dem Allgemeinwohl und nicht der Energiewirtschaft. Papa Staat kümmert sich durch Vergabe und Regulierung darum, dass die Stromversorgung "geregelt" und stabil/sicher ist. Würde man hier eingreifen, so müssten diese Einnahmen in den Gemeindehaushalten aus einer anderen Quelle stammen. Klartext: Stromsteuer/UST/Konzessionsabgabe runter, dann KiTa, Schwimmbad, Bibliothek zu.

Der Regelenergiemarkt ist ein andres Thema - hier kann man (wie Awattar in AT ?) tatsächlich negative Preise weitergeben. Es besteht aber auch hier Aufwand:
- Höhere Anforderungen an die "Güte"
- Hardware notwendig
- Pooling notwendig

Abitragegeschäfte zum Hedgen des Strompreises auf dem Strommarkt halte ich persönlich für wenig sinnvoll, da der Energiepreis im Endpreis fast nichts ausmacht. Langfristig wird der Energiepreis (Arbeitspreis) bei 0€ liegen und man sich ein Konzept zur Umlage der Infrastrukturkosten ausdenken müssen (ist 2015 im Hybridstrommarkt bereits geschehen....).

Bei der STROMDAO kalkulieren wir etwas anders, in dem wir netzdienliche Effekte in der Niederspannung "monetarisieren". Die Philosophie ist hier, dass uns das große Stromnetz und dessen Markt nichts bringt, wenn das Problem lokal in einem Verteilnetz auftritt. Andere Anbieter, die ein anderes Ziel verfolgen, kämpfen daher gerade massiv damit, dass sie in Konflikt stehende Signale aus dem "Großen Markt" und aus dem "Lokalen Markt" bekommen.

Und sorry für das OT bei der Ausführung :)
Meine Tarifmanufaktur für das heimische Laden mit Netzdienlichkeit Prämie, aber ohne Abschaltzeiten https://autostrom.stromdao.de/
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon Solarmobil Verein » Di 12. Dez 2017, 14:13

zoernert hat geschrieben:
Die Antwort für den zusätzlichen Aufwand ist: Keiner

In anderen Worten kein Zwang zum Umbau, allerdings steigert jede Integration natürlich den Komfort für den Fahrer.
Ach so, und woher soll das Auto wissen, wann es laden darf?

Ach so, so:
zoernert hat geschrieben:
Die Details habe ich in einem Artikel zusammen gefasst: https://autostrom.stromdao.de/articles/hardware
Haha ...
Soll die Netzdienlichkeitsprämie bei einer Ladung gutgeschrieben werden, so sind vor dem Ladevorgang und beim Beenden des Ladevorgangs die Zählerstände des Bezugszählers (Hausanschluß) sowie die geladene Energiemenge über ein Web Formular zu übermitteln.
würde ich schon als ziemlichen Aufwand bezeichnen. Zwar nicht monetär, aber erheblich zeitlich. Und nachts um 3 Uhr ganz bestimmt nicht praktikabel.

Damit lockst du mich wirklich nicht hinterm Ofen hervor.
Ich mein', die Idee ist an sich schon nicht schlecht, aber irgendwo hat auch meine Bequemlichkeit ihre Preisgrenze.


SL4E hat geschrieben:
= 17,704ct/kWh brutto

Wie gesagt bei einem Marktpreis von 0,00€. Macht eine Ersparnis von 23,4% zu meinem derzeitigen Standard ÖkoTarif
Wären bei meinem Doppel-Öko-Tarif ... Öko-Doppel-Tarif? ... ggü. NT-Ladung nicht mal 6ct/kWh, rund knapp 23,5%.

Aber ich bräuchte noch die entsprechende Wallbox (~1000 Euro), mindestens einen weiteren WLAN-Router (oder auch Repeater, ~150 Euro), d.h. das Zeug muß deutlich länger als 10 Jahre laufen, bevor es kaputt gehen darf, ehe es sich amortisiert hat.

Machbar? Ja.
Bei einem Neubau eines Hauses würde ich das gleich alles so machen.
Altbau entsprechend umrüsten? Aus aktueller Sicht nein.
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon SL4E » Di 12. Dez 2017, 14:33

Naja man sollte davon ausgehen das die Investitionskosten in eine Wallbox so oder so anfallen. Kaum einer lädt noch über Schuko bei den aktuellen Akkugrößen. Das sich das bei deinem Ampera eher nicht lohnt sollte klar sein.
Schaust du dir den https://go-e.co/de an, der ist auf solch ein Konstrukt vorbereitet.

Bei mir laufen 7000kWh / Jahr in die Autos, wenn ich da 25% sparen kann sind das zum Entega Tarif mal locker 400€/a Ersparnis und ich entlaste auch noch die Stromnetze. Nur leider fehlt es flächendeckend an diesen Tarifen in DE.
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon mobafan » Di 12. Dez 2017, 14:36

SL4E hat geschrieben:
Ich komme also bei netzdienlichen Laden nur auf 23ct??? Da kann ich ja jeden Standardtarif nehmen da zahle ich auch nur 23ct rund um die Uhr.


Bei welchem Ökostromanbieter kostet die kWh nur 0,23 EUR rund um die Uhr?
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon SL4E » Di 12. Dez 2017, 14:37

ENTEGA zahle ich ab 1.1. 23,56ct/kWh
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon mobafan » Di 12. Dez 2017, 14:40

SL4E hat geschrieben:
ENTEGA zahle ich ab 1.1. 23,56ct/kWh


Laut Webseite 26,68 ct/kWh. Zzgl. 12 EUR/Monat Grundentgelt. Passt also nicht wirklich.
Zuletzt geändert von mobafan am Di 12. Dez 2017, 14:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon SL4E » Di 12. Dez 2017, 14:42

Das liegt an den regionalen Konzessionsabgaben und Netzentgelten.
Screenshot_20171212_142328.png
Screenshot_20171212_142328.png (6.65 KiB) 223-mal betrachtet
Zuletzt geändert von SL4E am Di 12. Dez 2017, 15:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon Solarmobil Verein » Di 12. Dez 2017, 14:48

SL4E hat geschrieben:
Kaum einer lädt noch über Schuko bei den aktuellen Akkugrößen. Das sich das bei deinem Ampera eher nicht lohnt sollte klar sein.
16A via CEE mit dem gepimpten "Notladekabel", welches als Waqllbox "mißbraucht" wird. Hängt immer in der Garage, weil man darf es nicht bewegen, weil das Ding von einem südamerikanischen Azibi im ersten Lehrmonat zusammen gefrickelt wurde.

Auch beim Ampera-e würde ich mir die Frage stellen, ob sich eine Wallbox ggü. einem 16A-fähigen "Notladekabel" im Vergleich zu den zulässigen 20A zu Hause wirklich rentieren würde ... bei dessen Kastraten-AC-Lader. Bequemer wär's, ja. Aber ein festes Kabel würde sich wegen meines anderen E-Autos mit Typ1 trotzdem verbieten. Und ob ich dann das "Notladekabel" rauskrame oder das Typ2-Typ2-Kabel ist dann eh schon egal.
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Re: Stimmungsbild: Stromtarif für EV

Beitragvon swes » Di 12. Dez 2017, 19:47

Ein Stromtarif von 26-27 ct pro kWh ist heute problemlos für private Stromanschlüsse zu bekommen. Ein spezieller Nachtstromtarif fürs Laden müsste darunter liegen, ohne den Preis für Tagstrom wesentlich anzuheben. Mit einem PHV hat man den größten Strombedarf nämlich trotzdem immer noch tagsüber (2 Personen = ca. 3000 kWh/a, plus Fahrstrom 2400 kWh (300 x 8 kWh)).
An öffentlichen Ladesäulen darf es halt nicht teurer werden als 35 ct, sonst wird es billiger, mit dem Verbrenner weiterzufahren. Zeittarife und Grundgebühren machen bei 3,5 kW Ladeleistung i.d.R. das Laden an öffentlichen Ladepunkten unwirtschaftlich.
Insgesamt denke ich, dass es nicht allein die hohen Kaufpreise oder die fehlende Ladeinfrastruktur ist, die das Wachstum der Elektromobilität behindert. Die hohen Strompreise werden in dieser Diskussion völlig unterwertet. Ein hoher Preis ist sinnvoll, wenn man die Leute zum Stromsparen animieren will. Er hilft aber nicht, die Leute zum elektrischen Fahren zu animieren.
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