Lastmanagement für Wohnanlagen

Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon E-lmo » Mo 26. Feb 2018, 19:42

Wenn der Netzbetreiber merkt, dass die Belastung in deiner Straße dauerhaft zu groß wird, wird ein weiterer oder größerer Trafo installiert.
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon spark-ed » Mo 26. Feb 2018, 19:58

ecopowerprofi hat geschrieben:
Ein Auto steht ca. 4500 Std. pro Jahr am heimischen Abstellplatz. Bei 3,7 kW Ladeleistung benötigt man ca. 675 Std. = 25% der Standzeit zum Laden, bei 22 kW sind das 115 Std. = 4,6%. Dass alle am Samstag morgen zwischen 10 und 11 Uhr laden ist wohl mehr als sehr unwahrscheinlich
Auch wenn durchschnittlich nur die 115h jährlich mit 22kW geladen werden und eine Überschneidung statistisch entsprechend unwahrscheinlich ist. Es ist im worst case nicht ganz abwegig anzunehmen, dass in einer Strasse 10 Personen mit einem sehr ähnlichen Arbeits-/ Ladeprofil wohnen die tatsächlich alle um 18:00 Uhr gleichzeitig laden wollen.
E-lmo hat geschrieben:
Wenn der Netzbetreiber merkt, dass die Belastung in deiner Straße dauerhaft zu groß wird, wird ein weiterer oder größerer Trafo installiert.

Bei uns in der Region liegen typischerweise mit max. 200A abgesicherte NAYY-J 4x120 (Alu-)Ortsnetzkabel in der Strasse. Da wäre bereits mit dem siebten 22kW Teilnehmer das Ende der Fahnenstange erreicht.
Lastmanagement ist grundstücksübergreifend vorerst nicht machbar (wenn auch theoretisch denkbar)

Ich persönlich halte daher in Wohngebieten eine Begrenzung auf geringe Ladeleistung für sinnvoll und in Zukunft auch ausreichend.
Zusätzlich gehört dann in jede Strasse ggf. eine öffentliche Lademöglichkeit mit entsprechend höherer Leistung für "Notfälle". Dann auch eher AC und DC

"22kW für alle" Forderer machen sich unbewusst zu Steigbügelhaltern für die E-Mobilitäts Kritiker. ("Unsere Netze vertragen gar nicht so viele E-Autos")
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon kub0815 » Mo 26. Feb 2018, 20:57

Hi,
So eine 200a Sicherung fatzt aber auch nicht bei 200 A sondern erst drüber. Das nicht alle gleichzeitig anstecke ist der Normalfall wenn du jeden Tag ansteckst lädst du nicht lange mit 22kw wenn du nicht jeden Tag ansteckst wird es schwierig die Leute die gleichzeitig laden zusammenzubringen.
Zuletzt geändert von kub0815 am Mo 26. Feb 2018, 22:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon ecopowerprofi » Mo 26. Feb 2018, 21:11

spark-ed hat geschrieben:
Es ist im worst case nicht ganz abwegig anzunehmen, dass in einer Strasse 10 Personen mit einem sehr ähnlichen Arbeits-/ Ladeprofil wohnen die tatsächlich alle um 18:00 Uhr gleichzeitig laden wollen.

Genau das ist absolut unwahrscheinlich. Kommen denn jetzt alle in deiner Straße exakt zur gleichen Zeit nach Hause. Nach Deiner Theorie dürfte es ohne E-Fahrzeuge jetzt das Netz jeden Abedn auch schon zusammenbrechen, wenn Deine Annahme stimmen würde. Die würden dann alle den Herd, die Kaffemaschine oder sonst was gleichzeitig einschalten bzw. unter die Dusche mit Warmwasser aus dem DE gehen. Nach einer halben Std. ist ein Auto mit 22 kW bereits voll. Wie gesagt je höher die Ladeleistung umso unwahrscheinlicher wird das gleichzeitige Laden.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon iOnier » Mo 26. Feb 2018, 21:27

Und je niedriger desto egaler ;-)
Gruß
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon ecopowerprofi » Mo 26. Feb 2018, 21:58

Mit 2,3 kW lädt man die ganze Nacht und verlagert die Ladezeit hauptsächlich in die nächtliche Schwachlastphase.
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon spark-ed » Mo 26. Feb 2018, 22:10

ecopowerprofi hat geschrieben:
Nach einer halben Std. ist ein Auto mit 22 kW bereits voll. Wie gesagt je höher die Ladeleistung umso unwahrscheinlicher wird das gleichzeitige Laden.

Schon richtig, sehe das aber etwas kritischer. Du wirst das Standardlastprofil als durchschnittliches Verbraucherprofil in Wohnsiedlungen kennen.
Du weißt auch, dass sich der abendliche Peak zwischen 18 und 20 Uhr befindet und kennst die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich genau hier ein großer Teil der Ladungen durchgeführt würde.
Schau dir mal an, wieviele PKWs in einer Wohnsiedlung an der Strasse stehen und regelmäßig bewegt werden.
Der Ladepeak addiert sich da absehbar genau auf diese abendliche Lastspitze und verschärft das Problem.

Mir hat letztens ein E-Mobil Skeptiker das Beispiel gebracht, dass in seiner heimatlichen (ostdeutschen) Nachbarschaft ein großer Teil der Familienoberhäupter unter der Woche auf Montage fährt und am Freitagabend alle mehr oder weniger zeitgleich aus den fernen Arbeitsstätten nach Hause kommen. Ähnliche Überschneidungen wo die statistische Mittlung nicht funktioniert gibt es auch in anderen Bereichen.
Ideal wäre es hingegen, wenn der Ladestart netzdienlich gruppenweise in die Nachtstunden verlegt würde. Dann wäre jede Leistung möglich, aber widerum sinnlos.

iOnier hat geschrieben:
Und je niedriger desto egaler ;-)
ecopowerprofi hat geschrieben:
Mit 2,3 kW lädt man die ganze Nacht und verlagert die Ladezeit hauptsächlich in die nächtliche Schwachlastphase.

So ist es und passt vor allem zum Thema "Wohnanlagen"
Ein E-infizierter Kollege hat sich neulich ein ModelS 70D gekauft und freut sich schon überhaupt an einer einige hundert Meter von seiner Wohnung befindlichen Ladsäule mit 11kW laden zu können (wenn diese nicht mal wieder von einem lokalen Hybriden belegt ist)
Ich glaube, der würde eine 2,3kW Steckdose am Stellplatz sehr gerne gegen diese Möglichkeit eintauschen ;)
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon iOnier » Mo 26. Feb 2018, 22:13

ecopowerprofi hat geschrieben:
Mit 2,3 kW lädt man die ganze Nacht und verlagert die Ladezeit hauptsächlich in die nächtliche Schwachlastphase.

Hehe, das geht noch besser: mit 1,8 kW - iOn laden mit original Ladeziegel 8 Ampere 8-)

Was verfährt man denn so am Tag - 40-70 km? Ist auch mit dieser geringen Ladeleistung nach 10 Std. über Nacht mehr als wieder drin ...

Zugegeben: ist mein Pendlerfahrzeug und hat einen kleinen Akku. Aber auch wenn der Akku größer wäre, würde ich doch (in der Woche) nicht mehr fahren => auch ein größerer Akku wäre "nie leer". Ich hätte halt mehr Reserven für weitere Fahrten an den Wochenenden. Aber selbst wenn ich das Auto dann am Sonntagabend fast leer abstellte wäre am Montag früh wieder mehr im Akku als ich für den Tag bräuchte.

Sprich: auch Autos mit größeren Akkus brauchen meist keine größere Ladeleistung, jedenfalls wenn über Nacht geladen werden kann.

Das fehlt halt noch für Laternenparker.
Gruß
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon ecopowerprofi » Mo 26. Feb 2018, 23:03

iOnier hat geschrieben:
Sprich: auch Autos mit größeren Akkus brauchen meist keine größere Ladeleistung, jedenfalls wenn über Nacht geladen werden kann.

Wir reden ja hier von Wohnsiedlungen. Dort gibt es für fast alle Autos Stellplätze oder Garagen auf privatem Grund. Man braucht keine 22 kW für zu Hause (in Ausnahmen vielleicht). Da reicht genau die Leistung mit der man das Auto innerhalb von ca. 10 Std. wieder voll bekommt. Ein Lastmanagement ist da mehr als überflüssig.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Lastmanagement für Wohnanlagen

Beitragvon eSmart » Di 27. Feb 2018, 03:34

Meinen Smart lade ich mit 22kw zu Hause, denn ich will bald wieder los. Stundenlanges warten auf das Laden ist nicht drin.
Über Nacht langsam zu laden ist möglich, aber nicht immer. Der hat nur winzige 19kwh, das ist ein Auto von gestern.
Abends wird der auch mit 22kw geladen, denn man will noch einkaufen, oder in die Stadt. Hier auf dem Lande heisst das 50-80km schon mal Abends zusätzlich !
Könnte ich den nur Schuko laden, könnte ich den Wagen gar nicht nutzen.
Was ist wenn ich in einen Tesla 80kwh oder mehr laden will, das geht nicht per Schuko in einer Nacht.
2 Elektroautos ?
Aktuell haben wir rund 9000kwh Bedarf für 2 Autos im Jahr.
Die Familie meines Freundes hat 200km und deutlich mehr am Tag, die Kinder sind auch bald groß, dann sind es 4 Autos, alle wollen nachts voll werden (die Autos). Bei deren Nachbarn sieht es ähnlich aus.
Glaubt mal nicht das jeder freiwillig die Ladeleistung reduziert. Wenn es geht will jeder das Auto schnell voll haben.

Also, wenn man eine 22/43kw Ladebox beim Versorger anmeldet und genehmigt bekommt, auf dem eigenem Grundstück, kann das später widerrufen werden ? Haben die Nachbarn die später ein E laden wollen Pech gehabt mit einem Anschluß ?
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