Großbaustelle Ladestation am Mehrfamilienhaus

Großbaustelle Ladestation am Mehrfamilienhaus

Beitragvon PowerTower » Mi 1. Jul 2015, 00:12

Hallo,

ich möchte hier kurz mein Projekt zum Thema Ladestation am Gemeinschaftseigentum aus Sicht eines Mieters vorstellen und habe auch einige Fragen dazu. Vielleicht fühlt sich jemand in der Lage, diese zu beantworten. ;) Und wenn jemand diese Zeilen als Anregung nutzen möchte um bei seiner Hausverwaltung vorstellig zu werden, dann nur zu.

der Ist-Zustand
Als ich im Oktober 2012 mein Elektroauto kaufte, habe ich verschiedene Szenarien einer möglichen Elektroinstallation durchgespielt, die eine für alle Beteiligten erträgliche Lösung darstellt. Naiv wie ich war, habe ich das ganze ohne den Segen der Eigentümerversammlung durchgeführt, schließlich habe ich keinerlei Änderungen am Gemeinschaftseigentum vorgenommen und die Installation ließe sich problemlos innerhalb einer Stunde rückstandsfrei zurückbauen. So bin ich bei der jetzigen Lösung hängen geblieben. Zur Info, meine Wohnung und der zugehörige Stellplatz sind durch das Nachbarhaus voneinander getrennt.

Bild Bild Bild Bild

die Konfrontation
Im Oktober 2014 war ich aufgrund Aufklärung bezüglich der Nebenkostenabrechnung zu Besuch bei der Hausverwaltung. Als alle Themen besprochen waren hieß es plötzlich "ach noch was - das mit dem Kabel kann so nicht bleiben". Das hatte ich mir eigentlich auch so gedacht, aber warum kommt die Info erst nach zwei Jahren? Egal, eine Lösung musste her und so wurde ein Termin mit der Objektbetreuerin und einem örtlichen Elektriker vereinbart.

die Lösung
Bei dem Vorort Termin ging es darum, mögliche Lösungsansätze zu erarbeiten. Um normkonformes Laden zu ermöglichen, konnte es nur einen Weg geben, nämlich eine separat abgesicherte Leitung vom Zähler zum Stellplatz zu legen. Der Elektriker machte gute Vorschläge und die Objektbetreuerin bestätigte diese oder musste Gegenvorschläge bringen. So war es z.B. untersagt in die Dämmung des Hauses zu bohren, was ich absolut nachvollziehen kann. Ich will keinen Schaden verursachen, ich will nur mein Auto laden. Letztendlich konnte eine mögliche Strecke für das rund 30 Meter lange Kabel gefunden werden, die zur Vorlage bei der Eigentümerversammlung eingereicht wurde.

die Genehmigung
Der von Objektbetreuerin und Elektriker erarbeitete Vorschlag wurde der Eigentümerversammlung im Mai 2015 zur Abstimmung vorgelegt. Der Beschluss zur fachgerechten Installation eines Ladeanschlusses am Parkplatz des Mieters, ausgehend vom Wohnungszähler im Keller mit Durchbruch Kelleraußenwand und anschließender Verlegung im Erdreich, wurde von der Eigentümerversammlung einstimmig angenommen. Sämtliche Kosten übernimmt der Antragsteller, eine Einigung mit dem Wohnungseigentümer ist aber möglich, da der Ladeanschluss nach Beendigung des Mietverhältnisses erhalten bleiben soll und die Wohnung dadurch aufgewertet wird.

beschluss.jpg
Beschluss im Protokoll

die Umsetzung - und Fragen dazu
Für mich geht es nun in die heiße Phase, ab nächster Woche fange ich mit dem Ausschachten an. Die geplante Installation sieht wiefolgt aus:
- die Wohnung ist mit 35 A abgesichert
- nach dem Zähler wird ein FI/LS 16A Kombischalter montiert
- daran wird ein 30 Meter langes Kabel 3x2,5 mm² angeschlossen und im Kanal verlegt
-> Update 08/2015: verlegt wurde 5x2,5mm²
- am Stellplatz wird eine wallb-e eco 2.0 3,7 kW auf einer Edelstahlsäule montiert
-> Update 08/2015: montiert wurde eine wallb-e eco 2.0 11 kW
- beidseitiger Anschluss erfolgt vom Elektriker mit anschließender Anfertigung des Prüfprotokolls

meine Fragen zur Installation:
1. Das Kabel soll zwischen den beiden Häusern in 80 cm Tiefe verlegt werden, bei 60 cm Tiefe wird ein Warnband eingelegt. Ist eine Schachtgenehmigung zwingend erforderlich und falls ja, wer ist der Ansprechpartner, die Stadtwerke? Wohnungseigentümer und Objektbetreuerin haben davon nichts erwähnt, ich habe nur zufällig vom Arbeitskollegen von dieser Genehmigung erfahren.
2. Die Edelstahlsäule soll im Bereich des Kiesbetts aufgestellt werden (siehe Bilder oben). Wie sieht die optimale Umsetzung des Fundaments aus? Ich sehe zwei Lösungsmöglichkeiten, zum einen eine handelsübliche Betonplatte, die etwa 10 cm versenkt wird und Stabilität durch Gewicht und Grundfläche verleiht. Die Edelstahlsäule wird mit der Betonplatte verschraubt. Ich bin mir aber unsicher, ob man einfach so Löcher in die Betonplatte bohren kann, ohne dass diese dabei zerbricht. Auch bin ich mir über die Art der Verschraubung unsicher. Die andere Lösung wäre eine Metallplatte, die ebenfalls mit der Edelstahlsäule verschraubt werden soll. Diese wird etwas tiefer verlegt und gibt Stabilität allein aufgrund der großen Grundfläche und den Erdmassen, die darüber liegen. Ob das so funktioniert und was ist besser?
3. Nach meinem elektrotechnischen Verständnis muss die Edelstahlsäule mit dem Schutzleiter verbunden sein, so dass im Fehlerfall (=Berührung der unter Spannung stehenden Säule) der FI Schutzschalter auslösen kann. Nun habe ich schon viele Wallboxen auf Metallstelen gesehen, bei denen scheinbar kein zusätzlicher Schutzleiter angeschlossen war. Gibt es da bei der Elektromobilität Sonderregelungen? Wenn der Schutzleiter verbunden werden muss, benötige ich aber eine zusätzliche PG Verschraubung an der Wallbox, womit vermutlich sämtliche Garantieansprüche verloren gehen. Oder wird die Leitfähigkeit über die Verschraubung zwischen Wallbox und Säule realisiert? Wie lösen das andere Hersteller?

Danke schonmal für eure Hilfe. Fortsetzung folgt. ;)
Zuletzt geändert von PowerTower am Mo 13. Feb 2017, 11:41, insgesamt 6-mal geändert.
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon smart_ninja » Mi 1. Jul 2015, 06:26

Ähmmm... ohne jetzt mal auf die anderen Fragen einzugehen...

Wenn schon so aufwendige Erdarbeiten notwendig sind würde ich auf alle Fälle ein fünfadriges Kabel ( 5 x 2,5 oder mehr) verlegen lassen.
Das ist bei geringen Mehrkosten deutlich Zukunftssicherer.
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon Spüli » Mi 1. Jul 2015, 08:37

Moin!

Machst Du das mit Spaten oder Minibagger? Einen Schachtschein (oder "Aufgrabe-Erlaubnisschein") würde ich mir nur bei Arbeiten mit dem Minibagger holen. Aber auch nur, wenn Du über völlig unbekanntes Terrain mußt. So dicht an den Häusern kann man doch sich im Keller erkennen wo Strom/Gas/Wasser/Telefon ins Haus gehen und in Richtung Straße verlaufen. Wenn Du etwas kaputt machst, mußt Du so oder so bezahlen.

Als Fundament machen sich fertige Steine/Blöcke ganz gut. Ein Bekannter hat zum Beispiel auch einen 25er Würfel aus Kalksandstein genommen ("8 DF" in Fachkreisen). So etwas kann man sonst in einem großem Eimer und etwas KG-Rohr auch selber herstellen.

Die Erdung der Säule sollte eigentlich zusammen mit dem Gehäuse der Säule erfolgen. Dazu müssen natürlich die entsprechenden Kontaktflächen blank sein. Also die Schaubstellen im Gehäuse mal etwas genauer angucken.
Gruß Ingo
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon PowerTower » Mi 1. Jul 2015, 08:54

Ich kenne diese Diskussionen, aber jeder hat halt ein anderes Anforderungsprofil. Im Moment lade ich mit 10 A und selbst dann steht das Auto viele Stunden länger herum, als der Ladevorgang benötigt. Wenn die Akkus größer werden ist die Notwendigkeit für schnelles laden zu Hause noch geringer, dann fängt man halt bei 100 km Restreichweite an zu laden und nach 10 Stunden hat man weitere 200 km drin. So viel kann ich gar nicht fahren wie dann möglich wäre. :lol: 300 bis 400 Euro Mehrkosten (Kabel + FI Typ B) sind für mich nicht gering. Ich bin nur Mieter, evtl. ziehe ich da in zwei Jahren wieder aus und dann habe ich die Mehrkosten direkt in den Sand gesetzt. Wenn man es trotzdem eilig hat, kann man ja immer noch zur 1 km entfernten 11 kW Ladestation fahren und dort aufladen. Wer schnelles laden zu Hause benötigt wird seine Gründe dafür haben. Ich finde das vollkommen überflüssig. ;)

@Spüli, wird alles mit dem Spaten erledigt, das Schachten findet an der straßenabgewandten Seite statt. Ich denke auch nicht, dass es da große Probleme geben sollte, sonst hätte mich die Objektbetreuerin schon darauf aufmerksam gemacht. Mit der Erdung über das metallische Gehäuse der Wallbox habe ich mir auch so gedacht. Muss man halt den Lack an den Kontaktflächen runterrubbeln, aber sollte so funktionieren. Evtl. hat wallb-e auch gleich auf die Lackierung an dieser Stelle verzichtet. Werde ich aber erst sehen wenn die Wallbox da ist, da man keine Erfahrungsberichte bzw. Bilder dazu findet. Wenn der Widerstand zwischen Säule und Schutzleiter dann gegen 0 Ohm geht, sollte das als fachgerechte Ausführung genügen. Danke für den Hinweis mit den Betonwürfeln, das schaue ich mir mal genauer an.
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon Spüli » Mi 1. Jul 2015, 09:21

Moin!
Hier mal ein 8DF mit Bild: KLICK. Sonst einen größeren Eimer mit Beton füllen und mittig ein 50er Rohr für das Kabel eingießen. Oder aber gleich das Standrohr der Säule eingießen.

Guck Dir die Preise für 3x2,5 und 5x2,5 genau an. Letzendlich mußt Du selber entscheiden. Das größere Kabel kann man später immer mal gebrauchen...ob Du das bist ist natürlich unklar. Den FI-B würde ich erst später nachrüsten.
Gruß Ingo
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon eDEVIL » Mi 1. Jul 2015, 09:34

Wuerde 5x6 legen bei dem aufwand.
Kann man die bix fest drosseln? Wuerde dann die 22er fuer 200 eur mehr nehmen
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon Spürmeise » Mi 1. Jul 2015, 09:48

eDEVIL hat geschrieben:
Wuerde 5x6 legen bei dem aufwand.

Das übliche "Kupfer wächst auf Bäumen"-Statement in diesem Zoe-Forum.

eDEVIL hat geschrieben:
Wuerde dann die 22er fuer 200 eur mehr nehmen

Was will er oder der Nachmieter damit an dem 35A-Wohnungsanschluss?
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon eDEVIL » Mi 1. Jul 2015, 09:56

Die wallbox wird er doch minehmen, oder?
Machen es die100 eur fuers kupfer?
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon HubertB » Mi 1. Jul 2015, 10:02

Das mit der Wärmedämmung ist eigentlich Quatsch. Dafür gibt es spezielle Nylondübel. Typisch WEG.
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Re: Großbaustelle Ladestation am Gemeinschaftseigentum

Beitragvon spark-ed » Mi 1. Jul 2015, 10:46

Hallo PowerTower,

Als wirtschaftlich sinnvollen Kompromiss fände ich 5x2,5mm² schon überlegenswert.
Bei einphasiger Ladung kannst du durch Parallelverwendung von je 2 Adern den Spannungsverlust auf der Leitung noch etwas minimieren.
Bringt bei 30m und 16A immerhin gute 50W weniger Verlustleistung.
Der Unterschied zwischen 3x2,5 und 5x2,5 ist preislich wirklich zu verkraften.

Kann damit für einen eiligen E-Mobil-Nachnutzer dann immer noch auf 11kW gepimpt werden.
Mehr geht bei dem gegebenen Verhältnissen mit 35A Vorsicherung sowieso nicht ohne Weiteres.
SmartED - einfach, wie für mich gemacht
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