Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon jollyjinx » Do 23. Mär 2017, 15:33

Wir sind eine kleine Reihenhaussiedlung mit 34 Häuschen und einer Gemeinschaftstiefgarage mit einzeln abschließbaren Garagen. Die Tiefgarage ist mit 3x25A angeschlossen und hat zur Zeit nur ein Licht und eine Steckdose am Gemeinschaftswaschplatz.
Nun könnte ich mir zwar einen CEE Blau oder Schuko in meine Garage legen lassen, wenn das aber noch zwei weitere machen ist Schluß.
Alle weiteren Eigentümer sind sehr an der E-Mobiltät interessiert, vier weitere Eigentümer würden sogar in die E-Mobilität einsteigen wenn man laden könnte.

Nun meine Frage - gibt es Firmen die die gesamten Plätze mit Wallboxen austatten? Ich denke mit einem Lastmanagement und Zwischenspeicher könnte man sogar ohne aufrüsten des Anschlusses ( wäre schwierig ) mit 3x20A auskommen.
Mit einer Milchmädchenrechnung 34Autos * 15.000 km/a * 15kWh/100km komme ich auf 76500 kWh/a. Das heisst eine Anschlußleistung von 8.7kW würde schon ausreichen. Mit den knapp 14kW Anschlussleistung und Zwischenspeicher sollte das eigentlich machbar sein - ok nach Oster/Pfingst oder Weihnachtswochenenden wären dann sicher am Montag morgen nicht alle Autos rappelvoll, aber im großen und ganzen sollte das ja reichen - zudem ja noch nicht jeder ein E-Auto hat.

Gibt es sowas ? Was sind eure Ideen zu dem Thema - wie macht ihr das oder habt das schon gemacht ?

Grüße Patrick
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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon andi_hb » Do 23. Mär 2017, 15:37

Für 34 Autos wären 8,7 KW definitiv zu wenig.
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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon SL4E » Do 23. Mär 2017, 15:40

Strom Speichern ist teuer. Eine Aufrüstung des Anschlußes deutlich günstiger. Aufrüsten auf 3x 100A dann kann man erst mal knapp die Hälfte (~18) aller Garagen mit 3,6kW ausrüsten oder 30x Schuko ohne Lastmanagement. Wenn dann noch bedarf beseht kann man immer noch über ein Lastmanagement sprechen.
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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon andi_hb » Do 23. Mär 2017, 15:45

Die Frage ist bei einem solchen Vorhaben wer es bezahlt.
Wenn das aus der gemeinsamen Kasse des Hauses geht wird auch jeder eine Wallbox in seiner Garage haben wollen.
Dann würde ich erstmal auf der Eigentümer Versammlung abstimmen lassen und dann den Verwalter damit beauftragen Kostenvoranschläge einzuholen.
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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon Dachakku » Do 23. Mär 2017, 16:02

Erst mal eine Anfrage starten was das (ein normales) Upgrade auf 3x100A kosten würde. Wer zahlt es ?

Wenn das bezahlbar wäre, bestellen, danach würde ich Schritt 2 in Angriff nehmen in dem jeder zu seinem Stellplatz (Eigenleistung) 5x2,5 legt, jeder der aktuell(!) Interesse hat. Der Elektriker kann danach verdrahten = Kostensenkung.

Sollten später irgendwann mal mehr EV in der Garage vh. sein als die Anschlusskapazität, DANN müsste man sich über ein Lastmanagement unterhalten.

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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon SL4E » Do 23. Mär 2017, 16:06

Er hat auch einen gravierenden Rechenfehler.
Gehe mal von 15kWh aus die jeder über Nacht evtl lädt (Ladeverluste, Winter etc) Dann müssen die Autos über Nacht Laden, d.h. im günstigsten Fall ein Zeitfenster von 12h.
Du kannst also mit den 3x20A in 12h gerade einmal ~165kWh ziehen benötigst aber für evtl. 34 Fahrzeuge a 15kWh ~510kWh. Du brauchst also einen Batteriepuffer mit 345kWh, ausgegehend von DOD 80 und Lade/Entladeverlusten muss die Batterie eine Nennkapazität von ca 540kWh haben. Um es mit einer Tesla Powerpack zu berechnen sind das ungefähr 300000€ für den Speicher oder 49 Powerwall 2 a 7250€

Nur damit du ein Gefühl dafür bekommst um welchen Größenordnungen es geht.
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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon spark-ed » Do 23. Mär 2017, 18:53

Normalerweise brächte es hier klar einen neuen Hausanschluss und einen dicken Hauptverteiler mit entsprechender Ausbaureserve für alle Stellplätze.
Kann mir jedoch nur schwer vorstellen, dass die Eigentümergemeinschaft den dadurch entstehenden Kosten von voraussichtlich deutlich >5 T€ einheitlich zustimmen wird. Selbst wenn 4 weitere Interessenten da sind, gibt es noch 30 weitere denen das nicht einen Cent Wert wäre.

Ich glaube tatsächlich, dass man bei einer entsprechend hohen Anzahl an Ladeplätzen legitim mitteln kann und eine durchschnittliche Tagesfahrleistung, einen durchschnittlichen (Winter)verbrauch und eine durchschnittliches Ladezeitfensters verwenden kann, um den Leistungsbedarf zu berechnen.

Also 41km/PKW und Tag * 20kWh/100km = 8,2kWh/Tag
Um Zweifler zu überzeugen, rechne ich einen Sicherheitsaufschlag von 100% = 16kWh/ Tag
Gäbe bei einem verfügbaren 12h Fenster (18:00 Uhr bis 06:00 Uhr) einen mittleren Leistungsbedarf von knapp 1,4kW/ Stellplatz

im genannten Beispiel reichen 3x25A damit theoretisch aus um 12 Stellplätze absolut sicher zu versorgen (Waschplatz und Beleuchtung werden mit Vorrang im Lastmanagement eingebunden)

Meine "fixe" Idee ist bei solch limitierten Anwendungen grundsätzlich einphasig anzubieten, das erlaubt ja theoretisch schonmal über das Wallbox-PWM-Signal zwischen dem Minimalstrom 6A ~ 1,4kW und 32A ~ 7kW zu regeln.
Bei größeren Anlagen kann man noch mehr herauskitzeln, indem man bei Überschreitung der Anschlussleistung in Zeitintervallen die Wallboxen in 2 oder mehreren Gruppen ab- und zuschaltet um eine Überlastung zu vermeiden.
Soweit die zumindest die Theorie.
Klappt das mit der Ab-/ und Zuschaltung auch für alle derzeit marktgängigen Fahrzeuge (müssen Ladung nach Unterbrechung ja auch wieder aufnehmen können) können alle bis PWM minimum 6A runter (ZOE hat ja vom Hörensagen Probleme damit)?

Wer entwickelt hierfür kostengünstige, modular erweiterbare Lösungen für Gemeinschaftswohnanlagen?

Habe letztens mit jemandem gesprochen, der für seine ZOE eine Wallbox 22kW in der Tiefgarage installiert hat und sich dabei bewusst ist, dass spätestens der übernächste E-Auto Interessent wahrscheinlich leer ausgeht.
Das Beispiel zeigt meiner Meinung nach ganz gut das Dilemma, das uns in diesem Bereich bei einer weiteren Verbreitung von Elektroautos bevorsteht.
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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon Ladesaeule » Do 23. Mär 2017, 19:22

Ein weiteres Problem dürfte sein, dass z.B. die Zoe mit 6A gar nicht lädt, bzw. den Ladevorgang zügig abbricht.
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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon prophyta » Do 23. Mär 2017, 20:05

jollyjinx hat geschrieben:
Wir sind eine kleine Reihenhaussiedlung mit 34 Häuschen und einer Gemeinschaftstiefgarage mit einzeln abschließbaren Garagen.
Grüße Patrick

Das Thema wurde ja schon mehrfach angesprochen.
Bevor du jetzt Zeit und vielleicht Geld investierst sollte unbedingt abgeklärt werden,
ob alle Eigentümer an einem Strang ziehen.
Oder bist du der Allein-Eigentümer, bzw. gibt es nur einen Eigentümer und die Stellplätze sind nur vermietet ?
Sind es auch 34 Garagenstellplätze und warum kann man nicht am Haus stehen/laden ?
Bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft müssen z.Z. noch 100 % zustimmen.
Das neue Gesetzt wird wohl noch ein paar Jahre auf sich Warten lassen.
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Re: Gemeinschaftstiefgarage aufrüsten ? Wie ?

Beitragvon EV-Jens » Do 23. Mär 2017, 20:10

jollyjinx hat geschrieben:
Die Tiefgarage ist mit 3x25A angeschlossen und hat zur Zeit nur ein Licht und eine Steckdose am Gemeinschaftswaschplatz.

Wo kommen denn die 3x25A her, und mit welchem Leiterquerschnitt?
Wenn 6mm^2 dann wäre schon mal 6x CEE16 blau ohne Lastmanagement möglich.

Mein Altbau war erst auch nur mit 25A abgesichert, nach Anruf beim Netzbetreiber wurde gegen 50A getauscht 8-) .
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[Ex: Scootelec, EVT168, Saxi, Renault Express, Th!nk. Zoe R90 seit 24.02.17]
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