Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon ecopowerprofi » So 28. Okt 2018, 12:58

BrecherXP hat geschrieben:
Kann jemand erklären, wieso eigentlich viele bis alle Autohersteller bei der im Fahrzeug eingebauten Ladelösung für Zuhause so oft auf einphasiges Laden setzen?

Das sind überwiegend die asiatischen Hersteller, da dort im Heimbereich der Netzanschluss nur 1-phasig erfolgt. Die deutschen Hersteller haben bei den Neuwagen inzwischen einen 2-phasigen Lader mit 7,4 kW. Den kann man nur durch einen entsprechenden Anschluss auch 1-phasig mit 6,6 kW betreiben und ist dann auch im amerikanischen Markt einsetzbar. Geplant ist aber bei entsprechender Stückzahl in der EU einen 3 phasigen Lader mit 11 kW.

BrecherXP hat geschrieben:
Weiß jemand, ob das Land NRW auch einfache Installationen in der Garage, beispielsweise die Anschaffung einer Wallbox mit 3,7 KW (16 A an 400er CEE) fördert?

Nein, wird nicht gefördert. Nur fest angeschlossene mit min. 11 kW. Sobald ein Stecker dazwischen ist gilt es als nicht fest angeschlossen.

Sir Henry hat geschrieben:
as hab ich mich auch schon gefragt und kam bei den Überlegungen zum Ergebnis, dass es wohl an den höheren Kosten für den Gleichrichter im Auto liegen dürfte. Dazu kommt vermutlich ein höheres Gewicht, verbunden mit mehr Verbrauch. Wechselstromladen scheint mir von den Anbietern quasi nur als "Notlösung" angedacht zu sein, insofern scheint es dann auch zu "reichen", wenn man nur einphasig lädt.

Garantiert keine Notlösung sondern die Lösung für zu Hause. Das Ladegerät wiegt nur ein paar wenige Kilo und ist im Vergleich zur Batterie mit mehreren hundert Kilo vernachlässigbar.

BrecherXP hat geschrieben:
Verstehe nicht, wieso man diese Kosten scheut und nicht vernünftig alle drei Phasen abgreift.

Alle Haushaltsgeräte auch der E-Herd greifen die Leistung 1-phasig ab. Das ist auch für das Netz kein Problem.

gekfsns hat geschrieben:
die letzten 2 Jahre hat mir sogar 3kW in der Garage locker gereicht.

Auch wenn ich mich wiederhole, ein Auto verbraucht bei 15.000 km pro Jahr ca. 2500 kWh. Mit 3 kW ergibt das eine Gesamtladezeit pro Jahr von ca. 830 Std. Das Jahr hat aber 8760 Std. Daher reicht das mit der 3 kW vollkommen aus.

HubertB hat geschrieben:
Die Ladeleistung spielt keine Rolle, es geht auch 16A einphasig.

Nein, dann garantiert kein Förderung. Die Box muss mindestens 11 kW haben.

tomas-b hat geschrieben:
Deutschland allein ist halt beim Thema E-Mobilität einfach zu unbedeutend, um dafür ein eigenes Ladegerät zu entwickeln.

China und die EU setzen auf Typ2 mit 3 Phasen. Das sind ca. 20 % der Weltbevökerung. VW ist weltweit der größte Autmobilproduzent und ist mit BMW und Daimler auch auf dem chinesischen Markt gut etabliert. "Unbedeutend" ist wohl mehr als falsch.

PS: 11 kW ist 3-phasig mit 16 A.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon ecopowerprofi » So 28. Okt 2018, 13:04

Elektrivirus hat geschrieben:
Ich kann im Moment daheim nur Schuko, also einphasig, und das auch noch gedrosselt...9A ... wie soll ich es beschreiben? ..."besser als nix" trifft es wohl am Besten.

Dann bau Dir eine WB mit 3,7 kW an die Wand und Du wirst doppelt so schnell laden. Nicht klagen, wenn man nicht das geeignete Equipment hat. Schukoladekabel sind nur "Notlösungen".
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon AndreR » So 28. Okt 2018, 15:06

BrecherXP hat geschrieben:
Dann finde ich es schon eine echte Fehlentscheidung angesichts der 80 Prozent, die Zuhause aufladen.
Beim Ioniq ist einphasiges Laden ja vielleicht ok und auch sinnig, aber was bringen für "Garagentanker" dann 64 kwh und aufwärts Akkus, wenn man sie in frühestens 14 Stunden an 16 A wieder voll hat (einphasig). Ich halte 8 Std. für zwingend notwendig, als Größe, einen Akku in der Garage vollständig zu befüllen.

Warum? Ich glaube, Dir fehlt noch etwas Verständnis für das Prinzip. Die Ladeleistung muss so gewählt werden, dass über Nacht der tägliche Strombedarf nachgeladen werden kann. Fährst Du beispielsweise täglich 100 km bei angenommenen 15 kWh Verbrauch, so genügt es bei einer geforderten Ladezeit von 8 h, mit 1,9 kW zu laden. Mit Schuko wäre das Auto in 6,5 h wieder voll, an der kleinen Wallbox mit 16 A bereits nach 4 h. User Leaf lässt sich bei voller Ladeleistung einphasig nach 2:15 h wieder befüllen.

Probleme bekommst Du nur in dem Spezialfall, wenn Du abends leer zurück kommst und morgens nach angenommenen 8 h wieder eine weite Strecke zurücklegen musst. Den Leaf bekämst Du an Schuko in der Zeit nämlich nur ca. halbe voll, an der kleinen Wallbox hingegen jedoch dreiviertel und an der 6,6 kW sogar komplett voll.

Das Problem bei dreiphasigem Laden ist, dass man drei Ladegeräte statt einem verbauen muss, die dann am Ausgang parallel geschaltet werden. Drei Ladegeräte à 16 A dürften aber deutlich teurer sein als eines à 28,5 A, wie beim Leaf. Da dreiphasiges Laden außerhalb Europas kein Thema ist, hat es bei außereuropäischen Herstellern auch keinen Stellenwert.

Noch eine Frage zu der Förderung in NRW: Hat da jemand Infos für mich, bzw. einen Link. Weil meine Frau wohnt in NRW und wir wollen eine Wallbox in absehbarer Zeit anschaffen.
Erstfahrzeug: Mégane 4 GT 165 PS 1.6 Diesel (*17) Zweitfahrzeug: Nissan Leaf ZE1 Zero Edition (*18)
Sonst so gefahren: Hyundai i30 (*09, 10–12); Smart Fortwo (11–12); Renault Mégane III Dynamique (*09, 12–16); Mégane 4 BOSE Edition EDC (*16, 16–17)
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon WinnieW » So 28. Okt 2018, 15:51

ecopowerprofi hat geschrieben:
Das sind überwiegend die asiatischen Hersteller, da dort im Heimbereich der Netzanschluss nur 1-phasig erfolgt.

Richtig. In den meisten Ländern steht den Nutzern nur ein einphasiges Stromnetz zur Verfügung. Die Stückzahlen sind noch nicht so hoch dass es sich für die Hersteller lohnt extra für den europ. Markt Fahrzeuge mit 3-Phasen-Ladegeräte zu bauen.

Mich nerven ja bereits Ladeanschlüsse auf der linken Seite des Fahrzeuges. In Ländern mit Linksverkehr mag das praktisch sein, aber in Ländern mit Rechtsverkehr Läuft man beim An- oder Abstecken des Kabels wenn man am Fahrbahnrand an einer Ladesäule steht auf der Straße herum.
Deshalb bevorzuge ich da Ladeanschlüsse entweder vorne oder an der rechten Seite.

ecopowerprofi hat geschrieben:
Alle Haushaltsgeräte auch der E-Herd greifen die Leistung 1-phasig ab. Das ist auch für das Netz kein Problem.

Nicht ganz, bei den meisten E-Herden werden die einzelnen Kochplatten und der Backofen beim Anschluss auf 3 Phasen aufge- bzw. verteilt.

ecopowerprofi hat geschrieben:
Nein, dann garantiert kein Förderung. Die Box muss mindestens 11 kW haben.

Die Ladebox muss sich nur auf dem eigenen Grundstück befinden um finanziell gefördert zu werden, oder gibt es da weitere Einschränkungen?
Ich plane nämlich eine Ladebox an einem Stellplatz im Freien.

ecopowerprofi hat geschrieben:
China und die EU setzen auf Typ2 mit 3 Phasen.

In China werden Stecker fürs AC-Laden genutzt welche nur auf den ersten Blick wie Typ2 Stecker aussehen, bei genauerer Betrachtung sehen diese aus wie eine Mischung aus Typ1 und Typ2.
Diese haben z.B. die Verriegelung des Typ1 Steckers aber die Kontaktbelegung eines Typ2 Steckers. Ausserdem haben die Ladekabel in China "Männchen" auf beiden Seiten, während die Typ2 Kabel in der EU "Männchen-Weibchen" sind.
3-Phasen stimmt, aber Typ2 nicht ganz.
https://longtailpipe.com/2014/02/13/chinas-electric-car-fast-charging-gb/
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon ecopowerprofi » So 28. Okt 2018, 16:44

AndreR hat geschrieben:
Das Problem bei dreiphasigem Laden ist, dass man drei Ladegeräte statt einem verbauen muss, die dann am Ausgang parallel geschaltet werden.

Nee, dass ist ein Ladegerät mit einer Drehstrombrückenschaltung am Eingang und einem DC-DC-Wandler. Ein 11 kW Gerät ist nicht größer als eine Zigarrenkiste.

AndreR hat geschrieben:
Noch eine Frage zu der Förderung in NRW

Habe eine PN geschickt.
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon Hell » Do 8. Nov 2018, 22:24

AndreR hat geschrieben:
[...]

Noch eine Frage zu der Förderung in NRW: Hat da jemand Infos für mich, bzw. einen Link. Weil meine Frau wohnt in NRW und wir wollen eine Wallbox in absehbarer Zeit anschaffen.

https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/them ... /index.php
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon Langsam aber stetig » Fr 9. Nov 2018, 09:55

WinnieW hat geschrieben:
Mich nerven ja bereits Ladeanschlüsse auf der linken Seite des Fahrzeuges. In Ländern mit Linksverkehr mag das praktisch sein, aber in Ländern mit Rechtsverkehr Läuft man beim An- oder Abstecken des Kabels wenn man am Fahrbahnrand an einer Ladesäule steht auf der Straße herum.
Deshalb bevorzuge ich da Ladeanschlüsse entweder vorne oder an der rechten Seite.

Das sehe ich ganz anders. Rechts sollte der Anschluss auf keinen Fall sein. Auf der linken Seite ist immer Platz, da der Fahrer immer aussteigen muss. Auf einem engen Carport oder einer engen Garage (wie bei mir zuhause) steht das Auto rechts komplett an der Wand. Es wäre dann nur sehr schwer möglich noch einen Stecker einzustecken.

Ladeanschluss nur auf der rechten Seite wäre für mich daher ein absolutes KO-Kriterium. Am besten finde ich die Positionierung wie am Kona - vorne aber links von der Mitte, so dass man nicht unbedingt vor dem Fahrzeug stehen muss, um einzustecken (z.B. in einer Garage, wenn man fast bis an die Wand fährt).

Natürlich ist es doof, wenn der Ladeanschluss links ist, und beim Parken der Stecker "in den Verkehr" zeigt; dies mache ich aber normalerweise nur recht selten, während ich fast täglich zuhause lade.
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon cybergreg » Fr 9. Nov 2018, 22:18

Auch wenn ich (auch dank einiger aufmunternder Worte hier im Forum) mittlerweile meinen Frieden mit dem Thema geschlosen habe, da es für meinen 40kWh Leaf wahrscheinlich tatsächlich kein echtes Drama ist, halte ich das einphasige Laden generell für eine technologische Einbahnstrasse.

In der aktuellen a,m&s wird mal wieder über Ladeleistungen von 125kw (Tesla) bzw 350kw bei den zukünftigen 'Ionity' Säulen philosophiert. Das ist gaaaaaaanz toll aber wehe, wenn man dann mit einem 100kWh Auto nach Hause kommt. Wie dort ab Seite 132 zu lesen, fährt man dann z.B. einen Jag iPace mit 90 kWh Akku und einem durchaus fahrzeug- und leistungsgerechtem WLTP-Verbrauch von 24,2 kWh/100km und bekommt für die Kleinigkeit von mindestens €77.850 ebenfalls einen einphasigen Lader, wie bei meinem Leaf (max. 7kW) geliefert. Unglaublich!

Ich hoffe, die Hersteller wachen bald auf und denken auch mal an die üblichen 11kW und 22kW AC Boxen. Diese Nennleistung kann man ja bekanntlich nur nutzen, wenn, ja wenn die Hersteller diese Technik auch nutzen würden. Es ist doch schließlich ein erheblicher Vorteil, dass man ein eAuto zumHause laden kann und nicht zur 'Tankstelle' muss, oder?
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon gekfsns » Fr 9. Nov 2018, 22:35

Die allermeisten EV Fahrer daheim-Lader haben damit kein echtes Problem. Mein Ioniq lädt gemütlich mit 30km/h an der 16A CEE einphasig.
Solche Äußerungen kenne ich nur von Verbrenner-Fahrern oder Besitzern von "Obdachlosen"-Autos.die öffentlich mit Zeittarif an AC Ladesäulen laden müssen :)
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Re: Förderung privat und wieso nur einphasiges Laden?

Beitragvon ecopowerprofi » Sa 10. Nov 2018, 05:36

cybergreg hat geschrieben:
einen Jag iPace mit 90 kWh Akku und einem durchaus fahrzeug- und leistungsgerechtem WLTP-Verbrauch von 24,2 kWh/100km und bekommt für die Kleinigkeit von mindestens €77.850 ebenfalls einen einphasigen Lader, wie bei meinem Leaf (max. 7kW) geliefert. Unglaublich!

Reicht doch. Bei 30.000 km / a benötigt man ca. 7200 kWh / a und dafür ca. 1000 h Ladezeit. Das Jahr hat 8760 h. 50% davon steht das Auto in der heimischen Garage. Jeden Abend anstecken und gut ists.
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