Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon 1234567890 » Sa 19. Aug 2017, 11:31

Habteuchbittelieb hat geschrieben:
Für die Situation brauchen wir selbst bei 10 Mio. Elektroautos in Deutschland keinerlei Lastmanagment. Ich ruf auch nicht die Stadtwerke an, wenn ich auf 3 Kochfelder koche und gleichzeitig den Backofen auf 200 Grad hab!
Du meinst also, wenn 10 Mio. Menschen abends nach Hause kommen, ihr BEV anstecken, dann gehen sie nicht in die Wohnung und kochen sich etwas zu Essen? Single, der abends immer beim Döner vorbei geht? Bitte nicht immer von den eigenen Lebensgewohnheiten auf andere schließen.

Natürlich muss man in so einem Fall den Strom zusätzlich zum Spitzenverbrauch hinzurechnen.
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Beitragvon gekfsns » Sa 19. Aug 2017, 11:32

Was meiner Meinung nach fehlt ist dass die Genehmigung, auf eigene Kosten eine Steckdose in der Tiefgarage errichten zu dürfen, erleichtert werden muss. Hab mitbekommen wie spannend es ist, wenn man 100% Zustimmung aller Miteigentümer braucht.

Mein Auto lädt meistens keine 3h am Tag, wann das ist, ist mir meistens total egal. Da würde eine intelligente Steuerung, mit der man Überproduktion abschöpfen und als Verbraucher dann paar Cent sparen kann, nicht schaden.

Hab mal in einem Artikel gelesen, dass wenn alle Autofahrer auf Model S umsteigen, dass der Stromverbrauch um <17% zunehmen würde. Es würde mit realem Verbrauch des Model S gerechnet, da die meisten anderen keine 20kWh/100 verbrauchen wäre dann die Zunahme am benötigen Strom noch kleiner. Ich finde, das hört sich nach keinem echten Problem an.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon ammersee-wolf » Sa 19. Aug 2017, 11:34

Unsere Firma verlegt Baustahl.
Was da an Dosen und Verteilern in der Schalung verlegt wird, ist schon Wahnsinn.
Sogar fertige Aussparungen für Deckenlampen. Ein paar Leerrohre für Steckdosen in der TG sind dagegen ein Witz. Nachträgliches verlegen kostet pi mal Daumen das 10-fache.
Die Bauträger müßten nur argumentieren, dass in ein paar Jahren der Wert des Stellplatzes fällt, wenn kein Anschluss für eine kleine Ladeboxen vorhanden ist.
Stattdessen haben die Baufirmen Angst das das Licht auf der Baustelle ausgeht, wenn ich mit dem ZOE und Ladeziegel an den Baustrom gehe. Aber in jeder Baubude steht ein Elektroheizgerät, das Tag und Nacht läuft.

Manchmal versteht man die Welt nicht mehr.

LG
Frank
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon ammersee-wolf » Sa 19. Aug 2017, 11:40

1234567890 hat geschrieben:
Habteuchbittelieb hat geschrieben:
Für die Situation brauchen wir selbst bei 10 Mio. Elektroautos in Deutschland keinerlei Lastmanagment. Ich ruf auch nicht die Stadtwerke an, wenn ich auf 3 Kochfelder koche und gleichzeitig den Backofen auf 200 Grad hab!
Du meinst also, wenn 10 Mio. Menschen abends nach Hause kommen, ihr BEV anstecken, dann gehen sie nicht in die Wohnung und kochen sich etwas zu Essen? Single, der abends immer beim Döner vorbei geht? Bitte nicht immer von den eigenen Lebensgewohnheiten auf andere schließen.

Natürlich muss man in so einem Fall den Strom zusätzlich zum Spitzenverbrauch hinzurechnen.


@1234567890
Dein Denkfehler: Du gehst davon aus, dass jedes Auto mit voller Leistung lädt. Das ist aber nicht so. Die meisten werden mit 70-80% anstecken wegen der Reichweitenangst. Dann begnügt sich der Wagen aber schon mit reduzierter Ladeleistung, weil die Batterie ja schon fast voll ist.
Typisch Deutsch! Immer erst alles regeln wollen und dann feststellen, dass es doch ganz anders ist.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon Habteuchbittelieb » Sa 19. Aug 2017, 11:44

1234567890 hat geschrieben:
Du meinst also, wenn 10 Mio. Menschen abends nach Hause kommen, ihr BEV anstecken,

Ich hab den DENKfehler innerhalb von 0,005 Sekunden entdeckt.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon Habteuchbittelieb » Sa 19. Aug 2017, 11:46

gekfsns hat geschrieben:
Hab mal in einem Artikel gelesen, dass wenn alle Autofahrer auf Model S umsteigen, dass der Stromverbrauch um <17% zunehmen würde. Es würde mit realem Verbrauch des Model S gerechnet, da die meisten anderen keine 20kWh/100 verbrauchen wäre dann die Zunahme am benötigen Strom noch kleiner. Ich finde, das hört sich nach keinem echten Problem an.


Auch interessant: https://ecomento.de/2017/04/05/warum-da ... en-wuerde/

Warum das deutsche Stromnetz 45 Millionen Elektroautos verkraften würde
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon flow2702 » Sa 19. Aug 2017, 13:18

Solarstromer hat geschrieben:
Ich würde davon ausgehen, dass eine Ladestation in 10 Jahren ein Bruchteil von heute kostet. Falls man sie überhaupt noch brauchen kann, weil sich die Technik geändert hat, z.B. weil man dann induktive Ladestationen bevorzugt.

Ich finde die Regelung mit den Leerrohren ist perfekt.


Der ursprüngliche EU-Regelungsentwurf sah ja auch nicht vor, dass eine Ladestation an die Wand geschraubt werden muss, sondern dass die Vorverkabelung durchzuführen ist. Und die wird auch in 10 Jahren noch die selbe sein, was soll sich da ändern?

Der preisliche Unterschied ist aber der, dass bei einer Vorrüstung von Leitungen diese bereits im Gesamtkonzept der Elektroinstallation mit bedacht werden (müssen), insbesondere in Bezug auf die Zuleitungen, Auslegung der Verteilung, Dimensionierung des Hausanschlusses usw. Damit brauche ich in 1, 2, 5 oder 10 Jahren tatsächlich nur noch die Wallbox montieren und anschließen.
Werden nur Leerrohre gefordert, endet das in 95% der Fälle so, dass da dann halt irgendwelche Rohrreste in oder an die Wand geschmissen werden, keiner sich ernsthaft Gedanken drüber macht und wenn es dann soweit ist, folgendes passiert:
  • Leerrohr hat zu kleinen Durchmesser
  • Krümmungsradien passen nicht
  • Zuleitung unterdimensioniert
  • keine Platzreserve in der (Unter-)verteilung
  • usw.
Und dann wird es richtig (und unnötig) teuer.

Vielleicht als Anmerkung: Der hiesige lokale "Marktführer" in Bezug auf Elektroinstallation empfiehlt es von sich aus deren Privatkunden, bei Geschäftsbauten wird es generell gemacht. Da solche Firmen in der Regel kein Geld zu verschenken haben, sollte das zu denken geben.
Deren Argument ist - wie hier schon mehrfach gefallen - folgendes: Ein Gebäude, dessen Installation den Anschluss einer Ladestation nicht vorsieht, wird demnächst Werteinbußen verzeichnen müssen. Und das stimmt.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon Solarstromer » Sa 19. Aug 2017, 14:45

flow2702 hat geschrieben:
Der ursprüngliche EU-Regelungsentwurf sah ja auch nicht vor, dass eine Ladestation an die Wand geschraubt werden muss, sondern dass die Vorverkabelung durchzuführen ist.


Laut dem Artikel bei kommerziell genutzten Gebäuden schon.


flow2702 hat geschrieben:
Und die wird auch in 10 Jahren noch die selbe sein, was soll sich da ändern?


Bei der Vorverkabelung hat man doch das selbe Problem wie bei den Leerrohren. Wo sollen sie enden, ohne jetzt zu wissen wie es in 10, 20 oder mehr Jahren benötigt wird?

a) Beim Zähler der betreffenden Wohnung
b) In der Unterverteilung der betreffenden Wohnung
c) Zu separaten Zählern/Verteilungen nur für Elektromobilität

Bei a) und b) habe ich ein Problem, wenn der Stellplatz einer anderen Wohnung zugeordnet werden soll.
Bei a) und b) frage ich mich, ob sich damit noch ein zukünftiges Lastmanagement/Smart Grid umsetzen lässt.
Bei c) wirds teuer, wegen eigenem Zähler.
Bei b) werden die Rohre/Kabel ggf. ziemlich lang
Bei a) frage ich mich, ob ich im Zählerschrank noch FI und Leitungsschutzschalter einbauen darf, oder ich zwingend mit 10mm² zum Stellplatz mit einer eigenen Unterverteilung muss.
....

Das ist alles durchaus eine Diskussion wert. Insbesondere im Hinblick auf eine meiner Meinung zwingend erforderliche Smart Grid Lösung, die heute noch schwer voraussehbar ist.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon kub0815 » Sa 19. Aug 2017, 15:09

Habteuchbittelieb hat geschrieben:
Die Überschrift nicht kapiert? Es wird alles mögliche getan, seitens der Regierung, dies zu unterdrücken.

Doch die überschrift und deine Schlussfolgerungen sind halt falsch.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon mitleser » Sa 19. Aug 2017, 15:46

ammersee-wolf hat geschrieben:
Typisch Deutsch! Immer erst alles regeln wollen und dann feststellen, dass es doch ganz anders ist.

eine der besten Aussagen ever hier in diesem Forum. dankeschön.
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