Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon marpiet » Di 24. Apr 2018, 11:40

Servus,
Wir haben es getan: Nach 5 Jahren Toyota Hybrid haben wir uns einen gebrauchten Renault Zoe R210 angeschafft.
Dieser ist mit dem Notladekabel mit 230 V-Schukostecker ausgestattet und kann im Carport erstmal an einer ganz normalen Steckdose geladen werden.
Die erwartete Ladezeit von 12 - 13 Stunden ist für unseren Gebrauch nicht störend.
Nachdem die erste Vollladung dann aber ca. 19 Stunden dauerte, habe ich mich hier belesen und erstmals von Wirk- und Blindleistung erfahren und von schlechter Effizienz bei 10 A.
Mein befreundeter Elektriker hat sich dann die bestehende Installation angesehen und mir mehrere Alternativen vorgeschlagen.
Da hier diesbezüglich sehr erfahrene Menschen aktiv sind, bitte ich um Eure Hilfe.
Bitte verzeiht mir an der Stelle die mangelnde Sachkenntnis - ich bin kein Elektriker sondern nur ein umweltbewusster E-Auto-Fahrer.

Ist-Situation: Vom Haus (Verteilerkasten) zur Garage liegt ein 4 x 2,5 mm2- Erdkabel auf ca. 15m Länge bis zur ersten Dose. Die Leitung hängt im Verteilerkasten neben einigen Leuchten an einem 16 A-Sicherungsautomaten, kein eigener FI.
In der Garage wird die Installation über mehrere Dosen und 3x1,5 mm2-Kabel zu Steckdosen,Leuchten und Schaltern weitergeführt.
Eine Leitung geht dann auch zu der Schuko-Steckdose im Carport zur aktuellen Notladung des Zoe. Bisher wird da auch nichts warm, dauert halt nur ewig.

Möglichkeit 1:
Neuverlegung 5x10mm2-Starkstromkabel über 50 m bis zum Carport, Absicherung durch FI Typ A und 32 A Leitungsschutz ( mit viel Eigenleistung ca. 600 €)
Erhöhung der Hausabsicherung von 25 A auf 50 A - laut EON kein Problem ( 150 €)
Beantragung 22 kWh durch EON (200 €)
Keba p30 Wallbox mit integriertem FI Typ B 939 €
Typ 2 Kabel 289 €
Installationscheck 199 €
Anschluß und Z.E. Zertifizierung 200 €
Summe ca. 2500 € - das ist dann sicher, schnell und teuer.

Möglichkeit 2:
Bestehendes 2,5 mm2- Kabel nutzen und ab erster Dose separates durchgehendes 2,5 mm2-Kabel über ca. 20 m in den Carport legen. ( 50 €)
Leitungsschutz belassen ( 16 A), FI Typ A einbauen (100 €)
Renault (Legrand) verstärkte Schuko-Steckdose im Carport installieren (70 €)
Notladekabel verwenden und mit 14 A laden
Summe ca. 220 € - ausreichend sicher, 50 % schneller als 10 A, preiswert, umständlich ( An-/Ausstecken)

Möglichkeit 3:
Bestehendes 2,5 mm2- Kabel nutzen und ab erster Dose separates durchgehendes 2,5 mm2-Kabel über ca. 20 m in den Carport legen. ( 50 €)
Diese 16 A-Wallbox mit integriertem FI Typ A und Leitungsschutz und festem Typ 2-Kabel
https://www.ebay.de/itm/EVSE-Ladestation-Wallbox-3-7-kW-mit-Stecker-Typ-2-inkl-FI-und-LS/282916447052?hash=item41df22634c:g:vPcAAOSwN6JY~P8x
kaufen und installieren (450 €)
Summe ca. 500 €.
Das erscheint mir ein guter Kompromiss zu sein: nur ein Fünftel der Kosten einer kompletten Neuinstallation, mit integriertem FI und LS wohl ausreichend sicher, festes Typ 2 Kabel praktisch, maximale einphasige Ladung mit 16 A.

Was meint ihr, kennt jemand diese Wallbox, Sicherheit ausreichend?
Könnte/ muß man diese dritte Installation Z.E-Ready zertifizieren lassen?

Lieben Dank für alle Infos!

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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon TeeKay » Di 24. Apr 2018, 11:52

Vergiss die ZE Ready Zertifizierung. Kein Mensch macht sowas und bis jetzt ist in 5 Jahren auch keine der 100.000 Zoe daran zugrunde gegangen. Im Übrigen bekämst du auch gar keine ZE Ready Zertifizierung, schon gar nicht für 200 Euro. Daran scheiterte selbst Mennekes, ohne je zu erfahren, woran es scheiterte. Die ZE Ready Zertifizierung macht Schneider Electric in Frankreich, zufällig ein Konkurrent von Mennekes.

Wenn dir Schuko reicht, dann nimm Lösung 2. Alles andere ist unnötige Geldausgabe für einen Geschwindigkeitsvorteil, den du gar nicht brauchst.
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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon Flünz » Di 24. Apr 2018, 12:09

Ich habe mir 25m 5x6mm² in die Garage gezogen und "vorne und hinten" den Elektriker die 16-A-Verdrahtung in Sicherungskasten und an der CEE-Dose machen lassen.
Kabel 100 €
Elektriker 200€
Ladeziegel damals noch knapp 1000€. Die NRGkick gibt es ja mittlerweile zu gemäßigteren Preisen als meine alte Juiceboosterbox 1.
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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon Alex1 » Di 24. Apr 2018, 12:22

Bei uns war es ähnlich, nur etwas teurer mangels Eigenleistung...

Nimm eine mobile Box. Das ist zwar heute nicht mehr sooo notwendig wie vor 3 oder 4 Jahren, aber eine gute Versicherung, überall laden zu können, wo Du eine rote Dose findest :mrgreen:
Herzliche Grüße
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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon Trumpetzky » Di 24. Apr 2018, 12:41

Die erste Überlegung, die ich anstellen würde:
Wann steht mein Fahrzeug im Carport und für wie lange?
Ist das Fahrzeug tagsüber außer Haus und nur abends/über Nacht daheim und soll in dieser Zeit geladen werden?
Dann würde mMn eine 230V Installation für 1phasiges Laden (bis 16A) ausreichen.

Besteht die Möglichkeit, die Installation im Bereich Carport/Garage über einen Sub-Verteiler getrennt abzusichern? Dann wäre ein eigener Stromkreis für die Ladedose zu überlegen, wobei ich dann entweder eine Festinstallation (Wallbox) oder eine CEE Blau (Camping-Steckdose) montieren würde.

Ich persönlich bin ein Fan mobiler Ladelösungen (NRG Kick, Juice-Booster, Go-E Box,....), aber ob das zum jeweiligen Anwendungsfall und Anforderungsprofil passt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wenn wir an der bestehenden Installation rumrechnen, dass 16A an 230V einer Ladeleistung von 3,6kW entsprechen, wäre die Zoe - linear aufgerechnet, bei leerem Akku in 6 Std. geladen. Mehr geht mit 230V halt nicht. Zum Zwischenladen bzw. über Nacht ist die Leistung völlig ausreichend.

Bei CEE Rot 16A hättest du 11kW Ladeleistung, erfordert aber einen völligen Umbau deiner vorhandenen Installation, wenn ich das richtig sehe?
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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon marpiet » Di 24. Apr 2018, 22:17

Vielen Dank für eure Einschätzung.
Heute wurde mir die zum Notladekabel passende verstärkte Steckdose nachgeliefert. Da ist sogar der FI mit dabei.
Da wohl der Vorteil zur einphasigen 16 A-Variante nur gering ist und der Aufwand erheblich größer werde ich zunächst mit der
14 A Notladevariante probieren. Dazu 15 m 2,5mm²-Kabel neu legen un den FI einbauen. Das kost fast nix und bringt doch schon einiges. Falls die Variante auf Dauer nicht reicht, dann werde ich wohl 30m graben.... :D

Merci

marpiet
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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon marpiet » Mi 25. Apr 2018, 09:36

Hallo,

Bei der Renault-Steckdose liegt ein 30mA FI bei. Wo sollte der bei meiner Installation denn hin?
Zählerkasten oder in der Garage? Wenn ich das richtig verstehe soll die Leitung zur Renault-Dose separat abgrsichert werden.
Wie beschrieben kommt ein 2,5 mm2- Erdkabel bis zur ersten Dose und wird da weiter verteilt. Ich lege von da ein neues 2,5mm2-Kabel zur Renault-Dose. Im Zählerkasten im Haus hängt das Erdkabel neben anderen Verbrauchern an einem 16 A -Automat, der zusammen mit 5 weiteren Automaten an einem FI hängt.

Nur um meinem Elektriker schonmal was sagen zu können...

Gruß

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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon ecopowerprofi » Mi 25. Apr 2018, 20:45

marpiet hat geschrieben:
Bei der Renault-Steckdose liegt ein 30mA FI bei. Wo sollte der bei meiner Installation denn hin?

Das ist kein reiner FI sondern ein FI/LS. D.h. es ist ein FI mit integriertem Sicherungsautomat. Der gehört am Anfang der Leitung dierekt in der Zählerschrank/Hauptverteilung. Da dürfen dann lt. VDE auch keine anderen Verbraucher ausser die Ladesteckdose angeschlossen werden. Auch darf der FI/LS nicht hinter dem Haus-FI angeschlossen werden.

Meine Empfehlung: eine komplett neue Zuleitung nur für die Ladesteckdose abgesichert mit dem mitgelieferten FI/LS.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon marpiet » Do 26. Apr 2018, 08:21

Guten Morgen,

danke für die Aufklärung, das ist mir sehr hilfreich.
Mein Elektriker meinte (vorab am telefon), dass falls das zur Garage gelegte Erdkabel 4 x 2,5 mm² wäre, könne man gut einen Unterverteiler in der Garage montieren und da den FI/LS einbauen. Das muß ich noch genauer ansehen...
Das wäre inclusive Anpassung im Zählerkasten der geringstmögliche Aufwand. Könnte das so passen ?

Alternativ überlege ich dann doch ein komplett neues Kabel zu ziehen und dann aber gleich 50 m 5 x 10mm², um später leichter auf Starkstrom umbauen zu können.

Danke und beste Grüße aus der Oberpfalz

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Re: Anfängerfragen zur Ladung Zoe

Beitragvon ecopowerprofi » Do 26. Apr 2018, 08:34

marpiet hat geschrieben:
falls das zur Garage gelegte Erdkabel 4 x 2,5 mm² wäre

Das wäre aber eine absolute Seltenheit. Entweder 3 x 2,5² oder 5 x 2,5².
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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