PV-Anlage Auslegung

Solarenergie - Photovoltaik

PV-Anlage Auslegung

Beitragvon mkxe » Fr 23. Jun 2017, 10:13

Hallo,

und zwar schreibe ich gerade einen kleinen Fachbericht und bräuchte mal eine kleine Hilfe.
Ich würde gerne wissen wie man ganz grob mit hilfe von überschlagswerten eine PV anlage für das laden eines E-auto dimensioniert und das dann für verschiedene Szenarien vergleichen.
d.h.: ich habe meinen täglichen oder jährlichen Energiebedarf und möchte nun ganz grob mit überschlagswerten (zb 100kWh pro Jahr pro m^2) die benötigte Fläche für verschiedene Ladeleistungen berechnen. Wie mache ich das ungefähr?. Ich weiss Standort, Verschattung, Verluste, etc. müssen berücksichtigt werden aber es soll wirklich nur ganz grob sein.

und noch eine kurze verständnis frage: wenn ich meine Ausgangsleistung für eine PV anlage habe, dann wäre das doch auch gleichzeitig meine Ladeleistung (Verluste unberücksichtigt) oder?

Grüße
mkxe
 
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Beitragvon ecopowerprofi » Sa 24. Jun 2017, 22:25

Die PV-Anlage liefert tagsüber Strom. Geladen wird aber meistens nachts, wenn man mit dem Auto zur Arbeit fährt. Nur Samstags oder Sonntags könnte man mit eigenem PV-Strom laden. Bei Wechselschicht oder wenn man das Büro bzw. Arbeitsstätte zu Hause hat ist das etwas anders. Auch beim Hausmann oder -frau und als Rentner könnte man das Laden so vornehmen, dass es mit PV-Strom erfolgen könnte. Aber im Winter kommt nicht genug vom Himmel außer man hat einen Bauernhof mit riesige Scheune.

Eine 10 kWp Anlage liefert im Hochsommer ggf. die 10 kW. Im Winter dürfte das aber nur bei ein bis 2 kW liegen.

Eine PV-Anlage nur zum Laden von E-Mobile zu verwenden ist ein ziemlich erfolgloses Unterfangen. Die Ladeleistung anzuheben, wenn genug PV-Vorhanden ist, ist dagegen durchaus sinnvoll um den Eigenverbrauch des PV-Stromes zu erhöhen. Im Wohnhaus kommt man ohne Batteriespeicher nämlich nur auf ca.35% im Jahresdurchschnitt.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: PV-Anlage Auslegung

Beitragvon bm3 » Sa 24. Jun 2017, 22:34

Hallo,
ganz grob liefert das kWp Solarmodule etwa 900kWh pro Jahr an AC-Einspeisung über einen Wechselrichter ab. Dafür brauchst du etwa 6-8m² Fläche. Wenn in einer Batterie zwischengespeichert werden soll kann man von etwa 20% Speicherverlusten ausgehen.

VG:

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Re: PV-Anlage Auslegung

Beitragvon eSmart » Sa 24. Jun 2017, 22:47

Eine Übersicht über den durchschnittlichen Ertrag nach Standort und Ausrichtung gibt es hier
http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php#

Ich lade meinen Smart über die eigene PV tagsüber (in der Firma). Eine Insel PV mit Speicher. Die Anlage war nicht für das EAuto spez. dimensioniert, ich nehme den Überschuß der im Sommer einfach da ist. Jetzt im Juni fahre ich zu 100% mit Sonnenstrom.
Das EAuto ist ein guter Überschußverwerter. Die PV zu vergrößern bedeutet sie für jeden Monat früher zu laden zu verdoppeln, das macht schnell keinen Sinn.
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Re: PV-Anlage Auslegung

Beitragvon kub0815 » Sa 24. Jun 2017, 22:50

Ich würde auf mein Dach drauf packen an ob was geht. Unf das nicht von irgendeiner ladeleistung von einem Auto abhängig machen.
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Re: PV-Anlage Auslegung

Beitragvon Bernd_1967 » Sa 24. Jun 2017, 23:27

Ein paar Anmerkungen:
Postleitzahl 55471, 100km westlich von Frankfurt: 9,8kWp, 56qm, letztes Jahr 11.000kWh, flacher Horizont, kühler Wind,
Also ca. 200kWh/qm
Um PV für ein Auto zu installieren, würde ich nicht unbedingt ein Dach nehmen.
Eine Wegüberdachung zum Beispiel, Richtung Süden Bedingung und dann an die Hauswand im Winkel von ca. 60° ca. 3-4kWp installieren. Habe ich vor. Damit hat man im Winter etwa 50% mehr Leistung als im Sommer pro Monat gemittelt.
Wichtig ist, das sman das Auto laden kann,w enn die Sonne scheint. Sonst braucht es eine sehr große Batterie.
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Re: PV-Anlage Auslegung

Beitragvon rolandk » So 25. Jun 2017, 01:03

Eine PV-Anlage, die kleiner als ca. 30 kWp liefert, kann evtl. für einphasiges Laden genutzt werden. Letztlich muß das Fahrzeug aber während der Sonnenstunden an der Anlage hängen. Die Kalkulation - Tagesertrag 20 kWh = voller Akku sollte man sich übrigens ganz schnell abschminken. Denn ich bekomme schon bei Werten unter 2kW vom Dach Erträge, blöderweise interessiert sich das Fahrzeug dafür nicht mal im Ansatz, d.h. die Sonne (bzw.da eher Wolken) scheint 10 Stunden und im Fahrzeug landet nichts. Ganz davon ab, das die Grundlast des Fahrzeugs bei niedrigen Leistungswerten den Großteil des Sonnenstroms für sich nutzt, und gar nicht erst in die Batterie rein geht...

Ja, man kann auch mit kleinen PV-Anlagen E-Fahrzeuge laden.... Aber man kann mit 'ner Nagelschere auch 500 Quadratmeter Rasen kurz halten. Sinnvoll? Eher nicht.

4kWp bedeutet eben nicht, das man mit etwas Licht ständig 4000 Watt bekommt, sondern nur, wenn die Sonne ideal scheint, und auch wirklich nur dann. Wenn man Glück hat, hat man in einem Jahr vielleicht 20 Mal die Chance für je ca. 15-30 Minuten.

Roland

Der sowohl eine 7kWp wie auch eine 300kWp Anlage nutzt....
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Re: PV-Anlage Auslegung

Beitragvon ecopowerprofi » So 25. Jun 2017, 07:04

rolandk hat geschrieben:
Ja, man kann auch mit kleinen PV-Anlagen E-Fahrzeuge laden.... Aber man kann mit 'ner Nagelschere auch 500 Quadratmeter Rasen kurz halten. Sinnvoll? Eher nicht.

De Vergleich ist quatsch. Wenn man bei einer kleine PV-Anlage durch das (teilweise) Laden der Autos eine hohen Eigenverbrauchsanteil erreicht, dann rechnet sich die Investition auch für die kleine Anlage. Man muss die Sache von der PV-Seite betrachten und nicht von der Autoseite.

Man muss schauen wie die Dachfläche bzw. die Aufstellfläche ausgerichtet ist und in Abhängigkeit von Nutzungszeiten des Autos überlegen zu welchen Zeiten und wieviel man das Auto laden kann. Man sollte aber nicht nur das Auto betrachten sondern auch sein übriges Verbrauchsverhalten. Bei allen Überlegungen sollte man nicht vergessen, dass man mit PV auf ein EFH keine Reichtümer erwerben kann. Ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis ist aber immer gegeben.
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Re: PV-Anlage Auslegung

Beitragvon rolandk » So 25. Jun 2017, 08:15

ecopowerprofi hat geschrieben:
De Vergleich ist quatsch. Wenn man bei einer kleine PV-Anlage durch das (teilweise) Laden der Autos eine hohen Eigenverbrauchsanteil erreicht, dann rechnet sich die Investition auch für die kleine Anlage. Man muss die Sache von der PV-Seite betrachten und nicht von der Autos.

Dein Einwurf ist durchaus berechtigt, und stimmt auch wohl. Eine PV-Anlage ist, wenn sie genutzt werden kann, immer lohnenswert. Leider sind aber noch sehr viele Leute unterwegs, die der Meinung sind, mit einer PV-Anlage als alleinige Stromquelle eine Ladestrategie verfolgen zu wollen. Und da im Ausgangsposting nicht von unterstützender Ladung die Rede war, habe ich eben angenommen, das es auch hier der Fall ist. Eben weil eine Kalkulation, wie hier gefordert, bei einer Unterstützungsladung überhaupt nicht notwendig ist. Jeder Strom von der Sonne ist sinnvoll.
Aber eben nicht alleine bei kleinen Anlagen, um nur damit den Autoakku zu laden.
Es reicht eben nicht aus, nur kWp der Anlage, bzw. Tagesertrag mit Kapazität des Fahrzeugakkus zu vergleichen. Leider wird die min. Ladeleistung des Fahrzeugs regelmäßig unterschlagen. Und wenn die PV das nicht bringt, muß eben zugekauft werden.

Ausser, man hat einen Speicher dazwischen. Aber das war hier ja gar nicht die Fragestellung.

Roland

Edith sagt: Im Grunde genommen seit Ihr euch doch einig.
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Re: PV-Anlage Auslegung

Beitragvon ecopowerprofi » So 25. Jun 2017, 09:07

rolandk hat geschrieben:
Leider sind aber noch sehr viele Leute unterwegs, die der Meinung sind, mit einer PV-Anlage als alleinige Stromquelle eine Ladestrategie verfolgen zu wollen.

Liegt wohl auch an der Werbung, die einige Firmen mit Solar-Carports usw. machen.

rolandk hat geschrieben:
Leider sind aber noch sehr viele Leute unterwegs, die der Meinung sind, mit einer PV-Anlage als alleinige Stromquelle eine Ladestrategie verfolgen zu wollen.

Aber dass das Unsinn ist, hatte ich auch schon in der ersten Antwort kundgetan.

rolandk hat geschrieben:
Leider wird die min. Ladeleistung des Fahrzeugs regelmäßig unterschlagen.

Es verstehen einige Kunden erst einmal gar nicht, dass man immer eine min. Ladeleistung hat, die man nicht unterschreiten kann. Man muss erst einmal Verständnis für die technische Grenzen und Vorgaben erwirken um dann auf dieser Basis funktionierende Konzepte zu entwerfen.
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