Lastmessung in der Wohnung

Solarenergie - Photovoltaik

Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon DermitdemTiger » Sa 1. Apr 2017, 22:41

Liebe Foristi,

der Thread zur SelvPV hat mich ermuntert mal die "Grundlast" meiner Wohnung zu messen. Dazu hab ich mir eine Stromzange besorgt und hab im Verteilerkasten nachgemessen.

Nun messe ich am Tage bei ruhendem Kuehlschrank immernoch 1.25A. Erschreckend! :o

Der dickste Fresser ist das Kochfeld mit ueber 0.5A!

Aber mir kommen Zweifel. Verbrauche ich tatsaechlich permanent mindestes 250W waeren das im Jahr 2200kWh, also etwa 600 Euro. Ich habe aber die letzten Jahre bis vor die Anschaffung des Elektrofahrzeuges monatlich nur etwa 35 Euro bezahlt.

Was stimmt da nicht? Irgendwas mit Scheinleistung und Wirkleistung? Was hat es mit "TrueRMS" auf sich? (Was die Stromzange nicht hat.)

Danke fuer etwas Aufklaerung. Das elektrotechnische Basiswissen ist doch schon ganz schoen versackt. ;)

Viele Gruesse, Jochen
Zero DSR. Bild am Stromzähler. Und ca. 5,7 kWh/100 km sagt das Fahrzeug. Was zeigt uns unser Mopped da an? :?:
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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon Sebastian » Sa 1. Apr 2017, 22:53

Also bei True RMS geht es um den korrekten Effektivwert des Stromes. Sprich wenn die Kurvenform stark von einem reinen Sinus abweicht, ist der angezeigte Wert nicht mehr korrekt. (wenn ich das jetzt selbst noch richtig in Erinnerung habe)

Generell sind aber Stromzangen nicht besonders gut zur Messung sehr kleiner Ströme geeignet. Außerdem weißt du nicht, wieviel Blindleistung dabei ist, die du ja nicht zahlen musst. Ich würde da eher am Zähler z.B. eine Minute lang Impulse/Umdrehungen zählen, und mir daraus den Momentanverbrauch errechnen - das sollte genauere, blindleistungsbereinigte Ergebnisse liefern.

Ansonsten einmal Sicherung für Sicherung einzeln einschalten, um die Lage des "Übeltäters" einzugrenzen.

Grüße,
Sebastian
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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon Spüli » So 2. Apr 2017, 09:21

Moin!
Ich kann Dir für solche Messungen die USB-Eule empfehlen.

http://grasgruen.it/shop/?74,owl-usb-dr ... mart-meter
http://www.theowl.com/index.php/energy- ... s/owl-usb/

Damit hast Du nicht nur ein Display was Dir die aktuelle Last anzeigt. Auch eine schöne Statistik läuft im Hintergrund. Hatte ich vor meiner PV-Installation hier auch einige Zeit laufen, um den Verbrauch hier im Haus besser abschätzen zu können.
Gruß Ingo
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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon bm3 » So 2. Apr 2017, 09:42

Es gibt auch mittlerweile Zangen-Amperemeter mit kleinen Messbereichen, DC + AC, True-RMS . Und das noch zum kleinen Preis. Habe hier eines liegen mit Messbereich 2A.
True-RMS sollte schon sein, sonst misst du nur Fahrkarten, also bei AC die Scheinleistung. Aber auch mit dem Stromzähler des Netzbetreibers und Uhr kann man den aktuellen Verbrauch in der Wohnung ermitteln. Dann muss man allerdings nocht etwas rechnen, was manchem schon schwerfällt.

VG:

Klaus

editiert: Du lagst nur knapp daneben, der Hersteller war schon gut, das UT210E wäre aber wohl der bessere Kauf gewesen. ;)
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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon Yorch » So 2. Apr 2017, 10:09

Spüli hat geschrieben:
Moin!
Ich kann Dir für solche Messungen die USB-Eule empfehlen.

http://grasgruen.it/shop/?74,owl-usb-dr ... mart-meter
http://www.theowl.com/index.php/energy- ... s/owl-usb/

Damit hast Du nicht nur ein Display was Dir die aktuelle Last anzeigt. Auch eine schöne Statistik läuft im Hintergrund. Hatte ich vor meiner PV-Installation hier auch einige Zeit laufen, um den Verbrauch hier im Haus besser abschätzen zu können.


Also irgendwie vermisse ich in der Beschreibung einen Spannungsabgriff. Wie unterscheidet das Gerät zwischen Blind-Wirkleistung bzw. bestimmt die Phasenlage?
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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon Spüli » So 2. Apr 2017, 12:01

Was schätzt Du, was die Blindleistung aufs Jahr für einen Unterschied macht?
Gruß Ingo
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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon Yorch » So 2. Apr 2017, 12:16

Kommt darauf an, was für Geräte verwendet werden. Grob geschätzt und durchschnittlich würde ich sagen, man misst 10% zu viel.

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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon Spüli » So 2. Apr 2017, 12:36

Also zu vernachlässigen, wenn es um die Messung der Grundlast im Bereich von 100-200W geht.
Gruß Ingo
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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon DermitdemTiger » So 2. Apr 2017, 14:36

Liebe Foristi,

ich haette vielleicht noch ganz vorneweg schicken sollen, dass ich keinen permanenten Zugriff auf den Wohnungszaehler habe. Dieser steckt im Elektroraum im Keller des Mietshauses. Daher der Versuch mit der Stromzange.

@ Sebastian: Die Lage der Uebeltaeter habe ich ja genauso wie von dir vorgeschlagen eingegrenzt. Aber das Mass fuer die Uebelkeit ist zweifelhaft. (Wohnungszaehler nicht greifbar, Stromzange misst Blindstrom?)

@ Spueli: Die USB-Eule sieht wirklich interessant aus, wegen der Zeitaufzeichnung. Aber auch sie misst wohl nur den Blindstrom.

Ich haette ja auch gedacht, Blind- oder Wirkleistung sei fuer die erste grobe Bestimmung mal drauf geschissen, wegen 10% Unterschied oder so. Und nun das. 100W permanent alleine am Kochfeld. Das kann dich wohl hoffentlich nur die Blindleistung sein.

:idea: Hab zunaechst erstmal eine bekannte Ohmsche Last (eine 40W-Gluehlampe) hergenommen und mit der Stromzange und so einem Zwischensteckerleistungsmesser gemessen. Passt. Der Leistungsmesser misst ja hoffentlich die Wirkleistung.

Bild

Nun ueberlege ich, wo ich eine induktive Last finde. Vielleicht sollte ich mir die Muehe machen und mich an passender Stelle in die Leitung zum Kochfeld einschleifen. Wenn nur nicht alles so verbaut waere. :roll: ;)

Viele Gruesse, Jochen
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Re: Lastmessung in der Wohnung

Beitragvon mlie » So 2. Apr 2017, 16:09

Nimm als Induktive Last eine ungeregelte Küchenmaschine, Bohrmaschine, oder einen Häcksler, eine Kreissäge, ein Hochdruckreiniger oder was auch immer bei dir im Wohnzimmer rumsteht und einen Motor signifikanter Größe hat. Klapperzahlenwecker eignen sich nicht.

Als Kapazitive Last tut es ein EVG oder sonstiges Schaltnetzteil kleiner 65W. Als Ohmsche Last ein Kochfeld, ein Heizlüfter oder ein Elektroauto (die werden laut meinem Zähler praktisch zu ohmsch kompensiert).

Lastmessungen mit den Zwischensteckern sind unter 50-100W praktisch nicht aussagekräftig.
150 Mm elektrisch ab 11/2012.
Nichts ist so dringend, als dass es morgen nicht noch dringender wäre.
Ein Eckpfeiler kann durchaus rund sein.
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