Heizungsneubau

Solarenergie - Photovoltaik

Heizungsneubau

Beitragvon BangOlafson » Do 24. Dez 2015, 14:40

Moin Mädels,

Wie einige ja wissen, wohne ich in Irland. Daher spielen deutsche Förderungen keine und andere Vorschriften nur begrenzt eine Rolle :)

Ich habe hier vor einem Jahr ein Haus gekauft. Der Dachboden muss noch ausgebaut werden (das ist in ca 3 Jahren geplant, wenn einige kurzläufige Kredite durch sind, die wir für die Renovierung aufgenommen haben).

Im Grunde wird derzeit nur das EG bewohnt. Das 1OG ist derzeit nicht isoliert und Gerümpelkammer.

Beheizt wird das Haus mit Kerosin (Heizöl) durch einen sogenannten Range Cooker von Stanley (das ist praktisch ein ölbefeuerter Herd mit Wassertasche), der in der Küche steht. Kochen kann man zwar darauf, aber wir nehmen normalerweise einen richtigen Herd dafür :)

Der Stanley sorgt also für Heizung (Vorlauftemperatur muss man manuell einstellen und der Rest ist entweder zeiggesteuert oder man macht eine manuelle Heizungsanforderung für eine Stunde, wenn es zu kalt ist). Ja, so wird in Irland geheizt :)

Warmwasser wird über Solarthermie von Solarfocus bereit gestellt. Da steht ein knapp 2 m hoher Tank (geschichtet: oben Stanley, unten Solar) in der Hot Press. Im Sommer klappt das super - trotz Westausrichtung der Panele.

Inzwischen haben die Heizkörper (ausser in 2 Badezimmern) auch alle Thermostatventile.. In den Badezimmern haben wir die alten Ventile belassen, da sonst die Pumpe gegen geschlossene Thermostate pumpen muss.

Der Stanley hat 80000 BTU (23,5 kW) was lt Techniker bei Vollausbau etwas knapp werden kann.

Im Rahmen der Renovierung des Hauses habe ich auch gleich 2 neue Heizleitungen nach draussen legen lassen (Hier in Irland steht der Brenner meist draussen). Das Kabel liegt da auch schon.
Die ursprüngliche Idee war, den Stanley durch einen Holzofen mit Backboiler zu ersetzen (oder auch Pellets) zu ersetzen und aussen am Haus einen neuen Kero-Brenner zu installieren, der dann auch einen besseren Wirkungsgrad hat.

Da wäre ich dann mit rund 5K EUR dabei... (können auch 3...8 sein... )

Dann habe ich mir dummerweise einen Leaf gekauft...

Jetzt spielt auf einmal auch der elektrische Anschluss des Hauses eine Rolle... Wie die meisten Häuser in Irland, bin ich hier einphasig mit 16 kW oder so angeklemmt...
Da muss man schon mal für elektrische Duschen einen Umschalter einbauen, wenn man mehr als eine hat.. (wir haben eine als Backup - Triton.. auch normal hier in in Irland! :)

Ich kann also derzeit zuhause nur mit 3,7 kW laden... Das mag bei einem 2015er Leaf zwar ok sein... der hat ja nur 20 kWh netto in der Batterie und ist so nach 8 Stunden wieder voll... Was wird aber, wenn es mehr als ein E-Auto ist? Oder man über Nacht mal 40 oder 50 kWh nachladen muss?

Kero brauchen wir derzeit rund 1300 l pro Jahr. Dazu muss aber gesagt werden, dass die Heizung auch immer nur Stundenweise läuft.
Dazu kommt ein bisschen Kamin Holz.
Und weniger als 4000 kWh pro Jahr (vor dem Leaf - mit mehr Hausladungen durch Wegfall der kostenfreien Auswärtsladungen dürfte hier einiges hinzukommen... 24000 km*0,15kwh/km =3600 kWh extra)

Das brachte mich auf eine andere Idee... oder besser Vision :) Nicht sicher, ob es eine Vision (= Ziel) oder eine Vision (= besoffen von was geträumt) ist... aber das werden wir noch rausfinden...

Folgende Fakten:
1) Eine Garage muss noch gebaut werden. Die Garage kann auch grösser sein.
2) Frau will einen Pool... der macht in Irland nur mit Heizung wirklich sinn
3) E-Autos in Zukunft werden sich schwerlich mit 3,7 kW sinnvoll laden lassen.
4) wir haben hier regelmässig Stromausfälle. Sturm = Dunkel und im Winter gibt es viele Stürme

Folgende Idee:
-Beim Garagenbau neue Heizanlage in die Garage
- bestehend aus:
BHKW
5000 l Wassertank mit Schichtung
Solarthermie
PV
Kerosin-Brenner als Backup
Batterieanlage
Windrad


Dass das Investitionsvolumen hier leicht über 5000 EUR liegt, ist klar :)
Und noch mehr schlechte Nachrichten: Kero kostet derzeit rund 55 Cent (ich habe aber auch schon 1 EUR bezahlt und denke mal, dass es da langfristig wieder hin geht... ). Strom ist derzeit 17 Cent. Einspeisevergütung kann ich nicht sagen... dürfte aber gering sein...

Als Begründung für das obige:
Die Heizleitung, die bei der Renovierung schon in den Fussboden gepackt wird, wird in die Garage verlängert...
Die Stromversorgung geht nicht mehr direkt ins Haus, sondern in einen Schalt-Dingsbums das die externe Versorgung überwacht und automatisch auf Inselbetrieb schaltet, wenn das externe Netz instabil (neulich hatten wir für eine Weile rund 100 V im Haus... MacBook hat noch geladen und Internet ging noch, aber die Stromsparlampen wollten nicht mehr) wird oder ausfällt und die Einspeisung unterbricht.
Dann läuft das Haus auf Batterei und nimmt das BHKW dazu, falls die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst... Wenn Das Netz wieder stabil läuft, schaltet der wieder auf
Auch wenn die interne Stromanforderung höher ist, kommt das BHKW dazu (eigener Chademo?).
Solarthermie, BHKW und Notkessel laden den Speicher. Von dort geht es ins Schwimmbad (Frühjahr - Spätsommer) und ins Haus (Rest der Zeit).
Eine Beheizung des Pools im Winter ist nicht geplant soll aber technisch möglich sein. Im Grunde woll das Ding nur beheizt werden, wenn die Sonne scheint.

Das sind erstmal die groben Umrisse... Etliches wird noch rausfliegen, weil es nicht zu bezahlen ist, ökonomisch keinen Sinn macht oder keine Baugenehmigung erhält. Aber man kann ja trotzdem mal schauen :)

Das sind erstmal so die Ideen...

Verriss beginnt: JETZT! :)

Cheers

Stefan
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon Robert » Do 24. Dez 2015, 21:47

Ich werfe mal den 1. Stein.

Ich beginne mit dem Unwichtigsten: Der beheizte Pool. Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, sobald es draußen ungemütliches Badewetter hat (unter 20 Grad) hat man bzw. ich absolut keinen Bock mehr zu schwimmen. (Ich kann meinen Pool mit 24 m2 Solarthermie zum Glühen bringen)

Mein 2.ter Gedanke wenn ich das so durchlese: Warum so viele unterschiedliche Systeme ? PV - Anlage aufs Dach, Inverterklimaanlage und als Luxusgadget dann noch den Batteriespeicher. Den ollen Brenner in der Küche würde ich ohnehin weiter bestehen lassen falls wider Erwarten doch die totale Apokalypse droht.
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon Spüli » Do 24. Dez 2015, 22:54

Moin!
Interessante Fragestellungen! Bei Euch wird ja anders gebaut und geheizt. Um die Fragestellungen am Besten beantworten zu können, müsste man das Preisniveau für die einzelnen Energieträger kennen und natürlich auch deine Energiebedarf. Das Klima ist durch den Golfstrom deutlich milder, Frost eher selten.

Hinsichtlich der CO2-Problematik wäre erst einmal der Einsatz von Wärmepumpen den Ölbrennern vorzuziehen. Dazu müsste man dann aber auch gucken was für Heizkörper bei Dir verbaut sind. Denke das das alte System auch hohen Vorlauftemperaturen basiert. Sonst könnte eine Aquarea vielleicht in Betracht kommen.
Gruß Ingo
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon spark-ed » Do 24. Dez 2015, 23:34

Der Vorschlag von Robert ist eine simple und effektive Lösung.
Die Temperaturen sinken bei euch ja praktisch nie in den Frostbereich. Da ist eine Luftwärmepumpe effizient bei geringen Investionskosten.

Einer Heizungsanlage mit 5000Liter Speicher im Schuppen/ Garage könnte ich nicht viel abgewinnen. Das macht jede Menge Verluste, die einfach nur weg sind.
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon BangOlafson » Fr 25. Dez 2015, 18:19

Moin,

Wintertemperaturen meistens nicht unter -5. Allerdings hatten wir in 2010 2 Phasen (2 Wochen im Januar und nochmal 2 Wochen im Dezember), in denen die Temperaturen bei unter -15ºC lagen. Im Dezember ist mir dann die Wasserversorgung im Dachboden eingefroren (In Irland hängt nur Kaltwasser in der Küche und die Waschmaschine direkt an der Wasserversorgung. Der Rest wird aus einer riesigen "Klospülung" im Dachboden versorgt. Ist eben Vorschrift für die Elektroduschen [von denen ich eine als Backup habe]).

Was sind die Hintergründe?
Wie gesagt, alle Häuser sind hier einphasig angeschlossen und bei mir sind es 16 kW oder so Anschlußleistung. Damit wird es schwierig einen 2. Ladeplatz installiert zu bekommen. Es ging also hier auch darum, die Ladestation(en) zu steuern (Leistung/Zeit)

Der Stanley hat einen recht geringen Wirkungsgrad. Außerdem kann man das Mistding nicht vernünftig programmieren. Und wenn, dann nur eine Zeitsteuerung. Leider stürzt die auch immer wieder ab und nach jedem Reset ist man wieder beschäftigt, die Zeiten einzustellen. Immerhin habe ich jetzt schon Thermostate...
Außerdem ist der Stanley ziemlich groß.. Mir ist er zu tief (ca. 70 cm). Daher stört er mich da sowieso. Andere Range-Cooker werden mit Torf beheizt. Da kann man dann auch Holz etc reinstecken... den hätte ich vielleicht behalten. Aber bei Kero darf es schon etwas mehr Effizienz sein.

Da die Garage ein Neubau ist, kann man sie schon so auslegen, dass ein Speicher (5000 l war ein mehr oder weniger zufällig gewählter Wert der von den Abmessungen (nicht vom Inhalt) transportabel erschien (2,5 m hoch und rund 1,5 m Durchmesser).

Im Haus sind überall Plattenheizkörper verbaut. Sobald es etwas kälter wird, dürfen es auch gern 70º Vorlauftemperatur sein.
Daher hatte ich eine Wärmepumpe bereits recht früh verworfen... Oder man braucht irgendwas 2stufiges.... Luft-Wasser auf 50º und dann Wasser-Wasser hoch auf 80º
Aber da geht dann die Stromrechnung durch die Decke...

Bezüglich des Pools... Nun.. das ist eine Forderung meiner Frau und steht daher nicht wirklich zur Diskussion :D Wi haben hier gewöhnlicherweise einige gute Tage im Sommer.. meistens auch gut verteilt :) Allerdings dürfte man im heizungslosen Betrieb bei rund 16º Wassertemperatur landen... *bibber*. Einen ESB-befeuerten Tauchsieder (http://www.ESB.ie) in den Pool zu stecken, dürfte finanziell recht ruinös sein. Daher im Sommer mit Solarthermie, wie ich sie auch schon auf dem Dach habe.

Ich fasse also nochmal zusammen:
1) Aufrüstung der E-Anlage für ein mögliches 2. E-Mobil und/oder schnellere Ladung als 3,7 kW
2) Absicherung gegen Stromausfälle
3) Volle Steuerbarkeit der Heizungsanlage / Automatisierung durch Außentemperatur etc
4) Potential für einen Pool.
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon Robert » Fr 25. Dez 2015, 19:01

Die Solarthermie für den Pool muss ich Dir auch dringendst ans Herz legen. Du wirst es nicht mehr missen wollen.
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon Jogi » Fr 25. Dez 2015, 20:20

Interessant wäre mal noch, wieviel Fläche Du für PV zur Verfügung hättest.

Nicht nur Dachfläche, sondern ggf auch Freifläche.
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon eDEVIL » Fr 25. Dez 2015, 20:51

Garage mit pultdach gen Süden und Trapezblech mit pv vollbelegung wärw ein guter anfang. Akkuspeicher mit bhkw dazu. Wenn die räume luftmässig gut verbunden sind ne multisplit klima dazu. 4 innenteile sollte ausreichen.
Wenn es richtig knackig wird,läuft der ölbrenner.

Wie alt ist der Stanley? Kann man den gut isolieren ?
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon BangOlafson » Fr 25. Dez 2015, 21:14

Robert hat geschrieben:
Die Solarthermie für den Pool muss ich Dir auch dringendst ans Herz legen. Du wirst es nicht mehr missen wollen.

Ich habe das derzeit für Warmwasser. Von April bis Oktober hatten wir die Heizung vielleicht an 7 Tagen an. Dazu 2 oder 3 Mal mit der Triton-E-Dusche geduscht... der Rest war alles Solarthermie...
Möchte das auch nicht mehr missen.

Jogi hat geschrieben:
Interessant wäre mal noch, wieviel Fläche Du für PV zur Verfügung hättest.

Nicht nur Dachfläche, sondern ggf auch Freifläche.


Wie groß ist eine Doppelgarage + Werkstatt + Heizung (Incl Wassertank, Batterieraum, BHKW-Raum) + Rasenmäher/Fahrradabstellplatz + Carport für 2 Anhänger?

6x12 m für die Garage und nochmal 3 x 12 für den Carport?
Von den 9 m Breite 6 oder 7 als Schrägdach nach Süden (30º oder so) und 3 m als Schrägdach nach Norden.

Da braucht man dann schon Baugenehmigung und das ist sicher einfacher, wenn man das ökologisch begründen kann.

Zusammengefaßt vielleicht so: Das Gebäude soll an die Grundstücksgrenze in die Ecke gebaut werden. Eine Seite ist Acker. Die andere Seite ist die Werkstatt und der Kero-Tank des Nachbarn. Auch 20 m lang und 15 m breit würden da hinpassen...

Das Haus selbst hat eine Nord-Süd-Ausrichtung. Meine Solarpanele (2 Stück, keine Ahnung, wie groß die sind... 1x 1,5 m?) für das Warmwasser sind auf der nach Westen gerichteten Seite.


Das Grundstück wollte ich mir eigentlich nicht zustellen... Außer vielleicht eine Windmühle in einer Ecke :) Aber selbst wenn man da 2 kW geht, ist man schon bei einem 5 m Mast und 3 m Durchmesser und meckernden Nachbarn ;)
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Re: Heizungsneubau

Beitragvon BangOlafson » Fr 25. Dez 2015, 21:25

eDEVIL hat geschrieben:
Garage mit pultdach gen Süden und Trapezblech mit pv vollbelegung wärw ein guter anfang. Akkuspeicher mit bhkw dazu. Wenn die räume luftmässig gut verbunden sind ne multisplit klima dazu. 4 innenteile sollte ausreichen.
Wenn es richtig knackig wird,läuft der ölbrenner.

Wie alt ist der Stanley? Kann man den gut isolieren ?


Der Stanley steht in der Küche. Da kann man nichts groß isolieren.
Es scheint sich um einen Stanley Brandon mit 80000 BTU/Stunde (23,4 kW) zu handeln. Der ist rund 10 Jahre alt. Wurde vor unserem Einzug selten verwendet, da das Haus vorher nicht bewohnt war.
Aber wie gesagt.. ich will das Ding loswerden.. Das Ding ist mir zu mittelalterlich und klobig. Ich würde den gern mit einem flacherem Holzofen ersetzen. Luftrohr liegt auch schon drin... allerdings nur 50 mm statt 100 wie von mir spezifiziert... Als ich es bemerkt hatte, waren die Fliesen schon drauf... arghhh...
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