Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Solarenergie - Photovoltaik

Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Karlsson » Mo 14. Nov 2016, 22:23

energieingenieur hat geschrieben:
3) In einem luftbeheizten Haus zu wohnen bedeutet für die Bewohner eine Umstellung auf "die Entdeckung der Langsamkeit". Aufheiz und Absenkprozesse in Neubauten finden sehr sehr langsam statt,

Na, dafür werde ich wohl eh keine Mehrheit finden.
Aber trotzdem mal interessehalber - welcher Anbieter baut denn sowas im Raum Hannover?
Solange es keiner anbietet, ist das halt nur eine theoretische Abhandlung.

energieingenieur hat geschrieben:
Es ist ein bisschen wie bei der Elektromobilität: Wenn das Auto nicht 1.000km Am Stück fahren kann, ist es kein Auto...

300km im Winter, bezahlbar, AHK und ein halbwegs brauchbarer Kofferraum würde schon reichen.
Das scheitert ebenfalls nicht an der mangelnden Nachfrage, sonder daran, dass es eben bislang keiner anbietet.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon energieingenieur » Mo 14. Nov 2016, 23:07

Karlsson hat geschrieben:
Na, dafür werde ich wohl eh keine Mehrheit finden.

Und warum nicht? Das ganze bietet ein äußerst angenehmes Wohngefühl. Das geht soweit, dass die Bewohner gar nicht mehr daran denken, dass sie überhaupt eine Heizung haben, weil es einfach immer so ist, wie es passt.

Aber trotzdem mal interessehalber - welcher Anbieter baut denn sowas im Raum Hannover?
Solange es keiner anbietet, ist das halt nur eine theoretische Abhandlung.

Also wir machen das im Raum Hannover. Ich gehe davon aus, dass das auch weitere Handwerkerkollegen tun. Aber davon gibt es tausende...
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Karlsson » Mo 14. Nov 2016, 23:19

energieingenieur hat geschrieben:
Und warum nicht? Das ganze bietet ein äußerst angenehmes Wohngefühl. Das geht soweit, dass die Bewohner gar nicht mehr daran denken, dass sie überhaupt eine Heizung haben, weil es einfach immer so ist, wie es passt.

Ist ja wassergeführt nicht anders. Sehr gute Dämmung und kontrollierte Lüftung sind gesetzt, das ist ja das wesentliche.

energieingenieur hat geschrieben:
Also wir machen das im Raum Hannover. Ich gehe davon aus, dass das auch weitere Handwerkerkollegen tun. Aber davon gibt es tausende...

Aber ihr baut keine ganzen Häuser? Kann mich ja noch mal umhören, bzw komme ggf noch mal auf Dich zu, wenn es konkret wird (ohne Land kein Haus).
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon energieingenieur » Mo 14. Nov 2016, 23:37

Bernd_1967 hat geschrieben:
Wo wir so schön beim Thema sind:
Wie findet man einen sehr guten Energieberater (Ingenieur, also niemand, der mal einen Kurs an der VHS gemacht hat)?
Energieagentur, Energieberatungsstellen?
Will halt noch einiges im Haus einbauen. Evtl. Wärmepumpe, Solar, PV. Hoffe, dass ich unseren Gasverbrauch von 2800l/Jahr auf unter 1000 runter bekommen kann.


*meld* Ich fühle mich dieser Gruppe zugehörig. Es gibt da auch sehr viele andere pfiffige Leute. Allerdings hat diese Gruppe guter Energie-Ingenieure/Berater eines gemeinsam: Es gibt sie nicht als Ramschware. Und das führt im Alltag dazu, dass sehr viele nur für Großgewerbe/-industrie tätig sind, wo deren KnowHow und Engagement entsprechend bezahlt wird. Eine gute Enegieberatung erfordert enorm viel Erfahrungswissen und manchmal auch viel Zeitaufwand und da ist man recht schnell bei einigen Tausend Euro an Kosten für eine professionelle Beratung. Auch im Einfamilienhaus.

Wenn ich dann mal im Bereich der Energieagenturen/-beratungsstellen unterwegs bin, treffe ich zu etwa 70% auf Menschen, die eigentlich gar keine Beratung wollen, weil sie sich schon ihr eigenes energetisches Luftschloss gebaut haben. Diese wollen dann eigentlich nur mit Jemanden vom Fach darüber diskutieren und am Ende die Bestätigung, dass ihre präsentierte Idee die weltbeste ist. Aber dafür brauchen sie eigentlich keinen Berater, sondern nur einen Zuhörer. Diese Menschen sind dann auch relativ Beratungsresistent, wenn man kritische Fragen zum Konzept stellt oder andere Vorschläge macht. Leider kommt dies im Privatbereich sehr oft vor.

Wer sich also wirklich beraten lassen will, muss offen für die Ergebnisse sein, auch wenn diese vll. dem eigenen Wunschgedanken erstmal wiedersprechen.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon eDEVIL » Mo 14. Nov 2016, 23:47

energieingenieur hat geschrieben:
3) In einem luftbeheizten Haus zu wohnen bedeutet für die Bewohner eine Umstellung auf "die Entdeckung der Langsamkeit". Aufheiz und Absenkprozesse in Neubauten finden sehr sehr langsam statt, anstelle "Ventil auf... 15min spüter glüht der Raum".

Das hat aber nix mit luftbeheizt, sondern geringen Temperaturdifferenzen zwischen heizmedium und Raumluft zu tun.

Ist bei ner Fussbodenheizung mit 26°C VL auf nicht anders.
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon energieingenieur » Di 15. Nov 2016, 00:05

@eDEVIL: Ja, absolut richtig.

Für viele Altbaubewohner ist es sehr sehr schwierig zu verstehen, dass man in modernen Wohnungen an der Heizung eigentlich gar nichts mehr tut und "nachregeln" der Vergangenheit angehört.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon ATLAN » Di 15. Nov 2016, 00:58

Energetisches Luftschloss.... 8-) gefällt mir!
Zutreffender gehts einfach nicht.... :)

MfG Rudolf
Ab 18-11-2013 Fluence, seit 16-6-2015 MS 85D, seit 16-6-2017 MX 90D :-D Gratis SuC gefällig? :) http://ts.la/rudolf798
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon leonidos » Di 15. Nov 2016, 10:26

Ich war auch viele Jahre ein Gegner von Gas, weil es eben nur fossiles Gas gab. Aber zum Glück ändern sich die Zeiten. Ich denke dabei nicht nur an Biogas sondern auch an die Power to Gas Technologie, die hoffentlich kommen wird. Zudem haben wir heute schon, wie beim Strom, die Möglichkeit durch den Einkauf zumindest bilanziell auf fosiles Gas zu verzichten.

Die Haltbarkeit ist noch ein Problem bei BHKW's auf Brennstoffzellenbasis. Die Hersteller halten sich diesbzgl. sehr stark bedeckt. Der Reformer muss Reinstwasserstoff liefern (zumindest bei bestimmten Typen von Brennstoffzellen), damit der Stack lange genug funktioniert. Im Wohnsektor rechnete man bei Heizsystem aber mit Minimum 20 Jahre, keine Ahnung ob es mittlerweile Hersteller gibt, die so lange garantieren, dass die Heizung läuft.

Zudem sollte man bedenken, dass das Ganze technologisch anspruchsvoll ist. Nichts für das SHK Handwerk um die Ecke.

@Energieingenieur, da bin ich ganz bei dir, wenn ich neu bauen würde, käme kein Heizungsrohr mehr rein :)
--
Grüße
Leo

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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon eDEVIL » Di 15. Nov 2016, 10:33

energieingenieur hat geschrieben:
Für viele Altbaubewohner ist es sehr sehr schwierig zu verstehen, dass man in modernen Wohnungen an der Heizung eigentlich gar nichts mehr tut und "nachregeln" der Vergangenheit angehört.

ich habe größtenteil auf Regelthermostate verzichtet bzw. wenn es welche gibt, sind die fast alle 100% offen.
Außer in Räumen, wo man wechselnde temperaturen haben möchte, wie im Schlafzimmer, wo man sinniger Weise tagsüber heizt und Nachts eher nicht. Dabei ist anzumerken, dass reine Flächenheizung nicht machbar war, weil der alte Dielenboden drin bleiben sollte. Der Pelletkessel ist so eingestellt, das der im Prinzip konstant mit reduzierter Leistung durch läuft und somit nicht takten muss. In der Übergangszeit läuft eine Luftwärmepumpe.

Das mit dem Luftschloss muss ich aber selbstkritisch bestätigen. man neigt dazu einige Sachen so zu machen, weil man sie so machen will. Wobei ich den Luxus des Bivalenten System sehr zu schätzen gelernt habe, als es Probleme mit der Förderschnecke des Pelletkessels gab. Es ist letztendlich eine automatisierte Holzheizung und nicht mit Ergas oder Strom gleich zu setzen.

@energieingenieur interessieren würde mich mal Deine Lösung für Niedertemperaturheizung und gefühlt kalten Fliesen.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Karlsson » Mo 12. Dez 2016, 21:57

eDEVIL hat geschrieben:
Das hat aber nix mit luftbeheizt, sondern geringen Temperaturdifferenzen zwischen heizmedium und Raumluft zu tun.
Ist bei ner Fussbodenheizung mit 26°C VL auf nicht anders.

Eine geringe Vorlauftemperatur gehört zu meinem persönlichen energetischen Luftschloß fest dazu. Damit das möglich ist, braucht es einfach viel Fläche und die Fußbodenheizung ist quasi gesetzt.
Wenn der Fußboden nun nicht geheizt werden soll, sondern direkt warme Luft ausströmt - müsste das nicht ganz schön viel oder ganz schön heiße Luft sein, um die gleiche Energie zu übertragen?
Also jetzt von einer gleichen Dämmung ausgehend. Mir erschließt sich der energetische Sinn, auf Wasser zu verzichten, irgendwie nicht. Den Anreiz, Geld zu sparen - klar. Aber hier ging es ja nun in erster Linie um Effizienz. Auch gerade die kalten Fliesen sind so ein Punkt.

Mir ist auch klar, dass ein Neubau nicht mal eben tagsüber auskühlt und dann abends kalt ist. Würde bei mir mit dem Ziel, mit solarem Überschuss zu heizen, eh oft nicht der Fall sein. Aber es kommt halt schon öfter vor, dass ich mal ein paar Tage nicht da bin und vielleicht auch ungeplant eher zurück komme und das Haus dann eben nicht die gewünschte Temperatur hat.
Natürlich will ich kein 70°C heißes Wasser durch Wandheizkörper in nicht isolierten Nischen jagen, sondern es sind dann schon eher die 26°C im Fußboden.
So hat halt jeder seine Vorstellungen.

eDEVIL hat geschrieben:
man neigt dazu einige Sachen so zu machen, weil man sie so machen will.

Jo, der wasserführende Kaminofen ist erst mit dem Lottogewinn zusammen gesetzt. Zusammen mit dem Tesla, 3000l Warmwasserspeicher und 50kWh Akku im Keller.
In der Realität wird es dann weder den Keller noch die energetischen Träume darin geben.
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