Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon stromr » Mo 6. Apr 2015, 08:51

Hallo Karlsson,

du sprichst mir aus der Seele was Wertverfall etc. angeht. Für mich ist der Kaufzeitpunkt jetzt gekommen, da Leafs mittlerweile in der "zweiten Generation" den Kinderkrankheiten entwachsen sind und schon auf dem Gebrauchtmarkt mit erheblichen Preisabschlägen erhältlich sind. Allerdings setze ich bei den E-Autos nicht 50% Wertverlust an, da die ja am Anfang schon weniger verlieren - es gibt ja so gut wie keine Händlerrabatte beim Neuwagen. Meinen Tekna werde ich für ca. 60% des Neupreises bekommen und der hat nicht mal 1800 km auf dem Tacho nach gut 1,5 Jahren. Für mich reicht das zum Zuschlagen, auch wenn 21000 immer noch deutlich mehr ist als ich sonst für meine Autos ausgegeben hab. Mittlerweile bin ich in einem Alter, wo ich mich fragen muss, wie ich den Rest meines Lebens leben will und ich denke, ein EV entspricht meiner Einstellung und mittlerweile auch meinen Möglichkeiten.

Beim Kalkulieren habe ich auch einen höheren Wertverfall beim E-Auto akzeptiert, weil man hier davon ausgehen kann, dass die Unterhaltskosten niedriger ausfallen und ein wenig kompensieren. Ausserdem glaube ich, dass mittelfristig der Sprit schneller teuerer wird als der Strom. Aber das ist natürlich Spekulation.

In der Summe komme ich aber auch nicht günstiger weg beim EV. Es liegt 5% bis 10% über dem Verbrenner, je nachdem welche Modelle man vergleicht. Allerdings habe ich in dem Vergleich schon einen neuen Akku beim Leaf eingerechnet, weil ich nicht überzeugt bin, dass ich mit dem ersten Akku 10 Jahre Haltedauer aushalte. Und das ist meine übliche KFZ Haltedauer. Wenn ich es schaffe, doch mit einem Akku auszukommen, dann bin ich sogar bis zu 4% im Plus. Aber die Rechnung insgesamt wird keine so hohe Genauigkeit haben (z.B. wg. Spritpreisen bzw. Abzinsung), also kann man in etwa von Gleichstand ausgehen.

Vielleicht hätte ich mir sogar schon früher ein EV gekauft, wenn nicht ständig neue EVs auf den Markt gekommen wären, bei denen ich die Hoffnung hatte, sie könnten eine AHK erlauben. Mittlerweile ist klar, dass das keines kann. Daher versuche ich es mal ohne AHK - ich werde sehen, ob das gut geht.

Ich finde es jedenfalls schon einen großen Sieg, dass man mit EV Kostengleichheit zum Verbrenner hin bekommt. Es ist bisher immer schwer gewesen, jemandem zu verklickern, dass man eine Nutzungseinschränkung hinnimt (Reichweite, AHK) und dafür auch noch mehr zahlt. Jetzt kann ich sagen, ich tausche Ökologie gegen Komfort. Und das hört sich für mich und viele andere Nachvollziehbar an.

Frohe Ostern wünscht
Michael
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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon ChrisZero » Mo 6. Apr 2015, 09:53

@michael: (fast) volle Zustimmung.
Ich wurde nur bei deiner Haltedauer auch mitberucksichtigen, dass sich der Interessentenmarkt für gebrauchte EVs verzigfacht. Es kann nicht jeder neu kaufen und dann wird ein 10 jähriger leaf deutlich über einem zB quasquai diesel liegen.
Mein Vater kauft sich evtl noch dieses Jahr einen lipo Fiat doblo mit 300+ e-rw und er könnte dort seinen lipo berlingo aus bj 2001 in Zahlung geben und bekommt noch etliche tausend Euro dafür, da der Akku weiterverwendet wird.
Was er für einen Diesel berlingo aus 2001 bekommen wurde, brauche ich dir wohl nicht zu sagen;-)

Seit und auch das Komfort-Thema wirst du sicher neu bewerten, wenn du mal einige Zeit dein EV gefahren bist:-D
Grüße Chris
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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon stromr » Mo 6. Apr 2015, 12:07

Hallo Chris,

ja, der Wiederverkaufswert ist sicherlich ein Aspekt, den man bedenken muß. Die Frage ist halt, wie lange die Akkus tatsächlich halten. Und da blickt man zur Zeit noch in eine große Glaskugel. Die Garantie beim Leaf ist nach 5 Jahren vorbei und alles andere ist Spekulation, zumindest bei mir, wo ich in 10 Jahren wohl so 170000 km drauf haben werde. Als Akku für ein Auto ist wohl tatsächlich bei 70% verbleibender Gesamtkapazität Schluß, wegen des sich erhöhenden Innenwiederstandes und der demzufolge niedrigeren abrufbaren Leistung. Ob das für Heimspeicher reicht, weiß ich nicht, ich hoffe es jedenfalls. Allerdings weiß ich, dass Nissan bei den Akkuersatzpreisen davon ausgeht, dass der alte Akku zurückgegeben wird. Von daher fällt der Tauschakku aus der Rechnung heraus, nur der Endakku kann eine Rolle spielen. Das wären dann vielleicht 1000, wenn es gut geht noch 2000 oder 3000 EUR. In die Gesamtrechnung geht das dann mit vielleicht 2 bis 6 Prozent ein. Das spricht dann dafür, den Akkuwechsel möglichst spät anzusetzen, damit der zweite Akku noch gut erhalten ist am Laufzeitende für die Zweitverwertung.

Ein Akku kann halt sein Lebensende auch durch einen plötzlichen völligen Defekt einleiten. Da gibt es genug Untersuchungen dazu. In so einem Fall ist er von heute auf morgen 0 wert. Und selbst, wenn er nach 10 Jahren noch eine 70%ige Kappa hat, reduziert das die Nutzbarkeit. Ich würde so ein Auto nicht mehr kaufen. Kommt halt klar auf die Nutzung an, die man vor hat. Bei einem reinen Ortsverkehrfahrzeug wäre es sicherlich OK.

Frohe Ostern wünscht
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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon Mei » Mo 6. Apr 2015, 12:29

ChrisZero hat geschrieben:
...
Ich habe bei meinen Berechnungen festgestellt, dass der Wertverlust fast identisch mit vergleichbaren Verbrennern verläuft und habe diesen somit nicht miteinbezogen.....


ein Verbrenner mit 10 Jahren wo der Motor noch läuft ist sicher noch was wert.
Ein Elektro, wo die Batterie platt ist, ist nach 10 Jahren garnix mehr wert.

Wie willst du das Berechnen?

Selbst mit 5 Jahren ist ein Elektro nix mehr Wert.

Grüße
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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon Karlsson » Mo 6. Apr 2015, 15:03

Mei hat geschrieben:
ChrisZero hat geschrieben:
...
Ich habe bei meinen Berechnungen festgestellt, dass der Wertverlust fast identisch mit vergleichbaren Verbrennern verläuft und habe diesen somit nicht miteinbezogen.....


ein Verbrenner mit 10 Jahren wo der Motor noch läuft ist sicher noch was wert.
Ein Elektro, wo die Batterie platt ist, ist nach 10 Jahren garnix mehr wert.

Wie willst du das Berechnen?

Selbst mit 5 Jahren ist ein Elektro nix mehr Wert.

Grüße


Beim Leaf kannst Du den Akku für 5000 erneuern lassen und ich meine da gibt's wieder 5 Jahre Garantie drauf. Das ist doch in Ordnung. Das Risiko sehe ich jetzt nicht als so hoch an, zumal der Akku ja auch haltbar zu sein scheint und das ganze Fahrzeug als robust gilt.
Neulich gab es einen Leaf von 2012 mit 65tkm für 15k.
Ist nur 2,5k teurer als die billigsten Zoe. Wenn der Akku nur noch 2,5 Jahre hält, ist der schon immerhin nicht teurer als Zoe gefahren.
Sowas für 15 kaufen und > 10 Jahre behalten. Dazu ein neuer Akku.
Das könnte finanziell interessant werden.

Also klar haut der neue Akku rein. Aber der hält ja auch wieder lange. Und im Alter fährt man beim E-Auto wartungstechnisch sicher billiger als mit dem Verbrenner.

Beim Ampera bin ich skeptischer. Der ist auch gebraucht noch recht teuer und den Akkupreis hat mir Opel mit >10.000€ genannt.
Also mehr als das doppelte vom Leaf.

Auch hat der Ampera im Gegensatz zum Leaf viel komplizierte Technik. Alleine 3 Kupplungen, 2 E-Motoren, 2x Leistungselektronik und natürlich noch der Verbrenner mit allem, was dazu gehört.
Ich hab da viel mehr Sorge vor teuren Reparaturen im Alter als bei einem BEV.
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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon ATLAN » Mo 6. Apr 2015, 15:20

Mei hat geschrieben:
Selbst mit 5 Jahren ist ein Elektro nix mehr Wert.


Einspruch:

http://suchen.mobile.de/auto-inserat/te ... ORT&noec=1

Immerhin noch 50% vom NP nach 5 Jahren, Verbrenner verfallen da oft noch viel mehr...

MfG Rudolf
Ab 18-11-2013 Fluence, seit 16-6-2015 MS 85D, seit 16-6-2017 MX 90D :-D Gratis SuC gefällig? :) http://ts.la/rudolf798
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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon Mei » Mo 6. Apr 2015, 15:34

ATLAN hat geschrieben:
Mei hat geschrieben:
Selbst mit 5 Jahren ist ein Elektro nix mehr Wert.


Einspruch:

http://suchen.mobile.de/auto-inserat/te ... ORT&noec=1

Immerhin noch 50% vom NP nach 5 Jahren, Verbrenner verfallen da oft noch viel mehr...

MfG Rudolf


irgend eine Anzeige von Mobile zu nehmen ist ja auch nicht gerade ein Beweis.

Hier:
gerade mal 50% vom Neupreis verloren in 10 Jahren ;)

http://suchen.mobile.de/auto-inserat/vw ... ommend_DES

Grüße
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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon stromr » Mo 6. Apr 2015, 17:24

Yep, eine Anzeige in mobile.de heißt ja noch lange nicht, dass das Fahrzeug zu dem Preis so verkauft wurde. Bei meinem Leaf-Kauf habe ich über ein paar Monate den Markt beobachtet und manche mussten mit dem Preis ganz schön herunter gehen, bis sie verkauft wurden. Andere, die hart blieben, stehen immer noch unverändert drin. Und die, die von vorneherein sinnvolle Preise machen, sind gleich weg.

Mein "Alter" ist mittlerweile nicht nur wegen dem Motor in den Ruhestand versetzt, sondern auch wegen der Aufhängung/Federung und anderen Teilen, die auch ein EV braucht. Und der Wechselrichter beim EV könnte auch im Alter ausfallen. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass der Vorteil bei den Wartungskosten eines EVs im Alter wieder schrumpft bzw. gegen 0 geht.

Ein weiterer Aspekt: Derzeit geht bei der EV-Entwicklung noch einiges voran, zumindest erwarte ich das. Wenn man in 8 oder 10 Jahren ein Fahrzeug mit dann veralteter Technik verkaufen möchte, wird das nur über einen Preisabschlag gehen.

Aber das sind alles Spekulationen. [Ironie On] Vielleicht bleiben die Amis ja 10 Jahre lang mit Fracking aktiv und halten die Ölpreise niedrig, CO2 wird in die Meere versenkt und Öko ist kein Thema mehr. Die EV-Produktion wird daher weltweit eingestellt und die paar Serien-EVs, die zur Zeit verkauft werden, werden zu "Unikaten" und gehen zu horrenden Preisen über den Tresen :D [Ironie Off]

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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon ChrisZero » Mo 6. Apr 2015, 19:06

@michael: da halte ich mich dann aber lieber an meine Erfahrungen, am verbrennersektor weit über eine mio km und bei den EVs nun in meinem Haushalt die 80000km und in meiner Familie bereits über 200000 e-km.

Und auch die Fakten bescheinigen dem EV schon mal um etliche hundert fehleranfällige Teile im Antriebsstrang weniger als in verbrennerautos. Dh auch wenn die verbauten Teile die gleiche Ausfallwahrscheinlichkeit innehaben, werde ich mit dem EV weniger stehenbleiben.
Übrigens hat bei unseren älteren EVs in der Familie in den meisten fällen AEG geholfen (ausschalten, einschalten, geht;-) )

Grüße Chris
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Re: Kostenanalyse nach 80000km e-Mobilitaet

Beitragvon ChrisZero » Mo 6. Apr 2015, 20:14

@mei: das mit den wertlosen, 5-jaehrigen EVs ist aber hoffentlich nicht dein Ernst, oder??
Da such ich schon die längste zeit einen Tesla Roadster unter 40000 und diese alten Gurkengibts um den kKurs nicht, obwohl aelter als 5 Jahre.
Der tazzari meines Onkels hat Anfang 2012 19000,- als Vorführer gekostet, wurde damals 2011 neu angemeldet und ist zurzeit mit seinen Umbauten und tuningmassnahmen ca 9000 wert....nach deiner Rechnung wuerde der nun in ein paar Monaten einen drastischen Wertverfall erleben, ich denke aber eher, du solltest nochmal drüber nachdenken, was du da geschrieben hast;-)

Gruss Chris
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