Sterben für die Reichweite?

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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon biker4fun » Di 13. Feb 2018, 12:11

Der Notbremsassi ist wohl für schwere LKW seit 2015 vorgeschrieben. Leider stellen die LKW-Fahrer diesen wohl häufig aus...
https://www.morgenpost.de/vermischtes/a ... enten.html
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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon Helfried » Di 13. Feb 2018, 12:20

Wie ist das eigentlich mit den Bremsassis, beispielsweise beim Ioniq, wenn der Windschatten spendende LKW bei einem Unfall sehr plötzlich zum Stehen kommt?

Der Notbremsassi bremst ja bei höheren Geschwindigkeiten ein wenig zu spät und mildert bloß den Aufprall. Würde aber der Abstandstempomat sofort und möglichst stark bremsen, oder bremst der grundsätzlich nur eher zögerlich, sodass auch dieser Assi den Aufprall nicht ganz verhindern würde?

Wie stark bremst der Abstandstempomat im Extremfall?
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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon iOnier » Di 13. Feb 2018, 12:22

Schüddi hat geschrieben:
Kann mir das auch jemand logisch erklären?

Ich nicht, dazu reichen meine aerodynamischen Kenntnisse schlicht und einfach nicht aus.

Aber Praxis schlägt Theorie :-) ... selbst mit einem Motorrad (nochmal wesentlich kleiner als der iOn) ist in dem Abstand der Windschatten noch deutlich wahrnehmbar. Mit 18 hatte ich eine schwachbrüstige 125er, die kaum an die 110-120 machte, beim kleinsten bisschen Gegenwind schon mal gar nicht. LKW fuhren damals durchaus noch so schnell; nicht alle, aber genug. Von so einem überholt werden und dann im Windschatten dahinter war es aber kein Thema, das Tempo zu erreichen und zu halten. Dabei musste man dann sogar wieder Gas wegnehmen, sonst wurde man zu schnell und der Abstand rasch zu gering ...
Gruß
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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon IO43 » Di 13. Feb 2018, 12:34

Helfried hat geschrieben:
Wie ist das eigentlich mit den Bremsassis, beispielsweise beim Ioniq, wenn der Windschatten spendende LKW bei einem Unfall sehr plötzlich zum Stehen kommt?


Dann hilft nur genügend Abstand, sonst sind die Grenzen der Physik schnell erreicht!

Wie stark bremst der Abstandstempomat im Extremfall?


Du hast dann einen fließenden Übergang vom Abstandstempomaten zum Notbremsassitenten. Er verzögert zunächst, merkt das reicht nicht, warnt dann und löst erst dann die Notbremsung aus. In der Zeit hat ein aufmerksamer Fahrer in der Regel seinen Fuß schon voll auf der Bremse.

Die Assistenten sind alle ganz schön und nett, aber ich verlasse mich nicht auf sie, sie assistieren eben nur.
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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon Alex1 » Di 13. Feb 2018, 12:53

IngoHu hat geschrieben:
Bislang fahre ich ein Auto, das stark genug motorisiert ist, um zur Not auch eine schnelle Beschleunigung für einen Ausweich- und Überholvorgang zu haben. Blinken vor dem Spurwechsel ist mittlerweile so was von aus der Mode gekommen. Mit dem E-Auto steht mir diese Leistung zukünftig nicht mehr zur Verfügung. Da bin ich darauf gespannt, wie ich das bei meinen Fahrten lösen werde.

Gruß
Ingo
Du bist mit dem eAuto im Windschatten IMMER völlig ausreichend motiviert - Upps, Edith, MOTORISIERT sollte das heißen... -, um einem Laster von hinten davon zu fahren. Der fährt ja selbst max. echte 88 km/h. Selbst mit der Zoe (43 kW bei 1,5 Tonnen ohne Fahrer...) hängst Du den Laster locker ab :D

Und für Spurwechsel brauchst Du ja keine Beschleunigung, oder?

Also sei guter Hoffnung, dahingehend wirst Du eher positiv überrascht werden. Es sei denn, Du kommst von einem 300-PS-Boliden... :lol: :D
Zuletzt geändert von Alex1 am Di 13. Feb 2018, 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon Ranzoni » Di 13. Feb 2018, 13:07

Man gestatte mir einen kurzen Einwurf: die Diskussion über Windschattenfahren mag zwar wichtig sein, hat aber mit dem im ersten Beitrag erwähnten Unfall nichts zu tun. Da waren (laut Medien) zwei PKW bereits zum Stillstand gekommen, ehe sie von einem LKW zusammengeschoben wurden.

Der LKW wird wohl nicht den Windschatten der PKW's gesucht haben...

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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon Alex1 » Di 13. Feb 2018, 13:11

Schüddi hat geschrieben:
Kann mir das auch jemand logisch erklären?
Also nach 10m bleiben vom Windschatten noch 10-15% übrig und das in einem SUV. Je windschnittiger das Auto desto kleiner der Vorteil. Dann spielen bei diesem Abstand noch so viele andere Faktoren wie Windrichtung z.B. eine Rolle.
Ich kann es einfach rein logisch gdacht nicht nachvollziehen.
Vielleicht hat ja jemand Infos wie viel Windschatten ca. nach 40m übrig bleiben oder kann das berechnen. Ich hab mal ein Bericht gelesen das die Luft unmittelbar hinter dem LKW verwirbelt wird.
Das ist reine Strömungslehre. Übrigens bei Ingenieuren das Fach mit der höchsten Durchfallquote (außer der Mensa...).

Jedes bewegte Objekt zieht eine lange Wirbelschleppe hinter sich her. Grund: Vorne wird die Luft weggeschoben und hinten "klebt" sie am Heck. Das gibt vorne Über- und hinten Unterdruck. Der wiederum beschleunigt die Luftmassen, sodass sie noch Sekunden, nachdem das Auto vorbei ist, in dessen Fahrtrichtung wehen. Natürlich nicht geradlinig, sondern in Wirbeln. Die Geschwindigkeitskomponente in Fahrtrichtung ist aber immer positiv. Sie erscheint nur vom hinterher fahrenden Auto negativ, weil die Luft dann natürlich langsamer ist als der Verfolger.

Jede kann das mal gut beobachten an einer Landstraße, wo noch viel Herbstlaub liegt oder an einem Bahnsteig, wenn ein Zug durch fährt. Der Luftzug ist noch lange nach den 2 Sekunden deutlich zu spüren.

Die beschleunigte Luftsäule wird hinter dem Lkw natürlich langsamer und breiter. Ich nehme an, dass sie wie bei einem Freistrahl sich etwa um je 7 Grad nach beiden Seiten erweitert. Und nach oben...

Deshalb ist der Windschatteneffekt natürlich prinzipiell je größer, je näher man am Lkw ist. Es mag ein zwischenzeitliches Maximum geben, aber der Wert ist immer positiv. Mit 2 Sekunden Abstand hast Du schätzungsweise immer noch 10% Gewinn. Bei uns ist es leider immer so hügelig, dass ich keine lang genuge Strecke hab, wo ich das mal genauer quantifizieren könnte.

Und 2 Sekunden Abstand sind auch bei einem unaufmerksamen Fahrer mehr als genug. Erfahrungsgemäß wird auf den Überholspuren aber nicht nur dieser Abstand nicht eingehalten, sondern häufig mit 5 m Abstand, also eher 0,2 bis 0,1 Sekunden gefahren.
Herzliche Grüße
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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon Alex1 » Di 13. Feb 2018, 13:21

Helfried hat geschrieben:
Wie ist das eigentlich mit den Bremsassis, beispielsweise beim Ioniq, wenn der Windschatten spendende LKW bei einem Unfall sehr plötzlich zum Stehen kommt?
Was meinst Du damit? Dass er auf eine Betonwand fährt? Oder dass ich - in seinem Windschatten schlafend - nicht merke, dass er auf einen Stau auffährt? Dann fällt mir eher eine Schildkröte auf dem Kopf, die ein Adler fallen lässt, wie es weiland Aischylos zustieß.

Im Ernst, selbst wenn der Laster selbst auf einen Laster auffährt, fahren beide nach dem Stoß mit der halben Geschwindigkeit weiter (unelastischer Stoß).
Der Notbremsassi bremst ja bei höheren Geschwindigkeiten ein wenig zu spät und mildert bloß den Aufprall. Würde aber der Abstandstempomat sofort und möglichst stark bremsen, oder bremst der grundsätzlich nur eher zögerlich, sodass auch dieser Assi den Aufprall nicht ganz verhindern würde?

Wie stark bremst der Abstandstempomat im Extremfall?
Bei Lkws verhindert er m.W. den Aufprall. Jedenfalls auf dem Video vom Daimler :D
Herzliche Grüße
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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon Alex1 » Di 13. Feb 2018, 13:22

Ranzoni hat geschrieben:
Man gestatte mir einen kurzen Einwurf: die Diskussion über Windschattenfahren mag zwar wichtig sein, hat aber mit dem im ersten Beitrag erwähnten Unfall nichts zu tun. Da waren (laut Medien) zwei PKW bereits zum Stillstand gekommen, ehe sie von einem LKW zusammengeschoben wurden.

Der LKW wird wohl nicht den Windschatten der PKW's gesucht haben...

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Re: Sterben für die Reichweite?

Beitragvon Helfried » Di 13. Feb 2018, 13:32

Alex1 hat geschrieben:
Bei Lkws verhindert er m.W. den Aufprall. Jedenfalls auf dem Video vom Daimler :D


Ich fürchte halt, dass ich im plötzlichen Fall des Falles womöglich das Gaspedal statt die Bremse erwisch, wenn ich aus dem Nichts aufgeschreckt werde und dann mit dem Fuß bremsen soll, der schon 1 Stunde nichts mehr gemacht hat.
Ich denke, ich muss diese Situation mal bewusst untersuchen, wie gefährlich es ist, dass man das falsche Pedal erwischt nach längerer Fußpause bzw. Tempomat-Aktivität.
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