Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon FJMeier » Mo 15. Dez 2014, 00:44

Seit 14.10.14 fahre ich nun elektrisch mit Renault ZOE. Da ich in 90537 Feucht wohne, vor dem Haus keine Möglichkeit habe, das Auto länger zum Laden stehen zu lassen, aber in 300m Entfernung eine kostenlose 22kw-Säule der Gemeindewerke steht, sollten eigentlich keine Ladeprobleme auftreten. Denkste. Schon eine Woche später fiel die Säule in Feucht aus, ausgerechnet als für das Wochenende eine Fahrt nach Eichstätt geplant war (ca. 75km einfach).

Also musste ich vor der Abfahrt in 90530 Wendelstein laden (ebenfalls normalerweise 22kw), wodurch natürlich bis Feucht zurück schon wieder ein paar Prozent Ladestand verloren gingen. Auf dem Rückweg wollte ich in Preith bei Energietechnik Bauer nachladen. Damals war diese Säule mit 22kw auf GoingElectric gelistet. Bei einem Test auf dem Hinweg stellte ich aber fest, dass das absolut nicht stimmen konnte, weil der Bordcomputer nach dem Anschließen mit noch ca. 25% Restladung ca. 2 Stunden 45 Minuten Ladezeit prognostizierte.

Nach 1,5 Stunden Laden auf dem Rückweg von Eichstätt war ich dann auf 80%, was zwar für die Rückfahrt reichte, aber meine Frau musste in Eichstätt warten und von einer Bekannten dann nach Preith gefahren werden (in Preith kann man eigentlich während der Ladezeit nur durch die Nacht laufen, die Säule steht in einem Industriegebiet). Die Stromtankstelle in Feucht funktonierte dann einige Zeit wieder, spätestens seit 26.11.14 ist sie aber erneut außer Betrieb, und das ist sie heute immer noch. Angeblich fehlt ein Firmware-Update, das die Gemeindewerke jedoch bisher nicht bekommen haben, weil der zuständige Außendienstler beim Hersteller der Säule ständig auf Dienstreise ist.

Interessanterweise schreiben die Gemeindewerke auf Ihrer Homepage hierzu nichts, verlinken aber auf ein anderes Elektroauto-Forum, auf dem aber sogar heute noch bei "Funktion" ein "OK" steht. Der Super-GAU dann am 14.12.14: Nach einer Geburtstagsfeier in Walting bei Eichstätt fuhr ich mit einer komfortablen Restreichweite von 43km los, um anschließend auf dem Weg nach Feucht in Greding bei der Baywa-Tankstelle aufzuladen und währenddessen Essen zu gehen. Angeblich waren dort keine Probleme gemeldet, vorhanden waren sie aber: Die Tankstelle ist wegen Umbau schon länger geschlossen, dementsprechend auch die Elektrosäule. Bumms. Nächste Lademöglichkeit in Richtung Feucht: Wendelstein in 43km Entfernung. Hatte zwar noch 29km Restreichweite in der Anzeige, aber auch zurück nach Preith lehnte das Navi bei diesem Ladestand ab. Sonst weit und breit keine Ladesäulen in erreichbarer Entfernung.

Um nicht irgendwo in der Pampa liegen zu bleiben, entschloss ich mich, vor Ort zu warten und Renault Assistance einzuschalten. Um 20 Uhr 20 war der Abschleppwagen dann da (um 18 Uhr 05 war ich angekommen) und brachte ZOE und mich nach Wendelstein. Dort habe ich dann von 21 Uhr 15 bis 21 Uhr 45 von 25% auf 67% aufgeladen und war um 22 Uhr wieder zuhause.

Fazit: Es fehlt eine zentrale Abfragemöglichkeit, an die alle Anbieter von Ladepunkten möglichst in Echtzeit die Verfügbarkeit Ihrer Säulen melden müssen. Aktuell gibt es ja nur mehrere Foren, bei denen die Mitglieder auf freiwilliger Basis ihre Beobachtungen mitteilen können. Wie zuverlässig das ist, sieht man oben. Wenn keiner laden will, stellt auch niemand fest, dass das gar nicht gegangen wäre. Da hilft dann die beste Routenplanung nichts. Hätte ich gewusst, dass Greding "tot" ist, hätte ich in Preith laden können.

Dort ist es zwar nicht schön, aber es wäre machbar gewesen und wäre auch zeitlich im Rahmen geblieben, da ich dort noch eine Restreichweite von fast 40km gehabt hätte. Bis nach Hause wären es 65km gewesen. Noch unverständlicher ist aber, wieso ein Hersteller von Ladesäulen offensichtlich kein Interesse daran hat, eine ausgefallene, von ihm selbst gelieferte Säule schnellstmöglich wieder in Betrieb nehmen zu können. Wie sonst lässt sich erklären, wieso die Stromtankstelle in Feucht nun schon seit drei Wochen wegen eines angeblichen "Software-Problems" gesperrt ist? Irgendwie scheint mir bei vielen, die von der Elektromobilität tangiert sind, das Motto vorzuherrschen "es gibt viel zu tun, warten wir's ab". Oft werden mit großem Tamtam Stromtankstellen eröffnet. Ob die dann funktonieren, interessiert aber anscheinend keinen mehr. Ganz abgesehen davon, dass es viel zu wenige gibt, auch in Ballungsgebieten.
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon e-lectrified » Mo 15. Dez 2014, 01:19

Hm, wie sage ich es jetzt schonend ;-) :

Ich finde es ja klasse, dass du dich für die Elektromobilität trotz fehlender eigener Steckdose und extrem schwacher Ladeinfrastruktur bei dir im Ort entschieden hast, aber ohne diese Vorüberlegungen sollte man sich eigentlich sehr vorsichtig verhalten, wenn es um den Kauf eines so teuren Gefährts geht. Hätte man mich hier im Forum nicht eindringlich darauf hingewiesen, dass ich sowohl zu Hause, als auch am Arbeitsplatz für eine sichere Stromversorgung sorgen sollte, stünde ich wahrscheinlich vor ähnlichen Problemen wie du, wobei ich zumindest nicht über eine schwache Ladeinfrastruktur um mich herum klagen kann, jedoch etwas zu geizig bin, um den Ausbeutern der ENBW so viel Geld in den Rachen zu schieben.

Aber das alles bringt dich jetzt nicht weiter. Ich denke, du tust ja bereits, was du kannst:

- Du meldest regelmäßig deinen Erfolg/Misserfolg beim Laden
- Du hast dich mit deinen Stadtwerken in Verbindung gesetzt
- Du monierst die vorherrschenden Probleme nun öffentlich

So, wie die Dinge in Deutschland gerade stehen, wirst du wohl mittelfristig überlegen müssen, ob du nicht umziehst (Wohnung mit Tiefgarage und Möglichkeit dort eine Steckdose zu installieren oder Haus mit eigener Garage), denn eher gefriert derzeit die Hölle zu, als dass man an der prekären Ladesituation etwas ändert.

Oder, du versuchst viele Menschen von der Elektromobilität zu überzeugen und engagierst dich politisch im Ort, aber auch das kann recht lang dauern.

Ich wünschte, ich könnte dir hilfreichere Aussagen bieten, aber ich denke, es gibt keine. Abschließend will ich aber doch alle, die diesen Thread lesen nochmals ausdrücklich dazu ermutigen, ihre Ladevorgänge im tollen Stromtankstellenverzeichnis hier zu protokollieren. Je aktueller die Daten, desto größer die Chance auf den nächsten Ladeerfolg. Meldet neue Ladesäulen und seien es nur Schuko-Säulen. Je mehr da sind, desto größer die Chance, jemanden vorm Liegenbleiben zu bewahren. Denn genau das will die Verbrenner-Lobby. Ein weiteres liegen gebliebenes Elektroauto ist für die ein weiteres Argument gegen die Elektromobilität. Doch spätestens 2016/2017 wird der Kampf für die Mobilität entschieden, und zwar nicht in Deutschland (so sinngemäß Lars Thomson) - und spätestens dann werden ein paar Verweigerer-Lobbyisten für ihre Trägheit teuer bezahlen müssen!

Bitte tue nur eins nicht: wechsle jetzt nicht auf einen Plug-In-Hybriden (auch nicht auf einen Ampera) deswegen! Das wäre zwar die naheliegendste Möglichkeit, jedoch kommt das einer Aufgabe und einem Sieg der Verbrenner-Lobby gegenüber der reinen Elektromobilität gleich. Sicher werden die nächsten 100 Wochen (so lange dauert es noch lt. Thomson bis sich die Elektromobilität durchgesetzt hat) noch ziemlich lästig, aber dann gehst du mit der Elektromobilität als großer Sieger vom Feld.
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon TeeKay » Mo 15. Dez 2014, 07:42

Umziehen ist wohl eine etwas drastische erste Maßnahme. Das einfachste wäre wohl, einen Nachbarn mit geeignetem Garten zu fragen, ob man dort eine Wallbox installieren darf. Möglichst einer, bei dem man vor dem Gartenzaun stehen und laden kann, ohne immer auf sein Grundstück fahren zu müssen. Vor die Wallbox kommt ein eigener Zähler und der Nachbar monatlich einen Abschlag für die Stromkosten überwiesen.
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon April2015 » Mo 15. Dez 2014, 07:51

Vielleicht käme ja auch die Anmietung eine Garage oder Stellplatz mit Steckdose in der Nachbarschaft in Frage.

Wenn alle Stricke reissen sollte man den Wagen eventuell gegen einen REX (Ampera oder i3) tauschen. Wobei ich bei der geschilderten Situation dann den Ampera vorziehen würde da der REX im i3 eher zur Verlängerung der Reichweite ausgelegt ist.
Mit dem REX im Ampera kann man auch mal mit leerer Batterie losfahren ohne Einschränkungen haben zu müssen.
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon eDEVIL » Mo 15. Dez 2014, 08:21

Garage mit Strom anmieten wäre das Optimum. Hat gleich den Vorteil, das der Wagen im Warmen steht und nicht so sehr auskühlt.
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon LaoKi » Mo 15. Dez 2014, 11:57

Wird denn die augefallene Säule (300m Entfernung) nicht repariert? dann sollte doch das Problem weitgehend erledigt sein.
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon ZoePionierin » Mo 15. Dez 2014, 20:32

Da hilft erstmal nur Druck auf den Anbieter ausüben. Zur Not muss man sich nach oben schreiben, wenn es beim Sachbearbeiter nur "Wir tun was wir können, aber jetzt nicht!" gibt. Du solltest deutlich auf deine Situation und deine Motivation hinweisen, warum du elektrisch fährst. Da ist es immer ganz gut, wenn man zunächst ein bisschen Lob verteilt "Ich finde es gut, dass es in Feucht eine Lademöglichkeit gibt und die Gemeindewerke sich für die Elektromobilität engagieren... Ich habe zu Hause keine Lademöglichkeit, aber da die öffentliche Säule nur wenige Meter von meinem Wohnort entfernt ist, habe ich mich trotzdem für eine Elektroauto entschieden. Auch weil... Da die Säule nun seit mehreren Wochen außer Betrieb ist, kann ich mein neues Auto faktisch nicht mehr nutzen..."
Vielleicht hilft auch ein persönliches Gespräch mit den Lokalreporter der örtlichen Zeitung.
Bei Säulen außerhalb hilft u.U. der Ladelog hier im Verzeichnis, manche Pampasäule wird aber leider zu selten angefahren, als das immer jede Störung zeitnah im Verzeichnis steht. Ich finde es aber auch ein Unding, dass bei dem Großteil der Säulen der Kunde den Fehler melden muss, und dann ist das Kind ja meistens schon in den Brunnen gefallen.
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon e-lectrified » Mo 15. Dez 2014, 20:42

Die Lage wird auch dadurch nicht einfacher, dass die Ladesäule eine kostenlose ist. Da kann der Anbieter immer achselzuckend abwimmeln...
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon TeeKay » Mo 15. Dez 2014, 21:19

Glaub mir, auch wenn sie kostenpflichtig wäre, würde das in 99% der Fälle den Anbieter nicht interessieren. Frag mal bei RWE oder E.On (BAB A9) nach, ob die Kostenpflicht ihrer Säulen die Reparatur beschleunigen würde. Sag dem Ansprechpartner aber vorher, dass er jetzt erstmal keinen Schluck Kaffee in den Mund nehmen soll, sonst gibts beim Loslachen eine Sauerei.
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Re: Zuverlässige Infos über Stromtankstellen

Beitragvon e-lectrified » Mo 15. Dez 2014, 23:40

Jo, das glaube ich dir sofort. Nur, bei kostenlosen Säulen ist das Achselzucken nachvollziehbar und legitim, bei kostenpflichtigen (insbesondere, wenn ich an die Preise denke), wäre ich auf jeden Fall auch bereit ganz schön böse Briefe zu schreiben. Und das kann ich ziemlich gut :D .
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