Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon Super-E » Mo 30. Sep 2013, 11:16

Efan hat geschrieben:
Da mußte ich doch schmunzeln ;-)


so wars gedacht

Efan hat geschrieben:
Ich glaube dieses Prinzip ist bereits im Typ2 Protokoll integriert, bei Chademo ganz sicher, bei CCS wahrscheinlich auch. Nur benutzt es wohl nur RWE und der Smart tatsächlich.


Das sind alles Dinge, die Ihr tapferen Betatester vorantreibt. In 10 Jahren wird man an die "Anfangszeit" kopfschüttelnd zurückblicken.

Übrigens, nachdem alle Hersteller sagen, dass eine Ladesäule ohne großern Mehraufwand CCS- und Chademo-Lader vereinen kann, glaube ich, dass die Mehrzahl der zukünftigen Ladestationen Schnelladestationen "Dual" sein werden. Dass es derzeit kaum CCS gibt ist ja verständlich. Es gibt niemanden der es nützen könnte ;-). Ich hoffe jedenfalls, dass bald alle Raststationen so einen kombinierten Lader bekommen (und ich meine Frau vom Elektroauto überzeugen kann).
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon Leftaf » Mo 30. Sep 2013, 16:09

Hallo zusammen,

wie immer gibt es zwei Wahrheiten ( wie bei der Kleidergröße, eine gefühlte, und eine tatsächliche Größe )

Beim der Ladetechnik ist es genauso es gibt Standards die für Europa gelten müssen und erst dann umgesetzt werden. Und dann gibt es die Lösung die sich aufgrund Gegebenheiten schnell etablieren.

  1. Die Schukostecker Diskussion
    Meines Erachtens Sinnlos hört auf damit. Das Risiko das hier etwas in Flammen aufgeht steht in keinem Verhält zur Batterieladung, Speziell bei der aktuellen Batteriekonzeption in Europa. Jeder der sich für Elektro entscheidet sollte sich eine Wallbox Typ 2 Ladeleistung bis 3,7 kW 16A 1p+N, C installieren, da wird nichts verpolt, da ist keine Stereo Anlage oder TV dazwischen und kostet kleines Geld. Und wer nun "überall" laden möchte nimmt eine mobile Wallbox im Kofferaum und sucht einen VDE CEE blau/rot stecker und es wird nichts passiert. Der dann immer noch mit Schuko lade möchte nimmt eine Phasenprüfer mit, und wird auf seine Verantwortung und seinem Risiko wissen was er tut.
  2. Schnell laden oder langsam laden
    Folgende Fakten ergeben sich aus Erhebungen und ich kann sie für mich bestätigen. 95% aller Fahrten sind <100km und 80% der Zeit (~20stunden) steht mein Fahrzeug und warte auf die nächste Fahrt.

    Von daher kann ich das BMW / VW Konzept verstehen.
    Warum?
    Die deutschen Automobilhersteller wollen scheibchenweise verdienen, in der ersten Generation sind lange Strecken nicht geplant, daher ist schnell laden nicht notwendig. Das Konzept von Tesla ist der Zeit halt 10Jahre voraus. Es wird langsam geladen, und da 65kWh oder 85kWh nie leer gefahren werden passt auch hier <100km bei 80% Wartezeit, Auch das Batteriekonzept setzen auf viele "kleine" Batterien die bei niedriger Spannung (USA 110v/16A 1,7kw) bedeutend weniger Verlust haben. Und wenn Leer gefahren dann können viele Batterien mit 150A schneller parallel geladen werden als wenige größere Batteriepacks, und wieder der Zeit voraus einfach genial. In jeden Fall reichen 20min bis 40min um das nächste Ziel zu erreichen. Das heißt für mich bis wir in Europa nicht Fahrzeuge verkaufen die mindestens 45kWh Baterieleistung haben ist schnell laden nicht notwendig/sinnvoll/wirtschaftlich. Schnell laden brauche ich nur an Autobahnen, wenn ich lange Strecken fahren möchte und das wird aus meiner Sicht erst mit 45kWh und mehr sinnvoll.
  3. Welches Ladetechnik setzt sich durch
    Um das zu beantworten kann das folgende Schema vielleicht helfen.
    mennekes.jpg
    Steckerbelegung

    Es zeigt die "Entwicklung"
    Erste Option: ist 3 Phasen AC ( max 63A schnell laden)
    Zweite Option: ist 1 Phase AC und DC möglich. Nun versteht man warum BMW nur ein Phasig laden wollte, der Type2 Stecker bietet alles und ist nicht klobig und für das Stadtkonzept völlig ausreichend.
    Dritte Option: Nur DC aus meiner Sicht nutzlos aber warum nicht eine weitere Möglichkeit schaffen.
    Vierte Option: 3 Phasen AC schnell laden (mit mitgeführtem Typ2 Kabel möglich wenn Fahrzeug die Elektronik bietet) und DC schneller laden mit Kabel von der Ladestelle.

    Daher wird es sich wie Benzin und Diesel verhalten. Benzin fängt an "Type2" und Diesel "CCS" wird sich auflange Sicht durchsetzen. Alles was jetzt schon öffentlich installiert ist wird 1-3 Phase AC nutzen können und wenn IKEA, McDonald und andere vielen Auto die Ladung ermöglichen möchte ist schnell laden keine Option. Wenn wir dann noch die Energiewende 2020 mit einer Mio. Fahrzeuge an die Straßenlaterne hängen möchten, ohne das das Licht ausgeht, wird das auch nur mit reduzierter Ladeleistung gehen.

/Leftaf
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon Spürmeise » Mo 30. Sep 2013, 18:10

Leftaf hat geschrieben:
Jeder der sich für Elektro entscheidet sollte sich eine Wallbox Typ 2 Ladeleistung bis 3,7 kW 16A 1p+N, C installieren, da wird nichts verpolt, da ist keine Stereo Anlage oder TV dazwischen und kostet kleines Geld.

Fragt sich nur, wann diese sinnvollen Wallboxen Typ 2 bis 3,7 kW wirklich mal kleines Geld kosten. Unter 700 € für die Station, und 350 € für das Kabel ist da doch nichts, von Bastellösungen ohne CE-Kennzeichnung vielleicht abgesehen.
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon EVplus » Mo 30. Sep 2013, 18:45

Neben den schon existierenden Normen, gibt es von BMW auch noch das CCS für Nordamerika .....?

Screenshot_2013-09-30-06-59-03.png
One connector for everything..???? Ein Stecker für Alles....?



Screenshot_2013-09-30-06-58-39.png
Auszug mit Detailfoto, keine Ähnlichkeit mit dem europäischem CCS....
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon teutocat » Di 1. Okt 2013, 00:47

EVplus hat geschrieben:
Neben den schon existierenden Normen, gibt es von BMW auch noch das CCS für Nordamerika .....?


Ja, im Gegensatz zu unserem COMBO2 macht dieser sogar Sinn, da die Kontakte des Typ1-Steckers kaum für hohe Gleichtromladungen geeignet sind. Ich vermute dass Typ1 überhaupt nicht für DC spezifiziert ist. Typ2 dagegen schon (DC-low / DC-mid) und wird ja auch von Tesla in Europa für Gleichstromladung benutzt. Da der Typ1-Stecker nicht für (hohe) Gleichströme geeignet ist hat das amerikanische Model S ja auch einen deutlich von Typ1 abweichenden Stecker.
Dieser Tesla-Stecker steht natürlich für den amerikanischen i3 oder e-Up nicht zur Verfügung. Und da eine Einführung von Typ2 in Amerika wohl auch nicht in Frage kommt (selbst der smart hat da einen Typ1 Stecker) ist die Kombination von Typ1 mit dem Ameisen-Stecker (COMBO1) die logische Konsequenz.

Gruß
Roman

Edit: By the way, gibt es den Zoe eigentlich in Amerika, und wenn ja, welchen Stecker hat der ???
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon Super-E » Di 1. Okt 2013, 09:15

Leftaf hat geschrieben:
Es zeigt die "Entwicklung"Phase 1 war 3 Phasen AC ( max 63A schnell laden)Phase 2 ist 1 Phase AC und DC möglich. Nun versteht man warum BMW nur ein Phasig laden wollte Type2 Stecker bietet alles und ist nicht klobig und für das Stadtkonzept völlig ausreichend.Phase 3 Nur DC aus meiner Sicht nutzlos aber warum nicht eine weitere Möglichkeit schaffen. Phase 4 3 Phasen AC schnell laden (mit mitgeführtem Typ2 Kabel möglich wenn Fahrzeug die Elektronik bietet) und DC schneller laden mit Kabel von der Ladestelle.


Ein schönes Bild.
Deine Formulierung verwirrt mich etwas. (Alleine die unterschiedliche Verwendung von Phase)
Man könnte verstehen, das ein Stecker der "Phase 3" den der "Phase 1" abgelöst hat. So wie ich das verstehe funktioniert alles an einem Stecker. Fahrzeug und Lader "kommunizieren" und machen aus welche Ladetechnik verwendet wird.
Daher gibt es ja Leute, die kritisieren BMW hätte ja mit dem Typ2 Stecker sowohl "Phase1" Wechselstrom, als mit "Phase 3" auch 50kW Gleichstromladen können. Wieso also dann einen weiteren Stecker dran? Um Die Antwort gleich zu geben: CCS geht später mal bis 170kW...
Aber Irre ich mich hier? Geht nur eine "Phase" - im zeitlichen Sinn?
Was ich aber gar nicht verstehe ist, wieso BMW deshalb nur einphaseig laden will. Die von Dir "Phase2" genannte Ladeschnittstelle wird doch von BMW gar nicht verwendet, da sie über den Typ2 Stecker gar nicht Gleichstromladen!

Kennt sich hier jemand aus? Der Wikipediaartikel zu dem Thema ist nicht wirklich eindeutig...

zum Thema Schukoladen. Man sollte als EV-Besitzer zu Hause eine Ladestation anstreben - OK. Aber derzeit muss man laden wo man kann. Und der Wochenendbesuch bei Oma ist vielleicht entspannter, wenn man währenddessen mit 2kW nuckeln kann.

Noch etwas (Oberlehrermodus): Bitte Leistung und Kapazität nicht in einen Topf schmeißen. Ein Akku hat eine Kapazität von 45kWh und keine 45kW und wird folglich bei 22kW Ladeleistung in 2h geladen. Ist aber vermutlich beim tippen nur so durchgerutscht... ;-)
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon Super-E » Di 1. Okt 2013, 09:25

Oje, wen ich meinen eigenen Beitrag lese, ist das nach dem Motto: "in meinem Kopf hat das eben noch Sinn gemacht".

Bitte lasst Euch von Phase im zeitlichen und Phase im elektrotechnischen Sinn auch von mir nicht verwirren...
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon Leftaf » Di 1. Okt 2013, 15:41

Spürmeise hat geschrieben:
Fragt sich nur, wann diese sinnvollen Wallboxen Typ 2 bis 3,7 kW wirklich mal kleines Geld kosten. Unter 700 € für die Station, und 350 € für das Kabel ist da doch nichts, von Bastellösungen ohne CE-Kennzeichnung vielleicht abgesehen.


z.B. Wandladestation wallb-e Home 3,7kW für €499,-- Preis fallend mit Kabel € 569,-- Stand 10/2013.
Zuletzt geändert von Leftaf am Di 1. Okt 2013, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon Leftaf » Di 1. Okt 2013, 16:04

Super-E hat geschrieben:
Deine Formulierung verwirrt mich etwas. (Alleine die unterschiedliche Verwendung von Phase)
Man könnte verstehen, das ein Stecker der "Phase 3" den der "Phase 1" abgelöst hat.

Dank für den Hinweis hab es umformuliert.

Super-E hat geschrieben:
So wie ich das verstehe funktioniert alles an einem Stecker. Fahrzeug und Lader "kommunizieren" und machen aus welche Ladetechnik verwendet wird.

Ja genau die Ladetechnik und das Fahrzeug "reden" mit einander.

Super-E hat geschrieben:
Daher gibt es ja Leute, die kritisieren BMW hätte ja mit dem Typ2 Stecker sowohl "Phase1" Wechselstrom, als mit "Phase 3" auch 50kW Gleichstrom laden können. Wieso also dann einen weiteren Stecker dran? Um Die Antwort gleich zu geben: CCS geht später mal bis 170kW...#
Aber Irre ich mich hier? Geht nur eine "Phase" - im zeitlichen Sinn?
Was ich aber gar nicht verstehe ist, wieso BMW deshalb nur einphaseig laden will. Die von Dir "Phase2" genannte Ladeschnittstelle wird doch von BMW gar nicht verwendet, da sie über den Typ2 Stecker gar nicht Gleichstromladen!

So wie ich es verstanden haben sind Final im i3 zwei AC/DC Wandler verbaut worden und daher wird der Type2 mit den zusätzlichen Pins verbaut/benötigt warum nicht dann drei AC/DC konnte mir keiner beantworten.

Phase ist jetzt in Option geändert

Kennt sich hier jemand aus? Der Wikipediaartikel zu dem Thema ist nicht wirklich eindeutig...

Es gibt so viele! welchen meinst Du?

Super-E hat geschrieben:
zum Thema Schukoladen. Man sollte als EV-Besitzer zu Hause eine Ladestation anstreben - OK. Aber derzeit muss man laden wo man kann. Und der Wochenendbesuch bei Oma ist vielleicht entspannter, wenn man währenddessen mit 2kW nuckeln kann.

Nicht falsch verstehen jedem sein Himmerreich aber bei Oma 2std nach verlust usw. ca 2kw zugeladen zu haben sollte Distanz technisch irrelevant sein. Ich hab zu Opa gesagt installiere Dir doch eine Drehstrom Kiste und was soll ich sagen hat er gemacht. Und schon bekommt er öfter Besuch 8-)

Super-E hat geschrieben:
Noch etwas (Oberlehrermodus): Bitte Leistung und Kapazität nicht in einen Topf schmeißen. Ein Akku hat eine Kapazität von 45kWh und keine 45kW und wird folglich bei 22kW Ladeleistung in 2h geladen. Ist aber vermutlich beim tippen nur so durchgerutscht... ;-)

Danke bitte weiter solche Tips geben hilft die Lesbarkeit und Qualität zu verbessern.
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Re: Welche Ladetechnik setzt sich durch?

Beitragvon Kelomat » Di 1. Okt 2013, 17:58

dkt hat geschrieben:
Hallo Kelomat,

über die Effizienz der Induktionsladung wird noch viel falsches berichtet. Siemens hat schon vor einiger Zeit im Zusammenhang mit dem System „Vehicle to Grid“ eine Induktionsladestation für Elektroautos vorgestellt, die bis zu 90% die Energie übertragen konnte (Wirkungsgrad).

In diesem Jahr hat das Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme (ISE) eine Ladestation vorgestellt, die bis zu 97,4% Wirkungsgrad hat. Und das bei einem Luftspalt von 13 cm. Die Leistung die dabei übertragen wird ist 22 kW.

Insofern kommen auf eine Stunde Ladezeit bereits mehr als 20 kWh.

Also, von der technischen Seite kann das funktionieren.


Das klingt ja Super!
Induktionsladung wird für mich immer interessanter...
Hauptauto: Nissan Leaf 2012er mit isolierter Heizung
Zweitauto (Von meiner Frau): Citroen Saxo Elektro mit Lithiumakkus
Sonst keine fossile Dreckschleuder zur Fortbewegung ;)

Strom kommt von der PV-Anlage ca. 15kW mit Speicher im Keller
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