Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon Super-E » Mi 23. Nov 2016, 18:12

@Schneemann: Es ist durchaus richtig und berechtigt in Frage zu stellen, ob man nicht intelligenter Laden kann als man bisher getankt hat. Und ich denke es werden auch nicht so viele Tankstellen übrig bleiben wie heute.

Aber es ist schon eine Frage, ob man sich immer auf die Gelegenheitsladung verlassen kann. Es ist ja nicht gesagt, dass man wenn man auf den Supermarktparkplatz biegt noch eine freie Ladesäule vorfindet. Vor allem wenn es sich um eine teure Schnellladesäulen handelt, wird man die nicht im Massen redundant auf einem Supermarktparkplatz aufstellen. Es besteht auch die Gefahr, dass dann einige ihr eigentlich noch ziemlich volles EV anstöpseln, wenn der Ladepunkt noch frei ist (sicher ist sicher und man muss ja eh einkaufen). Entweder fahre ich dann so lange durch die Gegend, bis ich einen Supermarkt mit freier Ladesäule finde, oder ich kaufe ein ohne zu laden.

Ich kann mir zahlreiche Szenarien vorstellen, bei denen ich eher eine Ultraschnelladesäule anfahren würde, besonders wenn die Praxis mit den Tankkarten für Firmenwagen auch im Elektrozeitalter weitergeführt wird (und mich die Ultraschnelladung nichts kostet).

Dies bedeutet nicht, dass nicht sehr viele Menschen nie wieder eine Tanke in der Stadt benötigen werden - vor allem wenn sie einen Ladeanschluss zu Hause oder in der Arbeit haben, oder aber die Möglichkeit ihren Bedarf durch Gelegenheitsladungen zu decken...
Benutzeravatar
Super-E
 
Beiträge: 1612
Registriert: Fr 27. Sep 2013, 16:06

Anzeige

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon Schneemann » Mi 23. Nov 2016, 18:25

Das kommt ja darauf an, wieviele Destination-Charger es in Zukunft geben wird. Aber als Schnelllade-Punkt kann ich mir Tankstellen wie von dir beschrieben auch vorstellen. Es ist halt die Frage, ob die Betreiber sich das auch vorstellen können. Irgendwann ist es ja auch eine Platzfrage, ob ich mich auf Strom oder Benzin konzentriere. Das wird sich sicherlich in den nächsten 15 Jahren zeigen, wenn es lukrativ wird, Ladesäulen anzubieten.
Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität auf Kennzeichen E

In the year 5555
Your arms hanging limp at your sides
Your legs got nothing to do
Some machine’s doing that for you
Benutzeravatar
Schneemann
 
Beiträge: 975
Registriert: Di 31. Mai 2016, 18:49
Wohnort: Quickborn-Heide

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon TobsCA! » Mi 23. Nov 2016, 19:12

Irgendwer hatte was vom Waschplatz geschrieben...

das wäre doch auch eine Idee, an den Staubsauger Plätzen vorne dran ne 22kw Säule.
Dann kann man während des Ladens auch das Auto aussaugen und putzen.
Oder aber während des Putzens gleichzeitig das Auto laden.
Fände ich super und würde dann tatsächlich nur noch dort hingehen um zu saugen.
2 Fliegen mit einer klappe.

Aber an eine Tankstelle fahren? Ich hab4 Jahre an einer gejobbt... und dann wieder dorthin fahren um zu laden ? NE. Dann lieber durch den Ikea schlendern und nen Hotdog essen oder ins Kino oder einkaufen oder oder oder...
"Tanken" fahren ist unnötig und verschwendete Zeit. Ausnahme ist natürlich eine Strecke über die REichweite hinaus.
Da kommt es dann aber auch auf Ladegeschwindigkeit an. 10-20Min kann man an einer Tanke verbringen mit Pinkeln, Getränk holen und so weiter... aber bei längeren Stopps .. nein danke.

In den USA gibt es regelmäßig schöne gepflegte Rastplätze. Da steht ein Haus mit 5-6 Automaten (Snacks, Getränke usw) und Picknicktische, fast immer nicht direkt neben der Autobahn sondern ein paar Meter weg wodurch es recht ruhig und "erholsam" ist.
Sowas brauchen wir. Mit 10-20 Ladestationen. DC AC alles. Freischaltung über einen der Automaten, Zahlung mit EC oder Kreditkarte, Bargeld.

MfG

MfG
Twizy Sport Black 06/15 - 03/17 20961km
Q210 Zen in Perlmutt seit 03/17 aktuell 82 800 67 000km, 27 800 von mir
SXT Light Eco seit 05/17
Benutzeravatar
TobsCA!
 
Beiträge: 457
Registriert: Do 25. Jun 2015, 20:22
Wohnort: Leonberg

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon MineCooky » Mi 23. Nov 2016, 19:18

'Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?'

Genau so gut könntest Du fragen:
'Warum verkauft Audi keine eAutos?' :lol:
Früher 451er ED (Schnarchlader, >166.666km), nun ein 453er ED(EQ) mit 22kW-Lader.
Electrify-BW e.V. Mitglied

"Aus Gaspedal wird Spaßpedal"
-Smart
Benutzeravatar
MineCooky
 
Beiträge: 4148
Registriert: Mo 23. Mai 2016, 14:11
Wohnort: Pforzheimer Raum

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon DELHA » Mi 23. Nov 2016, 19:20

Ein Funke und alles fliegt in die Luft!
DELHA
 
Beiträge: 320
Registriert: So 20. Dez 2015, 18:26

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon preda7 » Mi 23. Nov 2016, 19:25

Mein Gedanke bezog sich auf die Sicht der Mineralölkonzerne und deren Pächter:

Ich habe da ein Geschäftsmodell, das negativem Wachstum entgegensieht.
Also, was mache ich? Ignorieren? Lobbyarbeit pro Verbrenner? Noch eine Caffe-Ecke anbauen?

Gerade auf den Ferntrassen würde ich anfangen und schnelle DC-Lader installieren. Der Umsatz kommt durch die Kaffetrinker, den ein Ladender ist ja min. 20 Minuten bei mir "festgebunden". Es ist alles da: Strom, Kaffe, Kassierer...

Ich verstehe es nicht.

Und aus Sicht des normalen Verbrauchers: wenn ich meiner Frau oder meinen Eltern (>75) sage, fahr' mit dem i3 300km nach Hannover. Dann sagen die, was soll ich da.... Nein, Scherz. Dann sagen die, wo kann ich aufladen. Dann antworte ich, schau bei Going Electric, suche Dir Säulen raus, hast Du die richtige Ladekarte? ..... Dann ist das Thema durch! Das ist nur was für Freaks, nichts für jeden.

Tankstellen aber kennt jeder! Wenn ich also antworte: wenn Du laden musst, fährst Du an die Autobahntankstelle und lädst. Dann verstehen z.B meine Frau oder meine Eltern das.

Nur ich verstehe Aral & Co nicht. Was wollen die verkaufen in 15, 20 Jahren?
preda7
 
Beiträge: 144
Registriert: Fr 23. Mai 2014, 14:13

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon Smartpanel » Mi 23. Nov 2016, 19:42

Ein paar Tankstellenketten beginnen aufzuwachen, bzw. deren Betreiberketten (hier EuroRast):
Shell Jettingen-Scheppach.jpg
Shell in Jettingen-Scheppach (Burgau)
Shell Jettingen-Scheppach.jpg (36.38 KiB) 289-mal betrachtet

Shell Schweitenkirchen.jpg
Shell Schweitenkirchen
Shell Schweitenkirchen.jpg (35.4 KiB) 289-mal betrachtet

Weiter z.B. in Aichstetten, Aspach-Bäumenheim. Auch jeweils Shell soweit ich mich erinnere, hab aber hier im Verzeichnis keine eindeutigen Bilder gefunden. (Hat die Brent Spar Marketingkastastrophe nach 20 Jahren doch was bewirkt ? Oder ist's Zufall ?)

Aber auch ich fuhr letztens kurz nach dem Eröffnungstag zu einer völlig neuen Tankstelle und fragte wo die Ladesäule sei: Hamma ned. Ich: Na dann frühstücke ich halt woanders.

Es war glaube ich der Pächter, daher bewusst provokativ, aber wenn das mehr machen ...
(Nicht die Schichtdienstmitarbeiter ärgern, die machen ja nur Ihren Job und können nichts dafür)
Diesel Weg wird kein leichter sein ...
Kia Soul EV - 27kWh - EZ 07/16 - 50tkm - Tagesreichweite 800km, mit Kundenbesuch, bei herbstlichen Temperaturen
PV-Tankstelle 10kWp - jedes 285Wp Panel ermöglicht 45.000km Fahrt - CO2-arm zu 2ct/km Energiekosten
Benutzeravatar
Smartpanel
 
Beiträge: 497
Registriert: Sa 16. Jan 2016, 17:26
Wohnort: D-82...

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon Super-E » Mi 23. Nov 2016, 19:48

@tobsca
Was du beschreibst ist für mich eine Tankstelle. Halt ohne Benzin... Dort bekommt man dan rund um die Uhr Strom und den reisebedarf gemäß Gesetz...
Benutzeravatar
Super-E
 
Beiträge: 1612
Registriert: Fr 27. Sep 2013, 16:06

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon Yorch » Mi 23. Nov 2016, 20:46

Raffinerie und Tankstelle und Förderanlagen werden vom gleichen Konzern gelenkt. An der Tankstelle wird zwar kein Gewinn mit dem Sprit gemacht, also zumindest nicht vom Pächter, dafür aber in der Kette davor.
Yorch
 
Beiträge: 332
Registriert: Fr 7. Mär 2014, 21:56
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Warum verkaufen Aral & Co keinen Strom?

Beitragvon Priusfahrer » Do 24. Nov 2016, 08:29

Ja das ist das Problem. Natürlich sind die Mineralölkonzerne nicht daran interessiert die Elektromobilität voranzubringen. Nicht umsonst hält Texaco bis heute das Patent für NiHM Akkus über 6.5Ah und lässt es in der Schublade vergammeln.

Langfristig werden sich die Konzerne dem aber nicht verschließen können. Spätestens so gegen 2020, wenn der Ladesäulenbetrieb so langsam profitabel wird, werden an vielen Tankstellen mindestens die dann preisgünstigen 22KW AC Lader aus dem Boden sprießen. Entlang der Autobahnen dann auch 50-150KW DC für 1€/kWh oder so.

Ist nur die Frage ob das dann nicht zu spät ist und andere Betreiberketten bereits den Markt unter sich aufgeteilt haben.

Für elektrische Firmenfahrzeuge wäre das dennoch interessant, da die Flottenkarten weiter verwendet werden könnten und kein zweites Abrechnungssystem in den Buchhaltungen nötig wäre.
Wer eher bremst fährt länger schnell (ohne nachzuladen)
Derzeit im Ioniq unterwegs.
Benutzeravatar
Priusfahrer
 
Beiträge: 1654
Registriert: Mo 11. Jan 2016, 22:36

Anzeige

VorherigeNächste

Zurück zu Öffentliche Lade-Infrastruktur

 
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste