soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon stromr » Sa 11. Apr 2015, 17:24

rolandk hat geschrieben:
stromr hat geschrieben:
Solange alle glauben, die Technik bestimmt, was die nächsten Jahre in der Ladetechnik passiert, bringen die Diskussionen hier wenig.


Wer soll es denn bestimmen?

Kurzsichtige Autokonzerne? Politiker? Lobbyisten? Profitgeile BWLer?

Eigentlich die Autokonzerne. Dort sitzt die Macht. Die Strategie machen dort die BWLer. Die besorgen sich dann Lobbyisten, die es den Politikern verklickern. So läuft das. Aber Ausgangspunkt sind die Autokonzerne.

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon rolandk » Sa 11. Apr 2015, 17:55

stromr hat geschrieben:
Eigentlich die Autokonzerne.


Zitat: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

Da wären die Autokonzerne nicht die ersten. Wer hätte vor Jahrzehnten gedacht das solche Firmen wie AEG oder auch Telefunken nicht mehr existieren. Auch Quelle ist da ein schönes Beispiel. Ich hoffe es für keines der deutschen Automobilkonzerne.

Aber wenn man die Entwicklung der letzten Jahre anschaut und die Ignoranz, wie mit dem Kunden umgegangen wird, würde es mich nicht allzu sehr wundern, wenn auch dort mächtig was in Bewegung kommt.

Bisher wird dort alles nur in die Richtung bewegt, daß man seine Pfründe sichern kann und andererseits gesetzliche Auflagen erfüllt. E-Fahrzeuge werden teuer gemacht und die Lade-Infrastruktur sieht schlimmer aus als die Kleinstaaterei im Deutschen Reich vor 1871. Und das ganze hat natürlich ein Ziel: die E-Mobilität so schlecht zu machen, wie es eben nur geht. "Seht her, wir haben E-Fahrzeuge gebaut, aber keiner will sie. Es liegt also nicht an uns......"

Das wird so natürlich nicht öffentlich kommuniziert.... aber das Ergebnis ist das gleiche....

Und so jemand soll darüber entscheiden, was in der Zukunft technologisch sinnvoll ist?

Ich denke, damit macht man den Bock zum Gärtner.

Und auch bei den Schaufensterprojekten habe ich eher das Gefühl, das es Verhindererprojekte sind. Fördergelder in Millionenhöhe werden da versenkt und keiner wird zur Rechenschaft gezogen: Beispiel e-Mobilität einer größeren Stadt hier in der Nähe... dort gibt (gab? Keine Ahnung ob das Projekt noch läuft) es die Möglichkeit bei solch einem Projekt mitzumachen. Dafür hat die Organisation richtig viel Geld bekommen. Als Ergebnis konnte man dann Fahrzeuge und Ladetechnik zum gleichen Preis bekommen wie auf dem freien Markt. Und, wo sind die Fördergelder geblieben?

Weder die Autokonzerne noch diese Fördergruppen sind die richtigen Ansprechpartner.

Die haben ganz andere Interessen, und da geht es nicht darum, die E-Mobilität attraktiv zu machen. Wenn die das wollten, wäre das längst passiert.

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon umberto » Sa 11. Apr 2015, 18:56

rolandk hat geschrieben:
Aber wenn man die Entwicklung der letzten Jahre anschaut und die Ignoranz, wie mit dem Kunden umgegangen wird, würde es mich nicht allzu sehr wundern, wenn auch dort mächtig was in Bewegung kommt.


Was für eine Ignoranz meinst Du?

Die Autokonzerne machen alle ständig sogenannte Car Clinics, wo ausgewählte Kunden neue Konzepte präsentiert bekommen, auch neue Fahrzeuge, wo die Kunden dann das Design beurteilen sollen usw.

Das, was auf den Markt kommt, ist das, was die Leute in der Car Clinic haben wollen.

Die Leute wollen SUVs, die Leute kriegen SUVs. Auch wenn Euch diese Wahrheit vielleicht nicht in den Kram paßt.

Bei technischen Standards wie Ladesystemen versagt dieses System allerdings, da "Geschmack" hier keine Rolle spielt.

Also werden es die Gremien der Autohersteller sein (wie z.B. VDA oder andere auf Forschungsebene) wo man solche Sachen diskutiert und Konsenz herstellt. Aber da hocken leider auch viele Ahnungslose, weil es die Technik halt einfach so noch nicht gibt und auch keiner so recht weiß, was denn der Kunde in 10 Jahren kaufen wird.

Und da wäre ich gerne Mäuschen (gewesen), welcher sendungsbewußte Freak den CCS-Standard da durchgedrückt hat...

Und so jemand soll darüber entscheiden, was in der Zukunft technologisch sinnvoll ist?

Ich denke, damit macht man den Bock zum Gärtner.


Ein bißchen schon, aber wer könnte es sonst tun?

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon rolandk » Sa 11. Apr 2015, 19:15

umberto hat geschrieben:
Was für eine Ignoranz meinst Du?


Beispiel Kangoo (gut, ist jetzt nicht DE): Da wurde von allen Seiten versucht Renault dazu zu bewegen, dort endlich die Ladetechnik wie beim Zoe einzubauen. Aussage Renault: der Markt will das nicht. Die Veranstaltung wo das gesagt wurde war voll von Händlern. Das Gelächter war sehr laut.

Auf Gerüchte soll man ja nicht viel geben, aber angeblich war beim i3 ursprünglich auch die 22kW Ladung vorgesehen. Da haben dann wahrscheinlich die BWLer zugeschlagen.

Ich habe die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen, aber wenn ich mich durch die Community höre, ist das, was hier diskutiert wird (meistens, längst nicht immer) auf jeden Fall gehaltvoller als das, was aus den Konzernen kommt.

Das erscheint mir tatsächlich mehr aus der BWL Ecke zu kommen, als von denen, die Ahnung von der Technik haben. Wahrscheinlich sind diejenigen, die am Ende darüber entscheiden, nicht mal elektrisch gefahren. Die sehen die Fahrzeuge eher als etwas zu groß geratene Spielzeugfahrzeuge. Weil man damit kein Geld verdienen kann. Das wirkt sich besonders im Aftersales Bereich aus..... Ist wahrscheinlich wie an den Tankstellen und beim Kaffee kaufen. Das Hauptgeschäft ist nicht dafür geeignet um Geld zu verdienen.

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon stromr » Sa 11. Apr 2015, 19:29

Roland, da kann ich Dir zu deinen letzten beiden Posts in allen Punkten 100%ig zustimmen!

Gerade die geförderten Projekte sind ziemlich hinausgeworfenes Geld. Ich war da auch mal vor langer Zeit als ganz kleines Rädchen an einem beteiligt. Zur Auftaktsitzung hieß es: Hier ist 1 Mio, jetzt überlegt mal, was ihr dafür an Projekten habt, die man damit fördern könnte... Das Ergebnis war dann ziemlich am Thema vorbei, ein bereits bestehendes und finanziertes Projekt wurde umfinanziert... das Geld somit verpufft. Ist sicherlich nicht immer so, aber viel zu oft.

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon stromr » Sa 11. Apr 2015, 19:40

umberto hat geschrieben:
Die Leute wollen SUVs, die Leute kriegen SUVs. Auch wenn Euch diese Wahrheit vielleicht nicht in den Kram paßt.

Da hast Du leider sowas von recht. Vielleicht wird das erst besser, wenn Modell X erhältlich ist... :) . Zumindest PHEV macht in der Klasse noch am meisten Sinn.


umberto hat geschrieben:
rolandk hat geschrieben:
Und so jemand soll darüber entscheiden, was in der Zukunft technologisch sinnvoll ist?

Ich denke, damit macht man den Bock zum Gärtner.


Ein bißchen schon, aber wer könnte es sonst tun?


Genau den Gedankengang hatte ich heute auch. Eigentlich liegt es ja daran, dass die Ministerien zu wenig Fachleute haben, die sich mit einem Thema unabhängig auseinandersetzen können. Sie sollten viel mehr neutrale Gutachten einholen und nicht nur auf Lobbygruppen vertrauen.
Ich weiß nicht genau, wie das in China läuft, aber angeblich sind dort in der Regierung überwiegend Ingenieure zu finden. Bei uns sind es ja hauptsächlich Juristen und Wirtschaftler. Die Planung funktioniert in China besser als bei uns, habe ich den Eindruck. Vielleicht kommt's ja doch daher.

Bei der nächsten Wahl vielleicht mal darauf schaun :)

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon rolandk » Sa 11. Apr 2015, 19:49

stromr hat geschrieben:
überwiegend Ingenieure zu finden. Bei uns sind es ja hauptsächlich Juristen und Wirtschaftler.


Genau, und da wird es wieder "On Topic": DC Ladung gibt es seltsamerweise nur mit nicht offen gelegter Spezifikation. Und das das so ist, kommt sicher nicht aus der Ecke der Ingenieure. Und man gibt sich viel Mühe, das es so bleibt. Barrieren und Hürden ohne Ende.

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon umberto » Sa 11. Apr 2015, 22:07

rolandk hat geschrieben:
Wahrscheinlich sind diejenigen, die am Ende darüber entscheiden, nicht mal elektrisch gefahren.


Beim Stuttgarter E-Auto-Stammtsich waren wohl neulich 2 Gesellen (einer von smart, einer von der B-Klasse), da hatte der eine immerhin schon mal ein Wochenende mit E-Auto hinter sich....

Die haben an dem Abend auch viel gelernt...aber dieses Wissen fließt halt erst in 5-10 Jahren in Produkte ein. So lange dauert das eben bei einem Fahrzeug.

Und CCS ist eine Norm. Was ist daran "nicht offengelegt"?

Und zum Thema Techniker in der Politik: welcher Techniker hält das Galama, was da veranstaltet wird, ohne Medikamente aus? Ich könnte das nicht. :-/

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon mutle » So 12. Apr 2015, 13:31

Warum müssen alle Lade-Threads immer in Verschwörungstheorien enden? Kann es nicht einfach sein dass die Entscheidungsträger keine Ahnung haben und daher häufig dumme Entscheidungen treffen?
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon e-lectrified » So 12. Apr 2015, 13:38

mutle hat geschrieben:
Warum müssen alle Lade-Threads immer in Verschwörungstheorien enden? Kann es nicht einfach sein dass die Entscheidungsträger keine Ahnung haben und daher häufig dumme Entscheidungen treffen?


Nö, kann nicht sein. Denn die Entscheidungsträger holen sich ja immer fachmännischen Rat. Die Frage ist eben nur, welcher Fraktion die Fachleute angehören? Unabhängige Experten zu finden scheint entweder schwierig oder eben nicht erwünscht zu sein. Und über Theorien brauchen wir überhaupt nicht mehr reden. Schau doch einfach mal das Projekt SLAM an! Das stinkt einfach nur zum Himmel, offensichtlicher geht es nicht! Beweisen kann man zwar nichts, aber das ist genauso wie mit dem Oligopol der Tankstellen! Man kann Preisabsprachen nicht konkret nachweisen, de facto sind sie aber für alle evident.
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