Mythos Destination Charging

Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon ecopowerprofi » Do 17. Aug 2017, 12:25

phonehoppy hat geschrieben:
Die von Dir beschriebenen Vorgänge nehmen normalerweise insgesamt weniger als eine Minute ein. Da ist oftmals die Warteschlange vor dem Parkaus-Automaten länger, und auch da gibt es Probleme, wenn man nicht das passende Kleingeld oder die passende Karte dabei hat, den Parkschein verliert, oder ähnliches.

Two in One ist da gefragt. Das Laden direkt mit dem Parkticket bezahlen. Fertig.

phonehoppy hat geschrieben:
Außerdem hätte ich dann gerne auch gleich, dass die Kassenautomaten und Schranken im Parkhaus abgeschafft werden und man einfach so reinfahren und parken kann, wo man will...

Kannst Du im Centro Oberhausen. Viele tausend Parkplätze mit nix Parkticket, nix Kassenautomat, nix Schranke.
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Beitragvon DJBunsen » Do 17. Aug 2017, 15:01

Aber genau so ist es doch. Ich habe das E-Auto auch erst seit Kurzem und frage mich, warum hängen nicht an allen Ladestationen gleich die Kabel mit dran.

Und in der Aufzählung fehlt noch der Punkt "x. Herausfinden was mich das Laden hier kosten wird und ggf. die billigste Möglichkeit wählen" - Zeitaufwand? Unbekannt.

Und die Antwort dass das alles doch nur 1 min dauert, ist leider ein Indiz für die "Filterblase". Allen meinen interessierten Mitmenschen kann ich folgende Fragen nur so beantworten:
1. Wie fährt denn das Auto (die Frage stellt fast keiner) A: Super (i3)
2. Wie hoch ist denn die Reichweite (die Frage stellt jeder zuerst) A: Kommt drauf an (Aushol...)
3. Wie geht das mit dem Laden und Bezahlen (die Leute haben die Berichte in Presse und TV gesehen) A: Besch....
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Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon DJBunsen » Do 17. Aug 2017, 15:23

Und jetzt noch etwas zum Thema von mir. In der Diskussion wurden ja etliche Szenarien beschrieben und dazu verschiedene Ansätze, ob das jetzt Destination Charging ist oder nicht. Wenn man das mal analysiert und strukturiert, sollte es doch möglich sein, allgemein gültige Lösungen zu finden. Da könnte ja z.B. so aussehen:

1. Fahrer fährt regelmäßig zur Arbeit mit dem E-Auto: Lösung: Ladestation zu Hause und/oder auf Arbeit
2. Fahrer fährt Ad-Hoc zu Einkaufen/Kino/wasauchimmer - Parkdauer <= Ladezeit: Lösung: 11/22KW Ladestation mit zeitlich begr. Parkmöglichkeit
3. Fahrer fährt täglich zum P+R Parkplatz/Bahnhof - Parkdauer > Ladezeit: Lösung: Ladestation mit unbegr. Parkmöglichkeit
4. Fahrer fährt Längere Strecke: Schnelladestation an Autobahnraststätte o.ä.

und so weiter...

Im nächsten Schritt müsste man die Menge der notwendigen Lademöglichkeiten bestimmen. Also z.B.
1. Es reicht eine Ladesäule (ggf. pro Fahrzeug)
2. Da die Ladesäulen nach dem Laden geräumt werden (sollten) reichen "einige"
3. Da die Ladesäulen nach dem Laden nicht geräumt werden, müssen es "viele" sein
4. Da die Ladesäulen nach dem Laden geräumt werden (sollten) reichen "einige"

So kann man sogar Vorgaben für einen systematischen Infrastrukturausbau ableiten. Dies ist natürlich nur eine laienhafte Betrachtung aber das könnte doch die richtige Richtung sein oder? Ist für mich nicht wirklich "mystisch".
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Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon eDEVIL » Do 31. Aug 2017, 17:37

Destination Charging kombiniert man ortsnah am besten mit schnelleren Ladepunkten.

Aktuelles Problem ist die geringe Nutzung.

Einzelne LAdepunkt sind halt extrem teuer durch die ganze Overheadkosten.
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Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon PowerTower » So 3. Sep 2017, 09:01

Ich war am Freitag etwas erschrocken. Fahre "lost in Grimma" durch die Gegend, weil alle möglichen Straßen gesperrt waren. Zufällig komme ich dort am Unteren Bahnhof vorbei und traute meinen Augen nicht:

http://www.goingelectric.de/stromtankst ... e-2/22796/

PKW-Stellplätze mit Energiesäulen? Fünf Stück an der Zahl? Insgesamt 20 Steckdosen? Ich fand das unglaublich und wusste gar nicht wie mir geschieht. Dachte zunächst, dass die für Wohnmobile sind, weil es sich um blaue CEE Steckdosen handelt, aber nein, die haben einen eigenen abgetrennten Bereich, mit noch viel mehr Steckdosen. :o Das war ein bisschen wie Schlaraffenland. Zu Hause angekommen versuchte ich mehr Informationen zu erhalten. Ich fand heraus, dass dieser Parkplatz 2013 eröffnet wurde. Das Rätsel um die vielen Steckdosen an den PKW Stellplätzen konnte ich jedoch nicht lösen.

Aber Fakt ist, dass ein Parkplatz dieser Größe mit solch einer Elektrifizierung zeitgemäß ausgestattet ist. Mit folgenden Optimierungen wäre er für die E-Mobilität perfekt:
- P+R (kostenlos parken)
- Typ2 statt CEE blau
- 0,30_0,35 € / kWh statt 1,00 € / kWh...
- attraktiveres Bezahlsystem (bei täglichem Gebrauch hat man irgendwann kein Kleingeld mehr)

Schade, dass die momentan aufgerufenen Kosten jegliche Nutzung unattraktiv machen. Das Ding hätte echt Potential. Und dort wäre es auch überhaupt nicht schlimm, wenn man den ganzen Tag stehen bleibt. Mach doch, ich nehme die nächste Steckdose. Ein richtig schöner Destination Parkplatz. 8-) Nachmachen bitte!
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Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon ecopowerprofi » So 3. Sep 2017, 10:14

PowerTower hat geschrieben:
- 0,30_0,35 € / kWh statt 1,00 € / kWh...

Die Installation muss auch irgendwie bezahlt werden. Ich schätze mal ca. 2000 bis 3000 € je Dose. Von nix kommt nix :!:

PowerTower hat geschrieben:
- attraktiveres Bezahlsystem (bei täglichem Gebrauch hat man irgendwann kein Kleingeld mehr)

Die Deutschen stehen auf Bargeld. Ist barrierefrei. Kannst ja jeden morgen Deine zwei Brötchen beim Bäcker mit einem 5€-Schein bezahlen. Kannst dann vom Wechselgeld 4,4 kWh kaufen. Reicht doch bestimmt für die Heimfahrt. :roll:
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Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon PowerTower » So 3. Sep 2017, 10:17

Naja es gilt halt einen Kompromiss zu finden. Bei 1,00 € / kWh werden diese Säulen halt weiterhin so schön frei bleiben, wie auf dem Foto zu sehen. Normalerweise sind diese Geräte auf 0,50 € / kWh eingestellt. Das wäre für einen Touri in Ordnung, aber für tägliche Verwendung ist das noch zu teuer, falls man nicht zu Hause laden kann. Da steigt keiner auf E-Mobilität um.

Letztendlich kann die Installation nur dann bezahlt werden, wenn sie auch in Anspruch genommen wird. Du würdest doch nicht freiwillig für 1,00 € / kWh dort laden? Fairerweise muss man aber auch sagen, dass sich der aktuelle Tarif an den Wohnmobilen orientiert. Dagegen ist ein E-Auto ja schon fast ein Großabnehmer. Ich habe jetzt mal den Betreiber angeschrieben, ob er denn dem Thema prinzipiell offen gegenüber steht. Er bietet Strom an. Viel Strom. Und Elektrofahrzeuge sind dankbare Abnehmer. Da hätten beide Seiten etwas davon.

P.S.: Eine NewMotion Box oder eine wallb-e mit PlugSurfing kosten mit allem drum und dran auch um die 2.000 Euro. Trotzdem verlangt da scheinbar kein Betreiber mehr als 0,40 € / kWh. Die wissen schon warum.
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Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon Karlsson » So 3. Sep 2017, 15:12

Wenn die Kilowattstunde 1€ kostet, bezahlt gar keiner die Infrastruktur, weil keiner sie nutzt.
Ein viel zu hoher Preis ist halt auch betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll. Man muss schon einen Preis finden zu dem es auch eine Nachfrage gibt.
Ist nur blöd wenn das nicht kostendeckend funktioniert, weil dann entsteht auch keine Infrastruktur.
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Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon PowerTower » So 3. Sep 2017, 15:24

Vordergründig ging es mir darum eine Lösung zu zeigen, wie man den Akku in Ruhe aufladen kann, ohne dass die E-Mobilisten sich gegenseitig auf die Füße treten / Stress machen / den Zeigefinger erheben. Natürlich kann man das verbessern, und wer so etwas anno 2017 umsetzt mit der Absicht, dies Elektrofahrzeugen zur Verfügung zu stellen, der wird es auch für gewöhnlich besser machen.

Nur wenn ich dann eben sehe, dass man 2013 an einen Parkplatz 20 Steckdosen geschraubt hat, wenn auch mit einer anderen Absicht dahinter, und alles was bei 2017er Projekten davon übrig bleibt sind 2 auf Hochleistung getrimmte Typ2 Ladepunkte, dann ist doch klar woher das Problem kommt. Gerade für solche Anwendungen bietet sich auch ein Master-Slave-System an. Du hast eine teure Säule mit Intelligenz und die daran angeschlossenen Slaves (Wallboxen/Ladesäulen) sind günstig und ohne eigenes Gehirn, abgesehen vom Ladecontroller.
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Re: Mythos Destination Charging

Beitragvon ecopowerprofi » So 3. Sep 2017, 18:26

PowerTower hat geschrieben:
Eine NewMotion Box oder eine wallb-e mit PlugSurfing kosten mit allem drum und dran auch um die 2.000 Euro.

Den Preis, den ich genannt habe, war incl. infrastrukturanbindung (Erdarbeiten, Fundamente, Säule, Netzanschluss) Die Steckdose selbst ist da nur ein Peanut. Den Münzautomat gibt es auch schon für ein paar hundert Euro. Wenn Du NM Box o.g. nimmst kannst Du den Preis nochmal oben drauf packen. Da Geld von dem Münzautomaten brauchst für die Kommunikationsanbindung.

PowerTower hat geschrieben:
für tägliche Verwendung ist das noch zu teuer

Da steckt das Dilemma der E-Mobilität. An kostendeckende Ladesäulen ist der Strom zu teuer aber wenn der Strom zu teuer ist benutz die keiner. Und wenn keiner die benutzt, dann werden auch keine weiteren aufgestellt.
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