Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon Blueracing » Mi 3. Dez 2014, 13:22

Guten Tag. Ich möchte mich gleich kurz vorstellen: Ich bin ab Samstag stozer Besitzer eines Zoe. Ich hole ihn aus Deutschland, und auf der Planung des Weges von Deutschland nach Österreich, welche auf eigener Achse erfolgt, ist mir eines sofort bewusst geworden: Bei jeder Zapfsäule andere Bedingungen. Andere KW-Anschlüsse, teils keine Typ 2 Anschluss vorhanden, Freischaltung nur mit eigener Karte, mit App, Parkhaus gebührenpflichtig whatever. Sehr mühsam, wenn man weiter fährt und nur mit Planung machbar.

Jetzt schaue ich mir das Netz von Österreich an - ähnliche Situation. Gerade erscheint die Ella Struktur zu entstehen, das Smatronics Netz ist auch zum Teil ausgebaut und in anderen Bundesländern wird's wohl wieder anders aussehen (spreche jetzt von Niederösterreich).

Dann hab ich mir das deutsche Drehstrom-Netzwerk angesehen und gemerkt, wie viele Standorte plötzlich auf "freiwilliger" Basis möglich sind, wenn die Bedingungen einfach und die Anschlussmöglichkeiten greifbar und nahe sind. Daher meine Idee, wozu ich möglichst um Input von technisch versierten Mitgliedern sowie allen Österreichern, die es betrifft, macht:

Warum lassen wir nicht das gute alte Genossenschafts-Prinzip wieder aufleben. In Anlehnung an das Drehstromnetzwerk in Deutschland. Die Durchführung könnte folgende sein, und ich nenne jetzt mal das EINFACHSTE Konzept: Wir (jemand aus dem Forum, der sich technisch besser auskennt als ich) bauen günstige Boxen. Darin enthalten ein Typ 2 Anschluss, Drehstrom und Lichtstrom. Versehen mit einem Sperrschalter. Das ganze gibts auch schon als Kauflösung, aber der Preis ist wesentlich höher, dafür halt geprüft. Jeder kann der Genossenschaft beitreten, zahlt als Genossenschaftsbeitrag einmalig genau diesen Betrag, der der Box im Bau oder Kauf entspricht und stellt diese Box der Allgemeinheit als Aussenanschluss seines Hauses 24 Stunden zur Verfügung. Im Gegenzug bekommt er den Schlüssel für alle anderen Boxen und es könnte somit ein relativ schnell expandierendes, von großen Konzernen unabhängiges Netzwerk von Typ2 Ladestationen entstehen. Niemand könnte uns den Strompreis oder Mitgliedskarten auf globaler Ebene diktieren ausser wir uns selbst. Nun könnte man den Gedanken ausbauen, die Box mit GSM Modul, Drehstromzähler, Chipkarte usw. versehen damit auch wirklich jeder fair abgerechnet wird, aber ich denke das würde am Prinzip der Genossenschaft - dem Wohl der Allgemeinheit - vorbeigehen, denn schließlich bestimmen alle Genossenschaftsmitglieder, wie es mit der Genossenschaft nach Aufbau weiter geht. Ich könnte den kaufmännischen Teil beitragen. Die wesentlichen Vorteile wäre die Unabhängigkeit von großen Konzernen, die schnelle, flächendeckende Versorgung und die zahlreichen "Tankmöglichkeiten". Besitzer einer Photovoltaikanlage könnten hier noch einen zusätzlichen, direkten Beitrag zum Thema Ökostrom leisten, das restliche Netz nutzen ohne selbst wesentliche Folgekosten (Strom) zu haben. Bestehende Besitzer von öffentlich zugänglichen Boxen könnten diese einfach mittels Schlüsselschalter nachrüsten, der Genossenschaftsbeitrag würde gesenkt auf die Kosten des Schlüsselschalters. Nachteile sehe ich im Limit der Stromzufuhr (mehr als 1-2 Typ 2 Anschlüsse/Box werden wohl am normalen Hausstromnetz nicht möglich sein), und die werden vermutlich auch maximal einzeln mit 22 kw oder gemeinsam mit je 11 kw laden können.
Die laufende Erhaltung der Genossenschaft könnte durch einen niedrigen Mitgliedsbeitrag (so 5 oder 10 €/Monat, das beschließt ja dann die Genossenschaft) gewährleistet werden, es fallen ja steuerliche Kosten etc. an und ab und zu wird auch eine Box defekt werden und ausgetauscht gehören. Auch website-Wartung etc. verursacht ja Kosten.

Was haltet ihr von der Idee? Und wer traut sich zu, mit mir solche Boxen zu bauen? Das betriebswirtschaftliche Know How bringe ich mit. Das technische nur soweit, das ich mich ein wenig mit Strom auskenne, aber einen arduino hab ich noch nicht programmiert ;) Ach ja, für alle, die sich mit Genossenschaften nicht so gut auskennen: Jeder Genosse haftet nur mit der Höhe seiner Einlage, also diese Geschäftsform birgt kein Risiko - ausser letzten Endens die Box gekauft zu haben ;).



Ich bitte um eure Gedanken! Danke
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Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon TeeKay » Mi 3. Dez 2014, 13:50

Zwar nicht ganz das, was du dir vorstellst, aber immerhin bin ich schon so weit, dass ich wohl endlich einen kommerziellen Anbieter fand, der die nötigen Wallboxen bauen will und kann:
infrastruktur/43kw-drehstromnetz-2-0-von-und-fuer-zoe-fahrer-t5777.html
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon Tho » Mi 3. Dez 2014, 13:51

Diese Genossenschaftsidee hatte ich bei uns in Deutschland auch schon. Gerade weil ich bei uns im Erzgebirge kaum öffentliche Ladestellen vorfinde. Da wir sowieso schon eine Bürger Energie Genossenschaft betreiben, werde ich versuchen im Rahmen dieser Ladestation(en) in der Gemeinde zu errichten.
Renault Zoe Zen Q210 + Intens R90, S-Pedelec Grace MX,Tesla Model ≡ reserviert
PV, Speicher zu Hause + Bürger Energie Drebach eG http://www.buerger-energie-drebach.de
Wir müssen uns für unseren Wunsch nach Glück nicht rechtfertigen.(Dalai Lama)
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Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon Zoelibat » Mi 3. Dez 2014, 19:22

Nur zur Info: Drehstromnetz.de nimmt auch österreichische Mitglieder. Habe einen Mitgliedsantrag bereits auf meinem Tisch und der muss nur noch von mir ausgefüllt werden.

Also alle die einen Drehstromanschluss haben sollten dort Mitglied werden. Ebenso kann eine Ladebox mit Schlüssel auch von DSN (Drehstromnetz.de) bezogen werden. Drehstromnetz auch in Österreich - weitersagen erlaubt!

Sollte was ähnliches auch wie DSN auch seperat nur für Österreich starten, dann bin ich natürlich auch dabei.

Wir sollten uns unabhängig von den Ladestationsbetreibern machen und uns untereinander vernetzen. DSN hat vorgemacht, dass es funktioniert.
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Näheres hier: https://www.goingelectric.de/forum/renault-zoe-allgemeines/renault-aktion-bring-your-friends-t4960-140.html#p610816
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Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon Marcel_S » Mi 3. Dez 2014, 22:42

Blueracing hat geschrieben:
... Ich bin ab Samstag stozer Besitzer eines Zoe. ... Sehr mühsam, wenn man weiter fährt und nur mit Planung machbar.
Jetzt schaue ich mir das Netz von Österreich an - ähnliche Situation. Gerade erscheint die Ella Struktur zu entstehen, das Smatronics Netz ist auch zum Teil ausgebaut und in anderen Bundesländern wird's wohl wieder anders aussehen (spreche jetzt von Niederösterreich).


Hallo Blueracing,

zuerst einmal Gratulation zum Kauf eines E-Autos.
Ich finde Deine Gedanken zum Aufbau einer Genossenschaft sehr spannend und die Gründe nachvollziehbar. Ich bin aber - wie hier des öftern - ein wenig skeptisch, ob es sich (für Dich und die Allgemeinheit) rentiert. Das aus folgenden Gründen
* die Kosten einer robusten(!) Typ2 Wallbox sind (inkl. Typ B FI) deutlich teurer als eine DSK
* die Vernetzung und das Roaming zwischen den verschiedenen Ladeinfrastrukturanbietern geht in sehr großen Schritten voran
* Nun wird von den EVUs nur noch Typ2 ausgebaut - das heisst, die EVU Schuko/CEE/etc. Boxen werden sicherlich weniger.
* Die Probleme mit zusätzlichen Netzkosten hast Du ja auch selber schon erwähnt.

Ich persönlich würde Dir - falls Du öfters unterwegs bist - die Anschaffung einer mobilen CEE32/Typ 2 Wallbox (mit Typ B FI) nahelegen. Kostenmäßig vergleichbar mit einer vernünftigen Typ2 Wallbox und deutlich flexibler. Dann kannst Du auch die bestehenden DSKs verwenden.
Marcel_S
 

Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon Blueracing » Fr 2. Jan 2015, 15:08

So, ich muss das ganze hier nochmal ausgraben.

Fast wollte ich die Idee mit der Genossenschaftsstruktur schon wieder fallen lassen, aber nach einer erfahrungsreichen Rundfahrt in Niederösterreich sind mir dennoch so viele Hürden aufgefallen, das ich das Thema weiter aufgreife. So viele Ladestationen ausser Betrieb, verparkt, oder jemand hängt einen ganzen Tag am Kabel.

Aktuelle news: eine einheitliche Ladebox für Österreich wird mit Typ2 Anschluss und universellem Schlüsselschalter mit 22 KW zum Preis von 550 Euro, mit 11 KW zum Preis von 530 Euro erhältlich sein. Darin enthalten nicht nur die Dose sondern auch das Typ2 Ladekabel inkl. Stecker und ein arbeitsstromsensitiver FI mit 6 A.

Es kann sein das der Preis noch geringfügig steigt, dafür dann aber auch eine CEE und eine 220V Steckdose enthalten ist. Somit wäre die Box universell einsetzbar, attraktiv auch für andere Fahrer ausser Typ2 UND auch attraktiv fürs deutsche Drehstromkiste-Netz.

Gerade bin ich in Gesprächen mit den Kollegen vom Drehstromnetz, vielleicht können wir uns einigen das wir den gleichen Schlüssel verwenden können.

Für bestehende Besitzer einer Box wird es nur das Schlüsselsystem zum nachrüsten geben, sie brauchen keine zweite Wallbox kaufen.

Alternativ bin ich gerade auf der Suche nach Münz-Schalter Systemen. Von RFID usw. halte ich nicht viel, mag gut sein für öffentliche Ladesäulen, im halböffentlichen bzw. privaten Struktur-Netz, ich denke es ist zu teuer und vor allem zu viel Aufwand. Das Münzsystem hätte den Vorteil, das auch Nicht-Mitglieder der Drehstromkiste bzw. der Genossenschaft laden könnten und für Besitzer einer Photovoltaik-Anlage ein zusätzlicher Anreiz sein, die Anlage wirtschaftlicher zu machen.

PLUS gewisse Grundbedingungen müssen sein: Eine Telefonnummer an der Box, damit man den Besitzer erreicht falls mal kein Saft in der Dose ist oder ein Dauerparker dranhängt.

Für weitere Meinungen und Gedanken bin ich jederzeit offen. Fakt ist: Nehmen wir das Thema nicht selbst in die Hand - für die Industrie ist das Thema zu unwirtschaftlich und uninteressant, und die schnellen öffentlichen Lader werden relativ schnell zu ausgelastet sein. Spätestens wenn in 2 Jahren stärkere Akkus kommen. Ich weiß da was... :mrgreen:
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Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon Twizyflu » Fr 2. Jan 2015, 15:26

http://www.familyofpower.com/

Wäre so meine Idee dazu!
Shop https://www.nic-e.shop | YouTube-Kanal https://www.youtube.com/channel/UC7uzeZzsjUvhpjX1cN4L5ig
01/14 bis 08/15 - ZOE Q210 | 08/15 bis 01/17 - Leaf | 01/17 bis 04/17: ZOE Q90 | seit 04/17: IONIQ Elektro
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Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon Zoelibat » Fr 2. Jan 2015, 16:10

Wäre sofort dabei mit meiner Lademöglichkeit. :thumb:

Ich denke, es ist für jeden interessant, zusätzliche Ladepunkte anfahren zu können. Vor allem in Gegenden, die noch nicht mit vielen E-Tankstellen gesegnet sind.

@Blueracing: Sag Bescheid, wenn du mit irgendetwas Hilfe brauchst. Wäre gerne bereit zu helfen im Rahmen meiner Möglichkeiten.
250-Euro Gutschein für Renault-Neukäufer und Vorführwagen-Käufer!
Näheres hier: https://www.goingelectric.de/forum/renault-zoe-allgemeines/renault-aktion-bring-your-friends-t4960-140.html#p610816
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Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon xado1 » Fr 2. Jan 2015, 16:20

Lebenskunst ist die Fähigkeit, auf etwas Notwendiges zu verzichten, um sich etwas Überflüssiges zu leisten.
Dieselfrei,d.h. frei ,weil ich wieder einen Diesel fahre
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Re: Genossenschafts-Ladestruktur in Österreich?

Beitragvon Blueracing » Fr 2. Jan 2015, 16:30

@ xado1 Danke!!! Hab ich auch gesehen, aber der Preis war zum davonlaufen *gg*
Momentan denke ich eher an den hier, wobei noch ein Zeitrelais dazukommen muss:

http://www.arcadeshop.de/Münztechnik-Münzprüfer-Front-1-EUR_622.html

@ Zoelibat: ich nehm dich beim Wort ! :)

@twizyflu: Tu mir schwer mit der Website, sieht mir sehr unglücklich von der Grafik her aus. Aber ich werde den Herrn aus Kärnten mal anrufen, danke!!! :)

edit: Ich krieg den Link nicht ganz hin, bitte mit copy and paste wer schauen will :)
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