EU-Verordnung „Preisvergleich alternativer Kraftstoffe“

EU-Verordnung „Preisvergleich alternativer Kraftstoffe“

Beitragvon cpeter » Do 29. Mär 2018, 09:29

Um die am besten geeignete Methode für den Vergleich der Preise alternativer Kraftstoffe (gemäß Artikel 7 Absatz 3 der Richtlinie 2014/94/EG) zu ermitteln hat die Europäische Kommission die deutsche Energieagentur (dena) mit einer Studie beauftragt, in der vier Hauptoptionen analysiert wurden (Download unter https://ec.europa.eu/transport/sites/transport/files/2017-01-fuel-price-comparison.pdf).

Die Studie kommt zum Schluss, dass ein „Kraftstoffpreis pro 100 km“ die beste Information für den Verbraucher darstellt. Diese Preisauszeichnung berücksichtigt laut Studie nicht nur den Energieinhalt des Kraftstoffs, sondern auch andere Faktoren pro zurückgelegter Strecke, insbesondere die Energieeffizienz der jeweiligen Technologien in den Fahrzeugen.

Es geht also darum, die Preise von alternativer Fahrzeug-Energie (kein Benzin oder Diesel) pro Fahrtstrecke vergleichbar zu machen, egal ob es um Elektrizität, CNG, Wasserstoff oder um andere Energieformen geht.

In der Vorbegutachtung hat sich Österreich auf EU-Ebene für die „Angabe des Preises für 10 Kilowattstunden (kWh)“ eingesetzt, weil man alle alternativen Energieträger so leicht vergleichen könnte (auch ein kg Wasserstoff könnte man z.B. mit dessen Ernergieinhalt in kWh bewerten). Gleichzeitig müssten Fahrzeugverbrauchsdaten dann auch in kWh/100km publiziert werden. Damit wäre auch die Fahrzeugeffizienz technologieübergreifen für den Konsumenten transparent. Man weiß dann sowohl beim Energielieferanten, ob das ein guter Preis pro kWh ist und andererseits ist dann auch klar und transparent, welche Fahrzeugtechnologie die Energie effizient auf die Straße bringt.

Österreich ist auf europäischer Ebene allerdings der einzige Mitgliedsstaat, der diese Methode präferiert.
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Beitragvon yadiori » Do 29. Mär 2018, 09:45

"Preis pro 100km" macht es dem Konsumenten beim Vergleich etwas leichter. Es geht ja letztlich um diese beiden Alternativen (Zahlen sind nur grobe Größenordnung und beziehen sich tendenziell auf die deutschen Preise):

Österreich hat geschrieben:
Preis pro 10kWh Benzin: Circa 1,30€
Preis pro 10kWh Strom: Circa 2,50€
Preis pro 10kWh Wasserstoff: Circa 3€

Dazu dann noch der Verbrauch in kWh pro 100km des Fahrzeugs.

-> Da ist erstmal eine größere Zahl beim Strom und somit wirkt es bei einem kurzen Blick (oder trübem Verstand) abschreckend.

EU hat geschrieben:
Preis pro 100km Benzin: Circa 8,50€
Preis pro 100km Strom: Circa 5€
Preis pro 100km Wasserstoff: Circa 10€

-> Das sieht doch gleich besser aus. :-)

Warum man aber immer darauf besteht, die Dinge "pro 100km" oder "pro 10kWh" anzugeben ist mir nicht klar. Warum nicht pro km und pro kWh? Nur weil in 1 Liter Benzin/Diesel ungefähr 10 kWh sind? Auch beim Verbrauch finde ich "200Wh/km" eigentlich angenehmer als "20kWh/100km" – ist doch echt umständlich.
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Re: EU-Verordnung „Preisvergleich alternativer Kraftstoffe“

Beitragvon cpeter » Do 29. Mär 2018, 09:56

@yadiori: Prinzipiell gebe ich dir recht, als Technologievergleich macht ein Gesamtpreis pro km am meisten Sinn.

Aber was verrechnest du dann bei der Tankstelle/Ladesäule? Geladene/getankte „ungefähre zusätzliche Normreichweite“? Das ist ja dann sowohl vom jeweiligen Fahrzeug als auch vom Fahrstil, Gelände, Wetter, etc. abhängig.
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Re: EU-Verordnung „Preisvergleich alternativer Kraftstoffe“

Beitragvon EVduck » Do 29. Mär 2018, 10:00

Ich fände es noch besser, wenn der Kehrwert angegeben würde: km/€, denn das ist es doch was eigendlich interessiert...

Benzin 11,8km/€
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Re: EU-Verordnung „Preisvergleich alternativer Kraftstoffe“

Beitragvon yadiori » Do 29. Mär 2018, 10:03

Ich habe die Studie nicht angeschaut und ging daher davon aus, dass diese Angabe nur zum Vergleich (etwa auf einem Energielabel) mit anderen Antriebsarten eines Fahrzeugs dienen soll, damit man eine Kaufentscheidung treffen kann. Falls es als Angabe bei Tankstellen/Ladesäulen gedacht ist so halte ich es für eine furchtbare Idee, kann mir aber nicht vorstellen, dass es der EU/Österreich tatsächlich darum geht! :mrgreen:

Ein Problem wird auch sein, dass die Preise (vielleicht mit Ausnahme von Wasserstoff) schwanken, vor allem natürlich für Benzin und Diesel. 6 Monate nach Anfertigung eines Energielabels o.ä. sind die Daten daher vielleicht schon wieder falsch. Die Kosten für Strom scheinen in Deutschland auch regional recht unterschiedlich zu sein, ich lese immer von Leuten, die 30 Cent pro kWh zahlen, dabei zahle ich aktuell nur 20,64 Cent.
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Re: EU-Verordnung „Preisvergleich alternativer Kraftstoffe“

Beitragvon Priusfahrer » Do 29. Mär 2018, 10:11

Egal wie rum man es angibt. Es wird deutlich, dass Wasserstoff die höchsten Kraftstoffkosten verursacht. Um so unverständlicher warum dieser immer noch als Zukunftsalternative angepriesen wird und Fördergelder verschwendet werden. Selbst wenn sich die Effizienz noch verdoppeln sollte, was ich mir nicht vorstellen kann, wäre er immer noch deutlich teurer wie Strom.
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