E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppchen

Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon EVplus » Di 10. Dez 2013, 10:23

Spüli hat geschrieben:
Auch finde ich die 22kW-Dosen an der Autobahn auch nicht so notwendig. Zur Zeit fehlt es einfach an einer guten Steckdosen-Verteilung in der Fläche. Daher gehören die Dosen in die Ortschaften mit guter Verkehrsanbindung. Da können Sie dann von Mutti zum Einkaufen und gleichzeitig vom Durchreisenden genutzt werden. Denn machen wir uns nichts vor, die großen Langsteckenfahren werden nicht mit Typ2-22kW absolviert.


Dieser Auffassung muss ich vehement widersprechen !!

Was ist denn eine Langstrecke ? Wenn ich zum Skifahren von Flensburg nach Engelberg in Schweiz mit meinem E-Auto (oder Stinker ) möchte , dann ich das bequemste der Autoreisezug. Dann habe ich weder den ewig verstopften Elbtunnel noch die Baustellen auf der A7 noch den Einreisestau an der A5 CH/DE Grenze. ( Wobei ich in Flensburg wohnend eher nach Norwegen zum Skifahren gehen würde...)

Fahre ich jedoch von Basel nach Baden-Baden ( Mittelstrecke ca. 170 km ) mit der Hoffnung im Casino das Geld für ein MS zu gewinnen, dann wären Ladestationen direkt an der Autobahn sehr zu begrüßen. Auch mit einem E-Auto ist das bequem ( auch zeitlich ) zu schaffen. Wenn man erst einmal 30 Minuten verbringt um überhaupt die Ladesäule in irgendeiner Ortschaft zu finden ist das im alltäglichen Leben "Käse".

An gut zugänglichen / frequentierten Standorten in den Ortschaften sind die Ladesäulen fast immer von parkierenden Fahrzeugen ( egal ob Stinker oder E-Auto ) belegt um halt dort zu parken. Im direkten "Dunstkreis" d.h. halbe Reichweite des E-Autos muss ja niemand " wirklich " laden um weiterzukommen.

Und gerade bei längeren Strecken ist die Einsparung fossiler Brennstoffe ( absolut gesehen zur Fahrzeit ) am Größten.
Anstatt 10 Liter Benzin für diese Strecke mit einem schon recht sparsamen Verbrenner zu verbrauchen, ist dies mit einem (AC) schnelladendem E-Auto wie z.B. Smart Ed / Renault ZOE auch jetzt im Winter problemlos möglich.

Sorgenfrei wären solche und auch längere Strecken mit einem zuverlässigem AC/DC Schnell-Ladesäulennetz an den existierenden Autobahnraststätten.

Da aber die Autobahnraststätten an verschiedene Betreiber "verschachert" sind wird es wohl noch lange dauern bis sich da etwas in Bewegung setzt.

Auf die Ladesäule vor dem Rathaus in der Heimatgemeinde kann ich gerne verzichten.... na ja, die wurde vor drei Jahren vorausschauend ersatzlos abgebaut... :ironie: da sie angeblich sowieso von niemandem benutzt wurde.
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon Spüli » Di 10. Dez 2013, 11:05

EVplus hat geschrieben:
Sorgenfrei wären solche und auch längere Strecken mit einem zuverlässigem AC/DC Schnell-Ladesäulennetz an den existierenden Autobahnraststätten.

Mit der Ladesäule an der Raststädte sperrst Du aber alle lokalen Fahrer aus. Zumal mußt Du dann jede Fahrtrichtung separat bestücken. Das kann man in meinen Augen mal angehen, wenn die Probleme in der Fläche gelöst sind. Die Rasthöfe machen da schon viel eher Sinn, da sie sowohl von der Autobahn als auch der Landstraße gut zu erreichen sind.

Kannst ja mal versuchen jemanden in Stendal oder Perleberg von der E-Mobilität zu überzeugen. Wird mit Stationen an der Autobahn jedenfalls nicht gelingen.

Gerade weil noch viele Stationen fehlen, müssen wir wenigstens einen Standart haben bzw. universell sein. Da helfen SC-Sonderlösungen keinem. In den Niederlanden gefällt mir das besser.
Gruß Ingo
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon lingley » Di 10. Dez 2013, 11:10

Genau ... EVplus
Und wenn man auf die Säule am Rathaus angewiesen ist, steht mittlerweile ein kommunales E-Fz vor der Ladestation, da ja der Strom noch für Lau aus der Säule tröpfelt und parkt den einzigen Stellplatz am Wochenende zu :evil:
Beispiel ?
... Amöneburg !!!
Lingley hat zum Glück im Hinterhof einer Gaststätte laden können. .. hoch lebe CEE32 !!!
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon Guy » Di 10. Dez 2013, 11:42

zitic hat geschrieben:
135kW ist mit CCS nicht möglich?

Theoretisch schon, bei den heute in E-Autos üblichen Batteriespannung jedoch nicht. Soweit ich weiß. liegt das Limit bei 200 Ampere und 850 Volt. In Fahrzeugen kommen jedoch meistens Batterien mit 350 - 400 Volt zum Einsatz. Damit wäre das Limit bei 70 - 80 kW, da nicht mehr als 200 A durch den Stecker können.

Würden alle auf einen Standard setzen, wäre das natürlich sehr zu begrüßen. Allerdings habe ich bei der deutschen Automobilindustrie das Gefühl, dass man gerne so lange an Standards herumfeilt, bis diese fast obsolet sind. Wenn man sich mal ansieht, wo E-Autos vor fünf Jahren waren, dürfte jedem klar sein, dass die 50 kW, die CHAdeMO und CCS heute bieten, schon in wenigen Jahren zu wenig sind.

Da finde ich es nur recht, dass sich Tesla seinen eigenen Standard bastelt, weil er eben mehr kann als CHAdeMO und CCS. Die Basis ist ohnehin dieselbe, alle machen aus Wechselstrom Gleichstrom und unterschieden sich nur im Stecker und der Kommunikation. Steht so eine Gleichstromsäule erst mal, ist es kein großes Ding sie auf einen anderen Standard umrüsten.
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon zitic » Di 10. Dez 2013, 13:25

Doppelpost
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon zitic » Di 10. Dez 2013, 13:26

Efan hat geschrieben:
Das macht mich ganz traurig, daß die Niederlande es soviel besser machen als Deutschland.

Was soll der ganze Sermon da über mir mit CCS contra Chademo, guck nach Holland, da werden keine 200 CCS gebaut sondern CCS/Chademo/Typ2, und das ganze aus einer Hand mit einem Abrechnungssystem.

Ja, schade dass du den vermeintlichen Sermon(was predige ich denn bitte?) dann nicht gelesen hast. Nehme da ja nun auch drauf Bezug. Und wo habe ich geschrieben, dass die CCS-only sind? Wo schreibe ich was CCS vs. Chademo? ... :roll:
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon Efan » Di 10. Dez 2013, 14:08

zitic hat geschrieben:
... Letztlich läuft es langfristig auf CCS hinaus. Die Chademofraktion will aber möglichst lange Übergangsfristen, ...


Das nenne ich "Predigt" und dazu unterstellst du damit, daß das Rennen schon beendet wäre.

Dabei zeigt Holland, wie es "richtig" geht, da geht es nämlich nicht um ein Gegeneinander von Standards sondern sie bauen einfach das, was zur Zeit überhaupt genutzt werden kann. Aber hier in Deutschland wollte BMW durch die Einführung eines neuen Standards keineswegs die Elektromobilität fördern sondern seine Konkurrenz behindern.

BWM hätte ja auch einfach Chademo in seine Fahrzeuge einbauen können, so wie sie es mit ihren japanischen i3 auch tatsächlich tun.
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon stromer » Di 10. Dez 2013, 15:01

Spüli hat geschrieben:
Zur Zeit kocht aber auch Tesla sein eigens Süppchen. Also wieder mal eine Infrastruktur, die nur der eigenen Marke vorbehalten ist. Es wäre sicher eine Kleinigkeit gewesen, neben den SuperChargern noch eine 22/43kW-Säule zu stellen. Von daher sollte man diese SC aus gar nicht in die Tankstellenverzeichnisse aufnehmen. Kann eh keiner was mit anfangen. Diejenigen die es nutzen können, habes es eh im Navi drin.

Auch finde ich die 22kW-Dosen an der Autobahn auch nicht so notwendig. Zur Zeit fehlt es einfach an einer guten Steckdosen-Verteilung in der Fläche. Daher gehören die Dosen in die Ortschaften mit guter Verkehrsanbindung. Da können Sie dann von Mutti zum Einkaufen und gleichzeitig vom Durchreisenden genutzt werden. Denn machen wir uns nichts vor, die großen Langsteckenfahren werden nicht mit Typ2-22kW absolviert. Zum Einen weil die Autos dafür nicht gemacht sind, zum anderen weil die Verbräuche respektive Ladezeiten zu lang sind.


Wenn ich deinen Text hier so lese vermute ich mal, daß du kein Elektroauto besitzt.
Mein erstes Elektroauto war ein Nissan Leaf. Obwohl die Infrastruktur bei uns relativ gut ist, habe ich 2 Jahre lang zu 99 % zu Hause geladen. Mit dem Kauf des Zoe hat sich auch meine Fahrweise geändert und ich fahre nun auch weitere Strecken. Die örtlichen Ladestationen benutze ich nun öfters, aber nicht in meinem Umfeld, sodern eher am Zielort. Leider befinden sie sich nicht dort wo sie eigentlich notwendig wären, nämlich an den Autobahnen und Schnellstraßen. Aber du hast recht, 22 kW-Ladesäulen an Autobahnen braucht kein Mensch..... 43 kW sollten es schon sein. Mutti ist sicher nicht auf das Laden während des Einkaufens angewiesen und der Durchreisende scheitert an der, für den jeweiligen Ort benötigten Ladekarte.

Nehmen wir mal als Beispiel eine Fahrt von Offenburg nach Frankfurt. Das sind etwa 200 km. Spätestens in Heidelberg müsste ich kurz für 20 Minuten an eine Raststätte an 43 KW laden, Das heißt, in Summe wäre ich nicht viel länger unterwegs, als mit einem Verbrenner. Da aber an der Autobahn keine Schnellladesäule steht, muß ich einen Umweg in die Innenstadt von Heidelberg in Kauf nehmen und vermutlich von einer zugeparkten Ladesäule zur anderen fahren. Unnötig verfahrenen Kilometer, die mich zusätzliche Ladezeit kosten und langsamere Ladung, da ist sehr schnell mal mindestens eine Stunde oder länger verbraten.
Zuletzt geändert von stromer am Di 10. Dez 2013, 15:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon stromer » Di 10. Dez 2013, 15:09

lingley hat geschrieben:
Genau ... EVplus
Und wenn man auf die Säule am Rathaus angewiesen ist, steht mittlerweile ein kommunales E-Fz vor der Ladestation, da ja der Strom noch für Lau aus der Säule tröpfelt und parkt den einzigen Stellplatz am Wochenende zu :evil:
Beispiel ?
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Das mit den kommunalen Fahrzeugen an den Ladesäulen liegt absolut im Trend. Man will damit beweisen, daß die Elektromobilität in der jeweiligen Stadt angekommen ist. Baden-Baden ist so ein Beispiel. Da steht in der Innenstadt ständig ein Fluence der Stadtwerke an einer Ladesäule in bester Citylage. Selbst wenn der 2. Parkplatz nicht durch einen Verbrenner belegt ist, kann dort nicht geladen werden, da der 2. Anschluß eine Typ3-Steckdose hat.
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon zitic » Di 10. Dez 2013, 15:12

Ok, wenn das schon Predigt ist... Das ist nur Mutmaßung wie es läuft. Sorry, mir fehlt wohl so ein wenig die Emotionalität und das Black and White um mich zu Predigten auf zu schwingen. Ich wollte dir oder jemand anderem den CHAdeMO nicht madig machen. Nichts liegt mir ferner. Vielleicht läuft es doch auf CHAdeMO hinaus. Mal schauen. Wie sieht es denn mit der Weiterentwicklung der Spezifikation >62,5 kW aus?
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