E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppchen

Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon agentsmith1612 » Mo 9. Dez 2013, 21:57

Man kann das gerne sehen wie man möchte aber, erst wurde beschlossen Typ2 für die ganze EU. Der konnte sowohl AC 1-2 Phasig als auch DC.
Genutz wird fast ausschließlich die AC Schiene das einzige der annähernd das volle Potenzial vom Typ2 Stecker aussnutzt ist der ZOE dank 43 kW.
Dann wurde wieso auch immer beschlossen für DC Ladung reicht Typ2 nicht also brauchen wir CCS.
Die Japaner machen ja sowieso alles anders und setzen auf einen geschlossenen Standard Chademo. Dazu noch der US Stecker Typ2.

Tesla sind die einzigen die die DC Spezifikation von Typ2 erkannt haben und sogar modifiziert haben für ihre Zwecke. Zudem ist Tesla auch der einzige der an die Region angepasste Ladelösungen sowohl Stecker-seitig als auch Lade-seitig anpasst und zwar den regionalen Gegebenheiten. Wir haben hier in EU Drehstrom also kann ein Tesla Drehstom laden. Wir haben hier alle Typ2 also wird sogar der Supercharger auf Typ2 angepasst.

Zwar könnten sich alle Hersteller einigen werden sie aber nicht, höchsten für jeden Kontinent wird es eine Einigung geben ob die Hersteller dann aber Fahrzeuge anpassen ist die ander Frage.
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon ZoePionierin » Mo 9. Dez 2013, 22:09

Protektionismus war auf Dauer gesehen selten eine gute Idee...
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon zitic » Mo 9. Dez 2013, 22:15

Die Nutzung der SC für alle oder ein ähnliches Vorgehen anderer Hersteller ist sicherlich ein feuchter EVristi-Traum, aber sicherlich eher unrealistisch und auch sachlich betrachtet nicht so ein "einfaches Muss". Sehen wir uns doch einfach mal rational die Standpunkte an:

Für Tesla sind die paar SC ein wichtiges Verkaufsargument und der Aufwand übersichtlich. Der Wert ist fundamental.

Die anderen Hersteller, speziell BMW und VW, setzen mit den kleinen Akkus auf Stadtautos. So wird dann auch verkauft. Selbst mit einem entsprechend engmaschigen Schnelladernetz wäre das immer noch normalen Nutzer Quälkram auf Langstrecke. Weiterhin müsste das Netz essentiell feinmaschiger sein. Alles keine wirklichen Vorteile für die Hersteller. Wer ist langstreckentauglich? Model S allein. Also würden sich ausschließlich die Model S-Fahrer darüber als zusätzlichen Benefit freuen. Warum sollten die Hersteller das machen? Selbst wenn der Hersteller da z.B. "BMW-only" draufschreibt, wäre das nur Negativ-PR. Und wie gesagt, mit dem i3 kann man es auch nicht vernünftig nutzen. Allein das A9-Projekt: Welcher Ottonormalverbaucher für sich das geben die Strecke zu fahren und entsprechend zu laden? Ich spreche nicht von den Enthusiasten, die sich hier im Forum tummeln.

Zur Kooperation: Tesla sagt, dass man auch andere in ihr SC-Netz an Bord holen würde, wenn sie auch die 120-135kW-Ladung unterstützen. Also alles Lippenbekenntisse. Was ich aber null verwerflich finde! Wenn sie das aufbauen, sollen sie davon auch profitieren. Finanziell ist das zu schultern. Vorteil einer Kooperation für Tesla geht gegen Null. Andersherum auch ist das genauso.

Das ganze sind Wunschträume. Lösungen können nur im großen Rahmen (alle Hersteller - UK) oder von entsprechenden Service-Anbietern(NIederlande - aber wohl finanziell relativ uninteressant in D) ausgehen. Wenn die Regierung da was macht, wäre das natürlich wünschenswert(aber utopisch?). Finanzierung der Hardware für 150 DC-Schnellladestationen an Raststätten mit je z.B. 4 Ladesäulen/8 Parkplätzen(analog Tesla). Aufbau zahlt Betreiber(oder andersherum). Nur als Beispiel. So viel Geld müsste da nicht in die Hand genommen werden. Standardisierte Hardware im Ankauf für 600 Ladesäulen... Vielleicht sollte der Bund da doch außen vor gelassen werden. Das treibt nur den Preis ;)

@agentsmith1612: Da wird es eine Einigung geben. Letztlich läuft es langfristig auf CCS hinaus. Die Chademofraktion will aber möglichst lange Übergangsfristen, damit sich ihre Autos morgen noch verkaufen lassen. CCS-Stecker rein statt Chademo ist kein großer Aufwand. Selbst nachrüsten, sollte kein Ding der Unmöglichkeit sein(wollen sie aber natürlich nicht bezahlen). Warum darauf hier unbedingt bestehen? Tesla ist ohnehin flexibel. CCS eigentlich auch sehr praktisch. 135 bringen sie über Typ 2-modifiziert. Wenn man dann CCS-Stecker unterstützt, hat man aus dem Stegreif schon mal Potential für 135+170kW theo.. Besser kann es für sie fast nicht laufen. Chademo macht da mehr Stress....
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon Eberhard » Mo 9. Dez 2013, 23:41

Der allergrößte Unfug wäre allerdings den Aufbau einer Infrastruktur überhaupt zu verhindern oder nich schlimmer, nur eine solchige zuzulassen, die völlig am Bedarf und der Notwendigkeit vorbeigeht.
Tesla nutzt hier den europäischen standard Typ2, in einer Leistungsklasse von 135kW, die selbst vom CCS nicht abgedeckt wird.
Ginge es nach der Geschwindigkeit zur Umsetzung von Standards, könnte selbst in 10Jahren kein Model S mit 135kW an einem Standard-Supercharger laden.
Der CCS wurde nur aus einer Verzögerungstaktik heraus von deutschen Herstellern verabschiedet, von den wirklichen dringlichen wunsch der sofortigen Umsetzung. Das darf dann ruhig in den nächsten Jahren angegangen werden.
Da hatte einfach keiner damit gerechnet, das jemand wad tut.

lg

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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon zitic » Di 10. Dez 2013, 00:38

135kW ist mit CCS nicht möglich? Wie kommst du darauf? Technischer Stand ist 170 kW. Der Bedarf ist halt noch nicht da.

Proprietäre Technik auf Basis des Typ 2 (mit entsprechenden Anpassungen) kann man auch nicht mit einem allgemeinen Standard vergleichen. Da muss man immer viele Kompromisse machen, damit die Vielzahl der Anwender zufriedengestellt ist. Siehe allein die Probleme Typ 2 vs. Typ 3. 1.000 verschiedene Wünsche und Interessen sind zu berücksichtigen. Wenn man dann einen modifizierten Lader für das eigene Modell entwickelt, hat man ganz andere Freiheiten. Solche Dinge kennt man ja nun aus allen Branchen.

Und welche Infrastruktur wird denn jetzt verhindert? Tesla baut siene SC. Ist froh sie als Alleinstellungsmerkmal zu haben. Wie schon gesagt, beiderseits ist das Interesse, dass andere an den SC laden sehr, sehr begrenzt. Tesla lebt gut mit Typ2. Tesla wird gut mit CCS leben. In den Niederlanden werden 200 CCS-Stellen aufgebaut(neben anderen Standards). In UK viele.

Natürlich ist die Situation in D noch sehr unbefriedigend. Wie gesagt haben die Hersteller auch rein rational kein großes Interesse für alle ein Netz allein aufzubauen. Was wir brauchen, wäre wohl eine größere Kooperation.

Damit man nicht von den bösen deutschen Herstellern abhängig ist: Wie wäre vielleicht eine Genossenschaft für entsprechende Schnellladestationen? Fokus erstmal auf z.B. Nord-Süd(A7?) Ost-West(A2?) Achsen? Kooperation mit Raststätten(Beteiligung an Aufbau zur Attraktivitätssteigerung + z.B. Sanifair-artige Gutscheine für Verkostung, dafür x kWh free). Ausrichtung an den wahren Bedarfen der EVristi. Evtl. Zusammenarbeit mit willigen Herstellern um Kosten besser zu verteilen. Tesla mit ins Boot? Haben mutmaßlich einen recht unkonventionellen, günsitgen Weg gefunden. Weitere Kunden für deren 10kW-Lader(die auch in den SC eingesetzt werden) + entsprechende Elektronik für Chademo + CCS. Abrechnung möglichst Kundenfreundlich (evtl. Kooperation mit ladenetz.de o.ä.). Werbemöglichkeiten an den Ladestationen.... Man wird sicherlich einige kreative Ideen brauchen, dass sich das lohnt (+/- Null). Aber wenn man damit die Elektromobilität besser voranbringt...
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon Efan » Di 10. Dez 2013, 07:36

ZoePionierin hat geschrieben:



Das macht mich ganz traurig, daß die Niederlande es soviel besser machen als Deutschland.

Was soll der ganze Sermon da über mir mit CCS contra Chademo, guck nach Holland, da werden keine 200 CCS gebaut sondern CCS/Chademo/Typ2, und das ganze aus einer Hand mit einem Abrechnungssystem.

Genau SO wird es richtig gemacht, auch die Auslosung, wer es denn machen darf. Ist wie bei den Mobilfunklizenzen, die versteigert wurden. Und was nicht paßt, wird durch Gesetzesänderung eben passend gemacht.

Hier in Deutschland ist es mir mittlerweile völlig klar: Man möchte keine Elektroautos, wir müssen erst warten, bis unsere deutsche Automobilindustrie pleite geht, weil sie keine Autos mehr in andere Länder exportieren darf, dank DEREN Umweltgesetzen.
Seine Exzellenz Efan, Botschafter vom Leaf ;-) 12.09.2013

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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon agentsmith1612 » Di 10. Dez 2013, 07:40

Irgendwie erinnert mich das ganze an VHS vs. Video 2000 oder Blueray gegen HD-DVD.

Mit dem Unterschied dass wir werder viele Abspielgeräte noch viele Datenträger haben.

Und leider hat sich ja nicht immer das technisch bessere durchgesetzt sondern das wo die größten Firmen hinterstehen.

Vielleicht hatte es bei Tesla ja nicht nur technisch Gründe sondern auch Gründe des Designs auf Typ2 zu setzen, denn die Ladeklappe beim Model S ist sehr klein, Typ2 hat da so eben noch eingepasst, die ganzen Chademo oder CCS Stecker sind dafür viel zu groß gewesen.
Jedoch gibts von Tesla ja eigentlich für alles einen Adapater, für CCS aber noch nicht, oder?

Andere Hersteller sind da ja schon auf der Ladeseite ziemlich beschränkt. i3 nur 3,7 kW AC, bzw. 7,4 kW, Zoe zwar 43kW AC aber gar kein DC.

Aber wie hier schon gesagt wurde, so lange die Reichweiten alle unter 200 km bleiben sind das alles Zweitwagen und Stadtfahrzeuge, bei denen die Schnellladung eher nicht von Nöten ist.
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon ZoePionierin » Di 10. Dez 2013, 08:16

agentsmith1612 hat geschrieben:
Aber wie hier schon gesagt wurde, so lange die Reichweiten alle unter 200 km bleiben sind das alles Zweitwagen und Stadtfahrzeuge, bei denen die Schnellladung eher nicht von Nöten ist.


Das hast du jetzt einfach mal so final entschieden? Das ist mit Verlaub Quark mit Sauce. Wie kommst du auf so einen gequirrlten Mist?
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon Robert » Di 10. Dez 2013, 08:19

Da lobe ich mir Renault. Die machen Werbung für die 43kw Schnellladung und besitzen selbst keine einzige Station ! Ein öffentlicher 43kw Lader ? Im Umkreis von 200 km nicht vorhanden. Tolles Konzept. Diesbezüglich werde ich euch noch mit toller Korrespondenz zu unterhalten wissen.

Tesla macht es meiner Meinung nach richtig. Ein Lückenschluss im ganzen Bundesgebiet. (Mit der Reichweite ja auch wesentlich leichter umzusetzen) So wie ich jetzt mein Geld Renault gegeben habe und dafür als Betatester fungieren darf, werde ich in Hausnummer 5 Jahren auf Tesla setzen.
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: E-Auto-Schnelllader: Und jeder kocht sein eigenes Süppch

Beitragvon Spüli » Di 10. Dez 2013, 09:30

Zur Zeit kocht aber auch Tesla sein eigens Süppchen. Also wieder mal eine Infrastruktur, die nur der eigenen Marke vorbehalten ist. Es wäre sicher eine Kleinigkeit gewesen, neben den SuperChargern noch eine 22/43kW-Säule zu stellen. Von daher sollte man diese SC aus gar nicht in die Tankstellenverzeichnisse aufnehmen. Kann eh keiner was mit anfangen. Diejenigen die es nutzen können, habes es eh im Navi drin.

Auch finde ich die 22kW-Dosen an der Autobahn auch nicht so notwendig. Zur Zeit fehlt es einfach an einer guten Steckdosen-Verteilung in der Fläche. Daher gehören die Dosen in die Ortschaften mit guter Verkehrsanbindung. Da können Sie dann von Mutti zum Einkaufen und gleichzeitig vom Durchreisenden genutzt werden. Denn machen wir uns nichts vor, die großen Langsteckenfahren werden nicht mit Typ2-22kW absolviert. Zum Einen weil die Autos dafür nicht gemacht sind, zum anderen weil die Verbräuche respektive Ladezeiten zu lang sind.
Gruß Ingo
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