T&R: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon TeeKay » Di 2. Dez 2014, 18:53

Ob mehrere Autos gleichzeitig laden können, hängt vom Säulenmodell und der Netzanbindung ab. Beim aktuellen Autobestand ist es sehr unwahrscheinlich, dass zwei Autos gleichzeitig laden wollen. Zwei Lader haben eher Redundanzvorteile - es ist unwahrscheinlich, dass zwei gleichzeitig kaputt gehen.

Wenn die Netzanbindung ausreichend stark dimensioniert ist, kann zumindest ein Auto an AC und eines an DC gleichzeitig laden. Zwei Autos mit Gleichstrom laden, geht bei den aktuellen Säulen nicht. ABB hatte einen Chademo mit 100kW Leistung, der zwei Autos gleichzeitig mit je 50kW laden konnte. Die wurden aber offenbar so selten nachgefragt, dass sie jetzt nur noch 50kW-Säulen bauen.
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon win_mobil » Di 2. Dez 2014, 19:03

..mag ja sein, das es derzeit selten vorkommt, das 2 Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden. Aber werden solche Säulen nicht zukunftsorientiert geplant? Ich denke 2020 sind 1 Mio geplant! :?
Gruß Win
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon TeeKay » Di 2. Dez 2014, 19:05

2020 kannst du ja kommen, ein Loch graben, dort ein Fertigfundament reinheben und 5min später den zweiten Schnelllader festschrauben. Anschließend kommt der ABB-Techniker und nach einem Tag hast du 2 Lader dort stehen. Du must nur 2015 darauf achten, dass das neu gelegte Kabel in der Erde dick genug ist. Dass diese Regierung irgendwas vernünftiges schon heute macht (z.B. redundante Lader bauen) - daran habe ich den Glauben verloren.
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon TimoS. » Di 2. Dez 2014, 19:10

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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon JuergenII » Di 2. Dez 2014, 19:58

win_mobil,

Du hast den Finger genau in die Wunde gelegt, die heutige E-Mobillisten noch ignorieren. Unsere Autobahnen haben teilweise Auslastungen pro Tag von über 100.000 Fahrzeugen. 50.000 sind fast schon normal.

Um selbst nur 50% E-Fahrzeuge zu versorgen bräuchten wir riesige Flächen mit Hochleistungsladern á la Tesla. Gehen wir mal von einer regelmäßigen Auslastung über 24 Stunden aus, könnten heute max. 36 Fahrzeuge theoretisch an einer Station innerhalb von 24 Stunden laden (Ladevorgang rund 40 Minuten). Da aber die Auslastung in der Nacht relativ gering sein wird, konzentriert sich der Ladevorgang auf 10 bis 15 Stunden am Tag. Somit schafft ein Ladepunkt mit Glück 20 Ladevorgänge.

Und jetzt stell Dir mal die Urlaubszeit vor, bei denen die Fahrzeuge an manchen Tankstellen bis fast auf die Autobahn stehen. Das wird mit heutiger Akkutechnik - selbst bei Verdreifachung der Dichte - kaum zu stemmen sein. Da müssen andere Technologien her. Entweder Elektrolytaustausch, Brennstoffzelle, Wechselakku oder Hochleistungsakkus, die innerhalb weniger Minuten nachgeladen werden können. Nur eins ist sicher, die heute aufgestellten DC Lader - sofern sie nicht auf Tesla Niveau gebracht werden können - sind bald ein Relikt aus den Anfangstagen der E-Mobilität.

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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon tom » Di 2. Dez 2014, 20:28

@JürgenII: Ich glaube nicht, dass man das so rechnen kann. Auf der Autobahn wird ja nur so viel getankt, weil die Verbrenner nicht zuhause tanken können. Würden alle Fahrzeuge die man auf der Autobahn so sieht, jeden Morgen mit vollem Tank starten, so wären die Tankstellen bestimmt nur zum einem Bruchteil von heute ausgelastet. Wenn die Akkutechnik also sagen wir dereinst einmal 500 km mit Pendlerautos ermöglichen wird, dann wird nur laden müssen, wer am Tag tatsächlich mehr als 500 km fährt. Und ich bin sicher, das sind auch heute sehr sehr wenige.

Gruss Thomas
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon Fluencemobil » Di 2. Dez 2014, 20:29

Hallo Jürgen,
So eine ähnlich Berechnung hatten wir hier schon mal.
Bei 40 Millionen Autos wären 1Million 2,5%. Und die Mehrzahl davon werden Hybridautos sein. :(

Wenn wir jetzt warten bis uns jemand 8 schnelllader an jeden Parkplatz der Autobahn stellt, werden wir es wohl nicht mehr erleben. Besser jetzt 1 Triplelader an jedem Parkplatz, als gar keinen. Und wenn der ausgelastet ist, muss man halt in Teslabaugeschwindigkeit (sollte man beim Duden anmelden ;) ) neue Säulen daneben setzen.
Evt. weiss hier jemand wie viele Schnelllader man mit 1 Windrad (was man gleich neben die Raststaette bzw. den Autohof setzt, um die Netze zu schonen) versorgen kann.
Frage nicht was Berlin für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst. ;)
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon TeeKay » Di 2. Dez 2014, 20:32

Erstens das. Zweitens kann man nicht nur an den Autobahntankstellen Ladesäulen aufstellen, sondern auch an jeder Abfahrt und jedem Parkplatz. Und drittens stehen die Leute ja nicht nur an der Tankstelle, sondern auch vor dem McDonalds. In Summe kommen da dann auch schnell 20min zusammen, obwohl nur schnell mal auf der Toilette war. Bislang war es an den Schnellladern in Berlin immer so, dass ich länger im McDonalds war, als das Auto lud.
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon kai » Di 2. Dez 2014, 20:47

TeeKay hat geschrieben:
kai hat geschrieben:
400x 43kwAC und 50kw DC CCS

Moment, da werden nur >22kW AC gefördert. Per Software auf 22,01kW limitierte Ausgänge erfüllen die Forderung also vollumfänglich. Reicht ja auch. Mein Lieblingszitat von praktisch allen gefragten Wallbox- und Infrastrukturanbietern: "Schneller kann doch eh nur ein Auto laden".


Oh, das ist aber gemein.
Immerhin kann das eine Auto es serienmäßig, wo KEIN anderes serienmäßig CCS kann :)

Mengenmäßig sind aktuell bestimmt mehr potentielle 43kw AC lader als CCS Lader in Deutschland unterwegs...

Gruß

Kai
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon JuergenII » Di 2. Dez 2014, 21:27

Fluencemobil hat geschrieben:
Wenn wir jetzt warten bis uns jemand 8 schnelllader an jeden Parkplatz der Autobahn stellt, werden wir es wohl nicht mehr erleben.

Das ist ja nicht der Punkt. Heute reichen wirklich ein zwei Ladestationen aus um dem "Ansturm" gerecht zu werden. Nur was machen wir wirklich wenn mal der große EV Ansturm kommt?
tom hat geschrieben:
Ich glaube nicht, dass man das so rechnen kann. Auf der Autobahn wird ja nur so viel getankt, weil die Verbrenner nicht zuhause tanken können.

Ich sprach von Urlaubszeiten. Spätestens nach rund 700 km muss auch der Verbrenner nach tanken. Beim EV sieht es da schlimmer aus. In den nächsten Jahren dürfen wir froh sein, wenn realistische Ø-Reichweiten von 300 km erreicht werden. Und jetzt lass mal am Ferienbeginn 2% des PKW Fahrzeugbestandes von Berlin als EV an einem Tag Richtung Süden losfahren. Das sind deutlich mehr als 20.000 Fahrzeuge. Und die wollen grob geschätzt alle 200 bis 300 km nachgeladen werden.

Wo die Ladestationen dann an den Autobahnen stehen spielt überhaupt keine Rolle. Aber es müssen Massen sein um den Ansturm zu bewältigen. Nicht ganz trivial.

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