Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon dkt » Mo 18. Nov 2013, 07:27

Mit gewohnter journalistischer Gründlichkeit hat der Spiegel online, die Lade- und Stecker-Situation in Deutschland, auf den Punkt gebracht.

Zitat:

Als Elektroauto-Käufer in Deutschland sollte man folgende Eigenschaften unbedingt mitbringen: Pioniergeist, Geduld und einen Schuss Fatalismus. Nicht wegen der Fahrzeuge selbst. Die sind inzwischen richtig gut. Wohl aber wegen der mangelhaften Infrastruktur.

Zitat Ende

Neben der „unschönen Vielfalt der Ladestecker“ bringt der Verfasser die unterschiedlichen Ladesäulen und Zugangsformen auf.

Er erwähnt zu recht, dass die Lithium Batterie zu Beginn des Ladevorgangs sanft starten muss und nur bis zu 80% dann schnell geladen werden kann.

Weiter beklagt er, dass es aus Kostengründen wenig Schnellladestationen mit Gleichstrom gibt, da diese mit ca € 30.000 etwa doppelt so teuer sind wie Wechselstromanschüsse.

Er fragt zu recht, warum sollten die Hersteller in jedes einzelne E-Auto eine Schnelllademöglichkeit einbauen, wenn man das Gleiche mit öffentlichen Ladestationen wesentlich kostengünstiger erledigen könnte. Davon wären in Deutschland etwa „nur“ 30.000 notwendig.

Auch sollte ein Zugangs- und Bezahlstandard bei allen Säulen der Vielfalt ein Ende setzen.

Der Artikel ist eine gute Zusammenfassung all jener Beiträge hier im Forum.

Für Interessierte das Link dazu:

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/elek ... 30582.html
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Re: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon EVplus » Mo 18. Nov 2013, 08:12

Was der Autor noch "vergessen" hat ist die Tatsache, daß bei niedrigen Temperaturen und ausgekühltem Akku auch die sogenannte Schnellladung nicht mehr funktioniert. Die Steuerelektronik in den Fahrzeugen regelt in diesen Fällen die Ladeleistung herunter, sodass aus den erwarteten 30 Minuten dann doch 1-2 Stunden werden.....

Man möge jedoch Nachsicht mit dem Autor haben, da weder die Autohersteller darauf hinweisen noch sonst die Nutzer Erfahrungen dazu haben, da es ja kaum Schnellladestationen gibt. Bei Ladeleistungen bis 11kW fällt das Problem gar nicht ( kaum ) auf.

Man kann also nicht nach einer kalten Nacht an der das Auto in kalter Umgebung geparkt hat, mal schnell am Morgen vor einer längeren Fahrt an eine Schnellladestation DC oder AC 40 kW und mehr fahren und dann in 30 Minuten den kalten und leeren Akku aufladen. Die Pause wird dann wohl das erste Mal unerwartet etwas länger werden....
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Re: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon dkt » Mo 18. Nov 2013, 08:44

EVplus hat geschrieben:
Was der Autor noch "vergessen" hat ist die Tatsache, daß bei niedrigen Temperaturen und ausgekühltem Akku auch die sogenannte Schnellladung nicht mehr funktioniert. Die Steuerelektronik in den Fahrzeugen regelt in diesen Fällen die Ladeleistung herunter, sodass aus den erwarteten 30 Minuten dann doch 1-2 Stunden werden.....


Hallo EVplus,

worüber ich mich schon lange wundere, bzw. wo mir noch viele Informationen fehlen, ist das Temperaturmanagement der Batterie bei geparktem Auto.

Das Außentemperatur Fenster hier in Deutschland, reicht von über 30 Grad bis unter -20 Grad Celsius.
Das Betriebstemperaturfenster der meisten Batterien ist erheblich kleiner. Ich gehe mal von durchschnittlich 15 Grad bis 25 Grad aus.

Was mir bei allen Angaben der Autokonzerne fehlt ist genau diese präzise Angabe über das Betriebstemperatur Fenster und die Technik die eingesetzt wird, dieses Fenster in allen Fahr- und Parkzuständen einzuhalten.

Es geht nicht, dass nur eine Information zur Klimatisierung der Batterie pauschal abgegeben wird. Besser wären zwei Informationen. Die eine, welchen Gradienten die Klimatisierung im Hinblick auf Außentemperatur überhaupt schafft und was das für Energie, in welcher Zeit, erfordert. Denn was hilft eine Klimatisierung der Batterie, die in Deutschland nur 10 Grad Differenz ausgleichen würde? Oder was hilft eine Klimatisierung, wenn wegen ungenügender Isolierung der Batterie, bei -20 Grad der Energiebedarf, die zu schützende, gespeicherte Energiemenge, überschreitet?

Ich finde das Thema ist noch allgemein unterbelichtet.

Viele Grüße

Dieter
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Re: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon Nichtraucher » Mo 18. Nov 2013, 11:38

EVplus hat geschrieben:
EVplus hat geschrieben:
Was der Autor noch "vergessen" hat ist die Tatsache, daß bei niedrigen Temperaturen und ausgekühltem Akku auch die sogenannte Schnellladung nicht mehr funktioniert. Die Steuerelektronik in den Fahrzeugen regelt in diesen Fällen die Ladeleistung herunter, sodass aus den erwarteten 30 Minuten dann doch 1-2 Stunden werden.....


Deswegen lade ich gerne bei meinem Arbeitgeber in der Tiefgarage. Da sind es derzeit ca 15 Grad, bei ca. 4-5 Grad Aussentemperatur.
Wie das zuhause dann bei "richtigen" Minusgraden funktionieren soll ist mir derzeit noch nicht klar.
Überraschenderweise hatte ich bisher aber auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herum kaum Einbussen in der Reichweite. Im Gegenteil, ich habe weniger verbraucht als erwartet. Trotz Heizung eingestellt auf 21 Grad.

Ich ziehe mal den Schluss, dass Stellplätze in Tiefgaragen so ihre Vorteile haben.
Ich habe gelesen, weiß nicht mehr wo, dass es, bezogen auf die Kapazität, eher auf die Temperatur beim Laden, als beim Entladen ankommt. D.h. fahren in der Kälte ist weniger problematisch als Laden in der Kälte.

Aber alles erst aufwändig vorzuheizen, also z.B. auch die heimische Garage finde ich dann auch eher kontraproduktiv.
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Re: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon stromer » Mo 18. Nov 2013, 12:33

Der Artikel trifft die aktuellen Probleme der Elektromobilität recht gut, aber so ganz aktuell sind die Informationen des Autors auch nicht. So ist, entgegen seiner Aussage, die Steckerfrage in der EU zugunsten des Typ2-Steckers schon entschieden.
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Re: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon TeeKay » Mo 18. Nov 2013, 13:02

Der Artikel ist an mehreren Stellen unsauber recherchiert. So wird auch behauptet, Schnelladeanschlüsse wären mit hohen Aufpreisen und (!) reichweitenzehrendem Mehrgewicht verbunden. Gleichstrom ist bei den Drillingen kostenlos, beim Leaf in immerhin zwei von drei Ausstattungen, beim Zoe ist Wechselstrom-Schnelladen kostenlos und gewichtsneutral und das Mehrgewicht des 22kW-Brusas gegenüber dem 3,7kW-Pendant beläuft sich auf volle 6kg oder 0,66% des Leergewichts eines Smart.
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Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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Re: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon midimal » Mo 18. Nov 2013, 14:44

Viele Sachen im Artikel sind schlampig recherchiert!

Zitat: „Neben dem Chademo-Schnellladesystem (rund 30 Ladestationen in Deutschland),“
Es sind bereits 39

CCS zum Beispiel - Zitat: „ Das Kürzel steht für "Combined Charging System" (4 Ladestationen in Deutschland). „
Auch das stimmt nicht - es sind knapp10

Na ja
Zuletzt geändert von midimal am Mo 18. Nov 2013, 15:38, insgesamt 1-mal geändert.
Bild
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Re: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon Curio » Mo 18. Nov 2013, 15:02

dkt hat geschrieben:
...
worüber ich mich schon lange wundere, bzw. wo mir noch viele Informationen fehlen, ist das Temperaturmanagement der Batterie bei geparktem Auto.


Hallo,
ein sehr sehr berechtigte Frage - dazu habe ich hier auch bis jetzt nur sehr wenig gesehen, denn das ist aus meiner Sicht eine große Differenzierung zwischen den verschiedenen Modellen. Batteriekühlung im Sommer, besonders wenn es mal "heiß her" geht auf der Strasse hat dann scheinbar doch praktisch jeder verbaut - aber die Heizung im Winter :?:

Bei dem was ich lese, die Zoe scheinbar gar nicht, muss man "warm gefahren" haben oder eben die Garage schön heizen?
Beim i3 gibt es meines Wissens die Sonderausstattung im Zusammenspiel mit der Sitzheizung, dann auch aktive Batterieheizung. Im Ampera/Volt sorgt der Benzinmotor für eine passende Batteriewärme. Selbst beim Tesla gibt es unterschiedliche Berichte, zB fast keine geringe Reku im Winter bei kalter Batterie...

Aus meiner Sicht sollte das mit einer aktiven Komponente gelöst werden: Es gibt für den "Kältefall" eine Batterieheizung, die den Pack in den "normalen" Betriebstemperaturbereich bringt. Und wenn man dann an einem eisigen Wintermorgen nochmal schnell zur Schnellladestation fährt, dann braucht es eben die ersten 5 Minuten oder so, bis die Batterie auf Temperatur ist, und dann die ganz normalen 30 Minuten zum Aufladen... so sollte es sein bzw. werden.

Daher bitte nicht so darstellen, als wäre es "gottgegeben", dass man dann halt 2-3 Stunden am Schnelllader steht, oder eben *immer* Abends direkt nach der Fahrt nachladen muss.... wenn es so ist, dann ist es leider ein Mangel des jeweiligen Fahrzeugmodells :!:
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Re: AW: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon micky4 » Mo 18. Nov 2013, 15:10

Curio hat geschrieben:
... Im Ampera/Volt sorgt der Benzinmotor für eine passende Batteriewärme....

Das Temperaturmanagement der Batterie erfolgt rein elektrisch, die im Verbrenner-Modus erzeugte Wärme wird ausschließlich zur Innenraumheizung verwendet ...!
Liebe Grüße, Michael ! (begeisteter Ampera-Fahrer)
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Re: Der Spiegel – „Das Klagen beim Laden“

Beitragvon Mei » Mo 18. Nov 2013, 15:43

dkt hat geschrieben:
....
Er erwähnt zu recht, dass die Lithium Batterie zu Beginn des Ladevorgangs sanft starten muss und nur bis zu 80% dann schnell geladen werden kann.....


Hallo,

was ist der technische Hintergrund, dass nur bis 80% schnell geladen werden kann?

Grüße
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