Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lader

Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon eDEVIL » Do 11. Dez 2014, 12:06

Es hat sich irgendwie manifestiert, das man mit alternativen zu Benzin sich per se Geld sparen muß. Wer öfter gefragt, was ich denn mit meinem eAuto den spare... :? Mit nem V8 wird man ja auch nicht gefragt, was man spart :mrgreen:

Ich zahle lieber saftige Preise bei garantierter Verfügbarkeit bzw. 99,x% real , als dann wie ein hilfloser Bittsteller blöde Sprüche zu ernten, wenn man vorm defekten Lader steht...
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Beitragvon TJ0705 » Do 11. Dez 2014, 13:06

Naja eDEVIL, ich denke schon, daß wir in einem Abwasch bei der Gelegenheit auch die Abzocke beenden sollten. Sonst könnten wir gleich Wasserstoff tanken und uns da in die nächste Abhängigkeit begeben...

Aus heutiger Sicht ist es besser, irgendwo "vergoldeten" Strom zu bekommen, als gar keinen. Das ist aus einem Blickwinkel des Mangels! Das wird sich mit größeren Akkus und ggfs. mehr Lademöglichkeiten bald ändern, und somit auch die Bereitschaft so teuren Strom dort einzukaufen.

Wer heute Ladeinfrastruktur aufbaut und damit rechnet, daß er da langfristig fast nen Euro pro kWh einnehmen kann, der wird sich bald eines besseren belehrt sehen. Die Leute werden dann bei Start und Ziel laden und nur in Notfällen dazwischen. Ist ja nur fair, wenn wir schonmal rechtzeitig sagen, daß unsere Dankbarkeit auch Grenzen hat... ;-)

Ich habe es schon oft geschrieben: Wenn wir es richtig anstellen, haben wir zukünftig über weite Teile des Tages und Jahres nahezu "wertlosen" Strom im Überfluß. Es wird oft schon heute Geld bezahlt(!), damit jemand den Strom überhaupt abnimmt! Das kommt nur bisher unfairerweise nicht beim Verbraucher an, u.a. deswegen weil es niemand einfordert.

Viele können sich das heute noch gar nicht vorstellen, aber ich für meinen Teil möchte zukünftig jedenfalls gerne kostenlos laden oder bestenfalls etwas Servicegebühr fürs Aufstellen und Warten der Lader bezahlen. Ich wüsste nicht, warum ich für den Strom etwas bezahlen sollte! Und das hat mit Schnorren oder "Sich-an-Gratisstrom-gewöhnt-haben" rein gar nichts zu tun.

Der liebe Staat wird dann schon dafür sorgen, daß noch genug Steuer auf den Fahrstrom kommt und es allein deshalb kaum billiger wird als bisher mit Benzin. Wir müssen da nicht noch künstlich nach einem Ersatz für die Mineralöl-Mafia suchen...

Grüße Dirk
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Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon eDEVIL » Do 11. Dez 2014, 13:22

TJ0705 hat geschrieben:
Ich habe es schon oft geschrieben: Wenn wir es richtig anstellen, haben wir zukünftig über weite Teile des Tages und Jahres nahezu "wertlosen" Strom im Überfluß. Es wird oft schon heute Geld bezahlt(!), damit jemand den Strom überhaupt abnimmt! Das kommt nur bisher unfairerweise nicht beim Verbraucher an, u.a. deswegen weil es niemand einfordert.

Definiere "oft" - ist wohl eher etwas die Märchenonkel-Lobby so schreibt. Bei der aktuellen EE-Zubaubremse dauert es noch locker bis 2020, bis man überhaupt nennenswert Überschußstrom hat.

Wenn die alten 50KW LAder abgeschrieben sind, kann man dort den Strom ja günstige abgeben und an der neuen 150KW Generation kostet es eben die 80ct/kwh, wenn man nur 10min laden möchte...

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Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon TeeKay » Do 11. Dez 2014, 13:29

Wie oft muss man es eigentlich noch schreiben? Die Kosten pro kWh sind derzeit so hoch, weil sich hohe Fixkosten auf wenige kWh verteilen. Ein 50kW-Lader kann 50kWh pro Stunde verkaufen. Effektiv sind es bei heutigen Autos aber nur 15-30kWh, je nachdem, ob ein i-Miev oder ein E-Golf vorbeischauen. Zudem kommen selbst an guten Standorten nur 2 Autos am Tag vorbei. Der Betrieb eines Schnellladers verursacht aber vor allem Fixkosten. Was es braucht, sind erstens mehr Autos UND zweitens größere Batterien, mit denen mehr Energie in gleicher Zeit gekauft werden kann.

Teile ich ein großes, fixes X durch ein kleines, variables Y, kommt ein großes Z heraus. Teile ich das gleiche große, fixe X durch ein großes, variables Y, kommt auch ein kleines Z heraus.

Konkret: 50.000 Euro pro Lader in Deutschland, 100.000 Euro pro Lader in Dänemark und 3.000 bis 5.000 Euro Wartungskosten pro Jahr gilt es, auf so viel wie möglich kWh zu verteilen. Sind es pro Jahr nur 300kWh wie an manchen Schnellladern, wird es pro kWh teuer.

Würden an einem Schnelllader pro Tag 10 Fahrzeuge jeweils 30kWh kaufen, wären das 300kWh am Tag oder 110.000 im Jahr. Bei Abschreibung über 10 Jahre ergäben sich damit Fixkosten pro kWh von nur noch maximal 9,1 Cent in Deutschland und 13,6 Cent in Dänemark.

Kämen gar 10 Fahrzeuge, die an noch zu bauenden 100kW-Ladern jeweils 60kWh kaufen, verteilten sich vergleichbare Fixkosten auf doppelt so viele kWh und die Kosten pro kWh würden noch einmal halbiert werden.
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Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon TJ0705 » Do 11. Dez 2014, 13:41

eDEVIL hat geschrieben:
Definiere "oft" - ist wohl eher was die Märchenonkel-Lobby. Bei der aktuellen EE-Zubaubremse dauert es noch locker bis 2020, bis man überhaupt nennenswert Überschußstrom hat.


Hi eDEVIL,

bei aktuellem Ausbau kommen wir da so schnell nicht hin. Aktuell macht man ja auch vorsätzlich alles genau falsch! So wird das nichts, weder mit der Energiewende noch mit den E-Autos. Aber ich denke ja positiv, also daß man diesen Wahnsinn in dieser Form nicht mehr lange weiter so betreiben kann und irgendwann Vernunft einzieht - und wenn es durch Druck/Konkurrenz des Auslands ist. Bei Tesla sieht man ja schon, wie sowas funktioniert, und andere Länder machen uns inzwischen ja auch bei den Erneuerbaren naß... Also DIE Zukunft ist es nicht, die ich meine. ;-)

Bis 2020 haben wir also voraussichtlich nicht viel Strom über. Aber bis dahin fährt ja, so wie es aussieht, auch noch kaum ein EV. :mrgreen: Ich denke da schon ein Stückchen weiter als die paar Jahre.

Grüße Dirk
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Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon TeeKay » Do 11. Dez 2014, 13:58

An Schnellladern zahlst du ohnehin nicht für den Strom, sondern für die Gleichrichtung. Wie meine obige Rechnung zeigt, übersteigen die Fixkosten pro kWh selbst bei angenommenen 220.000kWh pro Lader und Jahr (d.h. 24/7 wird mit einer durchschnittlichen Last von 25kW geladen) noch immer die reinen Beschaffungskosten für den Strom (minimal in Deutschland, deutlich in Dänemark). Und 220.000kWh sind aus heutiger Sicht ein utopisch hoher Wert.

Tesla gab im Oktober 2014 hochgerechnet auf das Jahr 24GWh an den Superchargern ab. Das waren pro Standort 100.000kWh pro Jahr. Ein Standort hat durchschnittlich 5,37 Stalls. Macht 18.545kWh pro Lader und Jahr. Selbst Tesla ist also noch um den Faktor 12 von dem Szenario entfernt, ab dem die Fixkosten pro Lader anfangen gleichauf zu liegen mit den reinen Beschaffungskosten für den Strom an der Börse.
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Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon LaoKi » Fr 12. Dez 2014, 12:09

TeeKay hat geschrieben:
Teile ich ein großes, fixes X durch ein kleines, variables Y, kommt ein großes Z heraus. Teile ich das gleiche große, fixe X durch ein großes, variables Y, kommt auch ein kleines Z heraus.

Danke für den guten Beitrag. Ich versuche zu verkürzen: Momentan fehlt es bei uns IMHO nicht an Ladesäulen. Es fehlt aber immer noch sehr an EVs.
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Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon eDEVIL » Fr 12. Dez 2014, 13:13

Vereinzelte, nicht zuverlässig arbeitende Schnellladesäulen sind im Prinzip fast wie keine. nennenswerte Stromumsatz kann man nur mit durchgängigen Routen erreichen, da die Strecken bis auf ein paar Verrückte (wie ich) sonst niemand fährt.
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Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon e-beetle » Mi 7. Jan 2015, 11:58

TeeKay hat geschrieben:
[...] Die Kosten pro kWh sind derzeit so hoch, weil sich hohe Fixkosten auf wenige kWh verteilen. Ein 50kW-Lader kann 50kWh pro Stunde verkaufen. [...]

Und genau da würde ich mir eine Verwendung der Subventionen (EU/DE) wünschen, damit es eben nicht dazu kommt, dass später einer sagt: "Siehst, lädt eh keiner an den teuren Säulen!", weil alle es sich aufgrund der hohen kWh-Preise verkneifen.
Bei <= 26 ct/kWh lade ich überall zwischen, wo ich kann, auch im Supermarkt.
Alles drüber überlege ich mir zweimal, auch wenn ich selbst eine Clever Karte habe und damit ein bisschen "Crowdfunding" betreibe ;-)
Wenn ich die Möglichkeit hätte, auf einer Reise Flensburg-München an den Autobahnen direkt zu laden, wäre mir es persönlich auf Dauer maximal 50ct/kWh wert, wenn ich eine vergleichbare Infrastruktur und Wartung wie bei Clever hätte.
Aber ohne zwölf unterschiedliche RFID Chips, Verträge, Abos oder ähnlichem.

Im Moment bin ich (noch) bereit, die 74ct/kWh von Clever zahlen.

Michael
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Re: Dänemark geht mal wieder voran: 63 neue Triple-50kW-Lade

Beitragvon TeeKay » Mi 7. Jan 2015, 12:38

Die EU subventioniert nur 50% der Baukosten. In Dänemark sind die Netzanschlussentgelte extrem hoch. Clever sagte mir, der Anschluss eines Schnellladers koste 70.000 Euro. Dazu kommen die 30.000 Euro für die Säule. Macht schon Kosten von 50.000 Euro, wenn die EU 50% dazuschießt. Das ist mehr als eine unsubventionierte Säule in Deutschland kostet.

Dann noch Tiefbau. Wartung. Umsatzsteuer. Die Werbung und Verwaltung. Clever baut ja nicht nur die Säulen, sondern tingelt auch mit Elektroautos durchs ganze Land und veranstaltet Probefahrten, weil es die Händler selbst genauso wie in Deutschland nicht tun.

Wenn du dauerhaft bei Clever laden willst, nimmst du nicht den teuren Prepaid-Tarif, sondern den Tarif mit monatlich 13 Euro + 0,47 Euro pro kWh.
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