CCS boykottieren oder akzeptieren?

Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon mutle » Mi 24. Jun 2015, 11:13

Kann man eigentlich einen Nissan Leaf in der EU mit den offiziellen EU-Standards CCS und Typ-2 bestellen?
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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon mig » Mi 24. Jun 2015, 11:19

mutle hat geschrieben:
Kann man eigentlich einen Nissan Leaf in der EU mit den offiziellen EU-Standards CCS und Typ-2 bestellen?


leider nicht :mrgreen:
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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon Karlsson » Mi 24. Jun 2015, 12:12

mutle hat geschrieben:
Um die 180km zu schaffen müsste man aber auch nicht vollladen, eher nur 5-10 Minuten nachladen. Wenn es ein Zeittarif ist (und nicht pauschal pro Ladevorgang) dann dürfte es effektiv billiger sein als €7,50.

Selbst wenn - das kann doch wohl keine Dauerlösung sein, da jeden Tag unterwegs nachladen zu müssen.

Für Touren ausßerhalb des Alltags - ok. Da ist der Preis dann auch nicht so schlimm. Wichtig sind 3 Punkte:
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2 - zuverlässig
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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon fabbec » Mi 24. Jun 2015, 12:27

CCS Tesla fahrer einfach ignorieren!
mit eAuto rund um die Welt https://www.nomiev.com/80edays/blog/ oder fb /NoMiEVmobility/
Tesla 1000EUR Rabat Referral link: http://ts.la/detlef8569
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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon Solarstromer » Mi 24. Jun 2015, 15:30

Die Sache ist doch ganz einfach:

Ein Auto das heute noch mit Typ1 und CHAdeMO daherkommt ist weniger wert, und dafür zahle ich auch weniger. Der Verkäufer von meinem Drilling musste deshalb ein ganzes Stück von seinem Preis abrücken. Mit Typ2 und CCS wäre ich bereit gewesen mehr zu zahlen.

Wenn eine Firma in Deutschland kein diskriminierungsfreies EV anbieten kann oder will, dann müssen sie es eben im Geldbeutel spüren.
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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon TeeKay » Mi 24. Jun 2015, 15:46

Das ist aber Nissan und Co. völlig egal. Ob sie nun 90 oder 0 Fahrzeuge im Monat im Leitmarkt verkaufen, spielt global gesehen keine Rolle. Es ist daher vermessen zu glauben, ein so unwichtiger Leitmarkt könnte global irgendetwas im Alleingang durchdrücken, während rings herum munter 10x mehr Triplelader als in Deutschland CCS-only-Lader gebaut werden - sogar gefördert mit EU-Geldern und damit indirekt deutschem Geld.
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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon DCKA » Mi 24. Jun 2015, 17:48

Solarstromer hat geschrieben:
Wenn eine Firma in Deutschland kein diskriminierungsfreies EV anbieten kann oder will, dann müssen sie es eben im Geldbeutel spüren.


Welches EV ist denn deiner Meinung nach "diskriminierungsfrei"?
„Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“

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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon TWIKER » Mi 24. Jun 2015, 19:29

Als ich diesen Thread bzw. die Frage gestellt hatte, hatte ich mich mit dem Thema noch nicht wirklich beschäftigt, obwohl das Thema immer wieder bei mir um die Ecke kam. Mich als ewig gestrigem TWIKE-Fahrer hatte es aber noch nie wirklich tangiert. In meiner Familie mit einigen Kindern gibt es aber neben dem TWIKE auch einige Verbrenner und den Vorsatz, nie wieder einen Verbrenner zu kaufen. Also war es an der Zeit, mich doch mal mit dem Sinn und Unsinn der verschiedenen aktuellen Ladesystemen intensiver zu beschäftigen. Hier an dieser Stelle daher also vielen Dank für Eure aufschlussreichen Beiträge. Meine mittlerweile gezogene persönliche Zwischenbilanz sieht so aus:

Einigkeit herrscht vermutlich darin, dass eine schnelle Lademöglichkeit nur sinnvoll auf Gleichstrombasis erfolgen kann. Einige Hersteller setzen aber trotzdem 22kw bzw. sogar 43kW Wechselstromlader ein? Gutgläubig könnte man bestenfalls fragen: "Wissen die was sie tun?". Eher würde ich das unter der Rubrik: "Nebelkerze" einordnen. Auch wenn es nämlich unter uns Elektrofahrern zur schnellen Gleichstromladung kaum Diskussionen geben mag, so ist das dem Otto-Normalverbraucher und auch manchem Mainstream-Elektrofahrer überhaupt nicht klar. Schnell ist also mit solchen Nebelkerzen ein taktischer geführter Glaubenskrieg angefacht und die Verbrennerlobby lacht sich ins Fäustchen. Und diese Rechnung ging meines Erachtens bereits in deren Sinne schon sehr gut auf.

Der Otto-Normalverbraucher kennt zwar einige der in der IEC/DIN/EN-60309 definierten Steckertypen (Camping, CEE-rot, etc), weiß aber nicht, dass diese Norm mit maximal 250V-Gleichstrom keine Antwort für die Fragestellung einer sehr hohen Gleichstromladung liefert. Diese Lücke in der IEC/DIN/EN-60309 wurde nun nicht einfach "nachgebessert", wie das ansonsten schon mehrfach bei dieser Norm erfolgt ist, sondern nein, es wird mit der IEC/DIN/EN-62196 eine ganz eigene "Autolade"-Norm geschaffen, damit ja keiner mehr auf die Idee kommt, das Auto fährt ganz einfach mit Strom aus der Steckdose. Nein, diese nächste Nebelkerze kommt zunächst mit Typ2 daher, weil Autos erstens einen zapfpistolenähnlichen Stecker brauchen, der zweitens damit auch das unbedingt notwendige Auto-Additiv suggeriert, das ein zugegebenermaßen unförmigerer CEE-Stecker mit "normalem" Strom natürlich keinesfalls bieten kann. Ein einheitlicher Typ2-Stecker wäre also ein echt guter Kompromiss.

Nebelkerze Nummer 3 setzt dem Ganzen aber dann die CCS-Krone auf. Verständlich, dass das lange schon vorhandene japanischen Chademo, uns Europäern spanisch vorkommen muss. Geht ja gar nicht, dass die Japaner das schon vor uns erfunden haben sollen. Aber noch schlimmer: Kommt da tatsächlich so ein amerikanischer Typ dahergelaufen und erkennt konsequent die Sinnhaftigkeit der schnellen Gleichstromladung und benutzt dafür einfach den Typ2-Zapfpistolenstecker den man gerade erfunden hat, aber noch bevor die IEC/DIN/EN-62196 endgültig auch die Gleichstromladung damit verabschiedet. Also nein, das geht ja gar nicht. Und schon gar nicht, dass der diesen Stecker gleich mit 300A als Supercharger verwendet. Also schreitet man ein und begrenzt in der Norm die Stromstärke auf 140A bei 500V. Und damit keiner Böses durch diese Selbsteinschränkung auf 70 kW ahnt, lenkt man die Aufmerksamkeit auf einen Wurmfortsatz am Stecker. Mit sagenhaften 200A und leider real kaum höheren Spannungen als 500V, begrenzt der sagenhafte Wurmfortsatz damit zwar immer noch die Ladefähigkeit von CCS auf rund 100 kW - aber diese Nebelkerze heiligt die Mittel.

Wer jetzt noch nicht merkt welches Possenspiel hier gespielt wird, der merkt vermutlich gar nichts mehr und lässt sich mit vor den Steckerkrieg-Karren spannen der uns schnurstracks zum "Steckerkrieg" führt, in dem wir nun schon mittendrin sind. Auf der Strecke bleibt die schnelle Verbreitung der Elektromobilität - die Bremser sind auf der Siegesstraße - bis zur verlustreichen Revolution der Leidtragenden - irgendwann - vielleicht.

Mein trauriges persönliches Fazit: Let's TWIKE solange. :?:
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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon TeeKay » Mi 24. Jun 2015, 19:45

TWIKER hat geschrieben:
Einigkeit herrscht vermutlich darin, dass eine schnelle Lademöglichkeit nur sinnvoll auf Gleichstrombasis erfolgen kann. Einige Hersteller setzen aber trotzdem 22kw bzw. sogar 43kW Wechselstromlader ein? Gutgläubig könnte man bestenfalls fragen: "Wissen die was sie tun?". Eher würde ich das unter der Rubrik: "Nebelkerze" einordnen. Auch wenn es nämlich unter uns Elektrofahrern zur schnellen Gleichstromladung kaum Diskussionen geben mag, so ist das dem Otto-Normalverbraucher und auch manchem Mainstream-Elektrofahrer überhaupt nicht klar.

Mit der Einstellung wirst du dir hier nicht viele Freunde machen.
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Re: CCS boykottieren oder akzeptieren?

Beitragvon e-lectrified » Mi 24. Jun 2015, 20:10

Es ist doch egal, ob man sich hier Freunde macht, oder nicht. Die Frage ist doch, was Sinn macht!!! Und da muss man einfach mal einräumen, dass Musk die beste Idee hatte, und zwar mit Lichtjahren Abstand. Und wer das negiert, der ist, wie Musk es so schön in seinen Interviews sagt: "crazy".

Und die deutsche Automobilindustrie fühlt sich ZU RECHT bedroht! Wer zu lang zögert und denkt, er muss mit aller Macht versuchen zu retten, was nicht mehr zu retten ist, der muss auch die Konsequenzen dafür tragen. Tschüss Audi und alle anderen, die ihr noch weiter zögern werdet, wenn die Bolts und die Model 3s auf dem Markt sind. Keiner wird euch nachweinen! Und keine Sorge: die, die ihren Job verlieren, werden einen besseren finden.
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