Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon derchris » Di 15. Mai 2018, 21:21

Hallo Zusammen,

da ich hier schon die eine oder andere Projektvorstellung gesehen habe, hoffe ich, dass auch meine hier (auch in diesem Unterforum) gut aufgehoben ist.

TL;DR
Parketeer ist ein System, hauptsächlich bestehend aus einer Smartphone-App und einem "smartifizierten" Poller, mit dem Ladeplätze gesichert werden können.

So soll verhindert werden, dass
    - Verbrenner dort parken
    - Parkplätze über die Ladeweile hinaus belegt werden

Ermöglichen wollen wir damit, dass
    - jede einzelne Ladesäule von deutlich mehr Nutzern genutzt werden kann
    - zukünftig nicht nur ersichtlich ist, ob eine Ladesäule frei ist, sondern auch, ob deren Parkplatz zugänglich ist
    - ggf. kurzzeitige Reservierungen von Ladesäulen vergebliche Fahrten überflüssig machen
    - ein öffentlicher Datenbestand entsteht, auf den auch Drittanbieter zugreifen können
    - die Investitionen von Anbietern sicherer sind (weniger zugeparkte Ladesäulen = effizienteres "Produkt" = hoffentlich günstigere Preise)

Los geht's im Juni in Bad Homburg mit einem öffentlichen Test.
Eine Website gibt's natürlich auch:
http://badhomburg.parketeer.io

Und so sieht's aus:

Bild

Hintergrund
Wir sind eine kleine Digitalagentur mit Sitz in Bad Homburg mit drei E-Fahrzeugen/PHEV: Zoe, 225xe und 330e. Dank unserer Nähe zum Karstadt-Parkhaus und der Tatsache, dass es dort 5 Ladesäulen gibt, haben wir eine ziemlich komfortable Ladesituation.
Allerdings haben wir uns (vor allem in der Phase nach der Eröffnung Ende 2015) häufig über die Verbrenner aufgeregt, die dort parkten. Daher haben wir dem Betreiber, der städtischen Kur- und Kongreß-GmbH eine Mail geschickt, unser Leid geklagt und gefragt, was man machen könnte. Klar, außer Hinweiszettel (die mittlerweile aber offensichtlich fruchteten) war nicht viel zu machen. Dann passierte eine Weile erstmal nichts bis meine Frau keinen Parkplatz bekam, aber dringend laden musste. Manchmal braucht man ja einen Tritt von seiner Frau und daraufhin überlegten wir im Team, was man machen könnte und kamen auf die Idee, einen Poller / eine Parkplatzsperre (Ihr kennt die Dinger) auf die Parkplätze zu stellen und irgendwie dafür zu sorgen, dass nur E-Fahrzeuge (damit mein ich im Folgenden Fahrzeuge die irgendwie laden, nicht nur EV) die Parkplätze nutzen können. Dazu wollten wir einen OBD-Stecker entwickeln, der die Modellnummer aus der FIN des Fahrzeugs ausliest und an eine smarte Barriere schickt, die daraufhin erkennt ob es ein E-Fahrzeug ist. Naja, das war ein bisschen zu viel des Guten weil dann ja jeder Nutzer so ein Gerät bräuchte und außerdem das KBA sich noch nicht ganz sicher ist, ob so ein Stecker eine im Fahrzeug verbaute Vorrichtung wäre und somit ein E-Zeichen bräuchte.
Hm, na gut. Ein paar Schritte zurück. Was kann man sonst noch so als Hürde machen? Geld. Klar. Wir haben uns überlegt, dass selbst wenn die entsprechenden Parkplätze auch nur pauschal einen Euro zusätzlich kosten würde, es wahrscheinlich deutlich weniger Wildparkerei gäbe.
Das haben wir dann so auch dem Betreiber geschrieben, der sofort begeistert darauf eingestiegen ist und uns wirklich ausgesprochen tatkräftig unterstützt.
Übrigens: mein Registrierungsdatum sollte darüber Ausschluss geben dass ich keinen Quark erzähle und mich extra dafür hier registriert habe.

Situation heute
Das Parken durch die Verbrenner hat deutlich abgenommen, auch weil sich mittlerweile rumgesprochen hat, was Ladesäulen überhaupt sind. Dennoch gibt es vereinzelt Wildparker und viele Dauerparker (mit Arbeitsplätzen in der Nähe) stehen den ganzen Tag auf den Parkplätzen. Ganz extrem ist es am Bad Homburger Bahnhof, an dem es zwei Ladeplätze gibt von denen einer dauerhaft durch jemanden belegt ist, der sich so die 120€ Dauerparkgebühr im benachbarten Parkhaus spart.

Der erste Schritt
Fast ein Jahr lang haben wir nun also an einer Barriere geschraubt, sie smart bekommen, ein Backend entwickelt und natürlich die App. Läuft. :D
Naja, zumindest bei unseren Tests. Und weil wir mehr Tests brauchen, starten wir eine öffentliche Testphase, in der natürlich keine zusätzlichen Kosten fürs Parken anfallen. Momentan funktioniert es so:
    - die Barrieren sind grundsätzlich oben
    - man steht vor den Parkplätzen
    - die App erkennt die freien Parkplätze und der Nutzer kann sich einen davon aussuchen
    - die Barriere fährt nun herunter und die Uhr beginnt zu laufen :)
    - nach dem Parken verlässt man den Parkplatz und fährt die Barriere per App hoch

Zukünftig kommt dann wohl noch die Bezahlung der "Schutzgebühr" (ein bestimmter Betrag pro Stunde oder Minute) dazu und die Barriere fährt selbstständig hoch wenn das Fahrzeug den Parkplatz verlassen hat.

Herausforderungen / Quirks
Klar gibt es noch Umstände, die nicht ganz optimal sind - und diese werden sicherlich hier auch nochmal diskutiert ;)
Die Dinge die bei uns selbst immer wieder zur Sprache kommen (bei vielen, wenn nicht sogar allen, sind wir ja selbst betroffen):

Warum soll ich jetzt NOCH MEHR fürs Laden bezahlen?
Naja, erstens ist das Laden im Moment kostenfrei, da sollte das zu verschmerzen sein. Aber hauptsächlich kostet es Geld, weil die Nutzung der Ladeplätze anders nicht zu "regulieren" ist.
Wir haben die Hoffnung dass das Laden an sich zukünftig günstiger wird, weil durch eine gesteigerte Nutzbarkeit (klingt wie vom Unternehmensberater) mehr Strom verkauft werden kann.

Äh, an wen zahl ich denn bitte das Geld und wie?
Stand heute ist, Zahlung per PayPal direkt an den Betreiber. Durch die hohen PayPal-Gebühren ist das aber, glaube ich, nicht das letzte Wort. Wir haben an Prepaid-Guthaben gedacht, aber dann stünde hier die Frage "Ich soll Euch Geld im Voraus geben?! Spinnt Ihr???". Ideal wäre natürlich eine Integration in und Abrechnung über die Ladenetze. Das gibt's aber halt hier in Bad Homburg nicht.

Richtig cool wär's doch, wenn durch die App auch gleich die Ladesäule freigeschaltet würde
Jau, auf jeden Fall. Wir haben auch mehrfach bei Mennekes angerufen, aber niemanden erreicht (klingt absurd, ist aber so). Aber auch mit ein paar kleineren Ladesäulen-Anbietern haben wir gesprochen, die zwar interessiert waren, aber wohl erstmal abwarten möchten. WIR sind auf jeden Fall offen dafür und würden uns freuen, einerseits die Userdaten (mit Zustimmung des Nutzers) von der App über die Barriere zur Ladesäule zu schicken; andererseits aber auch von den Ladesäulen (die ggf. mit Ladekarten freigeschaltet wurden) die digitale Erlaubnis zum Parken geschickt zu bekommen. Technisch ist dafür alles vorbereitet.

Och nö, nicht noch ne App
Sorry, aber anders geht es erstmal nicht. Wir stellen aber gerne eine Schnittstelle/API bereit, die dann in andere Apps integriert werden kann, um die Barrieren zu steuern.

Jaja, aber trotzdem. Ich hab so oft kein Internet und dann kann ich ja den Parkplatz nicht nutzen.
Höhö, doch. Abgesehen vom Bezahlen (über PayPal) brauchen wir kein Internet, da die App direkt mit der Barriere kommuniziert. Übrigens noch ein Punkt für Prepaid-Guthaben: dann fiele PayPal weg und wir bräuchten gar kein Internet mehr.

Was ist wenn mein Handy leer ist?
Dann hast Du hoffentlich ein Ladekabel im Auto. Im Ernst, da gibt's einfach keine andere Lösung. Die Parkuhr würde - stand heute - solange weiterlaufen bis man wieder an ein Handy (oder iPad) kommt und den Parkplatz wieder freigibt.
Wir sind aber dran, über ein paar Umwege.. noch nix spruchreifes allerdings.
Wenn das aus Eurer Sicht wirklich ein großes Problem ist könnte ich mir vorstellen, dass wir ein extra Gerät entwickeln, das die Barriere auch unabhängig vom Handy steuern kann. Das Gerät würde dann allerdings ehrlich gesagt extra kosten.

Muss es sich denn wirklich immer ums Geld drehen?
Nein, wir sind sehr offen für community-bezogene Lösungen. Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, dass die von Euch bereitgestellten privaten Ladesäulen (sollten sie denn durch unsere Barrieren gesichert werden) auf einem Fair-Use-Prinzip basieren. Soll heissen: jemand der immer wieder einen Parkplatz deutlich länger belegt als er lädt, wird gesperrt (oder kriegt eine schlechte Bewertung, o.ä.)

Was passiert wenn ich die Barriere hochfahren lasse obwohl ein Auto darüber steht?
Sollte es sich um einen Verbrenner handeln, baut die Barriere einen Druck von 100kN auf und schleudert das Fahrzeug katapultartig auf einen regulären Parkplatz.
Wenn‘s ein legitimes Fahrzeug ist passiert: nix.
Die Barriere hat Sensoren um zu erkennen ob ein Auto darübersteht. Und sollten die falsche Daten erhalten, stösst die Barriere mit der Wucht eines fallenden Blatt Papiers gegen den Unterboden und fährt wieder runter.

So, auch wenn ich nicht damit rechne nur positiven Zuspruch zu bekommen ;) bin ich sehr gespannt auf Eure Meinung und gerne natürlich auch Eure Ideen.

Edit: Rechtschreibung
Edit2: Ergänzungen zur Sicherheit der Barriere
Zuletzt geändert von derchris am Di 15. Mai 2018, 23:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon ZehAhEss » Di 15. Mai 2018, 22:03

Lesenswert geschrieben.

Grundsätzlich habt ihr - meiner Meinung nach - die richtige Gedanken und Einschätzungen. Zugeparkte Ladeplätze sind außerdem wirklich ein enormes Ärgernis.

Gedanken:
Falschparker: Ich glaube, dass im öffentlichen Raum das Abschleppen das richtige Damokles-Schwert sein muss. Wie jeder bei Behindertenparkplätzen schon vorher weiß, was ihm droht. In HH und anderen Orten zeigt das konsequente Abschleppen an Ladesäulen angeblich schon Wirkung.

Pragmatik: Ich fahre eine öffentliche Ladesäule mit Sperre an, stehe quasi noch 30 Sekunden auf der Straße, muss jetzt das Handy suchen (darf ich eigentlich ja gar nicht), App drücken, Bügel runter fahren (Hupkonzert), dann erst in die Lücke?

Im privaten Parkraum hilft bisher schon ein Pylon vor unabsichtlichem Falschparken. Da steig ich aus, zur Seite das Ding, dann parken. Ausparken, Pylon hin, weiter.

Wer den unberechtigt absichtlich zur Seite stellt, bekommt (von mir als blockiertem E-Fahrer beim Parkraumbetreiber gemeldet) eine Verwarnung vom Betreiber mit Androhung von Hausverbot bei Wiederholung.

Das substituiert doch euer Produkt?
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Re: Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon derchris » Di 15. Mai 2018, 22:25

danke für das Feedback (und das kleine Lob) :)

Falschparker: Ich glaube, dass im öffentlichen Raum das Abschleppen das richtige Damokles-Schwert sein muss. Wie jeder bei Behindertenparkplätzen schon vorher weiß, was ihm droht. In HH und anderen Orten zeigt das konsequente Abschleppen an Ladesäulen angeblich schon Wirkung.


Die Anmerkung betrifft ja eigentlich nur den Anwendungsfall "Wildparker verhindern" (was bei uns mittlerweile nicht unwichtig, aber eher sekundär ist).
Hier in der Gegend fällt mir kein wirklicher öffentlicher Raum ein. Die meisten Ladeplätze gehören ja nicht der Stadt (die dann durch das Ordnungsamt abschleppen lassen könnte), sondern irgendwelchen städtischen Firmen oder privaten Betreibern.
Das Abschleppen hätte also erstmal zwei Nachteile: man muss das Geld vorlegen und sich hinterher umständlich zurückholen. Ich hab das einmal gemacht und hab dann nach 6 Monaten des Hinterherrennens aufgegeben.
Und: wer will sich um das Abschleppen kümmern? Das kostet Arbeitszeit und damit Geld - und bis das Fahrzeug abgeschleppt ist, vergeht einige Zeit. Erstmal muss ja jemand Bescheid sagen dass da jemand steht, der dort nicht stehen sollte, dann dauert es bis der Abschleppwagen kommt. Ich würde mal behaupten, das sind mindestens 4 Stunden in denen der Parkplatz nicht genutzt werden kann + 2 Stunden Arbeitszeit (alleine schon durch die Bürokratie und das Warten auf den Abschlepper).

Bei privaten Betreibern (Parkhäusern) käme dann noch Ärger mit uneinsichtigen Kunden (die sich dann beschweren) hinzu, denn man ja eher vermeiden möchte. Plus: aus Parkhäusern abzuschleppen ist rein technisch glaub ich gar nicht mal so einfach.

Pragmatik: Ich fahre eine öffentliche Ladesäule mit Sperre an, stehe quasi noch 30 Sekunden auf der Straße, muss jetzt das Handy suchen (darf ich eigentlich ja gar nicht), App drücken, Bügel runter fahren (Hupkonzert), dann erst in die Lücke?


Tatsächlich kannst Du die Barriere schon runterschicken während Du noch an der Schranke an der Parkhauseinfahrt stehst.
Zukünftig soll es ausserdem einen Automatikmodus geben, der - wenn eingeschaltet - automatisch einen freien Ladeplatz aussucht und runterfährt, sobald man sich auf ca. 20 Meter nähert. Man kann natürlich trotzdem einfach weiterfahren, dann fährt die Barriere wieder hoch und man zahlt nix.
Allerdings: vom Drücken in der App bis die Barriere unten ist vergehen etwa 7 Sekunden. Da gab es bei unseren Tests (ich hab das Team dazu verdonnert jeden Tag dort zu parken :D ) noch kein Hupkonzert.

Wer den unberechtigt absichtlich zur Seite stellt, bekommt (von mir als blockiertem E-Fahrer beim Parkraumbetreiber gemeldet) eine Verwarnung vom Betreiber mit Androhung von Hausverbot bei Wiederholung.


siehe "Falschparker"
Plus: Widerspricht die Pylonenmethode nicht Deinem Punkt Pragmatik? :D Ich versteh aber was Du meinst! Im Team meinte auch jemand, dass man doch (bei privaten Parkplätzen) ganz einfach abschleppen lassen könnte. Naja, so einfach ist es halt leider eben doch nicht
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Re: Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon Navi-CC » Di 15. Mai 2018, 22:34

Klingt erstmal gut.
- Wie wird die App personalisiert? Schließlich soll ja nicht jeder Unberechtigte dort parken...
- Wie wird bei einer personalisierten App sichergestellt, dass SmartPhone+App Besitzer nicht mit seinem (zusätzlichen bzw. Zweit-) Verbrenner dort parkt?
Meine Schlussfolgerung: Die App gehört nicht ins mobile! Smartphone, sondern ins Auto.
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Re: Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon derchris » Di 15. Mai 2018, 22:53

Navi-CC hat geschrieben:
Wie wird die App personalisiert? Schließlich soll ja nicht jeder Unberechtigte dort parken...


Wenn Du vom privaten Bereich sprichst: Du kannst Deine Barriere mit jemandem teilen. Technisch funktioniert dass so, dass Du ihm oder ihr einen eigenen (Kryptografie-)Schlüssel schickst, mit der er oder sie sich dann gegenüber der Barriere authentifiziert.
Im Parkhaus: über Deinen Account.

Navi-CC hat geschrieben:
Wie wird bei einer personalisierten App sichergestellt, dass SmartPhone+App Besitzer nicht mit seinem (zusätzlichen bzw. Zweit-) Verbrenner dort parkt?


Im privaten Bereich: keine Möglichkeit, außer - wie Du sagst - mit einem Gerät im Auto. Dazu dann unten mehr.
Im (halb-)öffentlichen Bereich: über die Schutzgebühr.

Navi-CC hat geschrieben:
Meine Schlussfolgerung: Die App gehört nicht ins mobile! Smartphone, sondern ins Auto.


Das war ja wie erwähnt unsere erste Idee. Was haben wir da also für Möglichkeiten?
a) direkt ins Auto integrieren (also ins Infotainment): jaaaa, also, äh, BMW hat auf meine (imaginären) Anrufe bisher nicht reagiert :D aber da mach ich mir nicht viel Hoffnung. Ganz zu schweigen von Renault.
b) als Device im Fahrzeug, zum Beispiel als OBD-Stecker: wie gesagt, das wäre zwar fälschungssicher aber rechtlich richtig problematisch, da man dann (mindestens) eine Zulassung durch das Kraftfahrtbundesamt bräuchte und (gegebenenfalls) eine Freigabe durch den Fahrzeughersteller. Ganz davon abgesehen, dass man (wir als Hersteller) eine Menge Schundluder damit treiben könnte, wie Bewegungsdaten erfassen o.ä.
Würden wir zwar nicht tun, aber ich könnte jeden User verstehen, der sagt, dass ihm das nicht geheuer ist.

Grundsätzlich gibt es aber natürlich die Möglichkeit (bei einem community-bezogenen Ansatz) das über Bewertungen zu reglementieren.
Beispiel: ich park mit meinem Verbrenner auf Deinem Parkplatz, den Du der Community freigegeben hast. Jemand anderes sieht das, regt sich (zu recht) auf und meldet mich. Du als Anbieter kannst nun einstellen wie Du mit sowas umgehen willst: mich (und andere Ausnutzer) direkt automatisch für einen gewissen Zeitraum sperren - oder erst nach X Verstößen durch mich (an Ladeparkplätzen der Community).
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Re: Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon backblech » Mi 16. Mai 2018, 12:30

Und wie lade ich als unbedarfter Sonntagsbesucher an so einer Ladestation? Ohne app und überhaupt Kenntnis, daß ich die Ladestation jetzt auch noch physisch nicht zugänglich ist, nachdem ich mich um die richtige Ladekarte bemüht habe?
Ganz klar Overengineering. Abschleppen von Falschparkern geht im Parkhaus nicht, aber eine Kralle anlegen und ein Hinweisschild auf die Konsequenzen für ALLE nichtladende Fahrzeuge sollten reichen. Einfache Lösung und fertig.
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Re: Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon derchris » Mi 16. Mai 2018, 12:36

backblech hat geschrieben:
Und wie lade ich als unbedarfter Sonntagsbesucher an so einer Ladestation? Ohne app und überhaupt Kenntnis, daß ich die Ladestation jetzt auch noch physisch nicht zugänglich ist, nachdem ich mich um die richtige Ladekarte bemüht habe?


Wie gesagt, wir hätten gerne dass die Ladesäule, die Du durch die Ladekarte freischaltest auch die Barriere absenkt. Das liegt nicht an uns, sondern an den Ladesäulenanbietern.
Im konkreten Fall hier in Bad Homburg kostet das Laden nichts und es gibt heute auch keine Ladekarte - es reicht jede beliebige NFC-Karte (das war nicht unsere Idee :D )

backblech hat geschrieben:
Ganz klar Overengineering. Abschleppen von Falschparkern geht im Parkhaus nicht, aber eine Kralle anlegen und ein Hinweisschild auf die Konsequenzen für ALLE nichtladende Fahrzeuge sollten reichen. Einfache Lösung und fertig.


dazu muss jemand rauskommen (klappt auch super Sonntags ;) ) und ich bin mir 90% sicher, dass das als Nötigung durchgeht. Du darfst zum Beispiel auch niemanden, der auf Deinem EIGENEN Grundstück auf Deinem EIGENEN Parkplatz steht zuparken.

Nachtrag:
Ich hab's zwar schon im Eröffnungspost geschrieben, aber da es ja mehrfach erwähnt wurde, muss ich glaube ich nochmal klarstellen, dass es uns NICHT primär um Verbrenner oder nicht-ladende EV geht die einen Parkplatz blockieren. Wer möchte, kann gerne mehrmals am Tag alle Parkplätze abklappern (oder sich auf eine Community verlassen), Zeiten notieren, die Fahrzeuge abschleppen, ne Parkkralle dranmachen, sich in Gerichtstermine stürzen, was auch immer. Für uns ist nur ein netter Nebeneffekt dass wir die quasi aussperren.
PRIMÄR geht es uns allerdings darum, die Nutzer "sanft" dazu zu bewegen, den Parkplatz möglichst schnell nach dem Ladevorgang zu räumen. Wenn man das mit "under-engineered" Methoden lösen wollte, müsste man ja wirklich regelmäßig vorbeigehen, herausfinden wie lange ein Fahrzeug schon nicht mehr lädt und dann die vorgeschlagenen Konsequenzen ergreifen - was ich für unrealistisch, übertrieben (den Nutzern gegenüber), illegal und ziemlich mühsam halte.
Mich interessiert auch eher Eure Sicht als Ladende / Parkende. Des Betreibers Kopf müsst Ihr Euch nicht zerbrechen, schließlich haben wir da ja schon interessierte Parkplatzbesitzer die wohl wahrscheinlich auch schon die oben vorgeschlagenen Mögichkeiten im Kopf hatten - und offensichtlich wieder verworfen haben
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Re: Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon derchris » Di 12. Jun 2018, 13:43

Die FAZ war vor Ort und hat dankenswerterweise ein Video gemacht. Das poste ich mal hier, da es das System in der Anwendung zeigt:
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/parkplaetze-fuer-elektroautos-ueber-das-handy-reservieren-15635009.html
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Re: Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon chrini1 » Fr 15. Jun 2018, 19:33

Noch eine Hürde? Ganz ehrlich es ist schon frustrierend genug in einer fremden Stadt erst einmal herausfinden zu müssen, welche der 15 Karten im Handschuhfach jetzt funktioniert. Und jetzt auch noch im Parkhaus ankommen, erst mal eine App laden (sofern denn LTE vorhanden ist), sich registrieren, bevor man laden kann? Sorry, so gut die Idee auch ist, so schlecht ist sie umgesetzt. Wieder zwei Ladeplätze weniger für die Öffentlichkeit und zwei mehr für Euch.
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Re: Projektvorstellung: Parketeer Bad Homburg

Beitragvon Woodstock » Sa 16. Jun 2018, 14:18

Ich finde es gut, dass das einfach mal ausprobiert wird. Das System zeugt natürlich von eurem Einfallsreichtum, nur fühlt es sich für mich irgendwie falsch an. Es ist nicht so, dass es eine Lösung wäre, die ihr Problem sucht. Das wäre übertrieben. Doch so richtig mag sich mir das noch nicht erschließen.

Hätten nicht alle Fahrer von Autos mit Stecker mehr davon, wenn für das Geld, das die Sperre in Anschaffung, Installation und Betrieb kostet, weitere Ladeinfrastruktur installiert wird? Zum Beispiel so etwas wie das System von ChargeX (siehe CEP058) mit dem Anspruch in der Installation deutlich günstiger zu sein als bisherige Systeme.

Im Übrigen wäre es für die Bezahlung vermutlich am einfachsten, das in den Bezahlvorgang des Parkhauses zu integrieren. Vorschläge dazu gibt's in der Studie "Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen" (Projekt OVAL).
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