Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon PowerTower » Mi 30. Aug 2017, 03:40

Um auch mal konstruktiv zu sein hier ein Vorschlag, wie man das anders machen könnte. Alles was sich irgendwie "POI" nennt und die Leute für mehrere Stunden in seinen Bann zieht - sei das nun Kino, Einkaufszentrum, Schwimmbad oder Freizeitpark, ja sogar der ein oder andere Arbeitgeber oder eben auch der Parkplatz im Wohngebiet - würde ich mit folgendem "Mindeststandard" bei Vorhandensein eines 63 A Anschlusses ausrüsten.

- optionales Bezahlterminal: Beckmann EMS-1080 mit kontaktlosem NFC Kartenleser für Girocard und Kreditkarte
- 6x 3,7 kW Typ2 Ladepunkte
- 2x 11 kW Typ2 Ladepunkte

Je nach Größe des Objekts gern auch ein Vielfaches davon. Aber das ist zumindest mal ein Anfang, der anno 2017 angemessen wäre. Von mir aus auch noch ein oder zwei Schukos dazu.

Dem pfiffigen Elektromobilisten fällt bei dieser Aufstellung gerade auf, dass dafür lediglich die gleiche Anschlussleistung wie für eine Ladesäule mit 2x 22 kW benötigt wird, die Anzahl der Ladepunkte aber mal eben um Faktor vier steigt. Umso erschreckender ist dann die Tatsache, dass in den Zeitungsberichten immer von Kosten in Höhe von 15-20.000 Euro für die Bürgermeistersäule berichtet wird. Dafür kann man auch die andere Lösung umsetzen.

Natürlich gibt es noch weitere Varianten. Man kann auch 8 NewMotion Boxen mit je 22 kW nehmen und diese in einem Lastmanagement laufen lassen. Aber bei einer großen Anzahl an Ladepunkten gefällt mir persönlich die zentrale Freischaltung über ein Terminal besser. Das Ziel ist das gleiche: eine angemessen ausgebaute Ladeinfrastruktur zu überschaubaren Kosten und weniger gestresste E-Mobilisten. Wir loben unsere Autos immer dafür, dass sie unseren Blutdruck senken und wir entspannter unterwegs sind und dann beginnt die Hetzerei an der Ladesäule, weil wir pünktlich zurück sein müssen zum Umparken. Das passt nicht zusammen.

Sofern man sich nicht vom Zeittarif lösen möchte, haben 3,7 kW Ladestationen zudem einen entscheidenden Vorteil. Denn da laden alle kompatiblen Fahrzeuge gleich schnell (oder eben langsam), so dass man hier einen fairen Kurs finden kann.

Dazu ein aktuelles Negativbeispiel beim Spreewelten Bad in Lübbenau. Eigentlich ist das mit den 4 Ladepunkten eine schöne Installation. Aber es gibt ausschließlich 22 kW Zeittarife. Bei NewMotion zahle ich 6,00 €/h und bei PlugSurfing 4,56 €/h. SÜLL hat aber in der Pressemitteilung ganz klar kommuniziert, dass die Ladesäulen für Besucher des Bads oder anderer Freizeitaktivitäten in der Gegend gedacht sind. Ich frage mich, wie das funktionieren soll. Hier wird es selbst für ZOE Fahrer zu teuer, wenn sie erst nach drei Stunden wieder zum Auto kommen. Und der Einphasenlader, der hier mit 1,20 €/kWh zur Kasse gebeten wird, was soll der mit diesem Ladepunkt anfangen? Das ist echt schade, wenn eine gute Initiative auf diese Weise in den Sand gesetzt wird.

Aus meiner aktiven ZOE Zeit weiß ich natürlich um die Vorteile einer 22 kW AC Ladung in der Stadt. Es spricht auch gar nichts dagegen, so etwas zur Verfügung zu stellen. Aber eben nicht nur (!), sondern allenfalls optional als Ergänzung. Anders sieht die Sache aus, wenn das Parken auf dem gesamten Parkplatz, also unabhängig vom Antrieb, auf zwei Stunden beschränkt ist. In dem Fall ergeben die 3,7 kW Ladepunkte kaum einen Sinn. Dort wären 20 kW Triple Lader besser passend, damit alle Fahrzeuge gleichermaßen gut versorgt werden. 22 kW AC only Ladepunkte sind an dieser Stelle nur für einen Bruchteil der Nutzer attraktiv und damit eher eine ungeeignete Wahl, zumindest wenn man Wert auf eine gute Auslastung legt. (Dies nochmal als abschließende Antwort zur Überschrift.)

Eine ähnliche Lösung erarbeite ich gerade für den Mitarbeiterparkplatz bei meinem Arbeitgeber. Aber weder werden da Zeitbeschränkung noch 22 kW ein Thema sein. ;)
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon kub0815 » Mi 30. Aug 2017, 07:58

Die Idee finde ich gut. Der ladepark so wie du ihn beschreibst ist aber auch nicht günstig warum den nicht 12mal 3,6?
Ich würde da auch Verbrenner Parken lassen wenn sie bezahlen.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon Nordstromer » Mi 30. Aug 2017, 08:44

3,6x8 während der Arbeitszeit wären ca. 30kWh. Das wäre für die Masse mehr als ausreichend in diesem Szenario. Wenn die kWh dann höchstens mit 0,4€ abgerechnet würde und darin die Parkgebühr enthalten wären käme man auf ca. 4€ in 8 Stunden. Machen wir ne runde Summe wären das 5€ in 8 Stunden. Das wäre dann aber für Verbrenner viel zu verlockend.

P&R Parkplätze zum Beispiel sind hier bei uns oft bis auf den letzten Platz belegt. Versucht mal in Pinneberg um 9 einen zu bekommen.

Plätze mit Lademöglichkeiten sollten für Verbrenner nur mit deutlichem Aufpreis verfügbar sein. Also 5€/8Stunden für BEV und 20€/8Stunden für Verbrenner. Die 8 Stunden sind nur ein ungefährer Wert. Da können auch 10 Stunden stehen. Je länger desto teurer entsprechend. Nach dem oben genannten Tarif käme man in der Stunde dann 50Cent für ein BEV.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon eDEVIL » Mi 30. Aug 2017, 09:26

Den Mist mit den Zeittarifen haben wir ja vor allem, weil Energieversorger an ihrerm exklusiven Status festhalten.
Mit Zeittarifen muss man unterschiedlich leistungsfähige Anshclüsse bereit stelen, um niemanden zu benachteiligen.

Im Spreewelten Bad wird wohl kaum jemand <2h verweilen. Da machen die 22KW nur für wenige Fahrzeuge mit großem Akku Sinn, wenn man fürs nicht Laden auch bezahlen soll. Umparken ist unzumutbar.

Statt der 2 Mennekes Doppel 22 KW wären da zB.. von Wallbe 2x22kW und dazu dann viele günstige 3,7 kW eco 2.0
Nehme mal an, dass die Säulen gefördert wurden und da sind es 40% Förderung d.h. für das gleiche Geld mehr LAdepunkte ist nicht von Nachteil
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon Fire » Mi 30. Aug 2017, 10:00

Die Lösung mit dem Münzautomat finde ich eigentlich ganz elegant. Ich weiss nicht wieso immer alle so komplizierte Abrechnungssysteme mit App, RFID usw. installieren. Münzen hat man im Normalfall sowieso im Auto um Parkgebühren zu bezahlen.
Man könnte es meiner Meinung nach sogar noch einfacher lösen und bei den Ladeplätzen am Parkscheinautomaten ein zweites Ticket lösen. Wer am Kabel hängt ohne zwei Tickets hinter der Scheibe liegen zu haben wird gebüsst als hätte er kein Ticket.

Solche Lösungen haben auch noch einen weiteren Vorteil. Wenn der Fahrer ein Verlängerungskabel dabei hat kann er auch eine etwas weiter entfernte Dose nutzen. Wenn man für sowas die hintersten Parkplätze benutzt statt die vordersten dann muss man sie ggf noch nicht mal reservieren und speziell kennzeichnen.
Das wäre aus meiner Sicht auch eine Massnahme gegen zugeparkte Ladeplätze. Ich freue mich natürlich auch über das Privileg direkt beim Eingang parken zu dürfen, ich würde mich aber auch mit einem Ladeplatz in der hintersten Ecke des Parkplatzes und der untersten Ebene der Tiefgarage zufrieden geben wenn die Ladeplätze dadurch etwas weniger zugeparkt sind.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon kub0815 » Mi 30. Aug 2017, 10:17

eDEVIL hat geschrieben:
Den Mist mit den Zeittarifen haben wir ja vor allem, weil Energieversorger an ihrerm exklusiven Status festhalten.
Mit Zeittarifen muss man unterschiedlich leistungsfähige Anshclüsse bereit stelen, um niemanden zu benachteiligen.


Ich sehe das so in einem Wohngebiet wo das Parken eigentlich kostenlos ist gibt es jetzt auch Parkplätze die man bezahlen muss und wenn man für den Parkplatz bezahlt darf man ihn auch zum Laden benutzen. Das macht nur mit geringer Ladeleistung sinn in meinen Augen. Und hat den vorteil das auf verbrenner Parker die Ladesäulen nutzen können. Wenn sie da Parken müssen die halt zahlen ohne den Nutzen zu haben.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon eDEVIL » Mi 30. Aug 2017, 13:41

kub0815 hat geschrieben:
Und hat den vorteil das auf verbrenner Parker die Ladesäulen nutzen können. Wenn sie da Parken müssen die halt zahlen ohne den Nutzen zu haben.

Vorteil für den Zuparker, aber nicht für den EAutofahrer, der dirngend laden muss.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon zoppotrump » Mi 30. Aug 2017, 13:46

Fire hat geschrieben:
Die Lösung mit dem Münzautomat finde ich eigentlich ganz elegant. Ich weiss nicht wieso immer alle so komplizierte Abrechnungssysteme mit App, RFID usw. installieren. Münzen hat man im Normalfall sowieso im Auto um Parkgebühren zu bezahlen...

Ich empfinde Münzen als die viel kompliziertere Lösung im Jahre 2017. Versuche mal einen manuellen Beleg über 2€ bei Deinem Arbeitgeber (=Geschäftswagen) abzurechnen. Da sind die Prozesskosten höher als der Nutzen.
Bei elektronischen Lösungen fällt das Weg: Karte dran halten oder App starten und die Abrechnung passiert im Hintergrund de facto automatisch.
Ist bei der enormen Geschäftswagenverbreitung in Deutschland ein wichtiger Faktor.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon kub0815 » Mi 30. Aug 2017, 14:24

eDEVIL hat geschrieben:
kub0815 hat geschrieben:
Und hat den vorteil das auf verbrenner Parker die Ladesäulen nutzen können. Wenn sie da Parken müssen die halt zahlen ohne den Nutzen zu haben.

Vorteil für den Zuparker, aber nicht für den EAutofahrer, der dirngend laden muss.


Ein Verbrenner wird sich dann nur hinstellen wenn er keine andere wahl hat wenn die anderen Parkplätze kostenfrei sind. Ich glabu auch nicht das man eine Lösung finden kann die es allen recht macht.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon INRAOS » Mi 30. Aug 2017, 15:22

Fire hat geschrieben:
Wenn man für sowas die hintersten Parkplätze benutzt statt die vordersten dann muss man sie ggf noch nicht mal reservieren und speziell kennzeichnen.
Das wäre aus meiner Sicht auch eine Massnahme gegen zugeparkte Ladeplätze. Ich freue mich natürlich auch über das Privileg direkt beim Eingang parken zu dürfen, ich würde mich aber auch mit einem Ladeplatz in der hintersten Ecke des Parkplatzes ... zufrieden geben ....


Da gebe ich Dir prinzipiell auf jeden Fall Recht - die Frage ist nur, ob man dann häufiger durch Vandalismus beschädigte Säulen vorfinden wird, wenn die ausserhalb der normalen 'Sichtkontrolle' aufgestellt werden.

Z.B. bei Tank und Rast sind die Tripple-Lader ja meist im direkten Sichtfeld des Eingangsbereiches vom Restaurant. Wenn die irgendwo ganz hinten im dunkeln stehen ... ich vermute mal, dass da deutlich mehr Beschädigungen auftreten würden.
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