Es macht keinen Spass

Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon bernd » Fr 11. Sep 2015, 09:10

Schade das die Steuer nicht in D so funktioniert.
Viele problem liessen sich so vermeiden, und der Schwenk auf Emobilität ging RuckkZuck.
Dann noch die Fakemessungen des CO Ausstoßberechnung auf reale Werte setzen, fertig die Laube.
bernd
 
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Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon BangOlafson » Fr 11. Sep 2015, 09:52

bernd hat geschrieben:
Schade das die Steuer nicht in D so funktioniert.
Viele problem liessen sich so vermeiden, und der Schwenk auf Emobilität ging RuckkZuck.
Dann noch die Fakemessungen des CO Ausstoßberechnung auf reale Werte setzen, fertig die Laube.


Das ist eine typisch deutsche Aussage :)
Anstatt gewünschtes Verhalten zu belohnen, wird unerwünschtes Verhalten bestraft.

Leute brauchen Autos unter anderem, um zur Arbeit zu kommen, die Kinder zur Schule zu bringen oder auch ein Krankenhaus zu erreichen.
Die meisten Menschen schauen sich sehr genau die Kosten an, bevor sie ein Auto kaufen. Da geht es um Unterhaltskosten, Verbrauchswerte und Rückkaufwerte.
Eine solche Steuererhöhung würde 40 Mill Fahrzeuge auf den Schlag entwerten und die Deutschen Milliarden kosten.

Anstatt E-Autos zu kaufen, würden die Leute sich überlegen, wo man denn sonst noch sparen kann. Vielleicht kann man den Service fürs Auto sparen. Die alten Reifen gehen doch auch noch ein bisschen..

Und noch einmal...
Wer sich irgendwas gekauft hat, erwartet während der normalen Lebensdauer des Kaufobjekt keine erheblichen Verschlechterungen der Bedingungen. Das ist ungefähr so, als ob man sich nach langem Ringen irgendwo ein Haus kauft und dann am nächsten Morgen im lokalen Käseblatt lesen muss, dass die Dorfvorsteherversammlung beschlossen hat, die Grundsteuer mal eben zu erhöhen... sagen wir 500%.
Das macht das Haus auf einmal viel weniger attraktiv und kostet gleich xx% an Wert...

Man sollte lieber die E-Fahrzeuge so attraktiv machen, dass man so die nötige kritische Masse erreicht:
- Förderung des Kaufs (z.B. Fixer Förderbetrag oder % Nachlass)
- Förderung der Ladestruktur (Fördermittel für den Aufbau von Ladestrukturen, wo das nicht bereits geschehn ist, Vereinheitlichung der Zahlungsweisen bei bestehenden öffentlichen Ladern, Unterstützung der verschiedenen Protokolle und/oder Veröffentlichung der Protokolle um Adapter zu ermöglichen)

Wer sich heutzutage ein E-Auto in Deutschland kauft, zahlt wohl auch gern 35 ct pro kWh zuhause, nur weil der Strom "grün" ist.

Die Entscheidung für ein E-Auto sollte aber nicht fallen, weil man ein "verbohrter Ökofutzi" ist, sondern weil das Fahrzeug (incl. der Förderung!) ein gutes Preis/Leistungsverhältnis bietet und dem eigenem Nutzungsverhalten angemessen ist. Man trifft also eine ganz rationale Entscheidung, ohne irgendeine politische Agenda.
Da ist Irland derzeit sehr viel weiter... auch weil "normale" Autos schon seit langem hier sehr teuer sind (www.vrt.ie).
Hier hatte man eben mehr, was man nachlassen konnte. (Keine Zulassungssteuer und Förderung)
Cheers

Stefan, der nachher wieder kostenfrei Aufladen geht...
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Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon Karlsson » Fr 11. Sep 2015, 12:43

Rudi L. hat geschrieben:
Mit dem Zoe habe ich probiert ob man Elektroautos im Alltag nutzen kann. Antwort, nur sehr eingeschränkt, neben den bereits beschriebenen Problemen gibt es noch andere, die eine Fahrt nicht planbar machen. Das liegt nicht am Auto sondern an der Infrastruktur.

Deraus folgt, obwohl der Zoe mehr kann läuft der nur noch als Zweitwagen für kurze Strecken. Gäbe es den Tesla nicht, ich hätte wieder einen Verbrenner kaufen müssen. Weil alles andere ist unzumutbar, zumindest wenn man Elektromobilität nicht als Hobby sieht sondern als Alternative ernst nimmt.

So würde ich das nicht beschreiben, bzw nur wenn man von dem Szenario nur ein Auto im Haushalt ausgeht. Also ich lüge Interessenten definitiv keine rosarote Welt vor und beschönige da auch nichts.
Aber bei uns spielt der Zoe im Alltag schon absolut die erste Geige. Die Infrastruktur ist da auch relativ egal, es würde im Alltag für uns vollkommen reichen, einfach nur über Nacht an Schuko zu laden. Wirklich mehr brauchen wir nur alle paar Wochen mal.
Wobei das als KO-Kriterium schon reichen würde, wäre der Zoe unser einziges Auto. Aber wir haben eh zwei und davon steht auch keins als Reserve rum, weil wir zu unterschiedlichen Zeit zu unterschiedlichen Arbeitgebern fahren.
Und alle gemeinsamen Fahrten im Alltag machen wir dann wieder mit dem Zoe.

Morgen will ich mal etwas weiter raus - 90km und kann vor Ort nicht laden. Ist aber kein Problem, weil ich auf dem Rückweg einen 43kW Lader hab (es sind sogar 2 ohne Umweg), an dem 10 Minuten wahrscheinlich ausreichen werden, um auch wieder gut zurück zu kommen.

Besuchen wir meine Eltern in 100km Entfernung, bleiben wir dort eh über Nacht und der Wagen wird auch an Schuko wieder voll.
Also als eins von 2 Autos sehe ich für mich persönlich da bislang keine Einschränkung.
Wenn wir wirklich mal längere Strecken haben, die ich mit dem Zoe nicht angehen möchte, nehme ich halt den Wagen meiner Frau. Und es kommt eigentlich nicht vor, dass unsere beiden Autos gleichzeitig Langstrecken fahren müssen.

Im Herbst wären da 3 WEs mit 300km Freitag und 300km Sonntag. Da müssen wir noch mal schauen. Und bei den Urlauben auch. Die will ich auf jeden Fall nicht mit dem Zoe machen müssen, werde es vielleicht aber auch mal tun.
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Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon bernd » Fr 11. Sep 2015, 12:53

Oha Wespennest....
Das ist eine typisch deutsche Aussage :)
Anstatt gewünschtes Verhalten zu belohnen, wird unerwünschtes Verhalten bestraft.

Also, das ist ja jetzt schon so, die Kraftfahrzeugsteuer wird des Ausstosses von Schadstoffen berechnet.
Also gehen wir zurück zu der Zeit Katalysator, gleiches Problem heute redet keiner mehr davon das damals auch alte Autos schlagartig... entwertet wurden.
Wenn für alle die Steuern analog der der gezeigten Steuern in anderen Ländern angehoben würden, wären alle in der gleichen Predulie.


Die meisten Menschen schauen sich sehr genau die Kosten an, bevor sie ein Auto kaufen.

Siehste und schon werden die Kosten von Verbrenner mit denen der E-Fahrzeuge verglichen.
Bei einem höheren Steuersatz ist dann einfach nur der Punkt an denen beide gleich viel kosten schneller erreicht.
Hat ja keiner behauptet das Autos immer billiger werden müssen.
Und die Unsitte jeden Meter im Auto zu fahren, Kinder direkt vor der Schule abzusetzen, oder alleine im Stau auf dem Weg zur Arbeit/Krankenhaus/Urlaub zu stehen ......

Dorfvorsteherversammlung beschlossen hat, die Grundsteuer mal eben zu erhöhen... sagen wir 500%.

Bochum macht es vor, sind zwar keine 500% aber von 565 auf 800 sind auch nicht von schlechten Eltern.
Da es jeder zahlt werden alle gleichmäßig entwertet


- Förderung des Kaufs (z.B. Fixer Förderbetrag oder % Nachlass)

Wer wird ie Förderungen abgreifen????
Weisst du noch wo ISDN eingeführt wurde? Am Tag als die Förderung entfiel wurde alle!!! Anlagen um den Betrag oder mehr billiger.

Wer sich heutzutage ein E-Auto in Deutschland kauft, zahlt wohl auch gern 35 ct pro kWh zuhause, nur weil der Strom "grün" ist.

Nein tue ich nicht, auch wenn ich dafür teilweise kritisiert werde, ich nehm den "billigsten" Anbieter für meinen R
Reststrombedarf

Da ist Irland derzeit sehr viel weiter... auch weil "normale" Autos schon seit langem hier sehr teuer sind (http://www.vrt.ie).
Hier hatte man eben mehr, was man nachlassen konnte. (Keine Zulassungssteuer und Förderung)

Ja wat den nu?
"Normale" Autos werden teurer gemacht als andere, und in Irland ist das ok aber hier nicht?
Steuern sind Steuern, egal ob am Anfang oder während des Betriebs, wobei man muss dann schon Betriebswirtschaftlich in die Zukunft rechnen.
Das schaffen kaum welche, ich auch nicht....
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Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon Rudi L. » Fr 11. Sep 2015, 13:47

@lamouette, ist auch ein denkbares Szenario. Hauptsache die Autonomie kommt.


@Karlsson, bei Dir passt es in die Realität, bei mir auch. Das ändert aber nichts an folgender Kernaussage

Im Moment ist die Elektromobilität finanziell und infrastrukturell unattraktiv. Ich muss mehr bezahlen für ein Produkt welches weniger flexibel ist. Warum soll sich das ein Verbraucher antun?

Selbst der Model S fordert umdenken, sonst ist es das falsche Auto.

Solange sich das nicht ändert kauft die Mehrzahl Verbrenner.

Grüße
Rudi
Rudi L.
 

Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon Elektrolurch » Fr 11. Sep 2015, 14:28

Rudi L. hat geschrieben:
Ich muss mehr bezahlen für ein Produkt welches weniger flexibel ist. Warum soll sich das ein Verbraucher antun?

Weil wir in einer Welt endlicher Ressourcen leben? Weil wir für die Folgen unserer Entscheidungen verantwortlich sind? Weil sich nicht alles immer nur um das Ego und dessen Ich-will-alles-und-das-sofort-Attitüde dreht?

OK, OK, ich hör ja schon auf... :oops: ;)
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Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon BangOlafson » Fr 11. Sep 2015, 14:36

Ich hol schon mal die Boxhandschuhe raus :)

Was ich meinte war, dass hier unvorhergesehen die Rahmenbedingungen geändert werden (sollen).
Man ist dann als Besitzer eines Hauses in Bochum oder eben eines Autos dessen KFZ-Steuer erheblich erhöht wurde (nun.. eine Erhöhung von 120 auf 150 EUR ist sicher weniger bedenklich als die Erhöhung des Benzinpreises von 1,40 auf 1,60 ... Allerdings kann man hierrauf durch angepasstes Fahrverhalten reagieren.. auf die Erhöhung der Fixkosten kann man nicht reagieren... ) in einer ähnlichen Situation wie Leute, die derzeit eine Lebensversicherung zur Tilgung ihrer in 5 Jahren endfälligen Hausfinanzierung besitzen.
Das Angebot ist auf einmal weit weniger attraktiv, als man zu Beginn dachte und für einige ist das ein echtes finanzielles Problem...

Aber ich sag es gern noch einmal .. ein Produkt künstlich teuer zu machen, um ein anderes Produkt zu vermarkten, ist mMn Mist...

Das neue Produkt sollte stattdessen vernünftig vermarktet und auch unterstützt werden.
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Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon BangOlafson » Fr 11. Sep 2015, 14:42

Elektrolurch hat geschrieben:
Rudi L. hat geschrieben:
Ich muss mehr bezahlen für ein Produkt welches weniger flexibel ist. Warum soll sich das ein Verbraucher antun?

Weil wir in einer Welt endlicher Ressourcen leben? Weil wir für die Folgen unserer Entscheidungen verantwortlich sind? Weil sich nicht alles immer nur um das Ego und dessen Ich-will-alles-und-das-sofort-Attitüde dreht?

OK, OK, ich hör ja schon auf... :oops: ;)


Was passiert denn, wenn Öl hier in Deutschland durch Besteuerung teuerer gemacht wird? Der Bruttopreis steigt. Gleichzeitig sinkt die Nachfrage (aus Deutschland). Dies hat einen fallenden (Netto-)Preis zur Folge, der ausserhalb Deutschlands zu einem steigenden Konsum führt.
Mit anderen Worten: Mit unseren Steuern auf Kraftstoffe finanzieren wir billiges Öl in China, wo es dann in klapprigen Autos ohne Kat verbrannt wird und die Umwelt verpestet.
Die Strategie, den Kuchen den anderen Kindern zu überlassen, weil Mutti gesagt hat, dass man auf Diät ist, ist leider die falsche Strategie. Richtig ist: Kuchen einpacken lassen und auf e-Bay verkaufen .. und schneller einpacken, als die anderen Kinder essen können! :)
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Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon bernd » Fr 11. Sep 2015, 15:02

Sind wir dann jetzt wieder in der Diskussion
- Wir/Ich können eh nix ändern
- Wenn wir was ändern werden die andern halt unsere Resourcen fresse/kaufen/verbrennen und sich über die gesunkenen Preise freuen
- Wir machen immer alles hier teurer damit die Nachbarn billiger kaufen

Niederlande, Norwegen, Irland etc. zeiegn das den nicht so ist.
Deutschland übrigens auch, aber leider ist das Basching seit 2009 lauter als die Datenlage, daher ist das EEG in allen Köpfen als Verliere verankert.
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Re: Es macht keinen Spass

Beitragvon BangOlafson » Fr 11. Sep 2015, 17:01

bernd hat geschrieben:
Sind wir dann jetzt wieder in der Diskussion
- Wir/Ich können eh nix ändern


Natürlich können wir was ändern. Die Frage ist, ob es etwas bringt :)
Wenn man sein eigenes Leben ökologisch umstellt und dann vom Smog, der vom Nachbarn rüberweht an Krebs stirbt, hat man auch nichts gekonnt :)

bernd hat geschrieben:
- Wenn wir was ändern werden die andern halt unsere Resourcen fresse/kaufen/verbrennen und sich über die gesunkenen Preise freuen


Das passiert zwangsläufig, wenn wir "unsere" Nachfrage "künstlich" reduzieren.
Das ist ein Fakt, ob das nun gut oder schlecht ist, ist eine ganz andere Frage...

bernd hat geschrieben:
- Wir machen immer alles hier teurer damit die Nachbarn billiger kaufen


Ich bin nicht sicher, ob das beabsichtigt ist. Aber das ist letztendlich eine Folge.
Genauso ist eine Folge, dass wenn man alle AKWs abstellt man entweder mehr CO2 hat oder die Landschaft mit Windmühlen zupflastern muss. Gleichzeitig verteuert man den Strom da der Betrieb (Nicht die Entsorgung, die läd man ja beim Steuerzahler ab!) eines AKWs viel billiger ist als ein Sack Windmühlen.

Wenn man jetzt also Windenergie haben will, muss man Investoren eine Rendite bieten.

Strom am Markt: 5 ct
Kosten ab Windrad: 25 ct
Gewinn pro kWh für Investoren: 5 ct

Also muss irgendjemand 25 ct pro kWh zuschiessen (Achtung alle Zahlen ausgedacht!).

Gleichzeitig fangen die Stromanbieter an zu rechnen und drohen, alte Kraftwerke vom Netz zu nehmen- die eigentlich als Reserve vorgehalten werden müssen, weil sie sich nicht mehr rentieren. Wind und Sonne sind eben nicht wirklich vorhersagar sind. Die Stromanbieter haben das gleiche Problem wie wir :) Die Batterien sind zu klein und zu teuer :D

bernd hat geschrieben:
Niederlande, Norwegen, Irland etc. zeiegn das den nicht so ist.
Deutschland übrigens auch, aber leider ist das Basching seit 2009 lauter als die Datenlage, daher ist das EEG in allen Köpfen als Verliere verankert.


Early Adopters sind immer die gekniffenen :)
Wo bekommt man heute noch Farbbänder für einen Star SJ144? :D

Cheers

Stefan

PS: Nordirland wird wohl Ladegebühren in 2016 einführen. Ich frage mich, wann die ESB in der Republik nachzieht...
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