Z.E. Ready: Was bedeutet das genau?

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Z.E. Ready: Was bedeutet das genau?

Beitragvon gonium » Fr 20. Okt 2017, 14:34

Hi,

ich versuche gerade herauszufinden was Z.E. Ready wirklich im Detail bedeutet. Google spuckt im Wesentlichen nur eine Informationsseite für Hersteller von Ladestationen aus: http://www.lcie.fr/en/1018-your-industry/charging-infrastructure/ze-ready/process.html. Dort sind auch ein paar Excel-Dokumente verlinkt, allerdings ohne detaillierte Darstellung der technischen Anforderungen.

Der Installationsrichtlinie zur Keba P30 entnehme ich Folgendes:

  • Der Schütz muss überwacht werden, damit ein klebender Schütz zuverlässig erkannt wird.
  • 13A-Ladekabel dürfen nicht akzeptiert werden.
  • Bei dreiphasigem Anschluß muss mindestens ein FI Typ A mit DC-Fehlerstromerkennung (>6mA) oder ein Typ B verwendet werden.
  • Der Leitungsschutzschalter muss entsprechend der Ladestromvorgabe gewählt werden (10A und 13A: nicht erlaubt, 16A Vorgabe -> 20A Leitungsschutzschalter C-Charakteristik, 20A -> 25A, 25A -> 32A, 32A -> 40A). Sprich: Der Leitungsschutzschalter ist immer etwas größer als der maximale Ladestrom dimensioniert.

Außerdem gibt es noch Anforderungen an die Erdung der Ladestation:

  • TT/TN-Netze: Erdungswiderstand < 100 Ohm
  • TT/TN-Netze: Spannung N-PE nicht größer 10V
  • TT-Netze: Falls der Erdungswiderstand mehr als 100 Ohm beträgt, muss ein Trenntransformator vor die Ladestation gebaut werden.
  • IT-Netze sind nicht erlaubt
  • Ein zu hoher Anteil an Oberwellen kann den Ladevorgang beenden. Die Netzversorgung muss IEC 61000-2-1, IEC 61000-2-2 sowie EN 50160 erfüllen.

Frage: Ist diese Liste vollständig? Gibt es irgendwo eine definitive Referenz für Z.E. Ready?

Vielen Dank,
-Mathias
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Re: Z.E. Ready: Was bedeutet das genau?

Beitragvon Henry2926 » Fr 20. Okt 2017, 15:10

Hallo Mathias,

die Anforderungen an elektrische Installationen für die Z.E.-Zertifizierung wurden hier schon einmal kurz angeschnitten. Viel mehr als auf der Seite von lcie.fr ist allerdings nicht zu dem Thema aufzutreiben.

Selbst Renault verfolgt das Thema wohl nicht mehr besonders intensiv, da sie selbst festgestellt haben müssten, dass man mit normkonformen Onboard-Ladegeräten und Anlageninstallationen keine derartige Z.E.-Zertifizierung braucht.

Wie kommt es, dass dich das Z.E.-Siegel trotz seiner nicht besonders hohen Relevanz so interessiert? ;)
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Re: Z.E. Ready: Was bedeutet das genau?

Beitragvon gonium » So 22. Okt 2017, 13:17

Hi,

Henry2926 hat geschrieben:
Wie kommt es, dass dich das Z.E.-Siegel trotz seiner nicht besonders hohen Relevanz so interessiert? ;)


hm, mir war nicht bewusst, das Z.E. Ready nicht mehr relevant ist. In der aktuellen ZOE-Broschüre empfiehlt Renault jedenfalls noch, Ladestationen mit Z.E. Ready-Siegel zu verwenden.

Der Hintergrund meiner Frage ist etwas komplex, weil sich dahinter mehrere Baustellen verbergen:

  • Ich konzipiere für meinen Arbeitgeber einen Ladepark mit insgesamt 12 parallelen Wallboxen. Da will ich natürlich sicherstellen, das auch ZOE-Fahrer laden können.
  • In einem Forschungsprojekt (es geht um die Belastung von Verteilnetzen und Optimierungsmöglichkeiten für den Netzbetreiber) sollen auch ZOEs zum Einsatz kommen -> Gleiches Problem.
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Re: Z.E. Ready: Was bedeutet das genau?

Beitragvon Henry2926 » So 22. Okt 2017, 19:10

Oh ja, da habe ich mich schlecht ausgedrückt. Keine Relevanz stimmt ja alleine deshalb nicht, weil weiterhin Renaults mit "kritischen" Ladegeräten rumfahren.

Allerdings sollte Renault auch festgestellt haben, dass z.B. die Netzrückwirkungen, die ihre Ladegeräte erzeugen, zumindest für die eigenen Maßstäbe unzulässig hoch sind und dass auch die Anforderungen an den Erdungswiderstand (und damit auch an das Verteilnetzystem) durch diese Auslegung über die elektrotechnischen Normen zur Errichtung von Niederspannungsanlagen hinausgehen.
Sie fordern z.B. eine galvanische Trennung, wenn der Erdungswiderstand nicht eingehalten werden kann, doch die hätten sie stattdessen auch selbst in ihr Lastenheft schreiben können.

Zumindest in der aktuellen Fassung (1.4) der "Z.E. Ready Requirement Attributes" finde ich Angaben zur Anlagenerrichtung auch gar nicht mehr. Von wann sind dennn die technischen Anforderungen von Keba?
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Re: Z.E. Ready: Was bedeutet das genau?

Beitragvon gonium » Mo 23. Okt 2017, 10:49

Henry2926 hat geschrieben:
Oh ja, da habe ich mich schlecht ausgedrückt. Keine Relevanz stimmt ja alleine deshalb nicht, weil weiterhin Renaults mit "kritischen" Ladegeräten rumfahren.


OK, danke für die Klarstellung - ich war schon etwas verwirrt.

Henry2926 hat geschrieben:
Allerdings sollte Renault auch festgestellt haben, dass z.B. die Netzrückwirkungen, die ihre Ladegeräte erzeugen, zumindest für die eigenen Maßstäbe unzulässig hoch sind und dass auch die Anforderungen an den Erdungswiderstand (und damit auch an das Verteilnetzystem) durch diese Auslegung über die elektrotechnischen Normen zur Errichtung von Niederspannungsanlagen hinausgehen.
Sie fordern z.B. eine galvanische Trennung, wenn der Erdungswiderstand nicht eingehalten werden kann, doch die hätten sie stattdessen auch selbst in ihr Lastenheft schreiben können.


Tja, hätten sie wohl besser mal gemacht ;-) Ist jetzt halt aber so. Zumindest bei den Ladestationen, die ich errichte, kann ich ja auf die Einhaltung achten. Effektiv ist das ja nur Planungsaufwand im Vorfeld, an den Kosten (Material oder Arbeit) ändert sich ja nix.

Henry2926 hat geschrieben:
Zumindest in der aktuellen Fassung (1.4) der "Z.E. Ready Requirement Attributes" finde ich Angaben zur Anlagenerrichtung auch gar nicht mehr. Von wann sind dennn die technischen Anforderungen von Keba?


Die von mir aufgezählten Punkte finden sich im "Installationshandbuch (für den Fachmann)" von Keba - zum Beispiel hier ab Seite 12:

https://www.keba.com/web/downloads/e-mo ... _ih_de.pdf

Bei anderen Herstellern finde ich keine Hinweise auf spezielle Installationsvorkehrungen.
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