Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon Efan » Di 13. Aug 2013, 00:57

dkt hat geschrieben:
...
Zudem sich mit dem Auto am Netz auch noch Geldverdienen läßt. ...


Das ist faktisch unmöglich, denn wäre es möglich, hätten die EVUs bereits riesige Akkufarmen, die sie ganz exklusiv nutzen könnten. Offenbar rechnet es sich nicht für die EVUs.

Natürlich rechnete es sich für die EVUs, wenn sie kostenlos die Akkus der E-Auto-Besitzer nutzen könnten, diese würden es mit verringerter Reichweite und Lebensdauer bezahlen dürfen. Darüberhinaus geringerer Flexibilität, denn vielleicht fahre ich gerade dann los, wenn mein Akku vom EVU leergesaugt wurde.

Auch ein Betrag X Euro pro Lade- Entladevorgang hülfe da wenig, denn entweder er wäre kostendeckend, dann könnten EVUs auch ihre eigenen Akkufarmen betreiben, oder aber ich müßte das EVU mit meinem E-Auto subventionieren. Wofür genau haben die EVUs eigentlich die bisherigen Subventionen benutzt?

In einer kapitalistischen Welt ist "the grid" schlicht und ergreifend nicht umsetzbar.
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon dkt » Di 13. Aug 2013, 09:26

Efan hat geschrieben:
dkt hat geschrieben:
...
Zudem sich mit dem Auto am Netz auch noch Geldverdienen läßt. ...


Das ist faktisch unmöglich, denn wäre es möglich, hätten die EVUs bereits riesige Akkufarmen, die sie ganz exklusiv nutzen könnten. Offenbar rechnet es sich nicht für die EVUs.


Siemens und andere forschen bereits, wie man die steigende Zahl der Elektroautos als Netzteilnehmer und für die Netzstabilität nutzen kann.

Das System wird „Vehicle to Grid“ genannt. Im Wesentlichen geht es darum, dass der am Netz hängende Akku, nach Vorgaben des Autobesitzers dem Netz zu Verfügung steht.

Damit verbunden hat der Autobesitzer folgende Vorteile:

1. Wenn er den Zeitpunkt eingibt an dem er welchen Ladezustand benötigt, dann sorgt das System dafür, dass er mit dem günstigsten Strom dann betankt wird, wenn dieser im Netz fließt.

2. Als Gegenleistung nutzt das System den Akku im vorgegebenen Rahmen um Strom dann abzurufen, wenn Höchstpreise gezahlt werden. Davon erhält der Autobesitzer ebenfalls einen Nutzen. Denn die Kosten seines bezogenen Stroms sinken damit weiter.

Im Extremfall kann das sogar bedeuten, dass Stromangebote mit Negativpreis in den Akku eingespeist werden. Und zum Schluss sorgt das System dafür, dass zum gegebenen Zeitpunkt der Akku die kWhs enthält die der Besitzer dem System genannt hat. Daher kommt auch meine Begründung für die Schnellladung daheim, bzw. die Förderung der Induktionslademöglichkeit in der eigenen Garage als kontinuierlicher Anschluss.

Für Interessierte eine Quelle dazu:

http://www.smartgridssalzburg.at/forsch ... nterfaces/
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon Efan » Di 13. Aug 2013, 18:54

dkt hat geschrieben:
...
Siemens und andere forschen bereits, wie man die steigende Zahl der Elektroautos als Netzteilnehmer und für die Netzstabilität nutzen kann.

Das System wird „Vehicle to Grid“ genannt. Im Wesentlichen geht es darum, dass der am Netz hängende Akku, nach Vorgaben des Autobesitzers dem Netz zu Verfügung steht.

Damit verbunden hat der Autobesitzer folgende Vorteile:
...


Das genau sagte ich ja, Großkonzerne versuchen das Eigentum anderer Leute für ihre Zwecke zu nutzen, für den Eigentümer des Akkus gibt es nur Nachteile.

Und als Steuerzahler subventioniere ich damit die Forschung, wie Großkonzerne sich MEIN EIGENTUM nutzbar machen können, das möchte ich nicht.

Hätte es Vorteile für die Akkubesitzer, fänden diese schon einen Weg, diesen Vorteil den Konzernen zu verkaufen.

Ein vernünftiger Weg für beide Seiten wäre es, die Preise für Strom minutengenau abzurechnen, so daß in Überflußzeiten der Strom billig wäre und in Mangelzeiten teuer, dann kann der Kunde entscheiden, wann er den Strom nutzt. Ähnlich wie bei ISDN könnte im Stromnetz der aktuelle Strompreis mitübertragen werden. Dann gäbe es in kürzester Zeit Ladegeräte, die nur in Billigzeiten aufladen und möglicherweise in Teuerzeiten Strom einspeisen.

Aber dies wäre ja transparent und kundengerecht, sowas wird wohl nicht passieren.
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon smarted » Di 13. Aug 2013, 18:57

Ähnlich wie bei ISDN könnte im Stromnetz der aktuelle Strompreis mitübertragen werden. Dann gäbe es in kürzester Zeit Ladegeräte, die nur in Billigzeiten aufladen und möglicherweise in Teuerzeiten Strom einspeisen.


Na hier gibt es ja "Studien", dass Smartzähler (mit Tarifzonen) vom Kunden nicht angenommen werden. Die Wahrheit ist, dass ich beim Testprogramm meiner Stadtwerke mitmachen wollte, es aber sofort ausgebucht war. An die Presse wird aber herausgegeben: kein Interesse. Alles Bremser!
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon Yardonn » Di 13. Aug 2013, 19:24

dkt hat geschrieben:
Im Extremfall kann das sogar bedeuten, dass Stromangebote mit Negativpreis in den Akku eingespeist werden. Und zum Schluss sorgt das System dafür, dass zum gegebenen Zeitpunkt der Akku die kWhs enthält die der Besitzer dem System genannt hat. Daher kommt auch meine Begründung für die Schnellladung daheim, bzw. die Förderung der Induktionslademöglichkeit in der eigenen Garage als kontinuierlicher Anschluss.


Schade nur, das die Grundrechenarten in diesem Land nicht mehr beherscht werden:

Twizy: 55€ Pro Monat, für 7500 km im Jahr, nur für den Akku.

Macht 8,8 € auf 100 km für den Twizy, bei geschätzten 8 kWh pro 100 km genau 1,1 €, mit dem sich der Akkubesitzer (Renault) jede kWh durch seinen Akku bezahlen läßt.
Also Entweder verdient sich Renault dumm und dämlich, oder Vehicle to Grid wäre ziemlich dämlich für die Akkubesitzer...

Grundrechenarten.... aber ne Studie klingt natürlich besser zur Volksverdummung....
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon dkt » Mi 14. Aug 2013, 08:38

Efan hat geschrieben:
Das genau sagte ich ja, Großkonzerne versuchen das Eigentum anderer Leute für ihre Zwecke zu nutzen, für den Eigentümer des Akkus gibt es nur Nachteile.

Und als Steuerzahler subventioniere ich damit die Forschung, wie Großkonzerne sich MEIN EIGENTUM nutzbar machen können, das möchte ich nicht.

Hätte es Vorteile für die Akkubesitzer, fänden diese schon einen Weg, diesen Vorteil den Konzernen zu verkaufen.

Ein vernünftiger Weg für beide Seiten wäre es, die Preise für Strom minutengenau abzurechnen, so daß in Überflußzeiten der Strom billig wäre und in Mangelzeiten teuer, dann kann der Kunde entscheiden, wann er den Strom nutzt. Ähnlich wie bei ISDN könnte im Stromnetz der aktuelle Strompreis mitübertragen werden. Dann gäbe es in kürzester Zeit Ladegeräte, die nur in Billigzeiten aufladen und möglicherweise in Teuerzeiten Strom einspeisen.

Aber dies wäre ja transparent und kundengerecht, sowas wird wohl nicht passieren.


Die Möglichkeit mit „Smarten Stromzählern“ den Verbrauch zu optimieren gibt es bereits. Das Problem liegt in der Tat im Angebot von variablen Tarifen bei den Stromanbietern.

Aus der unten angegebenen Quelle geht hervor, dass die Anbieter auf Anforderung, relativ kostengünstig sogenannte smarte Zähler installieren, bzw. diese mit dem heimischen PC verbinden und damit einen Überblick in Echtzeit über den Verbrauch geben.

Diese Seite funktioniert. Doch die andere Seite, damit auch noch zeitabhängige Stromkosten anzubieten, da hakt es. Der Grund wird auch genannt. Die Verbrauchertarife sind so großzügig kalkuliert, dass sich damit – bei fallenden Stromkosten – große Gewinne machen lassen. Gibt man nun die Tagesschwankungen an den Verbraucher weiter, so ist der – statistisch gesehen – in der Lage bis zu 30% seines Verbrauchs in kostengünstige Zeiten zu verlegen, ganz abgesehen von E-Autos, die natürlich die 30% sprengen.

An der Sorge, dass das System „Vehicle to Grid“ zu größeren Gewinnen missbraucht wird, glaube ich ,ist etwas dran. Weitere Möglichkeiten des Missbrauchs führt die Quelle an, die Daten der Verbraucher könnten für andere Zwecke genutzt werden. An Hand des Verbrauchsprofils könnte ohne weiteres, z. Bsp. die Abwesenheit der Wohnungseigentümer festgestellt werden, usw.

Auch wäre ein hoher c Wert in der Fremdnutzung der Batterie des Autos durch den Betreiber „Vehicle to Grid“ möglich und damit könnte sich die Lebensdauer verkürzen.

Also, ich teile eure Bedenken nach dem genauen Hinsehen, würde aber nicht generell das System verdammen, da es gut kontrollieret auch Nutzen stiften könnte. Nutzen für beide Seiten, den Verbraucher und das Netz.

Quelle dazu:

http://www.energieverbraucher.de/de/Int ... ler__1845/
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon Kelomat » Mi 14. Aug 2013, 12:01

Das Netz (oder der Konzern dahinter) wird Niemals Gewinneinbußen zu Gunsten des Kunden eingehen. Warum auch wenn es so auch geht?
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Zweitauto (Von meiner Frau): Citroen Saxo Elektro mit Lithiumakkus
Sonst keine fossile Dreckschleuder zur Fortbewegung ;)

Strom kommt von der PV-Anlage ca. 15kW mit Speicher im Keller
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon Efan » Mi 14. Aug 2013, 22:05



Vielen Dank für den Link, ich lerne jeden Tag etwas neues hinzu.
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon dkt » Do 15. Aug 2013, 09:06

Efan hat geschrieben:
Vielen Dank für den Link, ich lerne jeden Tag etwas neues hinzu.


Hallo Efan,

das gilt auch für mich. Was mir hier im Forum besonders gut gefällt ist, dass alle Teilnehmer wirkliche Informationen einbringen. Ich bin hier laufend am nachlesen von Informationen, die für meinen geplanten E-Autokauf wichtig sind.

Die ganze Ladelogik zum Beispiel ist von den Herstellern und auch den Energiekonzernen sträflich vernachlässigt worden, bzw. mit kleinlichem Eigennutz, zum Nachteil der Verbraucher, zerstückelt worden.

Das beginnt schon beim Stecker, geht dann über, in die Auto-eigene interne Ladelogik und endet dann bei den Schnellademöglichkeiten.

Man könnte jetzt auch Tesla verurteilen einen firmeneigenen Weg zu gehen, aber die sind mit ihren Schnellladestationen wenigstens konsequent.

Das Thema bordeigene Induktionslademöglichkeit im E-Auto steht dem entgegen, weil hier nur mit Wechselstrom geladen werden kann, bzw. dann die bordeigene Leistungselektronik bei Schnellladen entsprechend fulminant ausfallen müsste.

Auch bin ich nach wie vor am Suchen, warum die Chamäleon-Logik, nur von einem Hersteller genutzt wird. Denn wenn schon der DC Strom der Batterie für den Motor, bis zu seiner Spitzenleistung, von einer Leistungselektronik, die sicher nicht billig ist, in AC Strom umgewandelt werden muss, warum nutzt man diese gleiche Technik nicht auch für die Schnellladung mit AC Strom. Denn, ein Auto das an der Ladestation steht, steht immer, braucht also die Leistungselektronik zwischen Motor und Batterie zu dieser Zeit nicht.

Um nicht zu lang zu schreiben breche ich hier einmal ab, das Thema ist endlos.

Grüße

Dieter
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon me68 » Sa 17. Aug 2013, 22:26

dkt hat geschrieben:
Und jetzt komme ich auf den Punkt. Das wäre auch ein Grund für große Lade-(Entlade-)Leistungen bei Heimladestationen.

Hallo dkt!

Wenn ich an smartgrid-Lösungen denke, dann möchte ich weniger mit dem Akku des Autos Geld verdienen, indem ich bei Überschussangebot billigen Strom einlagere und bei hoher Nachfrage den Strom wieder teuer verkaufe. Da werde ich mit den paar kWh meines Akkus keinen grossen Umsatz erwirtschaften.

Und wieviel Kapazität wäre denn tatsächlich frei für solche Geschäfte? Ich brauche durchschnittlich Strom für 50km täglich - im Falle unseres Citroen C-Zeros demnach grob 8kWh. 16kWh hat der Akku. D.h. ich könnte mit 8kWh täglich mitspielen.

Was würde da wohl dabei rausschauen? Wenn ich die Rechnung meines Stromanbieters richtig verstehe, bezahle ich für die kWh ca. 9 Cent netto.

Angenommen Spitzenstrom würde 20 Cent/kWh kosten und Billigstrom 5 Cent/kWh, könnte ich 8kWh um 40 Cent einkaufen und um €1,60 verkaufen - täglich. Also €1,20 täglich verdienen. Vermutlich muss man noch etwas bezahlen um an dem Spiel überhaupt teilnehmen zu können ...

... also ich würde das nicht machen - das schränkt mich zu sehr ein, verschleisst den Akku vermutlich zusätzlich und bringt nicht wirklich etwas ein.

Mir schwebt bei smartgrid-Lösungen vielmehr vor, dass ich meinen Akku auch am Firmenparkplatz tagsüber laden kann - und zwar mit dem Strom aus der eigenen PV-Anlage am Dach unseres Hauses, 20km weiter weg. Dann lade ich den Akku nur mehr tagsüber am Firmenparkplatz und nicht mehr wie bisher immer über Nacht zu hause. Das wäre eine super Anwendung!

Martin
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... unterwegs mit einem Citroen C-Zero, Bj. 8/2012
... unsere Vereinsseite: facebook.com/emobility.at
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