Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon tomas-b » Mo 30. Okt 2017, 11:22

"Starkstrom" ist auch ein dehnbarer Begriff, den gibt es mit 3x 230 Volt und 16 Ampere (11 kW, CEE 16) und als 3x 230 Volt und 32 Ampere (22 kW, CEE 32). Unabhängig vom Fahrzeug haben diese beiden Anschlüsse den Vorteil, dass sie gegenüber der Schuko-Dose die höhere Dauerbelastbarkeit aufweisen. Schuko soll auf dem Papier auch 16 Ampere können, als Dauerstrom sollte man aber nicht über 10 Ampere hinausgehen, daher ergibt sich folgende Konstellation:

Schuko einphasig: maximal 2,3 kW (bei 10 Stunden Ladedauer = 23 kWh)
CEE 16 einphasig: maximal 3,7 kW (bei 10 Stunden Ladedauer = 37 kWh)
CEE 32 einphasig: maximal 7,4 kW (bei 10 Stunden Ladedauer = 74 kWh) <== zumindest über Schieflast mal nachdenken... ;)

Bei Fahrzeugen, die einphasig laden können, könntest du auch noch eine CEE 16 blau als Steckdose verwenden (und auch mit 3,7 kW laden), aber zukunftsträchtig ist das nicht. Ggf. baust du dann bei einem neuen Fahrzeug wieder um, weil du dann alle drei Phasen benutzen könntest...
Bei Fahrzeugen die zwei- oder dreiphasig laden können, ist eine CEE xx - Dose eh vorteilhafter. Ob nun eine 32 Ampere oder nur eine 16 Ampere Dose verwendbar ist, entscheidet dein Hausanschluss und der Stromkreis, an welchen die Dose geklemmt werden soll. Aus der Küche (wahrscheinlich vom Kochherd) wäre das auch nicht vorteilhaft, sonst musst du eventuell zwischen einem leckeren Braten und einem geladenen Fahrzeug wählen... oder es fliegt die Sicherung... :)
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon Dachakku » Mo 30. Okt 2017, 11:24

different hat geschrieben:
@corwin42: Interessant! Ich hätte erwartet dass mir jeder zum Starkstrom Anschluss rät.



Die Frage ist, was ist für dich "Starkstrom" ? Wenn wir über eine CEE Dose reden, aus der du 16A ziehen kannst, was über eine Schuko NICHT geht, dann sind wir schon bei "Starkstrom" - optisch sind diese Dosen für den Laien "Starkstrom" . Banal betrachtet auch, weil nur da kannst du volle 16A ziehen, eine Schuko raucht ab ...

3 Phasig wäre Drehstrom, Laden mit 11/22kw und nicht immer nötig.

Die "Mitte " sag ich mal banal, ist das was der neue Smart kann, nämlich einphasig 20A = 4,6 kw laden. Jetzt kommen wir in den Bereich einer "stärkeren" Installation.
Zuletzt geändert von Dachakku am Mo 30. Okt 2017, 11:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon different » Mo 30. Okt 2017, 11:25

tomas-b hat geschrieben:
"
Schuko einphasig: maximal 2,3 kW (bei 10 Stunden Ladedauer = 23 kWh)
CEE 16 einphasig: maximal 3,7 kW (bei 10 Stunden Ladedauer = 37 kWh)
CEE 32 einphasig: maximal 7,4 kW (bei 10 Stunden Ladedauer = 74 kWh) <== zumindest über Schieflast mal nachdenken... ;)


Habe ich das richtig verstanden dass CEE 16/32 weniger Ladeverlust haben als der normale Schukostecker?
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon Henry2926 » Mo 30. Okt 2017, 11:27

Hallo different und willkommen im Forum :thumb:

Wichtig wäre zunächst zu wissen, wie euer Hausanschluss abgesichert ist und wie die Verteilung aussieht. Sehe ich das richtig, dass du für die Ladeeinrichtung einen Abgriff vom Herdanschluss vorsehen würdest?

Wallbox-Installationen haben meistens eine eigene Unterverteilung mit Leitungsschutzschalter und RCD. Wenn die Verlegung zur Herdanschlussdose ausreichend dimensioniert ist, besteht bei dir wohl prinzipiell die Möglichkeit, dort abzuzweigen und die genannte Unterverteilung in der Garage einzurichten.

Ob das für dich zum aktuellen Zeitpunkt sinnvoll ist, oder nicht, kannst nur du beurteilen. Planst du sicher mit einem E-Auto, dann würde ich sagen: Ja.
Auch wenn du andere Anwendungen hast, für die du eine CEE-Dose benötigen könntest (Holzspalter, Gartenparty), ist es sicher nie verkehrt, mit einem entsprechenden Anschluss vorgesorgt zu haben. ;)

Wenn du die Investition in den Anschluss und die Wallbox scheust und es für dich kein Problem darstellt, mit maximal 2,3kW (das sind ca. 15km/h) zu laden, dann nutzt du bestenfalls die Schuko-Steckdose mit solch einem "Notladekabel" oder auch "Ladeziegel". ;)

LAN/WLAN an der rein privaten Wallbox ist zum Beispiel dann interessant, wenn du ein Energiemanagement-System im Haus hast und deine Wallbox anhand von Parametern wie Stromtarif oder PV-Einspeiseleistung betreiben willst. Aktuell ist das Thema noch nicht so groß und wir eher in Eigenarbeit von findigen E-Auto-Fahrern betrieben. Die meisten Ladestationen nutzen die Verbindung bisher für Abrechnungssysteme und Monitoring. Wenn du eine zukunftsfähige Installation möchtest, dann kannst du zusätzlich zur Leitung ein CAT7-Kabel verlegen, das du später anschließt.

Beste Grüße

Henry

Nachtrag:
different hat geschrieben:
Habe ich das richtig verstanden dass CEE 16/32 weniger Ladeverlust haben als der normale Schukostecker?


Vonseiten der Installation kommt es immer auf die Dimensionierung an. Pauschal kann man das da nicht sagen.
Die Fahrzeuge laden meistens am effizientesten mit ihrer Nennleistung, also der maximal möglichen. Dort ist unter anderem das Verhältnis zwischen Ladeleistung und Verlustleistung durch Nebenverbraucher wie Lüfter/Kühler am günstigsten.
Zuletzt geändert von Henry2926 am Mo 30. Okt 2017, 11:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon tomas-b » Mo 30. Okt 2017, 11:28

Die Leistungsangaben beziehen sich nur auf die maximale Belastbarkeit. Ladeverluste habe ich erst einmal außen vor gelassen.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon different » Mo 30. Okt 2017, 11:36

OK. Ich hab jetzt paar Hausaufgaben mitgenommen :)

Ich kläre nun erstmal mit dem Elektriker der hier die Installationen verlegt hat wie der Hausanschluss abgesichert ist, wie die Verteilung aussieht und welche Leistung entsprechend in der Garage ankommen kann.

Ich hab außerdem gelernt dass "im Worst-Case" auch ein Laden mit CEE 16 möglich wäre, versuche aber zu schauen was rauszuholen ist. Ich hätte wohl bei dem Bau des Hauses / Elektro-Installation schon darauf schauen sollen, danach - nach über 3 Jahren - ist man aber eh immer schlauer...

Vielen Dank erstmal an alle für Eure Hilfe, ich versuch Euch auf dem Laufenden zu halten!

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P.S. Zum WLAN nochmal: Aktuell ist aus der Wohnung ein stabiles WLAN-Signal noch in der Garage vorhanden, d.h. dass dann das Energie-Management-System auch Netzzugang hätte.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon HubertB » Mo 30. Okt 2017, 11:42

Wenn Du einen Ladeanschluss haben willst dann solltest Du möglichst eine extra Leitung zum Zählerschrank ziehen lassen, mit eigenem FI und Leitungsschutz und ohne Klemmstellen. Ob das einphasig oder Drehstrom ist spielt dabei keine Rolle.
Mit Drehstrom hast Du mehr Reserven für die Zukunft, das wäre meine Wahl. Die Mehrkosten sind überschaubar, das teuerste ist der allstromsensitive FI.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon eDEVIL » Mo 30. Okt 2017, 11:54

Würde eine UNetrverteilung in der Garage montieren lassen und ein Kabel legen alssen, was die max. Leistung des Hausanschlusses packt.

Je anch Fahrzeug kann man dann dort auch erstmal eine CEE-Blau Dose installeiren lassen und spart den FI-B

Die Umrpstung geht später ja recht schnell, wenn man doch 22kW benötigt.
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon ecopowerprofi » Mo 30. Okt 2017, 11:57

HubertB hat geschrieben:
das teuerste ist der allstromsensitive FI

Wofür ?? Wenn man eine separate Zuleitung incl. separate Absicherung hat. Selbst der FI Typ A ist dann überflüssig. Man sollte sich Norm SAE J1772 bzw. IEC 62196 bzw. VDE-AR-E 2623-2-2 mal genau durchlesen. Macht aber wohl keiner.
Basic Communication Sequence.
[...]Note that, for standard AC Level I and AC Level 2 charging, the negative portion will always
remain at –12V. This purpose of this feature is safety, to allow the EVSE to distinguish between a
vehicle and the straight resistance of a curious child’s fingers.
aber auch die gesicherte Überwachung des Fahrzeugerdung während des Ladens.
Zuletzt geändert von ecopowerprofi am Mo 30. Okt 2017, 11:59, insgesamt 1-mal geändert.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
http://www.perdok.info Ladeboxe und mehr.
3x Renault ZOE, Stromtankstelle ecoLOAD 22kW mit Typ2 öffentlich und kostenlos 24/7
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon Henry2926 » Mo 30. Okt 2017, 11:58

HubertB hat geschrieben:
das teuerste ist der allstromsensitive FI


... den er nicht braucht, wenn er sich die richtige Wallbox aussucht. ;)
Gerade da die Installation noch nicht steht, ist ja jede Komponente diskutabel. Deshalb würde ich da schonmal eine günstigere und gleichzeitig nicht weniger sichere Lösung ohne FI B vorschlagen. :)

ecopowerprofi hat geschrieben:
Wofür ?? Wenn man eine separate Zuleitung incl. separate Absicherung hat. Selbst der FI Typ A ist dann überflüssig.


Ich weiß nicht, ob es in einer aktuellen Fassung anders ist, aber in der DIN EN 61851-1 (VDE 0122-1):2012-01 ist mindestens eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung Typ A gefordert. Oder bin ich da auf dem falschen Dampfer? :shock:
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